Auf Fids­chia­nisch gibt es 15 Wör­ter für „Him­mel‘, Yasawa ist eins davon. Klar, dass ich diese himm­li­schen Inseln sehen muss. Die Unter­künfte rei­chen von einem abge­schie­de­nen Resort im fer­nen Nor­den zu tra­di­tio­nel­len Strand­hüt­ten – Bure – bis zu einem Homes­tay. Ich nehme an Kava-Zere­mo­nien teil, gehe zur Schule und (fast) in die Kir­che, lerne Dorf­be­woh­ner und einen Dorf-Häupt­ling ken­nen. Und finde eine Ant­wort dar­auf, ob alles wirk­lich so himm­lisch ist, wie es auf den Post­kar­ten aussieht.

Mit dem Pri­vat­jet ins Paradies

Das Para­dies ist oft dort, wo kei­ner hin­kommt. An Orten, die von öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln nicht ange­fah­ren wer­den, die zusätz­li­che Mühe und Kos­ten ver­ur­sa­chen. Orte, an denen wenig tou­ris­ti­sche Infra­struk­tur besteht und wo sich Ein­hei­mi­sche noch über Besu­cher freuen, die eher Sel­ten­heit als Norm sind. Meine Reise beginnt auf der nörd­lichs­ten der 24 Yasawa-Inseln – ein­fach Yasawa Island genannt –, 22 Kilo­me­ter lang, mit sechs Dör­fern, in denen jeweils an die 200 Men­schen leben. Die ein­zige Unter­kunfts­mög­lich­keit dort ist das Yasawa Island Resort & Spa – nicht irgend­ein klo­bi­ger Luxus­schup­pen, son­dern ein Abschnitt am Strand, wo 18 tra­di­tio­nell fids­chia­ni­sche Strand-Bure mit Stroh­dach und einer zusätz­li­chen Dusche unter freiem Him­mel Süd­see­träume wahrmachen.

Um Yasawa Island und das Resort zu errei­chen, fliegt ein­mal täg­lich ein Exklu­si­v­jet von Paci­fic Air in 25 Minu­ten vom Flug­ha­fen Nadi auf der Haupt­in­sel Viti Levu gen Nor­den. Ich frage mich, ob Kon­fu­zius diese Stre­cke flog, als er zu dem genia­len Schluss „Der Weg ist das Ziel“ kam. Es geht vor­bei an der Berg­kette von Viti Levu, in der Ferne schläft der Riese – der „slee­ping giant“, eine insel­weit bekannte Fels­for­ma­tion mit den Kon­tu­ren eines Rie­sen­ge­sichts. Dann wird es unten tür­kis, als es übers Meer und die ande­ren weiß­san­di­gen und ber­gi­gen Insel­chen hinweggeht.

Der Aus­tra­lier James McCann, Resort-Besit­zer, begrüßt Ankömm­linge auf dem Roll­feld, das aus einer lan­gen Wiese zwi­schen Wäl­dern besteht und sich im Meer ver­läuft. Im Resort selbst ste­hen alle vom Haus- zum Küchen­per­so­nal auf­ge­reiht, mit Gitarre oder Uku­lele oder ein­fach klat­schend, und sin­gen zur Begrü­ßung den Bula-Song, wor­auf­hin man eine Blu­men­gir­lande umge­hängt bekommt. Egal, wo man auf Fidschi lan­det, ein herz­li­ches und lau­tes „Bula!“ ist stän­di­ger Beglei­ter. Das kleine Wort bedeu­tet sowohl hallo als auch will­kom­men und tschüss. Ich denke an den Flug­ha­fen von Nadi, als ich aus Aus­tra­lien ankam und Män­ner in Blu­men­hem­den und Röcken aus vol­ler Kehle für die Ankom­men­den san­gen. Bis dahin hatte ich geglaubt, sowas gäbe es nur im Fern­se­hen für Tram­schiff-Pas­sa­giere. Doch Sin­gen gehört zu Fidschi wie Spa­ghetti zu Italien.

In die geräu­mige Strand-Bure mit Queen-sized-Bett, einem Bade­zim­mer, das so groß ist wie mein Schlaf­zim­mer daheim und einer Ter­rasse mit Ers­ter-Reihe-Mee­res­blick, würde ich am liebs­ten für immer ein­zie­hen, doch noch span­nen­der sind die Men­schen, die im Resort arbei­ten. Sie stam­men näm­lich alle aus dem Nach­bar­dorf Bukama oder einem der ande­ren fünf Insel­dör­fer und sind meine erste Chance, Men­schen von die­sem fer­nen Ende der Welt kennenzulernen.

