Auf dem buddhistischen Pilgerweg in Indien

Land des Buddhas

Indien ist Buddhas Land. Die wichtigen Orte im Leben von Siddhartha Gautama liegen in Nordindien und Nepal. Komm mit auf den buddhistischen Pilgerweg.

Großer Buddha in Bodhgaya

„Ich bin dann mal weg“ in Indien!

Für Christen ist es der Jakobsweg, für Buddhisten der Buddha-Trail in Indien.

Vor über 2.500 Jahren lebte und wirkte der historische Buddha im heutigen Nepal und Nordindien.

Überraschenderweise ist der Buddhismus heute in seinem Heimatland Indien fast ausgestorben.

Dafür haben alle buddhistischen Länder in den letzten Jahrzehnten wunderschöne Tempel in Indien gebaut.

In den 4 Haupt-Pilgerorten bist du immer umgeben von Pilgern, egal ob aus Thailand, Sri Lanka oder Japan.

Komm mit auf eine buddhistische Pilgerreise.

Tibetische Frau, Thais und Inder in Bodhgaya

Der Buddha-Trail in Nordindien

Jeder buddhistische Pilger besucht mindestens 4 wichtige Orte im Leben Buddhas:

  1. Lumbini: Geburtsort des Buddhas
  2. Bodhgaya: Ort der Erleuchtung
  3. Sarnath: Erste Predigt des Erleuchteten
  4. Kushinagar: Tod des Buddhas

Daneben gibt es noch 7 weitere Pilgerorte in Nordindien, die ebenfalls von vielen Pilgern besucht werden.

Außerdem hast du eine große Auswahl von sehenswerten buddhistischen Monumenten. Sie stammen aus den ersten Jahrhunderten nach Buddha und liegen in Indien, Nepal und Sri Lanka.

Buddha-Trail und buddhistische Monumente – in GROSS

Buddhismus für Anfänger

Ich bin kein Buddhist, sondern Asien- und Tempel-Fan. Für spirituellen Rat musst du woanders schauen. Hier geht es um sehenswerte Orte auf dem Buddha-Trail.

Ein bisschen Interesse am Buddhismus oder Indiens Geschichte solltest du aber mitbringen. Sonst wird dich der Buddha-Trail wahrscheinlich nicht interessieren.

Wenn du nur Buddhismus schnuppern willst, besuche Sarnath als Tagesausflug von Varanasi. Von den restlichen Orten lohnt sich Bodhgaya am meisten.

Buddhismus ist dir egal? Ellora und Ajanta sind zwei buddhistisch-hinduistische Monumente für jeden Indien-Reisenden. Der Kailash-Tempel in Ellora ist beeindruckender als das Taj Mahal.

Hier findest du mehr Infos zum Pilgern auf dem Buddha-Trail. Weil es um Sehenswertes geht, bekommt jeder Ort eine Tempel-Wertung nach Land.

Tibetischer Mönch mit Gebetstrommel in Bodhgaya

Arten von Pilgern auf dem Buddha Trail

Beim Reisen und Pilgern sind besonders die Begegnungen interessant. Fast alle Pilger kommen aus buddhistischen Ländern in Asien. Als westlicher Tourist bist du eine Ausnahme und wirst vielen Fragen begegnen.

Die meisten Pilger sind Theravada-Buddhisten. Sie kommen in großen Gruppen vor allem aus Thailand und Sri Lanka mit je ein paar Mönchen. Theravada ist die analytische älteste Konfession des Buddhismus.

Mahayana-Buddhisten aus China, Vietnam oder Japan treten eher vereinzelt oder in Paaren auf. Mahayana ist die angewandte und alltagsnahe Konfession des Buddhismus. Es gibt im Mahayana keine so große monastische Struktur.

Am meisten fallen die tibetischen Buddhisten auf. Vajrayana ist die besonders rituelle Konfession im Buddhismus. Du siehst allerlei Gebetstrommeln, Gebetsketten und Auf-Den-Boden-Gewerfe.

Tibetisch-stämmige Buddhisten sind meistens in Indien wohnhafte Exiltibeter. Indien ist ihre Heimat und sie bleiben länger. Theravada- und Mahayana-Buddhisten machen oft nur einen kurzen Besuch.

