IMG_0491-1-1600x1200

Backpacking Ü-50

Backpacking? In dem Alter? Geht’s noch?

69

Um es mal gleich vorweg zu sagen: Ein bisschen verunsichert haben mich die hochgezogenen Augenbrauen meiner Freunde und Verwandten anfangs schon. „Allein durch Südamerika? Als Frau? und dann noch mit dem Rucksack? In dem Alter? Geht’s noch?“ Ja. Es geht. Es geht sogar ganz hervorragend. Und bitteschön: das Alter ist kein Hindernis. Gar keins. Ich bin ja keine Hutzeloma mit Osteoporose, O-Beinen und Herzschrittmacher. Das wäre eher ungünstig für eine Rucksackreise. Aber so?

Den Jugendwahn gibt es nur in unseren Köpfen, in der Werbung und in den Medien. Auf den Strassen, in den Bussen, den Zügen und den Hostels dieser Welt ist das Alter kein Problem. Ich habe jedenfalls keines gesehen. Im Gegenteil.

 

IMG_0237

Ein Auto so alt wie ich. Fährt noch!

Was mich betrifft würde ich sagen: je älter desto unbeschwerter. Im vielfachen Sinne des Wortes. Unbeschwert, weil es mir egal ist, was die Anderen denken. Unbeschwert, weil mir auf der Strasse kein pfeifender Macho hinterher ätzt. Unbeschwert, weil ich einfach so sein kann wie ich bin. Unbeschwert, weil ich mit nichts mehr beweisen muss. Unbeschwert, weil ich nicht mehr gut aussehen muss. Deshalb nehme ich nur mit was ich unbedingt brauche. Und das ist unglaublich befreiend.  Vier Wochen Uruguay mit neun Kilo Gepäck. Das kann man locker tragen. Sogar in meinem Alter.

10 Dinge die ich unbedingt in meinen Rucksack packe:

ein Moskitonetz

eine Wäscheleine

Flip Flops

Sonnenbrille

Unterwäsche

Badesachen

1 Outfit mit Hose

1 Outfit mit Sommerkleid

T-Shirts

Waschzeug

Dazu ein Tagesrucksack mit Laptop, Smartphone und Kamera. Alles andere hab ich an (Turnschuhe, Pullover, Regenjacke) oder ich kaufe es unterwegs (Sonnencreme, Seife, Waschmittel).

Das Gute am Reisen heute ist nämlich: man bekommt alles, überall.

IMG_7572

Hostal Posada al Sur in der Altstadt von Montevideo

10 Dinge die ich früher mitgenommen hätte und jetzt nicht mehr brauche:

Schminkzeug

Föhn

Taschen (Handtasche, Strandtasche, Fototasche)

Bücher zum Tauschen (macht kein Mensch mehr)

Apotheke (gibt es überall)

Walkman und Kassetten (!)

Reiseführer (macht jetzt das Smartphone)

Strassenkarten (macht jetzt das Smartphone)

Kompaß (macht jetzt das Smartphone)

Taschenlampe (macht jetzt das Smartphone)

IMG_0557

„Waaaas? Hostel? Da triffst du doch nur Leute, die deine Kinder sein könnten“

Wenn ich schon mal mit dem Rucksack unterwegs bin will ich auch in Hostels einkehren. „Da triffst du doch nur Leute, die deine Kinder sein könnten“. Na und? Ich liebe meine Kinder. Mein eigenes und das in mir und alle anderen auch. Es gibt nichts erfrischenderes als  mit jungen Leuten zu diskutieren, zu kochen und zu lachen. Und genau das habe ich immer wieder in den Hostels erlebt. Ausserdem – Überraschung!- bin ich gar nicht die einzige Backpacker-Ü50. Es ist total egal wie alt oder jung man in einem Hostel ist.

IMG_0471

Je Nous Hostel, Jose Ignacio

IMG_0466

Ob Student, Manager, Alt-Hippie, Neu-Hipster, ob Ingenieur oder Krankenschwester, ob gerade volljährig oder schon in Rente: Man sitzt in der Küche, auf der Dachterasse oder im Garten mit Menschen unterschiedlichster Herkunft an einem Tisch. Wenn man es will.