Von Dorf­häupt­lin­gen und Kokosnussverkäufern 

Nie­mand kann mehr über die Men­schen auf Yasawa Island erzäh­len und wieso der Aus­tra­lier Nor­man Boli­tho, der erste Resort-Besit­zer, eine Unter­kunft auf der ein­sa­men Insel bauen durfte, als der 66-jäh­rige Manasa Ragi­gia. Eine wahre Insel­le­gende, gebo­ren im Bukama Dorf nebenan und im Resort enga­giert, seit die erste Bure steht. „Als jun­ger Mann arbei­tete ich auf einer ande­ren Insel in einem Hotel“, beginnt er seine Geschichte. „Dort lernte ich Nor­man ken­nen. Er war mit sei­ner Frau auf einem Boot bis nach Yasawa Island hoch­ge­fah­ren und hatte sich in unsere Insel ver­liebt.“ Mana­sas Augen glü­hen, wäh­rend er mir die Erin­ne­run­gen in allen Ein­zel­hei­ten erzählt. „Nor­man wollte gern selbst auf Yasawa Island leben, aber das geht nicht so ein­fach. Der Dorf­häupt­ling, auf des­sen Gebiet etwas ent­ste­hen soll, muss zustim­men. Ich habe mit ihm gere­det und am Ende hat er zuge­stimmt.“ Er selbst, Manasa, und seine Freunde hät­ten mit eige­nen Hän­den eine Hütte für Nor­man gebaut. „Geld war nicht nötig, wir benutz­ten das Holz, das wir fan­den und Stroh fürs Dach, und Nor­man rich­tete sie sel­ber ein.“ Der Aus­tra­lier sei samt Fami­lie gekom­men, seine Toch­ter zur Dorf­schule gegan­gen. Bei einem Segel­turn um die Insel habe er dann einen unbe­rühr­ten Traum­strand ent­deckt. Damals bestand noch keine ein­zige Tou­ris­ten­un­ter­kunft auf der Insel, und so kam Nor­man eine Idee: Er wollte etwas für die Dorf­ge­mein­schaft tun, ein Busi­ness star­ten, und sein gefun­de­nes Para­dies gleich­zei­tig mit ande­ren Besu­chern tei­len – ein Resort sollte her. „Zuerst waren die Dorf­be­woh­ner dage­gen. Ich habe lange auf den Häupt­ling ein­ge­re­det, damit der die Dörf­ler umstimmte. Letz­ten Endes wurde ein Pacht­ver­trag für 99 Jahre unter­zeich­net, auch dem Dorf Bukama kommt ein Teil davon zugute.“

Und heute? Ich spre­che mit eini­gen der Men­schen, die im Resort arbei­ten, stets ein Lächeln und ein Bula auf den Lip­pen. Viel­leicht täu­sche ich mich, aber beide wir­ken zu echt, um nur Schau für die kleine Anzahl der sich zwi­schen Bure, Strand und Natur ver­lau­fen­den Besu­cher zu sein. Die junge Ara­lai arbei­tet erst seit einem Monat als Kell­ne­rin dort, stammt aus dem nörd­lichs­ten Dorf Yasawa i RaRa. „Wenn ich lau­fen würde, wären es zwei Stun­den bis hier­her, aber ich wohne die Woche über im Nach­bar­dorf Bukama, da wer­den wir jeden Mor­gen abge­holt.“ Autos gibt es auf Yasawa Island, wie auf allen Yasawa-Inseln, nicht, nur das Resort besitzt ein paar Mini­busse, um Besu­cher zum Flug­strei­fen oder Mit­ar­bei­ter zur Arbeit zu brin­gen. „Wenn ich nicht hier arbei­ten könnte, müsste ich nach Viti Levu zie­hen, wie meine Schwes­ter. Aber ich bleibe lie­ber hier.“

Sema­ema Bati, das Zim­mer­mäd­chen, ist schon seit 20 Jah­ren dabei. Wie viele Frauen auf Fidschi trägt sie eine Blume hin­term rech­ten Ohr – das bedeute, sie sei ver­hei­ra­tet. Wer die Blume links trägt, ist dage­gen noch zu haben. „Frü­her haben wir Kokos­nüsse geschnit­ten und ver­kauft“, erzählt sie mir. Da es bis nach Viti Levu etwa vier Stun­den per Boot seien, wür­den sie und ihre Fami­lie all ihr Gemüse selbst anbauen. „Wir ver­kau­fen auch Hüh­ner, Würste und Fisch.“ Das Resort sei ein guter Abneh­mer für fri­schen Fisch. Yasawa Island wird für mich zu einem der weni­gen Orte auf mei­nen Rei­sen, wo ich das Gefühl habe, dass Tou­ris­mus und tra­di­tio­nel­les Leben noch harmonisieren.

