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Zu Fuß im Krüger Nationalpark

Mit wir­ren Gedan­ken im Kopf und selt­sa­men Geräu­schen im Ohr fin­den wir dann doch noch ein biss­chen unru­hi­gen Schlaf. Pünkt­lich vor Son­nen­auf­gang wer­den wir dann bru­tal von Ägyp­ti­schen Gän­sen geweckt. Die pfei­fen und flö­ten nicht so wie jeder nor­male Vogel. Nein, diese krei­schen und trö­ten eher so, als ob ihr Schna­bel eine ein­zige Vuvu­zela wäre. Und die Vie­cher flie­gen auch nicht nur eine Runde über unser Camp, son­dern machen so lange wei­ter mit dem ohren­be­täu­ben­den Lärm, bis auch der Letzte ver­schla­fene Wild­ling auf­ge­wacht ist. Auf jeden Fall ein effek­ti­ver Wecker.

Nach und nach pur­zeln wir aus unse­ren ele­gan­ten Schlaf­ge­mä­chern. Recken uns. Stre­cken uns. Lamen­tie­ren über die Geräu­sche der Nacht. Und tat­säch­lich: Das Keckern und Schnau­ben ist nicht nur die Aus­ge­burt Thi­los und mei­ner nächt­li­chen Wahn­vor­stel­lun­gen. Die ande­ren haben eben­falls das­selbe ver­nom­men. Und dann fin­den wir den Beweis. Keine fünf Meter von unse­ren Zel­ten ent­fernt haben sich tat­säch­lich des nachts ein paar Hyä­nen ent­lang geschli­chen. Haben her­um­ge­schnüf­felt und uns alle in Angst und Schre­cken ver­setzt. Dabei woll­ten die häss­li­chen Tier­chen wahr­schein­lich bloß aus­kund­schaf­ten, wel­ches andere Tier so lus­tige bunte (Zelt-)Höhlen baut. Nach der Ver­wir­rung kehrt die Anspan­nung wie­der deut­lich spür­bar zurück. Der König der Löwen ist real. Und wir sind nicht nur Zuschauer.

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Wir packen heute nur feins­tes auf­be­rei­te­tes Fluss­was­ser und ein biss­chen Fres­schen ein. Las­sen das Camp zurück und gehen auf Erkun­dungs­tour. Ziel ist eine Quelle, die hof­fent­lich etwas land­ein­wärts zu fin­den ist. Denn durch die andau­ernde, bedroh­li­che Tro­cken­heit schrump­fen die Was­ser­vor­räte des Kru­ger Parks auf ein Mini­mum zusam­men. Wir stie­feln los. Wayne vorne. Hält sein Gewehr nach rechts. Dahin­ter F.W. hält sein Gewehr nach links. Dahin­ter wir Schütz­linge. Wir drin­gen tie­fer in den Mopa­ne­busch vor. Fol­gen einem von Hip­pos aus­ge­tram­pel­ten Pfad. Auch viele andere Tiere machen Gebrauch von die­ser Bus­ch­au­to­bahn, um ent­we­der zum Fluss oder zu saf­ti­gen Wie­sen zu gelan­gen. Neben Impala‑, Nyala‑, Kudu‑, Zebra- und Steen­bok­spu­ren kom­men nun auch aller­lei Schuh­ab­drü­cke hinzu. Wir fol­gen dem Pfad immer tie­fer hin­ein in die Mopa­ne­busch­land­schaft. Mopa­ne­baum links, Mopa­ne­baum rechts. So geht das eine ganze Zeit lang. Dann tref­fen wir auf eine Reihe ande­rer Bäume. Wayne hält uns urplötz­lich zurück. Unter den schat­ten­spen­den­den Rie­sen­bäu­men hat es sich eine Büf­fel­fa­mi­lie bequem gemacht. Wir ver­su­chen uner­kannt zu blei­ben. Aber der Wind schlägt uns ein Schnipp­chen. Nimmt unse­ren Geruch mit und führt ihn direkt in die sen­si­blen Näs­chen der bul­li­gen Tiere. Wie von der Taran­tel gesto­chen, pesen die gro­ßen und klei­nen Büf­fel von dan­nen. Hof­fent­lich fin­den sie bald ein neues, schön schat­ti­ges Plätz­chen. Denn es ist zwar noch früh am mor­gen, aber die Sonne brennt jetzt schon erbarmungslos.

