Ich krieg die Krise oder was?

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Ich krieg die Krise oder was?

Eine Woche nach den Wahlen betreten wir zum ersten Mal in unserem Leben griechi­schen Boden. Die neue Regierung hat sich gerade in Rekordzeit zusam­men­ge­funden und soll jetzt mit frischem Wind richten, was alle Vorgänger verbockt haben. Wir erwarten Aufbruchsstimmung in einem Jammertal. Schließlich habe ich einige Erfahrung mit dem Krisentourismus. Als 2009 in Großbritannien die Bankenkrise einschlug, war ich zufällig gerade in Belfast. Dort herrschte Weltuntergangsstimmung. An jedem zweiten Haus prangte ein „For Sale“-Galgen, alles verram­melte sich zu Hause und hielt das Geld beisammen, was in haarsträu­benden Rabattaktionen bei Einzelhändlern und Restaurants resul­tierte (für uns als Touristen einer­seits hochwill­kommen, anderer­seits schon etwas gruselig). Die Schnäppchen-Stiefel, die ich mir damals für fünf Pfund geschossen habe, trage ich heute noch.

Was wir statt­dessen in Thessaloniki erleben, überrascht uns, und es irritiert uns auch. Eine Woche verbringen wir in der zweit­größten Stadt des Landes und wundern uns: Keine Leerstände in den Geschäftsstraßen, keine Bettler, keine Kampfrabatte, statt­dessen ein allge­mein hohes Preisniveau, volle Cafés und jede Menge griechi­sche Wasserstoffblondinen, die offenbar noch genug Geld für den Friseur haben.

1_griechenland-krise-demonstrationGrün ist die Hoffnung: In Athen versam­meln sich Bürger zu einer Demonstration gegen die Sparmaßnahmen.

Um dem Rätsel auf den Grund zu gehen, laden wir kurzer­hand die Vermieter unseres Apartments zum Essen ein. Nikos* und Renia sind ein Paar Anfang 20. Sie studiert Jura, er schreibt an seiner Doktorarbeit. Die geschmack­voll einge­rich­tete Wohnung, die sie uns über AirBnB vermieten, haben sie von der Oma geerbt. Sobald sie es sich leisten können, wollen sie selbst hier einziehen, erzählen die beiden. Im Moment teilen sie sich Nikos’ Elternhaus mit seiner Schwester. Solange sie noch kein richtiges Geld verdienen, kommen die Mieteinnahmen gelegen. „Es bringt auch viel mehr, sie kurzzeitig an Touristen zu geben“, verrät Renia. „Die griechi­schen Mietpreise sind im Keller, und außerdem kann man nie sicher sein, ob man das Geld überhaupt bekommt, mit der Krise und so.“ Schlecht gehe es ihnen nicht, betonen die beiden. Jeder kenne jemanden, der durch die Sparmaßnahmen seinen Job verloren habe. „Aber das Bild, das in den Medien gezeichnet wird, ist übertrieben“, urteilt Renia. „Die suchen immer so lange, bis sie einen Extremfall finden, den sie portrai­tieren können. Dass Menschen so hart getroffen sind, dass sie in Mülltonnen wühlen müssen, das ist nicht real. Wenn, dann ist das ein persön­li­ches Schicksal, keine direkte Folge der Krise.“

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Dieser Spielplatz bleibt geschlossen, weil für den fälligen Check-up kein Geld da ist (das zumin­dest entnehmen wir der Übersetzung von Google Translator; es ist niemand im Park, den wir danach fragen können).

Im Schatten des Olymp treffen wir Antonios und Sophia. Mitten in der atembe­rau­benden Landschaft haben sie sich eine kleine Farm aufge­baut. Rund 1000 Legehennen besitzen sie, außerdem einen Stall voll Ziegen, zwei Pferde, Obstbäume und einen kleinen Olivenhain. Als Antonios hier die ersten Holzbaracken rund um das größten­teils selbst­ge­zim­merte Wohnhaus baute, war er schon über 40. „Solange die Kinder klein waren, habe ich die Zähne zusam­men­ge­bissen, in der Stadt gelebt und meinen bürger­li­chen Beruf ausgeübt“, erzählt der gelernte Toningenieur, während er den Gästen aus Deutschland frische Eier und selbst­ge­brannten Schnaps serviert. „Aber ich habe immer davon geträumt, eines Tages den größten Teil von dem, was ich zum Leben brauche, selbst zu produ­zieren.“

