Titel Gastkultur

Über das Fremdsein

„Weil ihr Gäste seid in unserem Land!“

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Über das Fremdsein.  

Etwa 8.000 km und 2einhalb Jahre von Deutschland entfernt, erreichen uns in diesen Tagen schreckliche Nachrichten: über katastrophale Zustände für Flüchtlinge und über grauenvolle Ereignisse in unserer Heimat.

Flüchtlinge verdursten auf dem Meer oder ersticken in Schlepperfahrzeugen, die EU kann sich bei den Hilfsleistungen nicht einigen, wieder brennen Flüchtlingsheime, es wird auf ausländische Kinder uriniert … und zu allem Überfluss quillt aus allen möglichen und unmöglichen Löchern diese erbärmliche braune Soße. Bedauerlicherweise überschatten die negativen Schlagzeilen über diese grenzdebilen, verbitterten und beschämenden Rechtsradikalen die Berichterstattungen über die unzähligen guten Menschen und ihre Aktionen in Deutschland.

Wir möchten uns jetzt nicht explizit zur Flüchtlingssituation äußern, das können ein Herr Todenhöfer, ein Herr Berg, Yoko und Klaas und viele ausgezeichnete Journalisten eindeutig besser oder fundierter. Danke für diese eindrücklichen und klaren Worte zu diesem Thema, die uns auch in der Ferne erreichen!

Um uns über die Situation vor Ort in Deutschland äußern zu können, fehlt uns aktuell die räumliche Nähe sowie uneingeschränkt verfügbare Information. Doch möchten wir ein paar ganz persönliche Gedanken teilen, wie sich diese aktuellen Schlagzeilen anfühlen wenn man seit geraumer Zeit „fremd“ ist in der Fremde – egal wo das gerade ist – ohne den Anspruch zu erheben, dass unsere Situation auch nur im Entferntesten mit der Situation eines Flüchtlings vergleichbar wäre. Es geht uns im Folgenden um das Fremdsein als solches …

 

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Sich als Fremde schämen müssen.

Peter. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern. Im Sommer 2014 streifen wir als Fremde durch die Straßen von Srinagar in Kaschmir – Nordindien. Es ist warm und staubig, die Stadt wirkt aufgeräumt, die Menschen sind höflich, zurückhaltend – und neugierig. Wir spazieren an einem Tuktukfahrer vorbei. Äußerst eloquent und lächelnd schlägt er vor „It’s way too hot for walking!“ Wir schmunzeln. Und kommen ins Gespräch. Seinen Namen habe ich vergessen – nicht aber, dass er einen Verwandten in Deutschland hat und gerade sein Geld spart, um diesen bald besuchen zu können. Wir tauschen aus, was wir gemacht haben, warum er hier ist und warum wir hier sind. Wir führen ein kurzweiliges Gespräch, verabschieden uns fröhlich und wünschen uns gegenseitig viel Glück bei allem was wir vorhaben. Als wir schon am Aufbrechen sind bricht es aus ihm heraus „Is it true that foreigners with dark skin might get in trouble in Germany?“

Ich möchte am liebsten im Erdboden versinken, so sehr schäme ich mich in diesem Augenblick! Scham, weil ich weiß, dass seine Frage und die damit verbundene Angst eine Berechtigung hat. Verdammt, wie gehen wir in Deutschland eigentlich mit Fremden um? Ich bin zunächst sprachlos, was mir nicht so oft passiert. Was sage ich denn nun? Was muss ich sagen? Wie sehr muss ich einen potenziellen Gast – einen Fremden in Deutschland warnen? Und wie sehr müsste ich einen potenziellen Gast nun im August 2015 davon abhalten nach Deutschland zu reisen? Möchte ich, dass ein Fremder in seine Heimat zurückkehrt und von dem Wahnsinn, den er oder sie in Deutschland miterleben könnte, berichtet? Bloß nicht.

Jen. Ich kann mich noch sehr gut an diesen ersten Tag in Kaschmir erinnern. Ich hatte in der Früh beim Gesang des Muezzins schon Tränen der Rührung in den Augen weil er mich wie immer an unsere unvergessliche Zeit in der Türkei, im Iran und im Oman erinnerte.