In einem aus­ge­trock­ne­ten Fluss­bett machen wir eine Früh­stücks­pause. Thilo und ich waren so geist­reich, für den gan­zen Trip ledig­lich zwei aus­ge­wa­schene Joghurt­be­häl­ter mit­zu­neh­men. Und die sind nun mit den Res­ten des Abend­essen (Nudeln mit roter Soße) belegt, dass unser Mit­tag­essen (Nudeln mit roter Soße) wer­den soll. Ergo kön­nen wir unsere Hafer­flo­cken nicht mit Was­ser mischen. Und ohne Was­ser wäre das ein ziem­lich stau­bi­ges, tro­cke­nes Früh­stück, das uns schlicht im Hals ste­cken blei­ben würde. Schade. Es wäre auch zu schön gewe­sen, wenn wir an alles gedacht hät­ten. So begnü­gen wir uns also mit einer äußerst abge­speckte Ver­sion unse­res Power­mü­sils: Je eine Birne und ein sich schon ver­flüs­si­gen­der Scho­ko­la­den­keks. Gestärkt (oder auch nicht) für den Tag, machen wir uns wie­der auf. Blei­ben nun nahe dem aus­ge­trock­ne­ten Fluss­bett, das ringsum von gro­ßen schat­ti­gen Bäu­men und nicht nur von klei­nen mick­ri­gen Mopa­ne­bü­schen gesäumt wird. Wir lesen Spu­ren von Schild­krö­ten, Ele­fan­ten, Spring­ha­sen, Honigd­ach­sen und Sta­chel­schwei­nen. Wir sind auf­ge­regt, denn am liebs­ten möch­ten wir auch die dazu­ge­hö­ri­gen Tiere erspä­hen. Das erste fin­den wir auch ziem­lich schnell. Eine kleine Leo­par­d­schild­kröte tapert ganz see­len­ru­hig vor uns auf dem Hip­po­po­ta­mus­pfad ent­lang. Zwar ist die Ent­de­ckung noch nicht ultraspek­ta­ku­lär, aber sehr nied­lich und nah und ziem­lich wild.

Wir kom­men näher zur gesuch­ten Quelle. Wayne macht uns laut­los auf beson­ders wilde Spu­ren auf­merk­sam. Dies­mal nicht wie­der von einer Leo­par­d­schild­kröte. Viel­mehr von einem wasch­ech­ten Leo­pard! Gebannt fol­gen wir der Spur ein klei­nes Stück. Dann geht alles blitz­schnell. Wayne hält uns an. Dann sehen wir, wie ein quick­le­ben­di­ger, kräf­ti­ger Leo­pard etwas erschro­cken, aber den­noch leicht­fü­ßig, von sei­nem Beob­ach­tungs­pos­ten her­un­ter­springt und fluchs in den umge­ben­den Büschen ver­schwin­det. Unsere Her­zen pochen arg. Wayne bedeu­tet uns zu los­zu­ren­nen. Hin­fort mit der aller­wich­tigs­ten und obers­ten Regel? Die Ner­ven flat­tern. Kurze Sprin­tak­tion. Mopa­ne­äste schla­gen uns ins Gesicht und Aka­zien krat­zen uns die Beine auf. Die Her­zen pochen noch ärger. Wir ren­nen und ren­nen. Tat­säch­lich ren­nen wir aber nicht weg vom Leo­pard. Das wäre wirk­lich dumm und töricht. Wir ren­nen ihm hin­ter­her, um viel­leicht noch einen wei­te­ren Blick oder ein coo­les Foto von dem scheuen, schö­nen Tier zu erha­schen. Nach einer 300m Sprint­di­stanz müs­sen wir uns aber geschla­gen geben. Der Leo­pard hat uns schon um Län­gen abgezogen.

