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Death in Paradise

Die Fliegen

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Man stelle sich vor: Nicht weit vor der Küste Palawans erhebt sich aus dem türkisblauem Wasser eine kleines, grünes Land; zwei, drei Stunden würde es vielleicht dauern, das Inselchen zu umwandern, gäbe es einen Pfad. Doch dichter, grüner Dschungel überwuchert es, und nur da, wo das Boot auf dem sandigen Ufer schrammend vor Anker geht, sieht man eine Lichtung, Gras, überschattet von eleganten Kokospalmen.

Der kleine, feinsandige Strand leuchtet schon von weitem in der Sonne, und erst wenn man näher kommt löst sich aus dem Schatten ein größeres Holzhaus, mit einer weiten, einladenden Veranda, und einige kleinere Hütten im Hintergrund des liebevoll angelegten Gartens. Hängematten sind zwischen den ersten Bäumen am Strand aufgehängt, ein paar Liegen stehen bereit.

Das „Coconut Garden Island Resort“ ist der einzige bewohnte Platz auf der Insel, und es ist das, was man sich für den perfekten Urlaub wünscht. Kleine Fische tummeln sich im brilliant-gläsernen Wasser, und das freundliche Personal des Schweizers Chefs kocht hervorragendes Essen, frisch gebackenes Brot, Rösti, und nicht zu teuer.

Doch, so scheint es mir, hat jedes Paradies seine Dämonen.

Ist der blutsaugende Soldat des Teufels, der krankheitsbringende Moskito, plump und dumm auf der Suche nach meinem Blut, so schüttle ich nur genervt mit den Schultern, und schmiere mir ein wenig Chemie auf die Haut. Mückenstiche gehen schnell vorbei.

Und so musste der Gehörnte wohl seine Spezialeinheit schicken, um uns zu ärgern. Eine Spezies von Folterknechten, gnadenlos, unsichtbar – rekrutiert werden nur Frauen. Sie tragen verschiedene Namen, Nic-Nic etwa, oder No-See-Um, und sie operieren verdeckt.

Sandflies (zu deutsch Sandmücken, nicht Sandflöhe) sind mein neuester persönlicher Angstgegner. Ich sehe sie nicht, aber sie riechen mein Blut. Ritzen eine kleine Wunde in die Haut, und laben sich an den Proteinen. Ich merke es nicht – zuerst. Erst Stunden später, wenn ich im Bett liege, fängt es an: Das Kribbeln und Jucken und Kratzen. Allergische Schwellungen. Schlaflose Nächte. Tagelang. Die schnell offenen Wunden nässen. Es ist ekelhaft. Der Horror. Der Horror.

 

 

Cortison und Anti-Histamin retten. Paranoia bleibt.

 

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22 Kommentare

  1. Anita, am

    Achherje. Klingt nicht gut und sieht nicht schön aus. Schnelle Besserung mit Onkel Cortison und Papa Histamin wünsch ich!

    Da kommt mir meine „ErsteZeckeImLeben“-Panik von letzter Woche albern vor. :/

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    • klys, am

      ja, ekelhaft sieht das aus… aber zum glück ist dieses übel wieder fast verschwunden… und zecken sind auch keine sympathieträger.

  2. Kwaheri, am

    Heile, heile Gänsje
    Es is bald widder gut,
    Es Kätzje hat e Schwänzje
    Es is bald widder gut,
    Heile heile Mausespeck
    In hunnerd Jahr is alles weg.

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  3. Philipp, am

    …allerdings gefällt mir der Kontrast ausnehmend gut: Hängematte am Traumstrand und derbe Mückenstiche. „Jedes Glück hat einen Stich“ wie Kurt Tucholsky dichtete. Das muss ich noch hinzufügen. Bis bald, amigo!

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  4. Alex S., am

    Gerade wollte ich dieses schöne Eiland auf meine Wunschliste setzen…
    Diese Drecksviecher braucht echt keiner. Hatten wir mal auf Ko Pha Ngan, nach 100 Stichen haben wir aufgehört zu zählen. Herzliches Mitleid!

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  5. Yvonne, am

    Krystian hatte mir den Blog weitergeleitet und es macht Spaß darin zu lesen. Kann bei den Sandfliegen nur zu gut mitleiden. Ist mir auf Utila in Honduras auch passiert. Nachdem Kokosöl nicht genug war die Mistdinger zu ersticken, half nur die Flucht ins dunkle Zimmer mit Decke über Kopf während der Dämmerung. Der Urwaldoktor vor Ort hat mir Antihistamin und Cortison gegeben und trotzdem sah ich tagelang aus als hätte ich die Pest. Das Gute…es geht irgendwann vorbei ;-)

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  6. Philipp m-m-m-m-m...-, am

    „Ach du grüne Neune! Man kann net mehr voten owwe reschts! Isch klick da druff und des geht net!!!“ Ah, was mach isch’n jetzat????“
    Just auf meinem täglichen Weg durch die Tiefen und Untiefen des Internets, der einen noblen, formidablen Klick auf Deinen TV-Spielfilm-Vote beinhaltet, fiel mir auf: geht nicht. Oda meenst Du, des liegt na moinem Kompjutä??? Gute Besserung, die Stiche sehen gräßlich aus.

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  7. Demi Crystal, am

    Ach herje… ich bin selbst halb Filipina und kenne die nervigen und lästigen Dinger… Dort gibt es ne super Creme die sich OFF-Lotion nennt, die hilft gegen sowas ! :) Buche immer beim gleichen Reisebüro und bin mit denen echt mega zufrieden ! Die sind auf Asien spezialisiert und kennen sich damit wirklich gut aus. Mit allem :D (Sie haben mir auch die Creme empfohlen :’D) Falls ihr da auch mal hinwollt, könnt ihr hier: http://www.asienreise.com/asien_rundreisen/land/Philippinen/Alle-Rundreise mal schauen und euch gut beraten lassen, weil solche Blessuren möchte man wirklich nicht im Urlaub erleben …
    Aber trotz dem bösen Tierchen dort, sollte man Philippinen aufjedenfall mal besuchen.

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