„Bei Ebbe kann ich von mei­nem Dorf zur Arbeit rüber lau­fen“, erzählt mir Nick, ein Boots­füh­rer, als er mich zu Paula’s Beach für ein Pri­vat­pick­nick bringt. Eins der exklu­si­ven Ange­bote, die Gäste des Yasawa Isand Resorts genie­ßen. Der gefloch­tene Pick­nick­korb ist voll­ge­packt mit Vor‑, Haupt- und Nach­speise, der Son­nen­schirm wird ins Boot gereicht, Nick klemmt sich die große Bast­de­cke untern Arm. Ich frage, wieso der Strand Paula heiße. „Paula ist die Besit­ze­rin. Das Resort muss ihr Miete zah­len, damit Besu­cher den Strand benut­zen dür­fen.“ Da stehe ich an einem men­schen­lee­ren Strand von gut einem Kilo­me­ter und beneide die unbe­kannte Paula. Nick will mich in drei Stun­den wie­der abho­len, bevor er um 17 Uhr Fei­er­abend hat – sollte er es ver­ges­sen, wäre es mir auch egal. Selbst die dicken Wol­ken, die der Sonne an die­sem Tag ver­bie­ten, das Para­dies-Fee­ling zu per­fek­tio­nie­ren, kön­nen mei­ner Begeis­te­rung kei­nen Abbruch tun. Kein Wun­der, dass Tom Hanks aus­ge­rech­net auf eine fids­chia­ni­sche Insel gesetzt wurde, um ‚Cast Away‘ zu dre­hen – etwas wei­ter süd­lich, auf die Mamanuca-Insel Monuriki.

Die ganze Nacht über don­nert und blitzt es, doch am Mor­gen schei­nen die dicken Wol­ken vom Vor­tag wie aus einem schlech­ten Traum. Die Sonne malt Strand, Meer und Hügel kraft­voll aus – mehr Süd­see geht nicht, genauso kit­schig schön habe ich es mir vor­ge­stellt. Bei einem Spa­zier­gang durch das Nach­bar­dorf Bukama lerne ich Tima ken­nen, die gerade vor ihrem Haus Wäsche auf­hängt. Sie erzählt mir von ihrem Mann und ihren drei Kin­dern und dass sie bis zur Geburt selbst im Resort gear­bei­tet habe. Wie wohl jeder Zweite in Bukama. Sie möchte wis­sen, woher ich komme, was ich hier mache. Sie würde mir gern die Schule zei­gen, aber die Kin­der, etwa 130 bis 150, seien gerade in Ferien. „Meine auch, das ist die Hölle! Nur am rum­ren­nen die klei­nen Racker.“ Sie deu­tet auf einen etwa Sechs­jäh­ri­gen, der hin­ter der weiß getünch­ten Kir­che mit tür­ki­sem Dach ver­schwin­det. „Aber ich will mich nicht beschwe­ren, wenn sie die High School anfan­gen, müs­sen sie nach Viti Levu fah­ren, hier haben wir nur eine Grundschule.“

Eigent­lich gäbe es unend­lich viel zu tun. Schnor­cheln, Tau­chen, eine Tour zur Blauen Lagune wei­ter süd­lich unter­neh­men und unend­lich viel essen, alles von fri­schem Fisch bis zu fri­schem Gemüse. Aber schon bald ver­falle ich in den Nichts-tun-Modus. Genieße, dass das WiFi nicht ganz so gut und nur im Restau­rant funk­tio­niert. Und ich denke an James‘ Worte: „Die Leute aus der Stadt wis­sen oft gar nicht mehr, wie das Nichts­tun geht. Sie kom­men vol­ler Pläne an, wol­len allen mög­li­chen Akti­vi­tä­ten nach­ge­hen, aber nach zwei Tagen wol­len sie gar nichts mehr. Dann sehe ich in ihren Gesich­tern, dass sie ange­kom­men sind.“

Island-Hop­pen in der Südsee

Um die ande­ren Yasawa-Inseln zu errei­chen, nimmt man die ein­zige Fähre, den Yasawa-Flyer, der jeden Mor­gen vom Hafen in Nadi auf­bricht und bis zur Insel Nacula süd­lich von Yasawa Island fährt sowie von dort am Nach­mit­tag zurück. Nach der exklu­si­ven Abge­schie­den­heit von Yasawa Island erleide ich zunächst einen Schock, als ich mich zwi­schen Hun­derte von etwa 18- bis 29-jäh­rige auf das Boot quet­sche. Nie­mals hätte ich erwar­tet, auf den fer­nen Yasawa-Inseln auf einem Back­pa­cker-High­way der Süd­see zu lan­den. Doch der erste Schreck ver­fliegt, als an jedem Stopp Leute aus­stei­gen und sich doch ganz gut über die Inseln ver­tei­len. Damit man raus darf, muss vor­her schon eine Unter­kunft auf der Insel gebucht sein. Die gibt es teils als Package zusam­men mit dem Flyer-Ticket, alles von Luxus­schup­pen bis zu hos­tel­ar­ti­gen Abstei­gen mit Schlaf­sä­len, wo manch­mal sogar Bett­wan­zen lau­ern, wie sich auf der Fähre rumspricht.