Hin und wieder werden wir gefragt, ob dieses oder jene Land unserer Reise nicht gefährlich sei. Der Iran vielleicht? Kaschmir? Kurdistan? Narathiwat in Thailand? Manipur? Natürlich herrschen in unzähligen Staaten Konflikte. Es gibt bestimmte Regionen, öffentliche Versammlungen sowie Situationen, die man als Reisender meiden oder mit besonderer Vorsicht aufsuchen sollte.
Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung sind jedoch nicht Länder an sich gefährlich. Der Ruf dieser Länder wird überschattet von einzelnen, unreflektierten, gewaltbereiten, indoktrinierten, radikalen Menschen oder Gruppen, die in vielen Staaten dieser Erde anzutreffen sind und in der Regel auch von ihren eigenen Landsleuten sehr gefürchtet sind. Dennoch muss das Auswärtige Amt aufgrund gewalttätiger Zwischenfälle eine Sicherheitswarnung aussprechen. Dass die große Mehrheit der Menschen in Pakistan, Kurdistan oder Iran friedlich – und einfach nur wundervoll ist, wird auch hier von den negativen Schlagzeilen über Einzelfälle oder von militärischen Konflikten überschattet.
Ich habe die Befürchtung, die Ämter vieler Staaten müssten schon bald Reisewarnungen für bestimmte Regionen, öffentliche Versammlungen oder Situationen in Deutschland aussprechen, nur weil einige unserer gewaltbereiten und erbärmlichen deutschen Mitbürger die große Mehrheit der friedlichen, hilfsbereiten und sozial engagierten deutschen Bevölkerung überschatten. Und das ist furchtbar traurig.

 

Iran

 

Fremdsein als Geschenk.

Peter. Wir sitzen entspannt vor unserem Truck an einem Strand. Wir lauschen den Wellen und beobachten die einheimischen Familien wie sie das Gleiche tun. Die Sonne ist gerade untergegangen und wir überlegen, was wir kochen könnten. Plötzlich stehen vier junge Mädchen mit gefüllten Tellern vor uns und überreichen uns diese lächelnd. Wir sind sprachlos und nehmen an, denn abzulehnen wäre äußerst unhöflich. Jetzt überlegen wir nicht mehr, was wir zu Abend essen, sondern wir erleben einen wunderschönen, bereichernden Abend in der Fremde, lernen Vieles über den Islam – von dem wir übrigens unheimlich viel Schönes lernen können – erkennen und verstehen. Und wir sind wie so oft ein wenig beschämt, weil wir so viel Gastfreundschaft erfahren dürfen. Doch warum eigentlich? Weil dies in unserer eigenen Kultur so ungewöhnlich ist? Hätten wir am Tegernsee sitzend das Gleiche mit offensichtlich Fremden getan? Nur weil sie Fremde sind? Ich vermute nicht. Aber warum eigentlich nicht?
„Reisende und Fremde sind Geschenke Gottes.“ So zumindest die Erklärung eines guten iranischen Freundes. Der Prophet Mohammed habe den Wert der Gastfreundschaft selbst bei seiner Flucht von Mekka nach Medina erfahren.
Wenn dieses Erlebnis für uns nur ein Einzelfall gewesen wäre, hätte ich vielleicht gesagt „Glück gehabt.“ Aber das war es nicht.

Ich unterhalte mich keine vier Minuten mit einem fremden Mann an der malaysischen Ostküste. Ich erzähle ihm, wie wir hierher gekommen sind und dass wir in wenigen Tagen nach Johor Bahru fahren werden um unser Auto für die Überfahrt nach Russland vorzubereiten: waschen, putzen, dampfstrahlen. Er gibt mir seine Karte, ich gebe ihm unsere Email-Adresse. Zwei Emails und einen Telefonanruf später wohnen Jen und ich – zwei völlig Fremde – in der luxuriösen 100qm-Firmenwohnung dieses für uns wildfremden Mannes und dürfen waschen was die Maschine hergibt. Sechs Tage lang. Der Kühlschrank wurde nur für uns gefüllt. Ach so, er selbst war leider geschäftlich unterwegs, doch seine Kollegen haben uns die Schlüssel gebracht, uns zum Essen ausgeführt und wir durften unser Auto in der kleinen Fabrik des Mannes auf Vordermann bringen. Die Schlüssel sollten wir nach 6 Tagen einfach in den Briefkasten werfen. So einfach.