Vereinzelt triffst du sogar indische „Neo-Buddhisten“ aus Mumbai und Maharashtra. Ghandi wollte das Hindu-Kastenwesen reformieren, aber Ambedkar wollte es abschaffen. Dazu konvertierten er und Hunderttausende Unberührbare ganz pragmatisch zum Buddhismus.

Ambedkars Navayana-Buddhismus kommt ganz ohne Mönche aus. Die 7 Millionen Navayana-Buddhisten sind allergisch gegen „Aberglauben“ wie Wiedergeburt, Karma und Nirvana. Navayana ist die weltliche buddhistische Konfession.

Theravada-Massenmeditation unter dem Bodhi-Baum in Bodhgaya

Zeremonie von chinesischen Mahayana-Mönchen in Bodhgaya

Bodhgaya: Wo Buddha erleuchtet wurde

Bodhgaya ist der wichtigste Ort auf dem Buddha-Trail. Hier fand Buddha seine Erleuchtung unter dem Bodhi-Baum.

Ein Ableger des Baumes wurde nach Sri Lanka exportiert und reimportiert. Heute steht er unter dem Haupttempel und spendet den Meditierenden Schatten.

Auf dem großen Tempelgelände kannst du einen ganzen Tag verbringen. Es ist faszinierend die Pilger aus verschiedenen Ländern und Konfessionen zu beobachten.

In den Wintermonaten kommen viele Tibeter und Bhutanesen aus den Bergen um in Bodhgaya zu überwintern. Es gibt dann einen tibetischen Markt und viele tibetische Zelt-Restaurants. Tashi Delek!

Am meisten los ist im Januar zum Kalachakra. Manche Jahre kommt sogar der Dalai Lama. Auch im Dezember habe ich in nur einer Woche eine große und mehrere kleinere buddhistische Versammlungen erlebt.

Viele Pilger machen einen Ausflug zur Dungeshwari Höhle, wo sich Buddha fast zu Tode gefastet hat. Kannst du machen, wenn du viel Zeit in Bodhgaya hast, muss aber nicht sein.

Japanischer großer Buddha in Bodhgaya

Thai Tempel Metta Buddharam in Bodhgaya

Bodhgaya: Tempel-Wertung

  • 5 Thailand [Theravada]
  • 4 Japan [Mahayana]
    4 Bhutan [Vajrayana]
    4 Tibet [Vajrayana]
  • 3 Vietnam [Mahayana]
    3 Myanmar [Theravada]
  • 2 Mongolei [Vajrayana]
    2 Laos [Theravada]
    2 Sri Lanka [Theravada]
    2 China [Mahayana]
  • 1 Taiwan [Mahayana]
    1 Korea [Mahayana]
    1 Kambodscha [Theravada]
    1 Nepal [Vajrayana]
    1 Bangladesch [Mahayana]
    1 Sikkim [Vajrayana]

(5: Must See – 1: weglassbar)

Thailand ist sehr religiös und das reichste Land des Theravada-Buddhismus. Besonders krass siehst du das in Bodhgaya. Es gibt 5 große Thai Tempel mit Baustilen aus verschiedenen Regionen Thailands. Besonders gelungen ist der Metta Buddharam Tempel. Er erinnert an das silberne Wat Sri Suphan in Chiang Mai. Es ist einer der schönsten, wenn nicht der schönste Tempel in Bodhgaya.

Japan hat einen riesigen Buddha zwischen seine 2 Tempel gebaut. Die Statue ist zum Wahrzeichen für Bodhgaya geworden und ist zu recht „die Sehenswürdigkeit“.

Der bhutanesische Tempel in der Stadt hat den schönsten Innenraum mit Dioramen an der Wand. Das große bhutanesische Kloster außerhalb ist bei indischen Besuchern sehr beliebt – keine Ahnung warum.

Tibet hat 7 Tempel in Bodhgaya, davon einen direkt vor der Dungeshwari Höhle. Keiner der tibetischen Tempel ist überragend schön, die 4 Punkte gibt’s für Quantität ;)

Vietnam hat einen hübschen Tempel, der aber nicht für Besucher geöffnet ist. 2 weitere älterere Tempel liegen am Fluss und nahe der tibetischen Zeltstadt. Myanmar unterhält 4 Tempel, der neueste davon bei der Dungeshwari Höhle.