Das Meer wird blau und blauer, als es an der Insel­gruppe Mamanuca vor­bei geht – win­zige Eilande, die wenig mehr als Hau­fen Sand im Meer sind – zu den Yasawa-Inseln, vol­ler grün bewach­se­ner Fel­sen, die spitz in den Him­mel ste­chen. Ich habe mir Waya­sewa Island und die Naqa­lia Lodge aus­ge­sucht. Und bin zunächst ent­täuscht, denn nach den Traum­strän­den auf Yasawa Island ist der kleine Strand vol­ler See­gras und ande­rem, was das Meer ange­spült hat, eine Ernüch­te­rung. Was man doch für Pro­bleme hat, wenn man im Para­dies unter­wegs ist! Die fami­li­en­geführte Lodge besteht aus vier Bure, meine ist mit Bil­dern und tra­di­tio­nel­len Mus­tern an den Bal­ken ver­ziert. Beim Essen – Restau­rants gibt es auf den Inseln nicht, also wird dann in der Lodge geges­sen, wenn es eben Essen gibt – sit­zen alle Besu­cher zusam­men. Ein paar Zwan­zig­jäh­rige und ich.

Nach dem Mit­tag­essen brin­gen mich zwei Män­ner und die Toch­ter des einen zu einem Strand, wo man bei Ebbe auf die nächste Insel, Waya, rüber lau­fen kann. In ein paar Stun­den wol­len sie mich wie­der abho­len. Wie­der stehe ich allein an einem Strand, dahin­ter zer­fal­lene Häu­ser. Siesta-Zeit.

Doch plötz­lich sprin­gen vier Hunde um mich herum, ich ver­nehme eine Män­ner­stimme. Der Mann, den ich auf Ende 30 schätze, stellt sich als Di vor, kurz für Dimoro, und lädt mich auf einen Kaf­fee ein. Wohin? In eine der Bara­cken hin­ter mir. Das kleine Mäd­chen in mir erin­nert sich daran, dass man eigent­lich nicht mit frem­den Män­nern mit­geht, aber ich schlage alle Zwei­fel in den Wind, lasse mich von der Gast­freund­lich­keit des Fids­chia­ners ein­lul­len. „Ich hatte hier ein B&B, aber es wurde von einem Zyklon zer­stört, wie alle Häu­ser. Jetzt baue ich es wie­der auf.“ Dimo­ros Haus besteht aus Holz­bal­ken im Sand, die ein Dach oben hal­ten, aus einem Bett unterm Mücken­netz und einem Tisch – mit einem unschlag­ba­ren Fünf-Sterne-Blick über Strand und saf­tig grüne Süd­see­hü­gel hin­term tief­blauen Meer.

„Eigent­lich komme ich aus Viti Levu und bin Inge­nieur, aber seit fünf Jah­ren lebe ich hier. Manch­mal ist es ein biss­chen ein­sam, aber den Lärm der Stadt ver­misse ich nicht. Wenn die Stille zu viel wird, höre ich ein­fach Musik, lese und mache abends ein Lager­feuer und lecke­res Fidschi-Essen. Fiji-Time!“ Di lacht. Immer wie­der höre ich „Fiji-Time“. Das Syn­onym für Ent­span­nung, für die Uhr weg­le­gen, für Stress abschüt­teln, für Leben. Ich schaue Di zu, wie er den Kaf­fee ein­gießt und mir frisch geba­cke­nes Kokos­brot mit Mar­me­lade vor­setzt, das innen noch nicht ganz gar ist. Nach dem über­ra­schen­den Nach­mit­tags­s­nack bin ich nach­denk­lich. Denke noch lange an Di und seine Hunde. Wenn der Zyklon noch mal über Yasawa hin­weg­fegt, haben sie nur ihr Leben zu ret­ten, nichts Mate­ri­el­les, was sie irgend­wie fest­hält, belas­tet, ver­lang­samt. Ob es das ist, was Di meinte, als er von der „gro­ßen Frei­heit“ sprach, die er gefun­den hat?

Mein ers­tes Mal

Auf Waya­sewa erlebe ich meh­rere erste Male. Das erste Mal, das ich zum Son­nen­un­ter­gang auf einen unmög­lich stei­len Fel­sen hin­auf­kra­xele, der selbst manch leicht­fü­ßige Katze über­for­dern würde. Doch was tut man nicht alles für den Weit­blick über die gesamte Insel bis zu den Nach­bar­in­seln, wäh­rend die Sonne feu­er­rot im Süd­pa­zi­fik versinkt?

Und nach viel Gesang und einem wei­te­ren Bula-Will­kom­mens­song nach dem Abend­essen ist es mein ers­tes Mal, dass ich das Natio­nal­ge­tränk, Kava, pro­biere. Ein Getränk aus Rausch­pfef­fer, das bei über­mä­ßi­gem Kon­sum leicht nar­ko­ti­sie­rend wirkt. Das Ganze läuft nach stren­gen Regeln ab: Ein Tep­pich wird aus­ge­brei­tet, dann kommt ein gro­ßer Topf her­vor, in dem das Getränk zube­rei­tet wird, aus Kava-Wur­zeln oder bereits fer­ti­gem Pul­ver und mit Was­ser ver­dünnt. Ist alles fer­tig, klatscht man ein­mal in die Hände, nimmt eine kleine Schale Kava ent­ge­gen, ruft laut „Bula!“, trinkt, gibt die Schale zurück und klatscht noch drei Mal. Wer mag, hängt noch ein „Vinaka“ – danke – hin­ten­dran. Besu­cher, die noch Lust und Ener­gie haben, sit­zen mit den Lodge-Mit­ar­bei­tern und dem wil­den Wel­pen Bla­ckie zusam­men, wir sin­gen und spie­len. Zum Bei­spiel Obst­na­men auf­sa­gen, ohne dabei die Zähne zu zei­gen. Es klappt, Kava sei Dank!