Für die vier sehr jungen Frauen am Schwarzen Meer war es das Normalste der Welt, zwei Fremden etwas zu Essen anzubieten. Aus unserer Perspektive war es das überhaupt nicht. Aus unserer Perspektive schien es auch nicht normal, Wildfremden die Wohnung zu überlassen. Für diesen Mann in Malaysia schon.

Jen. Ich behaupte nicht, dass Reisen das einzig Richtige ist, um wertvolle Erfahrungen für das Leben zu sammeln. Das wäre Blödsinn. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten das Dasein zu erleben und zu erfassen. Es gibt jedoch eine ganz bedeutsame Erfahrung des Reisens die ich ausdrücklich und immer wieder teilen möchte:
Als Reisende sind wir Fremde. Und auch wenn ich aufgehört habe die Situationen zu zählen, so erinnere ich mich an jede einzelne Einladung zum Tee, zu einem Picknick, einem Abendessen, an jedes Gästezimmer das uns für die Nacht angeboten wurde, jeden Parkplatz oder Garten für unser Auto, jede spontane Hilfe in zunächst aussichtslosen Situationen, an das Wasser das uns immer und überall zur Verfügung gestellt wurde, oder die einfache Frage „Hey, braucht ihr Hilfe?“ … unabhängig des Alters, der Kultur, der Religion oder des Vermögens dieser Menschen. Das Ergreifende für mich ist jedoch die Antwort die wir immer wieder hörten, wenn wir einige dieser Menschen gefragt haben, warum sie das tun. „Weil ihr Fremde seid. Und weil ihr Gäste seid in unserem Land!“ So einfach.

Wenn ich in diesen Tagen die Aussagen einiger dieser armseligen, schreienden Hetzer betrachte, so höre ich da immer wieder abenteuerliche Sorgen heraus. Sorge um sie selbst. Sorge um ihren Arbeitsplatz. Sorge um ihre Kinder. Sorge um ihre Sicherheit. Sorge um ihren Wohlstand. Sorge um ihre Komfortzone. Sorge um den Erhalt ihrer Kultur. Sorge um ihren Baumarkt, ihre Turnhalle oder ihr Dorf.
Dieses Gedankengut ist einfach beschämend und kotzt mich an, wenn ich daran denke, dass wir als Fremde auf Reisen immer wieder unvoreingenommen mit großer Sorge behandelt wurden. Doch man machte sich Sorgen um uns. Sorge um unsere Sicherheit (in der Regel völlig unbegründet). Sorge um unsere Mahlzeiten. Sorge um unseren Wasservorrat. Sorge um unsere Unterkunft für die Nacht. Sorge um unseren Komfort. Und warum? Weil wir Fremde sind. Ganz einfach.
Iranische LKW-Fahrer lassen uns an der 500m langen Schlange der Tankstelle vorbeiziehen – weil wir Fremde sind. Ein omanischer Millionär fährt uns persönlich zum einzigen Laden der Silikonpumpen verkauft – weil wir Fremde sind. Ein russischer Parkplatzwächter schenkt uns Tee und Klopapier – weil wir Fremde sind. Ein mongolischer Junge bringt uns auf Geheiß seiner Eltern getrocknete Stutenmilch ans Auto – weil wir Fremde sind. Der kurdische Bauer fragt uns woher wir kommen, wohin wir reisen – weil wir Fremde sind. Es gibt unzählige dieser Geschichten!

Das Besondere ist, dass die meisten dieser Menschen in eine Beziehung zu uns treten, voller Neugier und mit offenen Herzen. Unser Fremdsein wird als Geschenk betrachtet, die Begegnung mit uns als Privileg, als Bereicherung, als Inspiration, als Chance ein paar Brocken Englisch anzuwenden, als Möglichkeit etwas zu lernen, über uns und unsere Kultur und über das, an was wir glauben. Und nur, weil wir Fremde sind.

 

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Fremdsein in Deutschland.