Kanalboot in Lumbini

Geburtstempel in Lumbini

Lumbini: Wo Buddha geboren wurde

Lumbini gilt als Geburtsort Buddhas. Das kleine Dorf Lumbini Bazaar liegt nur wenige Kilometer von der indischen Grenze in Zentralnepal. Kulturell bist du schon in Indien.

Extra für Pilger wurde der Friedenspark angelegt, ein riesiges Gelände mit 5 km x 1,6 km. Zwischen vereinzelten Tempeln überwiegt die Natur. Das ist perfekt für eine Fahrradtour.

Es geht um einiges ruhiger zu als in Bodhgaya. Natürlich verteilen sich die Leute auch besser. Nur um den Geburtstempel und den Vajrayana-See begegnest du überhaupt Menschengruppen.

Die Tempel der buddhistischen Konfessionen sind streng sortiert. Im Osten sind die Theravada-Länder, im Südwesten die Mahayana-Länder und im Nordwesten um einen See die Vajrayana-Länder.

Das schizophrene Nepal hat gleich einen Theravada-, einen Mahayana- und zwei Vajrayana-Tempel. Ausgleichend gibt es überraschend wenige Tibeter.

Ganz im Süden liegt der Geburtstempel und ganz im Norden thront die japanische Friedensstupa. Zwischen Süden und Norden fährt auf einem Kanal ein Passagierboot. Außerdem kannst du Fahrräder leihen oder eine Rikscha nehmen.

Deutscher Tempel in Lumbini

Thai Tempel und Baby-Buddha in Lumbini

Lumbini: Tempel-Wertung

  • 5 Deutschland [Vajrayana]
  • 4 Nepal [Vajrayana]
    4 Kambodscha [Theravada]
  • 3 Japan [Mahayana]
    3 Thailand [Theravada]
  • 2 Myanmar [Theravada]
    2 Vietnam [Mahayana]
    2 Korea [Mahayana]
    2 Sri Lanka [Theravada]
    2 China [Mahayana]
  • 1 Frankreich [Vajrayana]
    1 Österreich [Vajrayana]
    1 Kanada [Vajrayana]
    1 Singapur [Vajrayana]
    1 Tibet [Vajrayana]

(5: Must See – 1: weglassbar)

Der schönste Tempel in Lumbini ist – halt dich fest – der deutsche! Die Drikung Sekte des Vajrayana Buddhismus scheint in Deutschland beliebt zu sein. Sie haben in Lumbini eine Lotus-Stupa auf ein Tempeldach gebaut. Die Wandmalereien im Innengang und die Skulpturen im Außenbereich lassen dich den Tempel mehrmals umrunden.

Nepal trumpft im eigenen Land auf. Das World Center for Peace and Unity am Vajrayana-See mit nepalesischer Stupa auf dem Dach ist gelungen. Noch schöner ist der neue Tempel im Newari-Stil schräg gegenüber. Er bietet eine gute Kostprobe von Bhaktapur oder Patan.

Kambodscha hat an allen anderen Orten die einfallslosesten Tempel, aber nicht in Lumbini. Am kambodschanischen Tempel wird zwar aktuell noch gebaut. Die zukünftige Schönheit lässt sich aber schon erahnen.

Die japanische Sekte Nipponzan-Myōhōji baut seit dem 2. Weltkrieg überall auf der Welt Friedenspagoden. Mehr als 80 gibt es schon. Vielleicht kennst du die in München oder die in Wien. Eine große Friedenspagode steht auch in Lumbini.

Der thailändische Tempel in Lumbini ist von den 4 Hauptorten der unspektakulärste. Das große, komplett weiße Gebäude erinnert ein wenig an das Wat Rong Khun in Chiang Rai. Den Akzent setzt der goldene Baby-Buddha davor. Thailand hat auch den größeren Baby-Buddha an der ewigen Flamme des Friedens gestiftet.

Garden of Spiritual Wisdom in Sarnath

Kirchenförmiger Haupttempel in Sarnath

Sarnath: Wo Buddha seine erste Predigt hielt

In Sarnath hielt Buddha nach der Erleuchtung seine erste Rede vor 4 Jüngern. Er verkündete die 4 edlen Wahrheiten und den achtfachen Pfad. Leben heißt Leiden.