„Wir haben etwa 300 ver­schie­dene Dia­lekte in Fidschi“, erzählt mir die junge Ody. Auch auf den Yasawa-Inseln gebe es einen eige­nen Dia­lekt. „Die Kin­der ler­nen Eng­lisch erst in der Schule – dort fin­det der Unter­richt nur auf Eng­lisch statt, und wer Fids­chia­nisch spricht, wird bestraft.“ Kein Wun­der, dass bei so viel Stress, wel­cher der Idee von Fiji-Time voll­kom­men zuwi­der­läuft, viele Fids­chia­ner des Eng­li­schen noch immer nicht wirk­lich mäch­tig sind.

Am nächs­ten Tag sehe ich beim Schnor­cheln unter mir erst­mals einen klei­nen Hai schwim­men – aber einen von der Sorte, der nicht gern Men­schen­fleisch abnagt. Und dann, kurz vor Son­nen­un­ter­gang, gehe ich mit Emily und ihrer Fischer-Crew zum ers­ten Mal in mei­nem Leben fischen. Bekomme eine Schnur, die ich so weit ins Was­ser ablasse, bis der Köder den Boden berührt. Dann sit­zen wir still da, die Schnur über einen Fin­ger gespannt, damit man merkt, wenn etwas zieht. Und es zieht, sehr oft. Begeis­tert hole ich die Schnur jedes Mal ein, nur um zu sehen, dass der Köder weg ist. Und doch – zwei Mal zerre ich ein schil­lern­des Fisch­lein aus den Tie­fen des Mee­res und bin stolz wie Bolle. Auf ein­mal kommt ein Boot auf uns zu, meh­rere Män­ner meckern. Angeb­lich wür­den wir gerade in einem Schutz­ge­biet fischen, erklärt Emily und zuckt mit den Schul­tern. Ein paar Meter wei­ter wird die Schnur wie­der ins Was­ser gelassen.

Nach die­sem auf­re­gen­den Tag liege ich nachts in der Hän­ge­matte unterm Ster­nen­him­mel, als sich der Hand­lan­ger Tonga zu mir gesellt. „Hän­ge­mat­ten sind super, ich schlafe immer in der da hin­ten“, deu­tet er auf eine Hän­ge­matte ein paar Bäume wei­ter. Er lässt sich unauf­ge­for­dert neben mir nie­der, schaut mit mir hoch ins Ster­nen­zelt. „Weißt du, dass die ganz dicken Sterne da oben böse Geis­ter sind?“ Wusste ich noch nicht. „Wenn du sie lange genug anschaust, wirst du sehen, dass sie Angst bekom­men und ver­schwin­den.“ Tonga macht es mir immer wie­der vor, doch bei mir will es nicht so rich­tig klap­pen. Viel­leicht muss ich noch ein biss­chen das Böse-Geis­ter-Ver­trei­ben üben, genau wie die Sache mit der Fiji-Time.

Save the best for last: Bei Fids­chia­nern zu Hause

Nach Waya­sewa bleibt mir eine letzte Insel – obwohl ich am liebs­ten an jedem Halt des Yasawa-Fly­ers in einem der tro­pi­schen Para­diese anhal­ten und dort Zeit ver­brin­gen würde – Nacula Island, gespro­chen Nawula, die nörd­lichste Insel, die der Flyer anläuft. Dort habe ich keine der übli­chen Lod­ges gebucht, son­dern einen Homes­tay – Taven Homes­tay. Erst auf dem Boot lese ich, dass ich eigent­lich eine Kava-Wur­zel als Geschenk für den Dorf­häupt­ling mit­brin­gen sollte. Ach du Scheiße! Ich sehe mich schon mit lee­ren Hän­den und bla­miert vor der Dorf­ge­mein­schaft ste­hen und gleich bei allen unten durch sein. Da hilft nur ein ver­zwei­fel­ter Appel an Fiji-Time.

Im Nor­den ange­kom­men, holt mich ein Schlauch­boot vom Flyer ab. Darin sitzt Bill, mein Gast­va­ter. Er grinst fast zahn­los, seine Augen strah­len noch mehr. „Bula!“ Am Strand war­tet sein neun­jäh­ri­ger Sohn Rami mit einer Schub­karre, in die mein Ruck­sack ver­frach­tet wird, dann geht’s am Meer ent­lang zum klei­nen Haus der Fami­lie – und zu mei­ner win­zi­gen Strand­bure. Noch kann ich nicht mit dem Fin­ger dar­auf tip­pen, was genau es ist, aber ich fühle mich zum ers­ten Mal auf den Yasa­way-Inseln auf Anhieb ange­kom­men. Viel­leicht liegt es an Salome, mei­ner 49-jäh­ri­gen Gast­mut­ter, in der ich vom ers­ten Moment an etwas von mir wie­der­erkenne. In ihrem Traum, sich etwas auf­zu­bauen und dem unbeug­sa­men Wil­len, die­sen Traum in Greif­ba­res zu verwandeln.