Zum Beispiel in Montevideo. Da ist Jose, der Spanier, Anfang dreißig. Er will eine Kannabis-Cafe in Montevideo eröffnen. Wenn er abends „nach Hause“ ins Hostel kommt erzählt er von seinen Besichtigungen, von seinen Behördengängen und von seinen Träumen in Uruguay ganz neu anzufangen. Von Spanien und Europa hat er die Nase voll. Melanie aus Schweden: Sie hat gerade den Bachelor gemacht und macht jetzt ein halbes Jahr Pause bevor es wieder an die Uni geht. Oder Jürgen aus München. Ha! Der ist Anfang sechzig, hatte einen Burnout und freut sich darüber. Weil er sonst gar nicht mehr mitbekommen hätte wie schön das Leben sein kann. Er hat seinen Job hingeschmissen und reist seit einem Jahr um die Welt. Er spricht das breiteste Bayrisch was ich jeh gehört habe und wird nicht müde den Mitbewohnern zu zeigen wie man eine Landkarte liest. Und die finden das super! Ausserdem am Tisch: Juana und Pedro aus Argentinien. Sie kennen jeden Tango-Act in Montevideo und die heissesten Plätze zum Abtanzen. Und Overo aus Brasilien, Mitte zwanzig. Der ist eines Morgens ohne jeden Plan mit seinem Mofa in Brasilien losgefahren und tuckert seither Kilometer um Kilometer durch Uruguay. Auch abends finde ich  immer nette Leute wenn mir nach Gesellschaft ist. Auf der Dachterrasse wird gechillt, Wein getrunken und Reiseerlebnisse werden ausgetauscht. Allein bin ich nur wenn ich es möchte.

IMG_7583

Auf der Dachterrasse Hostal Posada al Sur

Ich habe selten so eine entspannte und tolerante Atmosphäre erlebt wie in den Hostels, in denen ich unter gekommen bin. Niemand interessiert wie alt du bist, welchen Beruf oder Titel du hast. Es zählt nur wie man miteinander umgeht. Ob du deine Milch teilst oder jeden Zuckerwürfel abzählst. Ob du freundlich oder großkotzig bist. Ob du authentisch oder aufgesetzt daher kommst. Da werden Verabredungen gemacht, Adressen ausgetauscht und nicht selten Freundschaften geschlossen. Mit Menschen jeden Alters und jeder Nationalität. Das ist toll und unglaublich inspirierend.

IMG_7782

Je Nous Hostel, Jose Ignacio

Also, Freunde, wenn ihr mal in die Jahre kommt und spürt plötzlich so eine unbändige Lust noch mal den Rucksack zu packen und die Welt zu entdecken: just do it! Das Reisen ist so viel einfacher geworden und es gibt überhaupt keinen Grund zu Hause zu bleiben. Auf der Couch sitzen kann ich auch später noch: wenn ich eine Hutzeloma mit O-Beinen und Buckel bin.

 

 

Kommentieren? Sehr sehr gerne!

  • (will not be published)

69 Kommentare

  1. Ulrike, am

    Hallo Gitti, schöne Aufstellung! Ich bin nun 60 und reise immer noch mit dem Rucksack. Mein Gebiet ist allerdings Asien. So lange der Rücken das mitmacht, geht das problemlos. Außerdem treffe ich unterwegs immer reichlich Leute ü 50, die ähnlich reisen wie ich, auch in den Hostels. Schließlich gibt es auch in Hostels ordentliche Einzelzimmer. Letzteres is so ziemlich das Einzige, was sich bei mir mit zunehmendem Alter geändert hat: Keine Schlafsäle mehr!
    Flipflops, Schminkzeug und Föhn habe ich noch nie dabei gehabt, wenn ich auf Rucksacktour bin. Bücher würde ich immer wieder mitnehmen. Sind viel strapazierfähiger als ein Tablet oder Smartphone. Auch richtige Stadtpöäne finde ich immer noch einfacher und übersichtlicher als sowas im Smartphone.
    Mit zunehmenden Alter wird auch meine Reiseapotheke umfangreicher. Da haben sich nämlich so einige chronische Zipperlein eingestellt, mit denen ich leben muss (Diabetes, Bluthochdruck,..)
    Naja, mal sehen, wie es weiter geht! (Erstmal geht es in zwei Wochen nach China)
    Magst Du uns auch Dein genaues Alter verraten?
    LG
    Ulrike

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Hallo Ulrike, na klar verrate ich mein Alter: bin 59 und quietschfidel. Schlafsäle mache ich auch nicht mehr. Viele junge Leute sind darauf angewiesen mit wenig Geld einen Schlafplatz zu bekommen. Warum sollte ich ihnen den wegschnappen wenn ich mir ein eigenes Zimmer leisten kann. Reiseapotheke brauche ich glücklicherweise nicht, danke täglicher Yogapraxis. Viel Spaß in China!

