Den Charme der Stadt zu beschrei­ben ohne zu schwel­gen ist gar nicht so ein­fach. Fan­gen wir also ganz nüch­tern an.

In den Strassen von Oaxaca
Male­ri­sches Vier­tel in Oaxaca: Xochimilco

Prima Klima und Frohe Farben

Oaxaca de Jua­rez liegt in einem Tal der Sierra Madre de Sur auf etwa 1500 Höhen­me­tern im Süden Mexi­cos. Und darin liegt schon das erste Geheim­nis: das Klima ist wäh­rend der Win­ter­mo­nate tro­cken und mild, um die 26–29 Grad. Das Licht auf die umlie­gen­den Berge ist umwer­fend und die ganze Stadt strahlt in fröh­li­chen Far­ben, die sich offen­sicht­lich auf ihre freund­li­chen und lebens­fro­hen Bewoh­ner aus­wir­ken. Und auf mich. Ruck­zuck hat sich die Win­ter­de­pres­sion ver­zo­gen und statt düs­te­rer Gedan­ken habe ich fröh­li­che Flau­sen im Kopf.

Zuckerwatte in Oaxaca
so bunt wie die Stadt: Zucker­watte in Oaxaca

In kaum einer ande­ren Stadt wird so viel gefei­ert und gelacht wie in Oaxaca. Klei­ner Neben­ef­fekt: Böl­ler und Feu­er­werke gehö­ren zum nächt­li­chen All­tag. Aber auch das wußte ich von mei­nem ers­ten Besuch. Damals bin ich völ­lig erschro­cken mit­ten in der Nacht auf­ge­wacht und dachte es han­dele sich um ein Erd­be­ben. Es waren aber nur die Deto­na­tio­nen von Böl­lern, die zu allen mög­li­chen Stun­den zu hören sind: um 24 Uhr, um 3 Uhr, um 5 Uhr. Nie­mand konnte mir erklä­ren, wann die Leute eigent­lich schlafen.

bunte Häuser in Oaxaca
ich sehe was was du nicht siehst, und das ist bunt

Kunst und Kultur in Oaxaca

Ich war die­ses Jahr ganze 4 Wochen in der Stadt und habe mich keine Sekunde gelang­weilt. Die Agenda Oaxaca’s platzt aus allen Näh­ten, und zwar jeden Tag. Kul­tur-und Kunst­ver­an­stal­tun­gen, Kon­zerte, Aus­stel­lun­gen, Kino, offene Ate­liers… vie­les davon fin­det umsonst in alten wun­der­schö­nen Sälen, wie das große Thea­ter von Oaxaca, und in Kir­chen und Cafés statt oder eben draus­sen, auf kolo­nia­len Plät­zen, vor der Kulisse von Kir­chen und his­to­ri­schen Gebäu­den. Was, wann, wo fin­dest du in Que­pa­sao­axaca

Wassermann in Oaxaca
Trink­was­ser gibts nur aus dem Kanister

Zudem tra­gen die Men­schen aus Oaxaca ihr eige­nes Kunst­hand­werk mit Stolz und Tra­di­tion: bestickte Blu­sen, Hui­pi­les, bunte Klei­der. Das sind keine Tou­ris­ten­vor­füh­run­gen son­dern gelebte Kultur.

Elda, eine Schön­heit aus Oaxaca, ist mir zur Freun­din geworden
Groß­va­ter hütet den Enkel, wäh­rend der Sohn auf dem Markt ein­kauft. Die Fami­lie ist aus einem nahe gele­ge­nen Dorf
Frauen in Oaxaca
eine Taufe in Oaxaca

Wenn du Lust auf Kunst und Kul­tur hast bist du in Oaxaca genau rich­tig. Streetart fin­dest du an jeder Ecke und die Künst­ler neh­men dich auch gern mal mit ins Atelier.

Kunst im Atelier
Über­all Kunst und Kultur

Mein Hoteltip: Las Golondrinas

ich habe das Hotel Golondri­nas schon 2016 ken­nen gelernt. Es ist ein klei­nes, gemüt­li­ches Hotel mit vie­len Patios, also Hin­ter­hö­fen in denen soviele Blu­men und Pflan­ben gehal­ten wer­den dass Koli­bris, Schmet­ter­linge und andere Vögel gern vor­bei kommen.

Hotel Las Golondrinas, Oaxaca
Ruhe­oase Patio im Hotel Las Golondrinas

Ich fand es damals schon sehr erhol­sam nach einem lan­gen Tag hier­her zurück zu keh­ren, mich in den Patio zu set­zen, Musik zu hören oder zu lesen. Aber von sei­ner ganz beson­de­ren Geschichte habe ich erst jetzt durch Car­men erfah­ren, die das Hotel seit eini­gen Jah­ren leitet.