„Ich habe hier 2009 mit einem Tea­shop begon­nen“, berich­tet Salome, wäh­rend sie mir einen rie­si­gen Tel­ler mit Fisch und Cas­s­ava, der Fidschi-Kar­tof­fel, vor­setzt. Das Haus liegt direkt neben einer Tou­ris­ten-Lodge, und Salome wollte den Besu­chern nach­mit­tags die Mög­lich­keit bie­ten, für Kaf­fee und Kuchen vor­bei­zu­kom­men. „Bill war dage­gen, aber ich machte es trotz­dem. Ich webte viel, ver­kaufte die Sachen und bekam so etwas extra Geld.“ Haupt­be­ruf­lich ist Salome näm­lich Vor­schul­leh­re­rin des klei­nen Dor­fes Nai­si­sili hin­term Haus. Der Tea­shop schaffte es bis in den Lonely Pla­net. „Letz­tes Jahr kam mir die Idee, einen Homes­tay auf­zu­ma­chen und dafür eine kleine Gäste-Bure zu bauen. Bill war wie­der dage­gen.“ Ich spre­che ihr meine Bewun­de­rung aus, doch Salome winkt ab. „Das bin nicht ich, das ist alles Got­tes Werk!“

Von den drei Kin­dern des Ehe­paa­res sind nur der kleine Rami und der 26-jäh­rige Tusi zu Hause, der sich wei­gert, zu hei­ra­ten. „Ich will frei blei­ben“, erzählt er mir spä­ter, und dass er kein Pro­blem damit habe, auf der abge­schie­de­nen Insel Nacula mit sei­nen Eltern zu leben. „Auf Viti Levu müsste ich für mein Essen Geld ver­die­nen, hier gibt es mir die Erde umsonst.“ Und aus Dank­bar­keit dafür wird vor jedem Essen gebe­tet. Mal über­nimmt Salome das Gebet, dann Bill, dann bin ich an der Reihe. Rami und seine Freunde genie­ßen ihren letz­ten Feri­en­tag, denn am nächs­ten Mor­gen geht es zurück ins Inter­nat in Nacula Vil­lage, dem größ­ten Insel­dorf an der West­seite. „Es wäre zu weit, jeden Tag zu lau­fen, des­we­gen woh­nen die Kin­der dort und kom­men nur am Wochen­ende nach Hause“, erklärt mir Salome. In Nacula Vil­lage gebe es auch einen Arzt, aber für Fach­ärzte wie einen Zahn­arzt müsse man nach Veti Levu fah­ren – was man nur bei star­ken Zahn­schmer­zen tue.

Abends liege ich zusam­men mit Salome in der Hän­ge­matte, wir spre­chen wie alte Freun­din­nen. Über Gott und die Welt. Wie die meis­ten Fids­chia­ner ist die Fami­lie metho­dis­tisch und geht min­des­tens jeden Sonn­tag­mor­gen in die Kir­che, manch­mal auch unter der Woche abends um sechs. „Wir ver­dan­ken Gott alles, er ist immer für uns da“, weiß Salome. „Und er schickt mir immer die rich­ti­gen Leute.“ Dabei sieht sie mich lie­be­voll an. Da es ab acht­zehn Uhr dun­kel ist und nach dem Essen nichts mehr zu tun gibt, liege ich früh im Bett in mei­ner Bure, die an ein Pup­pen­haus erin­nert. Jedes Detail steckt vol­ler Tra­di­tion, von der mit typi­schem Mus­ter ver­zier­ten Plane an der Decke bis zu der hand­ge­web­ten Matte auf dem Fuß­bo­den. Nur ein paar Weih­nachts­baum­ku­geln, die von der Decke bau­meln, wol­len nicht ganz dazu passen.

Fiji-Time

Ganz am Ende mei­ner Zeit auf den Yasawa-Inseln kapiere ich sie doch noch, die Fiji-Time. Zeit spielt keine Rolle, ich wache mit den Wel­len und der durchs Fens­ter schei­nen­den Sonne auf und früh­stü­cke, wenn das Früh­stück fer­tig ist. Oft kocht Tusi mor­gens, doch ein­mal zau­bert Salome mir typi­sche Cassava-Kuchen.

Nach einem Aus­flug zu den berühm­ten Sawa-I-Lau-Höh­len, bei denen uns das Meer im klei­nen Motor­boot fast ver­schlingt, war­tet von Tusi frisch gean­gel­ter Fisch auf mich, wie­der mit Cas­s­ava und Gemüse. Dabei bin ich so auf­ge­regt, dass ich kaum einen Bis­sen run­ter­be­komme – am Nach­mit­tag will mich Tusi mit ins Dorf neh­men und dem Häupt­ling vor­stel­len. Laut Bill ist es kein Pro­blem, dass ich keine Kava-Wur­zel mit­ge­bracht habe, 10 Fiji-Dol­lar wer­den als Mit­bring­sel für die Dorf­ge­mein­schaft ausreichen.