Natürlich können wir unser Dasein als Reisende nicht mit der Situation von Flüchtlingen vergleichen. Das wäre absurd. Wir beide und viele andere reisen weil wir das wollen, haben auf unseren 7 Quadratmetern meist mehr Annehmlichkeiten als ein Großteil der Menschheit, wir können jederzeit zurück nach Hause, haben Reserven auf dem Konto, können Gefahren umgehen und wissen unsere Familien in Sicherheit. Flüchtlinge dagegen begeben sich in große Lebensgefahr, sie geben alles auf, müssen unter menschenunwürdigen Verhältnissen ihre Familien, ihre Heimat und ihre Kultur zurücklassen, sie haben oft alles verloren. Mit Reisen hat das nichts zu tun.
Doch verdienen Fremde unter diesen Bedingungen nicht unverhältnismäßig mehr Hilfe, mehr Gastfreundschaft und mehr offene Türen – als uns „reichen“ Reisenden überall auf der Welt entgegen gebracht wird? Und weil sie Gäste sind, in unserem Land!

Ihr jämmerlichen Hasser und bedauerlichen Hetzer: es gibt zweifelsohne unzählige Möglichkeiten, den Flüchtlingen – den Fremden in unserem Land – ein würdiges Leben fernab ihrer geliebten und vermissten Heimat zu ermöglichen – ohne den Lebensstandard oder die Komfortzone auch nur eines einzelnen Deutschen herabsetzen zu müssen. Macht euch da mal keine Sorgen! Vielleicht lohnt sich an dieser Stelle auch einmal der Vergleich unseres „Lebensstandards“ mit dem der meisten anderen Länder der Welt – mitunter einiger der Länder, die wir in den letzten zwei Jahren als Fremde kennengelernt haben – und in denen wir den Begriff „Gastfreundschaft“ von der anderen Seite – als Fremde – erfahren durften.

Und auch wenn mit der Einladung zu einer Tasse Tee oder der einfachen Frage „Woher kommst du?“ keine globalen, politischen Berge versetzt werden, so wird in jedem Fall ein Herz erwärmt.

 


 

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29 Kommentare

  1. Tina & Andi, am

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Wir sind zu Tränen gerührt. Bei uns geht es in ca. 2 Monaten los … raus in die Welt :). Wir wünschen Euch noch ein tolle Zeit. Liebe Grüße Tina & Anti von Itchy Feet.

    Antworten
    • Jennifer und Peter, am

      Liebe Tina und Anti,
      Herzlichen Dank für euer schönes Feedback. Wir sind uns sicher, dass ihr genauso viele wundervolle Erfahrungen auf eurer Reise machen werdet. Genießt die Vorfreude und dann bald: Gute Reise!
      J & P

  2. Julia, am

    Wirklich wunderschön geschrieben (wie immer) und so wahr!
    Danke für diesen tollen Artikel!!! Ich bin wie so oft bei euren Berichten zu Tränen gerührt!

    Gute Reise weiterhin!
    Julia

    Antworten
    • Jen und Peter, am

      … nicht doch. Tränen wollen wir natürlich nicht verursachen! :)
      Aber danke für dein schönes Feedback.
      Wir haben so viele tolle Rückmeldungen zu diesem Artikel bekommen und so hat sich unser Gefühl bestärkt: es gibt unglaublich viele großartige Menschen in Deutschland, wundervolle Aktionen für die Flüchtlinge und gegen Rechts – wir haben große Hoffnung, dass das Gute irgendwann die negativen Schlagzeilen überschatten kann.

  3. Manu und Heiko, am

    Hallo Ihr beiden!
    Toller Artikel – er spricht uns aus der Seele. Wir haben das Glück, etwas von der unterwegs empfangenen Gastfreundschaft zurückgeben zu können – das lindert das Schamgefühl ein bißchen. Wir haben hier im Ort einen stabilen Helferkreis für „unsere“ Flüchtlinge und engagieren uns so gut es geht; Heiko gibt zweimal die Woche Deutschunterricht – wir sehen „unsere“ Syrer als Bereicherung. Die bürokratischen Hürden bei der Integration sind enorm. Da stehst du so manchesmal in einer Behörde und möchtest einfach nur schreien (was in einer deutschen Amtsstube eher kontraproduktiv ist!)
    Die Abneigung gegenüber Fremden ist in Deutschland leider sehr verbreitet, und wo Überzeugungsarbeit nichts hilft, muß man sogar im Bekanntenkreis `mal aussortieren.
    Liebe Grüße und weiterhin eine Lage festen Boden unter dem Simba – die Manu und der Heiko

