Kreta

Megalonissos – der griechische Kontinent

Megalonissos, nennen die Griechen die größte ihrer Inseln. Auf den über 2000 m hohen Bergen liegt auch im Juni noch Schnee, und ist keine vom Raki gesponnene Kopfgeburt.

Tag 1 

Der Wecker schlägt sieben Uhr, die späte Anreise über Athen nach Heraklion, der Hauptstadt Kretas, sitzt noch in den Knochen. Schlaftrunken stapfe ich zum Fenster, schiebe die Gardine zur Seite und blinzel in einen glutroten Feuerball. Die Sonne hat es vor mir geschafft und wärmt schon in den frühen Morgenstunden.

Hinterland_Fotor

Untergebracht im „Daios Cove“ Resort, im Nord-Osten der Insel, steht heute ein Ausflug in das bergige Hinterland an, so wie wir im Rahmen der Landrover Discovery Adventure, bis an die schöne, menschenleere Südküste vordringen wollen.

Landrover Südküste_Fotor

Sechs verschiedene Touren in das Hinterland, entlegene Bergdörfer und Küstenabschnitte, stehen die nächsten Tage an. Ich bin neu in Griechenland, den Raki weiß ich zu schätzen, kenne ihn aber nur aus meiner Lieblingstaverne in Berlin-Schöneberg.

AmStrandv.Káto Zágros

Megalonissos, nennen die Kreter die größte ihrer Inseln, was so viel wie „Großinsel“ bedeutet. Übermütig kann der Einheimische es auch schon mal als eigenen Kontinent umschreiben. Im Süden der Insel werden sogar Bananen angebaut. 580.000 Menschen leben auf dem ca. 270 km langen Eiland, das mit bis über 2000 m hohen, zeitweilig, auch Schnee bedeckten Bergen, aufwarten kann.

Mit dem Landrover erklimmen wir heute bis zu 1000 m hohe Berge, und werden in dem kleinen Dorf Káto Zágros, an der Ostküste, mit frischen, einheimischen Speisen belohnt.

Sardinen

Griechischer-Salat

Der ehemalige Griechische Meister im Body Building Ilias Pagiannidis, empfängt uns in seinem ruhigen Hotel „Terra Minoika“, während uns seine charmante Frau Kaffee und Kuchen anbietet. Die Gastfreundschaft der Kreter kann schon mal auf den Magen schlagen, auf Salat und Fisch folgt jetzt trockenes Plundergebäck. Leider bleibt der Kaffee aus, so dass ich einem Helden gleich zwei große Gebäckstücke unter schwersten Strapazen herunter zu schlucken versuche, was mir nach einer gefühlten Ewigkeit schließlich gelingt. Jetzt kann ich wieder lachen und mich für die Gastfreundschaft gebührend bedanken.

Ilias

Für morgen ist eine Exkursion in das ehemalige Fischerdorf Ágios Nikólaos, an der Mirabello Bucht, geplant.

 

Tag 2

Ágios Nikólaos ist nicht mehr das, was es einmal war. Das kleine Stätdchen im Nord-Osten, an der schönen Mirabello Bucht gelegen, wird tag täglich von großen Reisegruppen heim gesucht.

Sie kommen in Bussen über Land, oder aber über Wasser, das laut trötende Nebelhorn ist ein erste Vorwarnung, und geht auch beim Ablegen noch einmal durch Mark und Bein. Als sollte auch der Kioskbesitzer auf der anderen Seite der Stadt von den Kreuzfahrenden erfahren. Einige Alpha-Touristen unterschätzen die Sonne und laufen wie zweibeinige Lobster, mit nackter Brust, über die Promenade.

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Beeindruckend, wie bei so viel Heuschreckentourismus auch auch die ältesten Souvenirladenbesitzer immer noch ein jungfräuliches Lächeln über die Lippen bringen. Die Männer vor den Restaurants werben agressiv für das Mittagsmenü, und versperren bisweilen den Weg.

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Wenn man sich die vielen Menschen wegdenkt, ist Ágios Nikólaos ein Schmuckstück: Der Voulisméni See, inmitten der Stadt, von einer steilen Felswand flankiert und mit Zugang zum Meer (seit 1870), ist schön anzusehen. Kleine Fischerboote dümpeln im auflandigen Wind, über smaragdgrünem Untergrund.

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Dank einer modernen Kläranlage ist das Wasser hier überraschend sauber. Entfernt man sich von der Fußgängerzone, ist man schnell drin, im Nachbarschaftskosmos. Auffallend sind die öffentlichen Tafeln für Todesanzeigen. Immer wieder sehe ich ältere Herren, die einen Moment davor verharren. Ihre Frauen wirken lebendiger und unterhalten sich lauthals über die Balkone hinweg, während mir eine der vielen Namenlosen Katzen um die Beine streicht.

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Am Stadtstrand, weiter im Süden, nahe des Yachthafens, ein anderes Bild: junge Einheimische spielen Beachball, und präsentieren ihre frisch gebräunten Körper vor der Dorfschönsten. In der zweiten Reihe, im Café, sitzen die Dorfältesten und beobachten schweigend das Baltzverhalten der Jungen.

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Die Kreuzfahrenden sind an diesem Ort in weite Ferne gerückt. Auch das Nebelhorn wirkt beim Anblick der Grün schimmernden See weniger bedrohlich.

 

Die ERV ist Partner des Landrover Adventure Greece

Philipp Boos

Widergeboren in Mitteleuropa. In einem anderen Leben als Lastenträger für Alexander von Humboldt gedient, was die Affinität zu Süd Amerika erklärt. Nach einem doppelten Espresso öffnet sich bei Philipp zeitverzögert das dritte Auge, womit er die Welt bereist und in Depeschen festhält.

  1. Das Hotel sieht ja ziemlich cool aus ….
    Bisher habe ich mich nach MEGALONISSOS noch nicht getraut.

    Sieht aber sehr schön dort aus

  2. OMG! Griechenland sieht ja wirklich schöner aus als ich dachte.

  3. Hey Philipp,

    ich war im Mai auch auf Kreta – eine wunderschöne Insel! Leider hab ich es nicht wie Du in die Berge geschafft. Dafür habe ich die tollen Häfen und Strände von Kreta erkundet. Am besten hat mir Hier der Strand in Matala gefallen.

    Toller Artikel, weiter so :)

    LG Klemens aka Klemens

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