    • Ulrike, am

      LIebe Gitti, da hast Du schwer Glück gehabt. Bei einer erblichen Veranlagung zu Diabetes hilft auch Yoga nichts, was ich übrigens neben Meditation auch regelmäßig betreibe. Dass viele junge Leute ihr Geld zusammenhalten müssen, damit sie länger unterwegs sind, das ist klar. Ich habe auch nicht gerade viel Geld und wenn es noch passen würde, würde ich auch lieber Geld sparen und im Schlafsaal übernachten. Dass jemand dabei auf die Idee kommen könnte, dass ich jemandem das Bett im Schlafsaal „wegnehmen“ würde, daran hab ich noch nie gedacht! Wie großzügig von Dir, darauf zu verzichten. ;) Wie gesagt: Du hast anscheinend sehr viel Glück bislang gehabt.
      Dieses Glück wünsche ich Dir auch weiterhin
      Ulrike

  2. Norah, am

    Liebe Gitti
    Du hast ja so recht :) Wenn ich eins auf meinen Reisen gelernt habe, dann dass das Alter keine Rolle spielt! In der Toskana auf dem Land habe ich mal eine 70-jährige Australierin im Hostel kennengelernt. Wir haben zusammen eine Flasche Rotwein geleert und uns dabei so gut verstanden, dass wir uns entschieden haben, noch einige Tage zusammen weiterzureisen – trotz 50 Jahren Altersunterschied hatten wir die besten Gespräche :)

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Das finde ich toll Norah! Ich habe auch immer wieder junge Leute getroffen die völlig unbeschwert und vorurteilsfrei in so eine „generationsübergreifende Beziehung“ gehen. Gäbe es mehr Austausch zwischen den Generationen hätten wir alle mehr Spaß (-:

    • Gitti Müller, am

      also ich habe mitten in der Altstadt gewohnt und bin – weil ich abends oft ins Kino, Theater oder auf Konzerte ging- auch nachts unterwegs gewesen. Sogar im Karnevalstrubel war ich nachts unterwegs. Nicht immer allein aber oft. Ich habe mich total sicher gefühlt, so sicher wie nirgends in Südamerika. Augen auf ist immer gut, aber Angst muss man keine haben.

  3. Mel (worldwhisperer), am

    Du hast soooo recht – es gibt kein „Alter“ fürs Backpacken. Ich erinnere mich immer noch gerne zurück, dass ich damals in Neuseeland eine Dame, Engländerin, um die 50 Jahre, getroffen habe, die einmal um Neuseeland mit dem Fahrrad gefahren ist – WAHNSINN! Es war wirklich interessant mit ihr zu reden.

    LG
    Mel

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Danke Mel. Ich habe Zwei getroffen die Ende zwanzig mit dem Fahrrad von Berlin nach Shanghai gefahren sind. Waren echt coole Typen. Wer etwas erlebt kann auch was erzählen, shit-egal wie alt er ist. Das ist ja das Schöne

  4. Katrin Müller via Facebook, am

    auch ich habe Uruguay alleine bereist im April diesen Jahres. Wenn auch nicht als Rucksacktourist so doch mit Auto und nur im Vorfeld war eine Unterkunft über Martin besorgt worden. Danach habe ich all die Menschen besucht, welche ich über das Internet kennen gelernt hatte. Nächstes Jahr gehen ich für 2 Monate dahin, auch um meinem kleinen Hund zu besuchen, welchen ich damals dort gefunden hatte (siehe Beitag Coca). Gott sei dank hatte ich ganz liebe Leute dort gefunden welche die kleine aufgenommen hatten und dadurch ist nätirlich eine wunderbare Freundschaft geworden. Ich liebe dieses Land und wenn ich mal auswander dann ist es eben Uruguay auf das meine Wahl fallen wird.