    Antworten
    • Jen und Peter, am

      Liebste Manu und Heiko,
      wie schön von euch zu hören. Danke für die lieben Zeilen. Großartig, dass Ihr euch so toll engagieren könnt. Wir haben auch die Bilder von eurem Besuch aus Indien gesehen. Wundervoll!
      Wir möchten bald einmal sehen, was wir in München tun können – eben sobald wir zurück sind.
      Würden uns außerdem riesig freuen, euch bald einmal zu treffen. Alles Weitere per Mail.
      Ganz herzliche Grüße, wir!*

  4. Micha, am

    Vielleicht macht aber das Reisen besonders deutlich, wie es sich anfühlt, seinen Kulturkreis zu verlassen und wie es ist, die Fremde zu sein. Das sind wertvolle Erfahrungen, weil sie leicht helfen, so empathisch zu reagieren auf andere, denen es ebenso geht. Mir hat das Reisen zudem verdeutlicht (ebenso wie die Tatsache, dass ich in F lebe), dass man SO einfach (wie gerne getan wird) seine Kultur nicht hinter sich läßt… (Stichwort *Wirtschaftsflüchtlinge*)

    Sehr schöne Worte habt ihr gefunden. Wie ich eh‘ alle eure Reiseeindrücke mag. Für den Iran habt ihr eine regelrechte Sehnsucht geweckt…. Sammelt noch schöne Eindrücke unterwegs…

    Antworten
    • Jen und Peter, am

      Lieber Micha,
      herzlichen Dank für deine schöne Rückmeldung. Den Iran können wir wirklich wärmstens als Reiseland empfehlen. Da wirst du eine ganz besonders schöne Zeit erleben! Da sind wir uns sicher!
      Sonnige Grüße!

  5. Helgard Rémy, am

    Danke für diesen wunderbaren Artikel! Ich nehme an, dass es in eurem Sinne ist, ihn zu teilen, damit hoffentlich noch viel mehr Leute durch ihn einen Moment des Innehaltens erleben und zum Nachdenken angeregt werden!
    Weiterhin viele wunderbare Erfahrungen auf euren Reisen, die leider nur die nachvollziehen können, die selbst gereist sind.

    Antworten
  6. Jana, am

    Vielen Dank für diese bewegenden Worte! Sie haben mich wirklich zu Tränen gerührt, denn ihr sprecht mir aus der Seele! Ich schäme mich in den letzten Wochen sehr für das Verhalten einiger Menschen hier in Deutschland und finde es sehr schade, dass nicht auch mal über die Menschen berichtet wird, die sich bemühen und helfen wollen! Davon gibt es, glücklicher Weise, sehr sehr viele! Traurig macht mich, dass dieser Artikel sicherlich nicht von denen gelesen wird, die ihn eigentlich lesen sollten um sie wach zu rütteln! Es sind die Menschen, die ohnehin schon das Richtige tun! Aber wenn ihr damit nur eine einzige Person zum Umdecken bewegt, dann war es jeden einzelnen Buchstaben wert!!!! Vielen vielen Dank!!!

    Antworten
    • Jen und Peter, am

      Liebe Jana,
      danke für deine rührenden Zeilen.
      Wir sind unendlich erleichtert, dass uns gerade in diesen Tagen auch unheimlich viele schöne Nachrichten und Meldungen erreichen. Wir sind gerade so hoffnungsvoll, weil wir sehen was zum Beispiel in unserer Heimatstadt München passiert – die Menschen engagieren sich unglaublich, es kommen wahnsinnig viele Helfer und Sachspenden zusammen, das rührt uns zu Tränen und wir hoffen, dass wir schon sehr bald – nach unserer Rückkehr – tatkräftig mithelfen können.
      Und hoffentlich werden die negativen Schlagzeilen bald von den Guten überschattet.
      Sonnige Grüße, Jen und Peter

    • Jen und Peter, am

      Liebe Mel,
      als wir deine Zeilen gelesen haben, hatten wir dieses Bild noch gar nicht gesehen, den Zusammenhang erst kurze Zeit später begriffen. Wir sind sprachlos … und unendlich traurig.
      #RefugeesWelcome

  7. Dirk Blume, am

    Ich hätte es nicht besser in Worte fassen können. Danke Dir dafür!
    Freue mich deswegen ab 30.09. auf die Menschen in Nepal, Indien, Bangladesh, Myanmar und Thailand :-)

    Viele Grüße

    P.S. Habe Deinen Artikel als Basis für ein FB-Post genommen ;-)

    Antworten
  8. Mark, am

    Danke, das hat gut getan! :-) Freue mich immer wieder über Artikel von Euch.