Eigent­lich soll es direkt nach dem Mit­tag­essen los­ge­hen, aber Salome muss mit Rami mit dem Boot zur Schule fah­ren und Tusi ist ver­schwun­den. Hän­ge­mat­ten-Zeit. Fiji-Time. Nach ein paar Minu­ten liege ich nicht mehr allein darin, son­dern mit zwei Mädels, den Nach­bars­kin­dern, die noch zu klein sind, um ins Inter­net zu gehen. Seta und Nelly. Sie spre­chen kein Wort Eng­lisch, doch das ist auch nicht nötig, um uns gegen­sei­tig mit Blu­men zu schmü­cken und immer wie­der unsere Vor­na­men zu wie­der­ho­len. Und irgend­wann ist es doch soweit – Tusi bringt mich ins Dorf. Da Shorts ver­pönt sind, binde ich mir mein Strand­tuch um die Hüfte – einen lan­gen Rock habe ich nicht, und lange Hosen schi­cken sich für Frauen nicht.

„Unser Chief ist letz­tes Jahr gestor­ben“, erzählt Tusi, „der neue ist des­sen Cou­sin.“ Nor­ma­ler­weise wäre jedoch der älteste Sohn Nach­fol­ger. „Viele Leute im Dorf haben noch kein flie­ßen­des Was­ser, und Elek­tri­zi­tät gibt es nur dank Son­nen­en­er­gie.“ Alle Häu­ser im Dorf sind ein­fa­che Holz­häu­ser, Wäsche hängt zum Trock­nen zwi­schen Bäu­men. Und dann der große Moment: Wir nähern uns dem Haus des Häupt­lings. In mei­ner Fan­ta­sie ist er ein mäch­ti­ger Mann, der gekrönt auf sei­nem Thron sitzt, umge­ben von Gold. Umso grö­ßer die Ernüch­te­rung, als sich ein bier­bäu­chi­ger, schwit­zen­der Mann mit freiem Ober­kör­per zu mir umdreht, der gerade Holz hin­ter sei­nem Haus abfa­ckelt. Der Chief von Nai­si­sili. Für mein Foto streift er sich immer­hin ein Hemd über. Er hat genauso viele Zähne wie Bill, aber immer­hin heißt er mich im Dorf will­kom­men. Jetzt darf ich nach Lust und Laune ein- und aus­ge­hen. Unter­wegs rufen mir Kin­der und Erwach­sene „Bula“ zu. „Das hier war ursprüng­lich unser Haus, aber es wurde abge­fa­ckelt“, zeigt Tusi auf ein Haus-Ske­lett mit­ten im Dorf.

„Ich kann kaum dar­über spre­chen“, greift Salome die Sache mit dem Haus auf, als wir spä­ter zusam­men­sit­zen. Es sei gesche­hen, als sie mit dem Tea­shop begon­nen habe. „Er war gerade soweit, dass wir star­ten konn­ten, da brannte unser Haus im Dorf nie­der.“ Ich kann es kaum glau­ben, haben mir doch bis­her immer alle vom gro­ßen Zusam­men­halt von Fidschis Dorf­ge­mein­den erzählt. Auch Salome selbst. War es Brand­stif­tung? Sie zuckt trau­rig mit den Schul­tern. Genau werde sie es nie wis­sen, wolle auch nicht mehr dar­über nach­den­ken. Sie danke Gott dafür, dass der Tea­shop recht­zei­tig fer­tig gewor­den sei, sodass sie dort erst­mal ein­zie­hen konn­ten. Trotz­dem sei es der schwerste Moment seit ihrer Ankunft auf Nacula gewe­sen, denn ursprüng­lich stamme sie von einer klei­nen Insel süd­lich der Haupt­stadt Suva. „Auf Fidschi zieht eine Frau immer auf die Insel ihres Ehe­man­nes, der Mann bleibt fest ver­wur­zelt.“ Sie habe sich unbe­dingt etwas zu tun suchen müs­sen, Pro­jekte. „Nun möchte ich eine zweite Bure bauen, aber Bill ist dage­gen.“ Bald ertö­nen laute Schnarch­ge­räu­sche von der Matratze am Boden, auf der Bill schläft. „Das geht mir so auf die Ner­ven, diese Schnar­che­rei!“, beschwert sich Salome. Ein Leid, das mir allzu bekannt ist. Kur­zer­hand hole ich meine Dose Ohro­pax her­vor und schenke ihr ein Paar, das sie miss­trau­isch beäugt. Viel­leicht wolle sie es zuerst ein­mal mit einem probieren.

