Drei Monate habe ich in Melbourne verbracht, ziemlich genau nach der Hälfte einer einjährigen Reise. In dieser Zeit habe ich gehadert und gerungen mit mir und der Stadt. Weil ich Hummeln im Hintern hatte. Weil ich es langweilig fand. Und weil ich Melbourne einfach keine Chance gegeben habe.

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Wenn mich also jemand nach der Reise gefragt hat, wo ich es am schönsten fand, habe ich unter keinen Umständen „Melbourne“ geantwortet (überhaupt beschränkte sich meine Antwort auf diese Frage meist auf ein hilfloses Schulterzucken). Dann aber wollte jemand wissen, wohin ich denn zurückgehen würde, jetzt, sofort, ohne nachzudenken. „Melbourne“ kam aus meinem Mund, Kopf, Herz. Huch, da habe ich mich aber erschrocken!

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Rational lässt sich das leicht erklären: Melbourne ist eine der internationalsten Städte der Welt, voll von gutaussehenden und -gelaunten Menschen, Restaurants, Stränden, Märkten, Konzerten und Pferderennen. Kunst & Kultur meets Känguru & Karneval. Es strömt aus jeder Stadtpore Sorglosigkeit und Sonnenschein. Um das zu genießen, braucht man vor allem eins: Geld. Und Geld hatte ich keines. Also einfach nur mit dem falschen Portemonnaie am falschen Ort gewesen?

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Ohne es gemerkt zu haben, war ich in Melbourne verliebt. Melbourne war meine Pause vom ganz normalen Reisewahnsinn, meine Auszeit von Eindrucksüberschwemmung, mein Rückzug vom Vorwärtsdrang. Eine Wohnung am Strand. Ein geregelter Tagesablauf. Alles, was ich in dem Moment nicht wollte und was doch so wichtig war. Denn wenn wir mal ehrlich sind, ist es ganz einfach da am schönsten, wo wir uns zu Hause fühlen.

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In 14 Texten um die Welt!

Tag 1: Im Balkan
Tag 2: Damaskus, Syrien
Tag 3: Petra, Jordanien
Tag 4: Sierra Leone
Tag 5: Kapstadt, Südafrika
Tag 6: Deception Island, Antarktis
Tag 7: La Paz, Bolivien
Tag 8: Havanna, Cuba
Tag 9: Tijuana, Mexiko
Tag 10: Melbourne, Australien
Tag 11: Sulawesi, Indonesien
Tag 12: Hanoi, Vietnam
Tag 13: Don Det, Laos
Tag 14: Bhutan

CategoriesAustralien
    1. Annika Engelbert

      Oh, viele liebe Grüße auf die andere Seite der Welt! Ich würde gerne mal für ein Wochenende vorbei schauen, aber wie du schon sagst: Ist etwas ungünstig gelegen… Schade!

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