Julia Karich

berichtet

Kopi Luwak

Von Katzen, Kötteln und Kaffee

Der teuerste Kaffee der Welt kommt nicht in einer goldenen Tasse daher. Er kommt aus dem buschig behaarten Hintern einer Katze. Der asiatischen Schleichkatze, um genau zu sein, was dem Kopi Luwak den delikaten Beinamen ´Katzenkaffee` eingebracht hat. Ein Kaffeejunkie wagt den Selbstversuch.

Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?

Freund

17 Jahr, blondes Haar, so stand ich da und habe dich aus der Ferne sehnsüchtig angehimmelt. Ich wusste sofort, dass du der Eine bist. Der Einzige, den ich haben wollte. Wie du dich lässig an die Wand gelehnt hast, mit deiner rot-schwarzen Kappe, der breiten Schulterpartie und diesem wohlgeformten Korpus. Es war Liebe auf den ersten Blick. 14 Jahre später bist du immer noch an meiner Seite, und niemand kennt mich besser als du. Wir haben zusammen die Welt gesehen und es wird Zeit, dass ich dir einmal sage, wie lieb ich dich eigentlich habe.

In 14 Texten um die Welt! - ein Geburtstagsspezial - Bhutan

Tag 14: Bhutan

Dieses kleine verwunschene Himalaja Königreich hat mir einen inneren Frieden vermittelt, den ich nirgendwo anders erfahren habe, Urängste geweckt, von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren, und mich in Situationen geworfen, die ich mir in meinen wildesten Nacht-Schreib-Orgien nicht hätte ausdenken können.

Glück und Leid auf Hawaii

Somewhere over the Rainbow

Wenn Jack Johnson am Strand neben dir Gitarre spielt, Kelly Slater im Sonnenuntergang surft und Mädchen in Baströckchen eisgekühlte Kokosnüsse verteilen – dann weißt du, dass du im Paradies gelandet bist. Die Luft schmeckt nach Salz und Papayas, dein Herz schlägt im Takt der Ukulele und nachts vibrieren die Fenster wenn die Wellen brechen. Am Ende des Regenbogens wartet ein Topf mit Gold und ich habe ihn gefunden.

Ode an den Augenblick

Verweile doch! Du bist so schön!

In mir tobt ein bitter-süßer Kampf und ich bin nur die staubige Bühne. „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehen.“ Mit diesen Worten verkaufte Faust, getrieben von Neugier und Hunger aufs Leben, Mephisto seine Seele.

„Hi, I am Julia, I have the shits and I need drugs!“

Diarrhö auf dem Dach der Welt

„Sorry, the oxigen is out of order“. Als diese knirschende Durchsage im Zug auf gut 5000 Metern an mein Ohr dringt, liege ich geistig umnebelt auf meiner Buchrücken-breiten Pritsche und konzentrierte meine letzten Sinne darauf, kein unfreiwilliges Stagediving auf der chinesischen Karaoke-Gruppe unter mir einzulegen.

Proteste in Lhasa

Tibet brennt

Vor mir steht ein Mönch mit weit aufgerissenem Mund und streckt mir seine Zunge entgegen. Ich blinzle wie ein benommenes Yak in die blendende Sonne und schwanke zwischen empörtem Entsetzen und Verwunderung. „Zeig ihm deine Zunge!“, die sanft fordernde Stimme meines Guides Tsenam reißt mich aus meinen verwirrten Gedanken und nach kurzem Zögern schiebe ich meine staubtrockene Zunge brav dem Tageslicht entgegen.

Glückskommission

Bhutan – zwischen Karma & Korruption

Die Amerikaner fixieren das Streben nach Glück als gottgegebenes Grundrecht in ihrer Unabhängigkeitserklärung. Das kleine Königreich Bhutan geht noch einen Schritt weiter und erklärt das „Bruttonationalglück“ zum obersten Staatsziel in der Verfassung. Das hört sich vielversprechend an und so begebe ich mich tief in den Himalaja auf die Suche nach dem Glück.