Wir schen­ken unse­rer Umge­bung wie­der alle Auf­merk­sam­keit. Über uns krei­sen unzäh­lige Geier. Mit jeden Schritt den wir nun tun, umhüllt uns ein schwe­rer, süß­li­cher Geruch. Der Geruch von etwas Totem. Die Geier sind also nicht wie im schlech­ten Car­toon wegen uns hier. Der Grund für ihre Anwe­sen­heit und den üblen Geruch ist ein Ele­fan­ten­ka­da­ver. Der Dick­häu­ter ist wohl vor ein paar Tagen zu Grunde gegan­gen. Jetzt wird er nachts wohl von Leo­par­den, Löwen, Hyä­nen und Wild­hun­den ange­nagt und tags­über von Gei­ern zer­pickt. Wir wen­den uns ab. Ent­fer­nen uns viele Meter und gehen wie der Leo­pard auf Beob­ach­tungs­pos­ten. Wir fin­den sogar einen umge­stürz­ten Baum, der uns als kom­for­ta­ble Rücken­stütze dient. Jetzt haben wir einen per­fek­ten Blick auf die Quelle, die spär­lich ein paar Was­ser­lö­cher speist. Wirk­lich viel Was­ser ist es nicht. Aber die Tiere müs­sen ja sau­fen. Wir glau­ben unsere Chan­cen ste­hen folg­lich gut, wilde Flau­schig­kei­ten zu beob­ach­ten. Ein Impala traut sich heran. Bemerkt uns. Beob­ach­tet uns. Das doofe Ding beschließt dann, dass wir Gefahr dar­stel­len und blökt meh­rere Minu­ten lang sei­nen ein­dring­li­chen Warn­ruf. Böööööö­hööö. Jetzt denkt wohl jedes Tier im Umkreis von drei Kilo­me­tern, dass es an der Quelle momen­tan nicht sicher ist. Dem­entspre­chend ver­lau­fen dann auch unsere wei­te­ren Beob­ach­tun­gen. Uner­eig­nis­reich. Unspan­nend. Wir schla­fen ein. Alle. Wir wären auf jeden Fall ziem­lich schlechte Leo­par­den. Viel­leicht bes­sere Löwen. Weil die schlum­mern ja immer­hin min­des­tens 20 Stun­den am Tag. Und ver­pas­sen so wahr­schein­lich auch den ein oder ande­ren Leckerbissen.

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Nach dem klei­nen Schläf­chen bläst Wayne zum Rück­zug. Wir schla­gen einen ande­ren Weg ein, der uns zurück zum Camp füh­ren soll. Es geht schnur­stracks durch die vie­len Mopa­ne­bäume, die alle gleich aus­se­hen. Würde man mich mit geschlos­se­nen Augen im Kreis dre­hen und mich dann fra­gen aus wel­cher Rich­tung wir gekom­men sind und in wel­che wir jetzt gehen müss­ten, würde ich wahr­schein­lich anfan­gen zu heu­len. Aber Wayne und F.W. haben in der Gui­de­schule gut auf­ge­passt. Kon­zen­triert, ziel­si­cher und ohne zu zögern navi­gie­ren sie uns auch ohne Hip­popfad durch die Busch­land­schaft. Nach einer Weile hal­ten wir an. Wayne macht uns mit den hie­si­gen Spin­nen­ar­ten bekannt. Deu­tet auf die Eier der Black But­ton Spi­der (auf deutsch bes­ser bekannt als gemein­ge­fähr­li­che Schwarze Witwe). Zeigt uns die ebenso bedroh­li­che Schwes­ter, die Brown But­ton Spi­der. Eine wei­tere Spe­zies, die Gol­den Orb Web Spi­der, hört sich viel­leicht ein biss­chen hüb­scher an, spannt aber immens große Netze zwi­schen den Mopa­ne­bäu­men. Ein Wun­der, dass sich darin noch nie­mand von uns ver­fan­gen hat. Ziem­lich ange­ekelt und wie­der ordent­lich unter Strom, stak­sen wir wei­ter hin­ter unse­ren bei­den Wild­nis­gu­rus her. Ab jetzt immer ein wach­sa­mes Auge auf die Äste samt der Spin­nen die uns strei­fen könnten.

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Wir neh­men anschlie­ßend noch einen abnor­mal gro­ßen Ter­mi­ten­hü­gel unter die Lupe und dann hab ich auch wirk­lich genug von krab­be­li­gen Getier. Ich halte lie­ber Aus­schau nach flau­schi­gen Säu­gern. In der Ferne blit­zen immer mal wie­der Giraf­fen zwi­schen den Bäu­men her­vor. Man sieht hier und dort ein paar Büf­fel­beine. Kleine Impa­las sprin­gen umher. Dann kommt unser Camp in Sicht. Punkt­lan­dung. Die Pfad­fin­der­fä­hig­kei­ten der Gui­des sind unglaub­lich beeindruckend.

