Ziegenfleischvergftung und Smog haben wir überlebt - jetzt wollen wir der Bestie entkommen. Jakarta.
Seoul ist eine Metropole der geordneten Unordnung. Zerfahren und aufgeräumt, beweglich und ultramodern. Shoppingcenter als Paläste der Gegenwart, der Konsum treibt die Dynamik der Stadt. Man fühlt sich verstanden und ist doch enttäuscht.
Wir wollten Jakarta bereisen. Wir wollten es auf uns wirken lassen. Doch wir stellen schnell fest, dass diese Vorstellung realitätsfern war. Man bereist Jakarta nicht, mit Jakarta nimmt man es auf. Wie ein Boxer, der sich zuviel vornimmt, vernachlässigen wir unsere Deckung und hängen bald in den Seilen. Wir verderben uns den Magen und zwischendurch…
Man nennt sie gerne Kamasutra Tempel oder Erotik Tempel, aber mal ehrlich: Die Tempel von Kharjuraho in Zentralinidien sind Pornotempel! Sie schauen aus der Ferne wie harmlose Hindu Tempel aus aber wenn man vor ihnen steht, traut man seinen Augen nicht: Die Tempel sind verziert mit Statuen von Sexorgien. Es sind unzählige Statuen in Endlosreihen…
Leere Straßen, weiße Häuser, Menschenleere: In Maskat schlummert der Oman in selbstgewisser Souveränität vor sich hin. Der Reisende wird schläfrig und müde, noch bevor er die hochmoderne Hauptstadt überhaupt verlassen hat.
Der größte Karneval der Welt ist der Karneval in Rio de Janeiro in Brasilien, oder? Nicht wenn man das Tourismusmarketing von Kolkata in Indien fragt.

Blut, überall Blut. Wir haben den Himalaya verlassen und setzen unsere Reise durch Nepal in einem schwarzen Mercedes fort. Der Wagen hat mehr als eine Million Kilometer auf dem Tacho und fährt uns zu den Tempeln dieses Landes – zuerst zu denen der Hindus, denn die begehen eines der wichtigsten Opferfeste: Dashain.
Als Kind liebte ich es, zu malen. Mit bunten Farben brachte ich meine Vorstellungen von der Welt, die damals noch recht klein war, zu Papier. Lieblingsmotive: Haus und Garten, Blumen, abgepauste Prinzessinnen von Disney und die Insel.
Es wird von vielen Städten behauptet, dass sie niemals schlafen. Von Indiens heiliger Stadt Varanasi glaube ich das sofort. Es ist immer etwas los in der Pilgerstätte für Hindus am Ganges.

„Willst Du mich wie einen Schlappschwanz dastehen lassen“, brüllt er mich an. „Ich lass mir doch nichts vorschreiben“, denke ich zurück. Was man als patente Frau im Westjordanland alles falsch machen kann.

Der Aufstieg ist beschwerlich, aber nicht schwer. Fast 4000 Metern hoch liegt das Kloster Tengboche. Doch nicht die Höhe und der Fernblick machen diesen Ort zu einem besonderen – sondern die berührende Großmut der hier lebenden Mönche.
Der Bus quält sich hinauf in das malaysische Hochland. Es ist früher Nachmittag, aber grau und düster. Der Regen prasselt gegen die Scheibe. Ich blicke hinaus und träume vor mich hin, als wir Tanah Rata erreichen. Endstation für heute. Meine Lust, auszusteigen, hält sich in Grenzen. Es ist kühl in den Cameron Highlands und es…
Noch ist es möglich, als Tourist durch den Libanon zu reisen. Eine Fahrt zur antiken Stadt Byblos und in die Beeka-Ebene zu den Ruinen von Baalbek, wo der Schatten des syrischen Bürgerkriegs über die schneebedeckten Berge fällt.

Wenn ich heute zurückblicke, dann hatte ich in meinem Leben Mut mit Sorglosigkeit und Bequemlichkeit mit Glück verwechselt. In Indien gewinnt alles an Kontur und Schärfe. Delhi atmet aus und du das Leben ein: den würzigen, vielschichtigen Duft der Luft in Delhis Gassen, die reinen, natürlichen Geräusche, von Mensch und Tier gemacht, und die unzähligen…

Der Literaturtempel ist wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit von Vietnam, mal abgesehen von der Halong-Bucht. Normalerweise drängen sich hier die Reisegruppen durch Höfe und Hallen. Heute ist alles anders: Der Tempel ist die Kulisse für ein Massen-Fotoshooting. Studenten posieren für ihr Absolventen-Album. Das ist mindestens so interessant wie das alte Gemäuer.

„Sorry, the oxigen is out of order“. Als diese knirschende Durchsage im Zug auf gut 5000 Metern an mein Ohr dringt, liege ich geistig umnebelt auf meiner Buchrücken-breiten Pritsche und konzentrierte meine letzten Sinne darauf, kein unfreiwilliges Stagediving auf der chinesischen Karaoke-Gruppe unter mir einzulegen.

Susanne ist noch geschwächt von ihrer Migräne-Attacke, Dirk und der Guide Som leiden an "Kikeriki im Bauch". Wir treffen einen Bäcker, lernen einiges über die Sherpa-Kultur und wandern weiter durch den sonnig schönen Himalaya.

Jeder, der in Thailand nicht nur am Strand herumliegen will, fährt irgendwann nach Chiang Mai, das kulturelle Zentrum im Norden des Landes. Eine moderne Stadt voller Backpacker und Studienreisenden - und doch ein großes Rätsel. Mit jedem Tag, den ich länger bleibe, verstehe ich weniger vom Leben hier.

Als ich zum ersten Mal abends über den Nam-Khan-Fluß in die Stadt radele, kommt mir Luang Prabang ganz unwirklich vor. Ist das hier das wahre Leben oder eine verzauberte Insel am Rand der Zeit, eine vergessene Kulisse eines kitschigen Indochina-Films? Dieser Ort ist so schön, dass man Angst hat, er könnte sich zu schnell verändern.

Spontan verließen wir abends die indonesische Perle Bali und flogen zurück – schweren Herzens. Einfach mal gerade rüber – Freiheit. Unser Anreisetermin rückte immer näher – Stress! Ein Land verlassen, ohne die Hauptstadt gesehen zu haben? Kommt für uns nicht in Frage! Wir wollten der hässlichen Großstadt eine kleine Chance geben, um sich von ihrer…

Auf der Straße von Siem Reap nach Angkor Wat bewegt sich die Karawane der Touristen vorwärts, in klimatisierten Bussen, gut gepolsterten Tuk-Tuks und auf nagelneuen Mountainbikes. Alle wollen nach Angkor Wat. Lässt man die Tempel hinter sich und fährt weiter in Richtung Norden, beginnt eine andere Welt. Zu Besuch in einer Dorfschule bei Banteay Srei.
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