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Liebe Katrin, ich buche immer die ersten zwei Nächte im Voraus. Danach alles spontan. Über Plattformen wie hostels.com kannst du jederzeit reservieren, ein Tag vorher reicht. So lässt du dir die Möglichkeit zu bleiben wenn’s schön ist oder abzurauschen wenn Dir nach Bewegung ist. Ich bin übrigens auch ganz begeistert von Uruguay

  5. Helga Kay, am

    Liebe Gitti,
    dein Reisebericht ist sehr schön geschrieben und sehr inspirierend! Mehr davon, bitte! Ich bin auch Ü50,reise viel und gerne mit Backpack in Australien, Asien und Neuseeland. Ich finde youth hostels auch extrem inspirierend, weil man immer ins Gespräch kommt und eine Menge Tips bekommt. Ich habe schon als junge Frau Backpacking gemacht und bin dabei geblieben. Frauen sollten auch mit zunehmendem Alter keine Angst vor Rucksackreisen alleine haben. Dein Reiseblog macht bestimmt vielen Frauen Mut

    Antworten
  6. Ârmgard, am

    Toller Bericht. Bin jetzt knappe sechzig und reiselustiger den je.Mache den nächsten Trip nach Süd Afrika allerdings mit meinem Sohn.

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Ist gar nicht schlecht den Sohn dabei zu haben in Süd Afrika. Ich war zwar auch in Kapstadt allein unterwegs aber dort bin ich nachts schön brav in meiner Unterkunft geblieben. Anpassung ist alles.

  7. Wolfgang Glück via Facebook, am

    Auch in/durch Kolumbien haben wir viele alleinreisende Frauen. Ist gar kein Problem. Selbst mit nur wenig Sprachkenntnissen. Kann man jedoch gut Spanisch, macht die Reise noch mehr Spaß und auch nur dann, sollte/kann man die Reise allein organisieren und reisen.

    Antworten
  8. Michael, am

    Liebe Gitti,
    ein wunderschöner Bericht! Du hast vollkommen recht, überall dort, wo man beim Reisen zusammentrifft, ob im Hostel, in geführten Touren, bei Wanderungen, oder völlig spontan auf der Straße, lebt die Atmosphäre von den unterschiedlichen Erfahrungen aller Beteiligten. Und ein Altersunterschied ist hier der beste ‚Augenöffner‘. Ich habe es bei meiner Südamerikareise immer sehr genossen, mich gleichermaßen mit jung und alt (bzw. jung geblieben) zu umgeben. Diese Gelegenheiten gibt es in der Heimat viel zu selten.

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Danke, Michael! Stimmt, vielleicht mache ich mal einen Post zu diesem Thema: warum fällt es uns unterwegs so leicht Kontakt aufzunehmen und zu Hause eben nicht. Eine interessante Frage.

  9. Bibo & Tanja von Auszeitnomaden, am

    Hallo Gitti,

    ein toller Beitrag !
    Und noch schöner ist, dass du im fortgeschrittenen Alter mit dem Rucksack unterwegs bist !
    Wir reisen zwar auch nicht alleine, gehen aber beide auch stramm auf die 50 zu !
    Wir haben angefangen mit dem Rucksack zu reisen, als die Kinder aus dem Hause waren !
    Und wir haben bis jetzt noch keine Minute bereut !!

    Also mach weiter so !!

    Liebe Grüße
    Bibo & Tanja

    Antworten
  10. Reni, am

    Herrlich erfrischend geschrieben und sowas von wahr. Ich finds auch immer spannend inHostels zu übernahten, vorallem dann wenn alle Altersgruppen vertreten sind. Es spielt ja keine Rolle, ob U20 oder Ü50 ist, hauptsache man reist gern.
    Liebe Grüsse,
    Reni

    Antworten
    • Gitti, am

      Danke Reni! Das stimmt. Und abgesehen vom Alter triffst du ja auch Leute aus allen Ecken der Welt. Das ist sehr inspirierend! Liebe Grüße, Gitti

  11. Renate, am

    Liebe Gitti,
    das macht wirklich Mut, es zu probieren! Ich bin nur früher in meiner Jugend einmal mit dem Rucksack durch Griechenland. Es war toll, bis auf den Rucksack. Damals hatten sie noch Metallgestänge und er war billig, aber furchtbar unbequem. Wir sind von Insel zu Insel gereist. Im Hafen standen die privaten Vermieter mit ihrem Zimmerangebot. Wenn es langweilig auf einem Fleck wurde, sind wir weiter gereist und haben Neues entdeckt.
    Liebe Grüße
    Renate

    Antworten
    • Gitti, am

      Hallo Renate, kenn ich auch noch diese Metall-Gestänge-Monster von damals. Aber da kann ich dich beruhigen: moderne Rucksäcke sind sehr bequem und machen keine Beschwerden – vorausgesetzt du hast den richtigen für deinen Rücken. Einfach mal in ein Geschäft gehen und ausprobieren. Die bieten zum Probieren sogar beladene Rucksäcke an. Viel Spaß!