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Schnell wer­fen wir uns ins Bade­out­fit und hech­ten hin­ein ins kühle Nass, dass wir ja schon am Tag zuvor aus­ge­kund­schaf­tet hat­ten. Es tut gut, die Schweiß-Dreck-Kruste abzu­wa­schen. Es tut gut, die Was­ser­vor­räte wie­der auf­zu­sto­cken. Wir ent­span­nen. Bis auf Thilo. Der hat immer noch Hum­meln im Hin­tern und will ein paar Kro­ko­dile auf­scheu­chen. Die Suche beginnt. Im Was­ser­tüm­pel zu unse­rer Lin­ken sind auf jeden Fall viele Steine zu sehen. Die star­ren wir ein biss­chen an. Dann unter­hal­ten wir uns kurz. Star­ren wei­ter. Einer der Steine ist weg. Das ist ziem­lich beun­ru­hi­gend. Denn uns däm­mert, dass das defi­ni­tiv kein Stein war. Kro­ko­dil­auf­scheu­chung erfolg­reich. Gechill­tes Plant­schen ist jetzt aber ein­deu­tig vor­bei. Wir ret­ten uns an Land und tun es all den Tie­ren um diese Uhr­zeit gleich: in den Schat­ten legen und eine Klei­nig­keit mümmeln.

Nach der ver­dien­ten Ruhe­pause steht der Nach­mit­tags­spa­zier­gang an. Wayne und F.W. ent­füh­ren uns wie­der in die Wild­nis. Es sind ein paar Säu­ger unter­wegs, aber die Gui­des wol­len lie­ber mit ihrem Wis­sen über die Vogel­welt prah­len. Wayne hat schon einen klei­nen Schwarm von acht bis zehn schwarz-roter Vögel ent­deckt, als wir noch links und rechts auf etwaige gefähr­lich wer­dende Spin­nen acht­ge­ben. Er beschreibt diese lus­ti­gen Vögel als die größ­ten Mob­ber der gesam­ten Tier­welt. Ihr Opfer: ein klei­ner dick­li­cher Perl­kauz. Und um uns die ganze Show zu prä­sen­tie­ren, imi­tiert Wayne den ver­hass­ten Buh­mann. Schiep Schiep Schiep Schieeeep Schieeeep Schieeeep flö­tet er da vor sich hin. Und tat­säch­lich. Um dem ver­meint­li­chen Per­käuz­chen weg­zu­mob­ben und zu ver­scheu­chen, kommt die gehäs­sige Vogel­gang ange­flo­gen. Nach drei wei­te­ren Flö­ti­mi­ta­tio­nen sit­zen sie auf dem Baum über uns und schauen ver­wirrt drein, weil das stin­kige Käuz­chen nir­gendwo zu ent­de­cken ist. Das Nach­sin­gen war also nahezu per­fekt. Was lei­der zur Folge hat, das nun andere, echte Perl­käuze ant­wor­ten. Sich somit ver­ra­ten. Sofort schwirrt die Mob­bing­gang ab, um die ech­ten Käuze zu ver­grau­len. Nach ein paar Augen­bli­cken kön­nen wir beob­ach­ten, dass eine kleine dick­li­che Kugel mit Flü­geln durch die Baum­kro­nen bricht. Dicht gefolgt von einer Horde gemei­ner Vögel­chen, die auf­ge­regt schimp­fen. Mob­bing ist also auch in der Tier­welt ein rea­les Problem.

Der Orni­tho­lo­gen­kurs geht wei­ter. Wayne und F.W. zei­gen uns Vögel, die alle gleich braun-gräu­lich-schwarz aus­se­hen. Spre­chen von kun­ter­bun­ten Eis­vö­geln und blau-rosa-schim­mern­den Racken. Wie knei­fen ungläu­big die Augen zusam­men. Die Pro­fis schauen durchs Fern­glas. Die Opfer, die keins dabei haben, geben sich still und heim­lich mit dem Kame­ra­zoom zufrie­den. Tat­sa­che. Die Orni­tho­lo­gen haben recht. Bunte Vögel weit und breit. Wenn man es weiß und wahr­neh­men kann, eine wirk­li­che Augenweide.