    Das war für mich einer der berührendsten und schönsten Reiseartikel der letzten Jahre. Ein Plädoyer für das unterwegs sein und für die Menschlichkeit, die wir momentan hier und überall dringend brauchen! Danke schön und gute Reise!

    Antworten
    • Jen und Peter, am

      Hi Mark,
      danke für deine schönen Worte.
      Uns ist bewusst, dass die Menschen – die wir mit diesen Worten eigentlich erreichen sollten – diesen Artikel höchstwahrscheinlich nicht lesen werden. Dennoch war es uns ein dringendes Bedürfnis, unsere Gedanken in der Ferne niederzuschreiben, andere an der großen Menschlichkeit, die wir auf Reisen erfahren, teilhaben zu lassen. Danke fürs Mitreisen!

  9. Katja, am

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Ihr sprecht mir aus der Seele. Auch wir können nur von freundlichen und hilfsbereiten Menschen auf unseren Reisen berichten.

    Antworten
  10. Andrea, am

    Ich stimme 100% zu, die gleiche Erfahrung habe ich in meiner Zeit in Mittelamerika gemacht. Die, die am wenigsten hatten, haben am meisten gegeben und am wenigsten darüber nachgedacht. Davon können wir uns alle eine ordentliche Scheibe abschneiden.

    Antworten
    • Jen und Peter, am

      Liebe Andrea.
      Das Interessante ist, dass irgendwie alle Reisenden diese Erfahrungen machen.
      Ich würde nicht so weit gehen zu verlangen, jeder müsse auf Reisen gehen, um „geben“ zu lernen. So viele Menschen tun das ohne jemals einen Fuß in ein fernes Land gesetzt zu haben.
      Dennoch ist es schön, wenn man diese Erfahrungen gemacht hat. Sie bleiben.
      Beste Grüße.

  11. Christiane, am

    Danke euch für diesen wunderbaren Artikel!

    In anderen, und oft in den ärmeren Ländern, in denen ich gelebt habe, habe ich genau dieselben Erfahrungen gemacht.

    Meine eigenen Eltern waren selbst Flüchtlinge, meine Mutter musste sogar zweimal in ihrem Leben fliehen und wieder von vorn anfangen. Es war selbstverständlich, dass jeder, der kam, etwas zu Essen und Trinken angeboten bekam. Alles andere erklärte meine Mutter als grob unhöflich.

    Ich erinnere mich noch schmunzelnd an den Abend, als mein Vater mit einer 8+1-köpfigen Rudermannschaft vom Fischen nach Haus kam. Die Mannschaft wollten am Rand der Elbe im strömenden Regen die Zelte aufschlagen. Mein Vater fand das unzumutbar und nahm sie einfach mit nach Hause. Unvergessen, wie meine Mutter damit umging. Sie nahm es einfach zur Kenntnis und sprach gar nicht darüber. Es war schon ihre zu-Bett-geh-Zeit. So zeigte sie den jungen Leuten einfach, wo Küche, Bad und Wohnzimmer und etwas zu essen war und die Mannschaft nächtigte auf Isomatten im Wohnzimmer.

    Zum Glück gibt es hier doch noch so viele Menschen, die auch so denken und versuchen zu helfen, wo sie können.

    Antworten
    • Jen und Peter, am

      Liebe Christiane,
      schön, dass du diese Erlebnisse und Erfahrungen hier teilst.
      In der Familie meines Mannes – auf einem Hof auf dem Land – war es nach dem Krieg auch ganz normal, dass man den Vorbeiziehenden eine Herberge, zu essen und zu trinken gab.
      Leider ist das heute alles nicht mehr so selbstverständlich wie vielleicht damals. Und doch ist es doch auch überwältigend was gerade in Deutschland passiert. So viel Gutes. Das ist einfach nur wundervoll und macht Hoffnung!
      Herzliche Grüße …