  12. Rebecca, am

    Hallo,
    danke für deinen wundervollen Bericht. Backpacking ist eine tolle Sache, finde ich. Man erlebt super viel und hat eine spannende Zeit, in der man tolle Menschen kennen lernt. Das hat ja nichts mit dem Alter zu tun. Vielleicht traut man sich sogar eher, wenn man ein bisschen Lebenserfahrung hat.
    Lg aus Defereggental Osttirol

    Antworten
    • gitti, am

      So ist es…und schon bekommt das „Alter“ eine Schokoladenseite (-:
      danke für dein Feedback, lg aus Bonn

  13. Jumbo, am

    Hallo Gitti,

    ich kann nur bestätigen dass „backpacking“ nicht altersgebunden ist. Ich selbst, 45 Jaher alt, bin seit mehr als 8 Jahren unterwegs. Oft treffe ich auf viel jüngere Reisende, logo. Es macht Spaß mit dem Jungvolk abzuhängen, bereichert. Überhaupt sind die „Begegnungen“, bezogen auf Einheimische wie Traveller, die das Reisen am interessantesten macht.

    Auch ich hatte vollkommen unnötigen Balast mit dabei als ich startete. Oft liest man von Packlisten für die Reise. Ich reduziere meine Empfehlung diesbezüglich auf Reisepass und Kreditkarte, alles andere kann man kaufen!

    Mittlerweile gehört sicher auch das Smartphone mit all seinen Funktionen, Anwendungen zur Grundausstattung. Alles andere ist individuell zu entscheiden.

    Ich kann jedem nur empfehlen längerfristig mal zu reisen, egal wo auf unserer Welt. Und wenn es „nur“ ein paar Monate sind, es verändert, erweitert, läßt realisieren wer wir sind, wo wir herkommen, wie elitär unser Leben ist!

    Schöne Grüsse aus Chiang Mai derzeit
    Jumbo

    Antworten
    • gitti, am

      Da sagst du etwas sehr Treffendes: realisieren wie gut wir es haben. Das eigene Dach über dem Kopf, das Wasser aus der Leitung, der volle Kühlschrank: all das weiss man nach einer Reise zu schätzen. Und versteht vielleicht auch besser wie vielen Menschen auf der Welt es soviel schlechter haben.
      Viel Spaß in Chian Mai!

  14. Moni :), am

    Liebe Gitti,
    ich habe den Link zu dieser Seite gerade von einer Freundin gesendet bekommen. Ich fühle mich von deinem Reisebericht total angesprochen, bin ich doch erst vor kurzem, vor vielleicht 2 Monaten erst, in ein neue Lebensphase eingetreten, alleine. Alles Neue, noch nicht Erlebte findet gerade seinen Weg zu mir. Ich bin offen und lebensfroh wie zuletzt in meinem unabhängigen Single-Leben vor der Familiengründung. All das liegt hinter mir und du drückst genau das Gefühl aus, das ich im Moment so schätze: Neugierde auf die unzähligen Facetten des Lebens, Menschen kennenlernen, sich mit Ihnen austauschen und verbinden – und auch wieder lösen. Ich stelle aus eben den von dir beschriebenen Gründen Überlegungen an, alleine auf Reisen zu gehen. Noch bin ich zögerlich, ein wenig ängstlich… Aber dein Bericht macht mir Mut. Ja, ich will … auch solche Erlebnisse habe! Und mich überwinden, runter vom Sofa, raus aus dem Haus, rein ins Leben – mitten rein, raus in die Welt, frei sein … frei von Angst, Zwang, etc.
    Ich finde, du leuchtest richtig von innen. Deine Haltung „Ich muss nicht mehr schön sein“ möchte ich gerne adaptieren, bin an dem Punkt leider noch nicht angekommen.
    Danke für deine Inspiration. Dank Yoga, QiGong, FitnessTranining sowie Walken, auch noch ohne Medikamente, fühle ich mich in der Lage, solche Reisen und Erlebnisse zu schaffen. Du zeigst wie es geht.
    Danke und ich wünsche dir weiterhin ein schönes Leben und interessante Reisen mit zahlreichen zauberhaften menschlichen Begegnungen.
    LG, Moni :)