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So viel neuer Input. Das Lau­fen. Die Hitze. Das spär­li­che Früh­stück und das magere Mit­tag­essen las­sen uns hung­rig und erschöpft zum Camp zurück­wan­ken. Jeder brut­zelt wie­der etwas für sich, bei allen geht es fix. Nur Thilo und ich kom­men mit unse­rem Gas­ko­cher und Super­auf­satz heute nicht klar. Blö­der­weise haben wir auch unge­rei­nig­tes Fluss­was­ser in den Topf gekippt, sodass Auf­ko­chen ein abso­lu­tes Muss ist. Es will aber ein­fach nicht blub­bern. Eine geschla­gene Stunde (die sich defi­ni­tiv nach einer elen­di­gen Unend­lich­keit anfühlt) müs­sen wir war­ten. Ich bin kurz davor mir die Nudeln samt durch­fall­ga­ran­tie­ren­dem Algen­was­ser ein­zu­ver­lei­ben. Auf die Idee, dass es am Wind lie­gen könnte, der uns das Gas weg­weht kom­men wir erst zu guter Letzt. Dann ist es end­lich so weit. Wir stop­fen unsere hung­ri­gen Mäu­ler. Mit was? Über­ra­schung. Nudeln mit roter Soße.

Gestärkt kön­nen wir Über­le­bens­laien uns jetzt als wilde Über­le­bens­kämp­fer bewei­sen. Nur mit zwei Feu­er­stei­nen und ein biss­chen Ele­fan­tenka­cke sol­len wir ein Feuer ent­fa­chen. Thilo nimmt die Her­aus­for­de­rung an. Wie ein Ber­ser­ker kloppt er mit den Stei­nen auf­ein­an­der. Etli­che Fun­ken flie­gen auf. Sein vor Anstren­gung fast wahn­sin­nig ver­zerr­tes Gesicht wird immer wie­der kurz erleuch­tet. Dann fällt der ent­schei­dende Funke. Ent­zün­det den tro­cke­nen Scheiß­hau­fen. Durch ein biss­chen Pus­ten ent­ste­hen nun Flam­men. Thilo wirft noch ein paar Stö­cke hin­ter­her. Et voila. Das Feuer brennt, jetzt kön­nen wir ein Kudu jagen gehen. Vor mir steht ein stol­zer Busch­mann. Das ein­zige Weib­chen in der Truppe ist völ­lig verzückt.

Spä­ter legen wir uns in die Pofe. Ster­bens­müde. Bloß die Ohren nicht. Die machen sich groß und weit. Neh­men aber­mals alle selt­sa­men, unge­wohnte und gru­se­li­gen Geräu­sche auf. Da kann auch ein frisch geba­cke­ner Busch­mann nicht mehr ruhig schlum­mern. Das Ego brö­ckelt in der Dun­kel­heit dahin. Die Dau­er­auf­re­gung bro­delt dafür wie­der rich­tig in uns hoch. Wer wird dies­mal unser Camp näher betrach­ten und beschnüf­feln wol­len? Haben die Raub­tiere gar noch was ande­res vor? Kann so ein Leo­pard viel­leicht sogar einen Zelt­reiss­ver­schluss bedienen?

Cate­go­riesSüd­afrika
Mareike Dirnberger

Mama wusste schon immer: 'Kind, geh draußen spielen!' Mittlerweile ist damit nicht mehr der Spielplatz gemeint. Oder das Feld und der kleine Wald, der sich direkt hinter meinem winzigen Heimatdorf erstreckt. Es darf nun gerne auch mal ein paar Kilometer weiter weg sein. Oder sogar hunderte Kilometer. Tausende. Draußen spielen ist das Größte.

  1. Viktor says:

    Wow!!! Da wird man rich­tig nei­disch! :) Ich ver­folge euren Blog schon etwas län­ger aber die­ser Bei­trag hat mir bis jetzt am bes­ten gefal­len. Die Bil­der sind auch rich­tig schön geworden.

    Süd­afrika war schon immer ein Traum von mir. Darf man fra­gen wie teuer der Spaß war? Irgend­wann möchte ich auch dahin reisen.

    Macht wei­ter so!

    1. Mareike Dirnberger says:

      Freut mich sehr zu hören, lie­ber Viktor! 

      Die Safa­rie zu Fuss durch den Kru­ger Natio­nal­park hat ins­ge­samt etwas weni­ger als 200 € gekos­tet. Damit zahlst du aber im End­ef­fekt „nur“ die Gui­des und den Park­ein­tritt, denn Zelt, Cam­pinge­quip­ment und Essen musst du sel­ber mit­brin­gen (und auch sel­ber tra­gen). Ich finde den Preis für vier Tage (drei Über­nach­tun­gen) sehr fair, da die Gui­des wirk­lich dein Leben beschützen. 