Carmen Velasco vom Hotel Las Golondrinas
Car­men Velasco führt das Hotel Las Golondrinas…ein Familenbetrieb

Das Golondri­nas war frü­her eine soge­nannte Vec­indad, ein ganz beson­de­res Miet­haus in einem alten Kolo­ni­al­haus, in dem meh­rere Fami­lien und Ein­zel­per­so­nen. Car­men erin­nert sich noch gut an die ältere Dame, eine Art Con­cierge, die dafür zustän­dig war, dass nie­mand zu lange die gemein­schat­li­chen Sani­tär­an­la­gen blo­ckierte und dass die Miete pünkt­lich bezahlt wurde. Die­ses Haus wurde vor 30 Jah­ren von Car­mens Vater gekauft und lie­be­voll restau­riert. Er machte ein Hotel dar­aus und soll ein lei­den­schaft­li­cher Gast­ge­ber gewe­sen sein. Aber nicht nur das: sein Per­so­nal, heute etwa 15 Per­so­nen, beschäf­tigte er – anders als viele andere Hote­liers- das ganze Jahr über und bezahlte sie fair. Kein Wun­der also, dass einige von ihnen schon seit 30 Jah­ren im Team sind.

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Auch viele Gäste kom­men seit Jah­ren immer wie­der. Künst­ler, Anthro­po­lo­gen, Foto­gra­fen und Maler. Zwar haben die Zim­mer kein Fern­se­her und kein Tele­fon, aber sie sind blitz­sauber, mit anti­ken Möbeln aus­ge­stat­tet und haben die heis­ses­ten Duschen Mexi­cos. Und mal ehr­lich: wer braucht schon Glotze und Tele­fon? Früh­stück gibt’s wie von Mama gemacht, in einem der wun­der­schö­nen, blu­mi­gen Patios des Hau­ses unter einem ries­ei­gen Bou­gain­vil­le­baum. Schö­ner früh­stü­cken geht nicht.

Hier kommst du zur Web­site des Hotels

Essen und Trinken

Kaf­fee und Kakao sind zwei Heim­spiele für Oaxaca. Ent­spre­chend viele nette Kaf­fees fin­dest du in der Stadt. Auch die Küche von Oaxaca ist berühmt, denn das Tal beschenkt die Men­schen reich mit Gemüse und Obst zur gro­ßen Freude der Vege­ta­rier, die es anderswo in Latein­ame­rika eher schwer haben.

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Schlemmen in der historischen Altstadt:

Restau­rant Zan­d­unga schräg gegen­über vom Restau­rant Popu­lar: mitt­lere Preisklasse

Restau­rant Popu­lar: klei­nes, gemüt­li­ches Restau­rant, preis­wert und gut, ober­halb von Santo Domingo

Mer­cado La Cosecha: Öko­markt mit vie­len Eßstän­den in der Nähe von Santo Dom­ingo, preiswert

Las Cala­ba­ci­tas tier­nas: Öko­re­stau­rant mit vie­len vege­ta­ri­schen Ange­bo­ten und excel­len­tem Mit­tags­menu für ca 5 Euro

Café la Bru­jula, Café Los cui­les, Café Nuevo Mundo.

Zu den Ausflügen

Auf mei­nem Blog habe ich noch mehr Arti­kel zu Oaxaca gepos­tet. In die Sierra Norte von Oaxaca geht es hier und zum Strand von Oaxaca Hip­pie­dorf Mazunte hier zum Medi­tie­ren. und hier zum chil­len . Aller­dings lie­gen ein paar kur­ven­rei­che Stünd­chen Bus­fahrt zwi­schen Oaxaca und Mazunte, aber das lohnt sich allemal!
 

Cate­go­riesMexiko
Gitti Müller

Mein erster Anfall von Fernweh hat mich 1980 ein Jahr lang als Backpackerin nach Südamerika geführt. Damals wog so ein Rucksack noch richtig viel und das Reisen war beschwerlich. Seitdem kann ich es einfach nicht lassen. Heute habe ich vor allem einen Laptop und meine DSLR im Gepäck. Als Fernseh-Journalistin und Ethnologin komme ich viel rum aber in Lateinamerika fühle ich mich einfach wie zu Hause. Damit ich auch in abgelegenen Andenregionen ein Schwätzchen mit den Leuten halten kann habe ich die Indianersprachen Aymara und Quechua gelernt.
Im Mai 2017 hat der Piper-Verlag mein Buch "Comeback mit Backpack - Eine Zeitreise durch Südamerika" herausgebracht (ISBN-10: 3890291422, 272 Seiten mit Fotos) Es erzählt von meinen Reisen in analogen und in digitalen Zeiten.

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