    Antworten
    • gitti, am

      Liebe Moni,
      deine Worte haben mich sehr berührt. Wenn ich mit meinen Texten anderen Menschen Mut machen kann erfüllt mich das mit großer Freude. Na klar kannst du solche Reisen machen. Du bist gesund, du hast Lust darauf, also nix wie los. Am besten bald, denn alles was wir zu lange aufschieben droht in Vergessenheit zu raten. Liebe Grüße, Gitti

  15. Stephaney, am

    Mit backpack reisen ist für mich das wahre Reisen. Zur Ergänzung gehe ich dann noch gerne couchsurfen. Nirgendwo lernt man ein Land besser kennen als bei seinen Einwohnern zuhause.
    Ich bin auch Ü- 50 und habe vor zwei Jahren noch mal eine neue Stelle angetreten. In Uganda. Vorher war ich mit dem Rucksack dort unterwegs.

    Antworten
    • gitti, am

      Cool mit Ü50 neue Stelle und auch noch in Uganda. Da sieht man mal wohin das Reisen führen kann. Glückwunsch!

  16. Sabine, am

    Hallo Gitti, danke für deinen tollen Bericht! Er macht mir wirklich Mut! Inspiriert durch meine Tochter die 10 Monate in Australien war, starte ich bald meine allererste Backpacker-reise mit 54 Jahren! Und das gleich für 6 Monate. (Asien/Australien)
    Zum Glück gibt es heute sehr gute Trolli-Rucksäcke, Smartphones, usw. die das Reisen einfacher machen.
    Aber deine Bericht über Hostels nimmt mir ein wenig die Angst, in meinem Alter Außenseiter zu sein.

    Antworten
  17. Ines, am

    Hallo Gitti, sehr schöne Fotos und ein inspirierender Bericht. Mir fehlt momentan etwas die Orientierung und auch der Mut, ALLEIN loszuziehen, einfach auf die Reise zu gehen. Andererseits finde ich die Sicherheit in Deutschland sehr begrenzend und die zunehmenden Diskussionen aufgrund der Flüchtlingsproblematik beängstigend. Reisen ist eine gute Alternative, aber bitte so, dass man Land und Leute kennenlernt.
    Muss vorher noch etwas Ballast abwerfen; aber schön, eine Perspektive zu haben.

    Danke euch allen und viel Freude am Reisen weiterhin.

    LG Ines

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Liebe Ines,
      Manchmal fehlt nur ein kleiner Impuls. Da hat jeder sein eigenes Tempo. Du wirst bestimmt den Moment merken wenn es soweit ist bei Dir. Dafür viel Glück! LG Gitti

  18. Peter / PetersTravel, am

    Auch mit 70 schrecke ich nicht vor Backpacking zurück. Kommt halt auf die Reise drauf an. Denn zwischendurch bin ich auch ganz gerne in Europa unterwegs um darüber auf meinem Blog zu berichten. Dann allerdings ohne Rucksack.
    Im November gehe ich wohl mal wieder für gut 4 Monate nach Südamerika. In dem Fall natürlich mit dem Rucksack und dann auch meistens in Hostels, da es wesentlich kommunikativer ist und ich mich mit Gleichgesinnten austauschen kann.

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Hallo Peter,
      ein junges Mädchen hat auf FB zu meinem Artikel gepostet: „Voll geil die Vorstellung dass man das später einfach immer noch macht!“
      Das sag ich jetzt auch. Chapeau!
      Liebe Grüße und viel Spaß auf meinem Lieblingskontinent

  19. Uwe Sehringer, am

    Hallo Gitti,
    Dein Artikel gefällt mir sehr gut und macht mir Mut vielleicht doch noch Ähnliches zu planen…
    Ich ( Ü60 ) unternehme zwar dieses Jahr auch eine große Reise, nach Australien und Neuseeland und Dubai, aber da mir der Mut zu einer Backpacker-Tour fehlte , habe ich zwei organisierte kombinert …
    Aber je mehr ich darüber lese, desto neugieriger werde ich auf Rucksack-Touren…
    liebe Grüße und weiter viel Spass
    Uwe