Sarnath ist der einzige der vier Pilgerorte, wo du außer Pilger auch Touristen siehst. Sarnath kannst du als Ausflug vom 10 Kilometer entfernten Varanasi besuchen (und umgekehrt).

Neben den Ländertempeln siehst du in Sarnath 2 antike Stupas aus der Zeit von König Ashoka. In den anderen Orten sind wenn überhaupt nur Fundamente von antiken Stupas übrig.

Neben der Chaukhandi Stupa liegt beinahe unbeachtet der wunderschöne Garden of Spiritual Wisdom. Mache die Kurzeinführung in den Buddhismus oder erhole dich von den Touristen-Gruppen.

Vietnamesischer Riesenbuddha in Sarnath

Thai Riesenbuddha in Sarnath

Sarnath: Tempel-Wertung

  • 4 Thailand [Theravada]
    4 Vietnam [Mahayana]
    4 Tibet [Vajrayana]
  • 3 Sri Lanka [Theravada]
  • 2 Japan [Mahayana]
    2 Kambodscha [Theravada]
    2 Myanmar [Theravada]
  • 1 China [Mahayana]
    1 Korea [Mahayana]

(5: Must See – 1: weglassbar)

Thailand setzt normalerweise auf Anmut und Einfachheit. In Sarnath haben sie aber einen riesigen stehenden Buddha hingestellt. Egal, es funktioniert und der Thai-Tempel ist der beliebteste.

Keine Spur dezenter ist Vietnam mit einem sitzenden Riesenbuddha. Während der Thai Tempel überlaufen ist, hast du den vietnamesischen Tempel für dich alleine. Er liegt nördlich etwas außerhalb.

Tibet hat keinen Riesenbuddha, aber einen großen Tempel. Vajra Vidya ist das Zentralinstitut für tibetische Studien. Der goldene Tempel könnte auch im Himalaya stehen. Weitere tibetische Tempel sind über Sarnath verteilt.

Sri Lanka hat in Sarnath einen alten Tempel und einen Ableger des Bodhi-Baumes. Der Baum steht umgeben von Gebetsmühlen neben dem kirchenförmigen Haupttempel.

Schlafender Buddha am Todesort in Kushinagar

Mahayana-Mönche vor Theravada-Gruppe aus Sri Lanka in Kushinagar

Kushinagar: Wo Buddha starb

In Kushinagar soll Buddha mit 80 ins Parinirvana übergegangen sein. Das heißt er starb und konnte als Erleuchteter seine erneute Wiedergeburt verhindern. Das ist das Ziel jedes Buddhisten.

Das kleine Dorf Kushinagar wirkt viel ärmer als die anderen 3 Pilgerorte. Denke dir die Tempel weg und du bist mitten im ländlichen Indien. Es gibt Pferdekarren und du kannst sehen wie eine fünfköpfige Familie zusammen auf ein Fahrrad passt.

Kushinagar ist der unwichtigste von den 4 Haupt-Pilgerorten. Das merkst du an der Anzahl der Tempel und Pilger. Du kannst alle Tempel in einem halben Tag sehen und wenn nicht verpasst du auch nichts.

Es ist schon interessant, daß im Christentum der Tod des Religionsgründers so eine große Rolle spielt. Das Kreuz wurde sogar zum Symbol für die Religion.

Im Buddhismus ist die Erleuchtung das wichtigste Ereignis. Das buddhistische Symbol ist das Lebensrad. Das wurde bei der ersten Predigt in Sarnath in Gang gesetzt.

Burmesische Pagode in Kushinagar

Tempel von Vietnam und China in Kushinagar

Kushinagar: Tempel-Wertung

  • 4 Vietnam-China [Mahayana]
  • 3 Myanmar [Theravada]
    3 Thailand [Theravada]
  • 2 Japan [Mahayana]
  • 1 Tibet [Vajrayana]
    1 Korea [Mahayana]
    1 Sri Lanka [Theravada]
    1 Kambodscha [Theravada]

(5: Must See – 1: weglassbar)

Vietnam hat sich mit China zusammengetan und einen modernen Tempel hingestellt. Das zweistöckige Hauptgebäude könnte so auch in China oder Vietnam stehen. Sehenswert sind die Nachbildungen von Haupttempeln aus den anderen Pilgerorten.