Am nächs­ten Mor­gen, als die Schule beginnt, gehe ich mit Salome in die Vor­schule im Dorf. Sie singt und spielt mit den Kin­dern, auch Nelly und Seta sind dabei. „Nelly Furtado“, stellt sich mir die kleine Nelly erneut vor und will auf den Arm. An der Wand hän­gen Bil­der von Obst und die eng­li­schen Begriffe dar­un­ter, die ich ihr lang­sam vorlese.

Auf dem Rück­weg gehe ich mit Salome am Dorf­la­den vor­bei – der ein stink­nor­ma­les Haus ist, in des­sen Inne­rem die Bewoh­ner einen Schrank vol­ler Lebens­mit­tel haben. Salome kauft ein paar Eier – aber nicht mehr lange, denn sie will auch ihre eige­nen Hüh­ner halten.

Spä­ter möchte mich Bill mit zur Kir­che neh­men, doch ich kann unmög­lich ein­ge­wi­ckelt in mein Strand­la­ken dort­hin gehen. Kur­zer­hand zieht Salome eins ihrer schicks­ten Out­fits aus der Truhe, ein oran­ge­nes Ensem­ble, wohl 100% Poly­es­ter, denn mir bricht sogleich der Schweiß aus. Mit Bill im lila Shirt, mit grü­ner Kra­watte und blauem Rock, mache ich mich auf den Weg, freue mich wie ver­rückt auf die metho­dis­ti­sche Messe. Dann ste­hen wir vorm voll­kom­men lee­ren Kir­chen­ge­bäude. „Heute nicht, die Män­ner sind oben auf dem Berg und bren­nen das Gras run­ter“, ruft uns ein Nach­bar zu. Ent­täuscht lässt Bill die Bibel sin­ken. Fiji-Time halt. Wenn das Gras weg muss, muss Gott warten.

Es fällt mir schwer, Salome und meine kleine Bure zu ver­las­sen. Weil mir Nacula Island ans Herz gewach­sen ist. Nicht nur wegen des traum­haf­ten Stran­des von Blue Lagoon auf der ande­ren Insel­seite, wo ich mich gern in der Sonne geaalt habe. Auch nicht wegen der Höh­len, die Tou­ris­ten­bro­schü­ren groß anprei­sen. Nein, ich habe am ande­ren Ende der Welt eine kleine Fami­lie gefun­den, bei der ich mich gebor­gen fühle. Und ich komme zu einem Schluss: „Him­mel“ ist kein schlech­ter Name für die Yasawa-Inseln. Sie haben viel Himm­li­sches. Die Strände. Auto-Frei­heit. Grüne Berge. Viele Bulas und viele lachende Gesich­ter und viel Kava und Musik. Stille. Unbe­rührt­heit, trotz der mitt­ler­weile vie­len Tou­ris­ten. Aber nein, ein voll­kom­me­ner Him­mel auf Erden sind sie nicht. Letz­ten Endes sind sie ganz nor­male Orte mit Men­schen, bei denen auch mal das Haus brennt. Die kämp­fen und ver­lie­ren und gewin­nen und nie still­ste­hen, wenn sie vor­an­kom­men wol­len. Und die auch Ohro­pax brau­chen, um nachts neben einem schnar­chen­den Bill Ruhe zu finden.

Fotos 1,2 und 13 wur­den freund­li­cher­weise vom Yasawa Island Resort & Spa zur Ver­fü­gung gestellt.

Cate­go­riesFidschi
Bernadette Olderdissen

Bernadette Olderdissen ist eine Geschichtensammlerin- und schreiberin. Schon in jungen Jahren verstand sie, dass ganz so viel Fantasie zum Schreiben gar nicht nötig war, denn die besten Geschichten schenkte ihr das Leben umsonst. Schenkten ihr die Menschen um sie herum. Als sie viele Geschichten gehört hatte, zog sie weiter. Sperrte die Ohren auf und schrieb alles nieder, was ihr die Menschen zu erzählen hatten. So trieb es sie immer weiter durch die Welt, mit ungesättigter Neugier und in der Gewissheit, dass sich die Menschen zwar überall auf der Welt verdammt ähnlich sind, jedoch keine zwei Geschichten identisch. Dieser Umstand ist schuld daran, dass sie noch immer nichts für die Rente gespart hat, sondern das Geld immer nur für die nächsten Reisen reicht. Und das findet sie auch gank okay so.

  1. Bernadette says:

    Vie­len Dank, Daidi, freut mich sehr, dass dir der Arti­kel und die Fotos gefal­len haben :) Ich wün­sche dir, dass du selbst alles mal mit eige­nen Augen siehst.
    Liebe Grüße
    Bernadette

  2. Daidi says:

    Hey,

    ich weis garn nicht zu den Bil­dern sagen soll, mehr als WOW fällt mir da wirk­lich nicht ein.

    Danke für das tei­len die­ser schö­nen Insel und dei­ner Eindrücke! :)
    Hab mir das als Ziel mal notiert.

    Liebe Grüße Daidi

  3. Anna says:

    Du schreibst supergut!
    wegen Erin­ne­run­gen an auch so schöne Zei­ten auf Inseln und natur­be­las­se­nen Strän­den kom­men die Tränen…

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