    Antworten
    • gitti, am

      Hallo Uwe,
      probier’s beim nächsten Mal einfach aus. Ich glaube ein Langstreckenflug nach Australien ist auf jeden Fall anstrengender als eine Rucksacktour. Der Vorteil beim Backpacking ist: du kannst jederzeit aussteigen, anhalten und bleiben, ohne Zeitpläne und Programme die dich stressen. Viel Spaß und danke für dein Feedback!
      liebe Grüße
      Gitti

  20. Mareike, am

    Hallo Gitti,
    sehr schön – du machst mir Mut für später mal! Genau, wer sagt denn, dass man mit etwas aufzuhören hat, was einem Spaß macht? Ich finde ältere BackpackerInnen immer sehr bereichernd. Die Abgeklärtheit und Ruhe, die können die 20-jährigen einfach nicht haben! Vielleicht muss ich mich auch bald schon bald zum alten Eisen zählen… na und? Gute Reise!

    Antworten
  21. Manfred, am

    Ich bin dieses Jahr 65 geworden, und eben erst von einer fünfwöchigen Reise durch Südafrika zurückgekehrt.
    Ich weiß nicht, ob diese Reise als „Backpacking“ zu betrachten ist, da ich diesmal mit dem Rolli unterwegs war? –
    Aber wie immer, war es eine Individualreise, mit Übernachtungen in Hostels und Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So habe ich auch auf der Gardenroute und zum Kap der Guten Hoffnung den BazBus benutzt.
    Ein Opa mitten unter der Jugend. Aber: Kein Problem. Solange ich fit bin, werde ich weiter auf diese Weise reisen.

    Lg,
    Manfred

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Hi Manfred,
      ich nehme an du meinst mit Rolli einen Rollkoffer, nicht einen Rollstuhl? Ich denke es spielt keine Rolle mit welchem Gepäck du reist. Backpacking ist in meinen Augen eine Haltung: wer mit offenen Augen und open minded reist, ohne feste Planung, mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und in einfachen Unterkünften unterwegs ist der geht als Backpacker durch. Ich habe sogar mal jemanden kennengerlernt der so im Rollstuhl unterwegs war, allerdings mit Begleitung und etwas mehr Planung. Und die Reise-Comunity hat ihn überall mit offenen Armen empfangen. (-:

  22. Schirin, am

    Was für eine tolle Seite…ich möchte aus verschiedenen Gründen für einige Wochen raus aus allem hier, Urlaub von der Familie machen und einfach mal meine Gedanken sortieren…Vor über 25 Jahren war ich in Chile als Backpacker unterwegs und hatte (bis zu dieser Seite) inzwischen das Gefühl, dass ich aus dem Alter raus bin. Ich werde 55 Jahre dieses Jahr. Habt ihr einen Tip für 3 Wochen allein und entspannt reisen? Danke :)

    Antworten
    • gitti, am

      eigentlich kann man überall gut allein und entspannt reisen. Ich fand Uruguay extrem entspannt, viele Alleinreisende und wenig Kriminalität. Kann ich bestens empfehlen für drei Wochen. Flüge über Madrid nach Montevideo. Viel Spaß!

  23. Birgit, am

    Dein Blog ist echt Klasse, du sprichst mir aus der Seele! ich bin letzten Herbst 50 geworden und habe so gar keine Lust, mich jetzt alt zu fühlen! Ich bin zwar eher mit Köfferchen als mit Rucksack unterwegs, aber das kann sich ja wieder ändern. Als wir letztes Jahr mit unseren drei Kids einen Camping-Kurzurlaub gemacht haben, war unser Freundeskreis schon entrüstet … Wie man es sich nur antun kann, auf dem Boden zu schlafen, die vielen Mücken, und -igitt- die Gemeinschaftsduschen, hat man doch gar nicht mehr nötig?! Die würden in Ohnmacht fallen, wenn ich mit dem Backpack losziehen würde :-) :-) Aber warum mache ich es eigentlich nicht? Danke für deine Inspiration!