Myanmar hat mit Sri Lanka die ältesten Tempel. Der in Lumbini ist trotzdem beeindruckend mit einer schönen Kopie der Shwedagon Pagode in Rangon. Die gibt es zwar auch in Lumbini, aber hier ist sie freistehend an der Hauptstraße und wirkt besser.

Thailand hat wie immer einen großen Tempel mit weitläufigem Garten. Das Hauptgebäude erinnert an das Wat Kaew in Krabi Town. Eines der Nebengebäude erinnert mit goldenen Glocken an das Wat Tri Thotsathep in Bangkok.

Thai-Gruppen pilgern auch nach Nalanda

Seilbahn zur Friedensstupa in Rajgir

Rajgir / Nalanda: Wo das erste Konzil war

Kurz nach Buddhas Tod kamen in Rajgir etwa 400 v.Chr. hochrangige buddhistische Mönche zum 1. buddhistischen Konzil zusammen. Hier wurden die 3 wesentlichen buddhistischen Schriften der Tripitaka zusammengetragen.

Nalanda war 500 n.Chr. die erste Universität der Welt und die größte der Antike. Mehr als 1.000 buddhistische Professoren lehrten vor mehr als 10.000 Studenten. Die Bibiliothek in einem der neunstöckigen Gebäude galt als legendär.

Rajgir und Nalanda sind keine der 4 Hauptorte, aber werden ebenfalls von Pilgern besucht. Vor allem Thais kommen hierher. Das liegt sicher auch an der einfachen Erreichbarkeit von Bodhgaya.

Nalanda ist auch heute noch ein Ehrfurcht einflößender Ort. Du läufst durch die Ruinen des ältesten Uni-Campus und stellst dir das studentische Leben damals vor.

In Rajgir sind von der früheren Größe nicht viel mehr als Fundamente der Stadtmauer übrig. In den Hügeln im Süden sind Höhlen aus Buddhas Zeiten, darunter die in der das buddhistische Konzil stattfand.

Interessanter sind die Tempel der Jain auf den Gipfeln oberhalb einer heißen Quelle. Es ist ein Vorgeschmack auf die jainistische Stadt der Tausend Tempel Palitana in Gujarat. Mahavira, der Gründer des Jainismus war Zeitgenosse von Buddha. Schau dir auch das Veerayatan Jain Museum an.

Chinesisches Denkmal für Xuanzuang in Nalanda

Friedenspagode oberhalb vom Vulture’s Peak in Rajgir

Rajgir / Nalanda: Tempel-Wertung

  • 3 Japan [Mahayana]
    3 China [Mahayana]
    3 Thailand [Theravada]
  • 2 Myanmar [Theravada]
  • 1 Kambodscha [Theravada]
    1 Tibet [Vajrayana]
    1 West Bengal [Mahayana]

(5: Must See – 1: weglassbar)

Bitte erwarte nichts Großartiges von den Tempeln in Rajgir und Nalanda. Die beiden Nebenort sind aber insgesamt sehenswerter als der Hauptort Kushinagar.

Der japanische Tempel bei den heißen Quellen ist der sehenswerteste in Rajgir. Natürlich gibt es auch eine japanische Friedenspagode. Sie ist sehr schön gelegen, vergleichbar mit der in Pokhara. Eine Seilbahn versüßt den Aufstieg.

China hat in Nalanda einen schönen großen Tempel als Denkmal für den chinesischen Pilger Xuanzang gebaut. Der chinesische Mönch pilgerte ca. 650 n. Chr. durch Indien und studierte 2 Jahre in Nalanda.

Thailand übertreibt es wieder mit einem Tempel in Nalanda und einem halbfertigen Tempel in Rajgir. Beide Tempel sind nichts Besonderes. Die „Wat Thai“ sind einfach eine angenehme Zuflucht.