      All­ge­mein muss Süd­afrika nicht teuer sein, wenn dir mini­mals­ti­sches Rei­sen nichts aus­macht. Ledig­lich für den Flug musst du eben ein biss­chen in die Tasche grei­fen. Aber mit einem guten Ange­bot bist du auch mit 500 € dabei! 

      Ich hoffe du hast bald die Chance deine Träume in die Tat umzusetzen!

      Liebe Grüße.

  2. Daniel says:

    In der Tat, toll geschrieben ;)

    Ich freue mich auch schon wie­der auf Süd­afrika. Kom­mende Woche geht es „dienst­lich“ wie­der auf die Süd­halb­ku­gel. Herr­lich wird es werden.

    Hat der Leo­pard das Zelt öff­nen können? ;)

    Durfte auch schon einen Orni­tho­lo­gen-Crash­kurs mit­ma­chen und wir haben eine Bin­den­fi­sch­eule getrof­fen: http://www.madiba.de/blog/wp-content/uploads/2017/02/botswana-chiefs-island-bindenfischeule-in-baumkrone.jpg

    Soll etwas ganz Beson­de­res sein.

    Na ja ein schö­ner Vogel ist es auf jeden Fall!

    Lie­ben Gruß und wei­ter­hin viel Spaß!

    Habe mir danach sagen las­sen, dass ist etwas

    1. Mareike Dirnberger says:

      Danke, danke lie­ber Daniel!

      Es gibt tat­säch­lich noch eine wei­tere Fort­set­zung der Geschichte. Ent­we­der du gedul­dest dich etwas, bis sie hier erscheint… oder du schaust sie dir schon auf mei­nem Blog an: https://starryskyaboveus.wordpress.com/2016/03/21/allein-in-der-wildnis-tag‑3–4/

      Das ist wirk­lich ein hüb­sches Tier, dass du dort ent­de­cken durf­test. Wir haben auch viele Eulen­ar­ten gesich­tet, lei­der konnte ich die meis­ten nicht ablichten.

      Ich wün­sche dir eine tolle Zeit mal wie­der in Süd­afrika. Viel­leicht läuft man sich ja über den Weg, ich bin aktu­ell auch noch für ein paar Wochen dort. :)

      Son­nige Grüße,
      Mareike

  3. Pia says:

    Hallo Mareike,
    ich bin zufäl­lig auf dei­nem Blog gelan­det, da ich mich über Süd­afrika infor­mie­ren wollte. Deine Bei­träge haben mich beim Lesen direkt mit­ge­ris­sen! Ich hatte das Gefühl, dass ich bei dei­nen Erleb­nis­sen dabei war, da du deine Erfah­run­gen so detail­liert beschrie­ben hast. Danke für dei­nen Blog und die inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen über deine Rund­reise in Südafrika.
    Ich vor ein paar Tagen meine eigene Süd­afrika Rund­reise im Inter­net gebucht und bin schon ganz auf­ge­regt, was ich dort erle­ben werde. Hast du noch ein paar Tipps für mich, was ich unbe­dingt brau­che oder noch beach­ten sollte?
    Liebe Grüße Pia

    1. Mareike says:

      Hallo Pia,

      ich freue mich sehr, dass dir mein Blog gefällt und dich meine Bei­träge mit­rei­ßen! Auch freue ich mich dar­über, dass du sehr bald alles mit dei­nen eige­nen Augen bestau­nen kannst!
      Wenn du in den nächs­ten Mona­ten fliegst, pack auf jeden Fall ein paar warme Sachen ein, hier wird es nun Win­ter und die Abende / Nächte kön­nen kalt wer­den. An Din­gen die du tun kannst ‚gibt es so unend­lich viel. Halt die Augen und Ohren offen und mache was sich ergibt und was dir gefällt. Wenn du magst, dann schreib mir doch eine pri­vate Nach­richt (mei­nen Kon­takt fin­dest du auf mei­nem Blog), erzähl mir ein biss­chen von dir und dei­nen Vor­stel­lun­gen und dann kann ich dir ein paar expli­zi­tere Emp­feh­lun­gen geben. :)

      Liebe Grüße aus Johannesburg,
      Mareike

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