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Hi Birgit,

      nur Mut, Birgit, einfach machen! Es gibt kein besseres Alter um sein Ding durchzuziehen. Und mach bitte ein Foto wenn die Freunde in Ohnmacht fallen (-;

  24. Stefan, am

    Ja klar!!! Das geht in Thailand z.B. auch richtig gut. Unter anderem auch, weil die Leute viel Respekt vor dem Alter haben und deswegen uns „Alten“ im Bus einen Sitzplatz anbieten.
    Es gibt wenig touristische Inseln wie das kleine Koh Chang, wo man sogar viele deutschsprachige Reisende in allen Altersgruppen trifft. (http://stefaninthailand.de/thailand/koh-chang/)
    Und wenn man mal ein bisschen abseits der Touristenpfade reisen will, kann man mit einem Thai-Crashkurs leicht die wichtigsten Sätze und Begriffe in Thai lernen.
    Viel Spaß beim „Niemals-aufhören-zu-reisen“ und herzliche Grüße aus Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands
    Stefan

    Antworten
    • Gitti Müller, am

      Hallo Stefan,

      danke, das ist ein richtig guter Tipp! Du hast völlig recht: Kulturen wo das alt werden einen Wert hat und positiv besetzt ist sind besonders geeignet ein Reise-Comeback zu versuchen.

  25. Manuela, am

    Hallo Gitti,
    Im moment reist mein Sohn als Backpacker durch Thailand und täglich bekomm ich tolle Bilder.Ich mach zwar schon seit einpaar Jahren Alleine Urlaub aber ich hab mich nie aus Deutschland rausgeschnuppert.Nun aber hat mich das Fernweh gepackt und Dein Bericht Ü50 Backpacker macht Mut.Danke!!!!

    Antworten
  26. Nicole von CicoBerlin, am

    Super Artikel! Ich reise auch allein als Frau und Südamerika steht fürs nächste Jahr auf meiner Liste. Sehr cool zu lesen, dass auch das gut zu rocken ist und noch cooler, dass du das machst, egal ob ü 20 oder ü 50! Die 9 kg hab ich auch grad zum ersten mal geschafft, aber für einen kürzeren Reisezeitraum. Ich werd mir ein Beispiel an dir nehmen und weiter Gepäck optimieren:)
    Und wer weiß, vielleicht trifft man sich dann irgendwann mal in einem Hostel weit weg.
    Safe travels and a great adventure
    Nicole von CicoBerlin

    Antworten
    • gitti, am

      danke Nicole. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes „erleichternd“ mit wenig Gepäck zu reisen. Viel Spaß Dir in Südamerika

  27. Claudia, am

    Wer sagt denn so was? Wahrscheinlich Leute, die schon mit 20 keinen Spaß am Backpacken hatten?! Also weiter so – notfalls muss man halt im Hostel auf dem unteren Bett bestehen wie eine Ü70 Reisende im Hostel in London, die mir erzählte, dass sie das untere Bett braucht, weil sie zwar rauf käme, aber nicht mehr runter. Ihre Kinder hätten ihr Hotelübernachtungen zahlen wollen, aber sie hat abgelehnt. Im Hostel sei es doch viel schöner, denn man träfe so interessante Menschen. Das will ich in 30 Jahren auch ;-)

    Weiterhin tolle Reiseabenteuer!

    Antworten
    • gitti, am

      Ü70 Backpackerin im unteren Bett, tolle Geschichte! Ich muss gestehen, Mehrbettzimmer versuche ich inzwischen zu vermeiden. Die meisten Hostels haben inzwischen auch Doppel-als-Einzelzimmer. Das ist mir „in dem Alter“ dann doch lieber. Die interessanten Menschen kann ich ja auch in Küche, Garten oder auf der Dachterrasse treffen (-; Dir auch schöne Reisen liebe Claudia.

  28. Rüdiger Elke, am

    Hallo Gitti,
    ich habe heuten Deinen Perspective Daily-Beitrag über Komfortzonen gelesen und bin dann ratzfatz mit Ruckasack beim Karneval in Uruguay und in Hostel-Schmelztiegeln gelandet. Eine schöne Gedankenreise zum Start in die Woche :-)
    Ich kann das alles nur bestätigen. Da warten jede Menge spannende Erfahrungen auf uns, außerhalb unserer Komfortzone. Mein großes Rucksack-und-weg-Abenteuer erlebte ich 2011/12. Nicht ganz soweit weg, aber nicht minder spannend. Ich bin 3.500km durch Deutschland gelaufen, habe mir für jede Etappe einen Gastgeber gesucht und 10.000€ an Spenden für Kinderhilfsprojekte gesammelt (www.einkinderlachen.de).
    Faszinierend, wie vielschichtig allein Deutschland ist und welche Geschichten ich mit „ganz normalen“ Leuten erlebte.
    Meine Erfahrung: Lebensträume realisieren betrifft (nahezu) jede(n).

    Herzliche Grüße
    Rüdiger
    CAMINOCOACH

    Antworten