Stupa im modernen Buddha-Park in Patna

7 Neben-Pilgerstätten

Außer Rajgir und Nalanda gibt es noch 5 weitere Neben-Pilgerstätten für Liebhaber:

  • Patna
    Pataliputra wurde nach Rajgir die Hauptstadt der Maurya. Hier war Sitz von Kaiser Ashoka, der den Buddhismus in Indien und Sri Lanka profilierte. Später fand hier das 3. buddhistische Konzil statt. Heute ist Patna eine hässliche 2-Millionen-Stadt mit einem modernen Buddha-Park.
  • Shravasti
    Shravasti war Buddhas Wahlheimat. Hier verbrachte er die Regenzeiten in einem Kloster. Davon und von vielen anderen Stätten aus Buddhas Zeit sind Ruinen übrig. Es gibt einige Ländertempel, drunter Thailand, Korea, Sri Lanka und Myanmar.
  • Vaishali
    Buddha kam oft nach Vaishali und hielt hier angeblich seine letzte Predigt vor dem Tod. Später fand das zweite buddhistische Konzil hier statt. Es sind einige Fundamente von Stupas und einem Kloster übrig. Die Japaner haben eine Friedenspagode gebaut und die Thais einen Tempel.
  • Kesariya Stupa
    Hier übergab Buddha seine Almosenschale vor seinem Tod. Die Überreste der Stupa ähneln in Form und Größe Borobodur in Indonesien. Die Kesariya Stupa ist aber viel weniger bekannt – und viel schlechter erhalten. Es gibt natürlich einen Thai Tempel.
  • Kapilavastu
    Bevor Siddharta zum Asketen und dann zum Buddha wurde war er 29 Jahre lang Prinz der Shakyas in Kapilavastu. Die genaue Lage von Kapilavastu ist nicht ganz klar. Ein möglicher Ort liegt in Nepal. Zu sehen gibt es ein paar Ruinen und einen Thai Tempel.

Mahayana Pilger in Bodhgaya

Praktische Tipps für den Buddha-Trail

Der Buddha-Trail ist sehr einfach auf eigene Faust zu bereisen. Du bist aber schon abseits der normalen Indien-Touristenrunden. Nur in Sarnath/Varanasi gibt es wirklich Touristen und vereinzelt in Lumbini und Bodhgaya. In den untouristischen Orten findest du Wifi immerhin im Thai-Tempel ;)

In jedem Ort findest du viele Guesthouses, auch ohne zu buchen. Du kannst außerdem in manchen der Tempel gegen eine kleine Spende schlafen. Ich habe in Sarnath im chinesischen und in Kushinagar im vietnamesischen Tempel übernachtet. In Bodhgaya habe ich keinen Platz bekommen. Pilger-Unterkünfte sind recht rustikal. Ein Moskitonetz solltest du unbedingt mitnehmen.

Mache am besten ein elektronisches Visum für Indien. Du kannst damit einmal aus- und wieder einreisen. Gehe z.B. über die Landgrenze in Sonauli nach Lumbini in Nepal und zurück nach Gorakhpur. In Nepal bekommst du ein Visum on Arrival für 15 oder 30 Tage.

Die Tempel in den touristischeren Orten bieten auch Touristenprogramme an. So hat der Thai Tempel in Sarnath einen mehrtägigen Basiskurs für Vipassana-Meditation. Natürlich findest du das auch überall in Thailand.

Mehr praktische Infos gibt es wie immer auf Wikivoyage.

Burmesische Mönche in Bodhgaya

Transport auf dem Buddha-Trail

Laufen wie auf dem Jakobsweg würde ich nicht. In Indien sind schon die lokalen Busse hardcore genug für ein Karma-Plus.

Ich bin von Kolkata nach Gorakhpur mit Spicejet reingeflogen für Kushinagar und Lumbini. Dann folgten Sarnath, Bodhgaya, und Rajgir/Nalanda über Land. Vaishali und Kesariya gehen als Ausflug von Patna. Am Ende bin ich von Patna nach Kolkata mit Indigo rausgeflogen. Das geht genauso mit Delhi statt Kolkata.

Von Gorakhpur (Kushinagar/Lumbini) nach Varanasi (Sarnath) und weiter nach Gaya (Bodhgaya) fährt die Eisenbahn. Die kleineren Orte erreichst du mit lokalen Bussen. Einfach nachfragen, in Indien spricht man viel Englisch.

Wenn du unbedingt willst und alles perfekt durchgeplant ist, kannst du den Buddha-Trail in 10 Tagen abreißen. Ich würde mir aber mindestens 2 Wochen Zeit nehmen, ungefähr so:

  • 2 Tage Lumbini
  • 1 Tag Kushinagar
  • 1 Tag Sarnath
  • 3 Tage Bodhgaya
  • 1 Tag Rajgir und Nalanda
  • 1 Tag Vaishali und Kesariya

Dazu kommen Transit-Tage. Plane zusätzlich etwas Zeit für einen der faszinierendsten Orte der Welt ein: Varanasi. Ich bin diesmal gleich eine Woche dort hängengeblieben und das war schon mein 3. Besuch ;)

Kaiser Ashoka rechts und seine Löwen-Säule in Sarnath

Ashoka und der historische Buddha Trail

Als Pilger auf dem Buddha Trail stehst du in einer langen Tradition. Millionen buddhistische Pilger sind vor dir durch Nordindien gezogen.

Der bekannteste frühe Pilger war Kaiser Ashoka. Nach einer besonders blutigen Schlacht mit hunderttausenden Toten bekannte sich der Kaiser 263 v.Chr. zum Buddhismus.

Er suchte daraufhin die wichtigen Orte im Leben Buddhas. Dort errichtete er tausende Stupas und seine Säulen. Die vier stilisierten Löwen auf einer der Säulen sind heute Symbol für Indien.

Nicht weniger interessant ist die Geschichte der chinesischen Pilger. Der Buddhismus verbreitete sich über die Seidenstraße nach China und fasste etwa um Christi Geburt Fuß.

399 n.Chr. brach der chinesische Mönch Faxian (Fa-Hien) zu Fuß nach Indien auf um die buddhistischen Originaltexte zu lesen. 13 Jahre war er entlang der Seidenstraße, in Nordindien und in Indonesien unterwegs. Er führte ein genaues Reisetagebuch.

629 n.Chr. verließ der Mönch Xuanzang (Hiuen-Tsang) China. Er reiste 17 Jahre durch Zentralasien und ganz Indien. Er hielt oft um zu studieren, allein 2 Jahre in Nalanda. Auch er führte ein genaues Reisetagebuch.

Der Buddhismus war in Indien im 7. Jahrhundert schon im Verfall. Die Unterschiede zwischen blühenden Städten und riesigen Klöstern bei Faxian und teilweise verlassenen Orten bei Xuanzang sind bemerkenswert.

Für eine tiefer gehende Einführung kann ich das kostenlose eBook Buddhist Pilgrimage von Chan Khoon San empfehlen. Es ist sehr kurzweilig und geht auch auf die chinesischen Pilger und die Geschichte des Buddhismus ein.

Aus dem Fels gehauener liegender Buddha in Ajanta

Buddhistische Monumente in Südasien

Auch über den Buddha-Trail hinaus gibt es viele sehenswerte buddhistische Monumente in Südasien. Hier mein persönliches Ranking:

  • 5 Ellora-Höhlen
  • 4 Ajanta-Höhlen
    4 Boudhanath (Nepal)
    4 Anuradhapura (Sri Lanka)
    4 Polonnaruwa (Sri Lanka)
  • 3 Mihintale (Sri Lanka)
    3 Swayambhunath (Nepal)
  • 2 Sanchi
    2 Nagarjunakonda
    2 Dambulla-Höhlen (Sri Lanka)
  • 1 Lalitagiri
    1 Udayagiri
    1 Ratnagiri
    1 Pandavleni-Höhlen
    1 Barabar-Höhlen

(5: Must See – 1: weglassbar)

Am einfachsten lassen sich die nepalesischen Monumente mit dem Buddha-Trail verbinden. Boudhanath und Swayambunath sind nur die Spitze des Eisbergs. Das Kathmandu-Tal ist kulturell einzigartig und voller Geschichte.

Fliege dazu nach Kathmandu statt nach Gorakhpur. Von Kathmandu ist es eine lange und rumpelige Busfahrt bis Lumbini.

Boudhanath: Kathmandu wants you!

Hast du Lust bekommen auf den Buddha-Trail oder kennst du ihn schon?

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