Das Leben als Landwirt ist hart, betont der Aussteiger. Aber im Gegenzug habe ihn die Krise kaum treffen können. Auf seine Landsleute ist Antonios nicht gut zu sprechen. „Es ist kein Wunder, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Die Griechen sind keine guten Arbeiter.“ Mittlerweile ist sein Hof so groß, dass er einen Gehilfen braucht. „Mit einem Griechen ist da nichts zu wollen. Die machen lieber früh Feierabend und sitzen im Café. Von denen kommt keiner hier aufs Land.“ Stattdessen beschäf­tigt er Albaner – die sich immer wieder abwech­seln müssen, weil sie ohne Arbeitserlaubnis nicht länger als drei Monate im Land bleiben dürfen. Das erzählt er uns mit der größten Selbstverständlichkeit und ohne die geringste Spur von Schuldbewusstsein. Was uns schon im Straßenverkehr immer wieder aufge­fallen ist, manifes­tiert sich hier zum ersten Mal im größeren Rahmen vor unseren Augen: Sich an bestehende Gesetze und Regeln zu halten, empfinden Griechen als optional.

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Manch ein Grieche möchte lieber ohne die EU…

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obwohl zumin­dest bei den Griechen, die wir getroffen haben, die Hoffnung auf eine Zukunft inner­halb der Europäischen Union vorherrscht.

Ein typisches Alltagsbeispiel dafür erleben wir auch an der Straßenbahnhaltestelle in Athen. In roten Lettern verbietet uns ein Schild den Zugang zum Bahnsteig ohne gültige Fahrkarte. Die Ticketschalter vor dieser Schranke sind aller­dings geschlossen, und der einzige Automat ist ausge­schaltet. Einen Augenblick lang sehen wir uns hilflos um. Dann folgen wir den Einheimischen, die das Verbot und auch das „no entry“-Schild gegen­über ignorieren, geradeaus durch­mar­schieren und ungerührt ihre Bahntickets beim geöff­neten Schalter auf der anderen Seite kaufen. Ganz offen­sicht­lich ist das so gedacht. Beispiele wie dieses begegnen uns immer wieder: Völlig unsin­nige Verbote werden aufge­stellt, das Erfüllen unmög­lich gemacht, aber die Einhaltung kontrol­liert ohnehin niemand. Von klein auf lernen Menschen in Griechenland, dass Regeln nicht weiter ernst zu nehmen sind.

Ein weiteres Beispiel dafür sind die Strafen für Verkehrsdelikte, die erst kürzlich drako­nisch erhöht wurden. Motorrad ohne Helm zu fahren, kostet mehrere hundert Euro. Die Realität: Nicht einmal jeder dritte Motorradfahrer trägt etwas auf dem Kopf. Die Polizei stört sich ganz offen­sicht­lich nicht daran. Die schaltet höchs­tens kurz vor der roten Ampel das Blaulicht an, um bequem und ohne Wartezeit über die Kreuzung zu kommen, Einsatz hin oder her.

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Ausblick auf die blauen Buchten und verwun­schenen Olivenhaine des Peloponnes – herrlich…

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… solange man die wilden Müllhaufen am Aussichtspunkt ausblendet.
Weiter den Hang runter verweste auch noch eine Kuh.

Auf halber Strecke zwischen Thessaloniki und Athen nimmt uns eine gastfreund­liche Familie bei sich zu Hause auf. Wir werden vor dem brennenden Kamin des schicken Eigenheims platziert und mit Rotwein versorgt. Es dauert keine fünf Minuten, bis wir uns angeregt über Reiseerlebnisse austau­schen. Giorgos, unser Gastgeber, hat ebenfalls viel von der Welt gesehen, und er erzählt gerne davon. Auch unsere Erfahrungen mit dem Schulunterricht der Kinder während der Reise inter­es­sieren ihn brennend. Als wir auf alltäg­li­chere Dinge zu sprechen kommen und Giorgos nach seiner Arbeit fragen, wechselt er aller­dings elegant das Thema. Das Essen ist bald fertig, sagt er, aber wir müssen noch auf Maria warten. Seine Frau kommt erst gegen neun nach Hause. Sie ist nieder­ge­las­sene Psychotherapeutin, und viele ihrer Klienten haben erst nach der Arbeit Zeit für Termine.

Drei Tage verbringen wir bei Giorgos, Maria und ihren beiden Töchtern, die sich uns über die Couchsurfing-Webseite als kosten­lose Gastgeber angeboten haben. Während Maria ganztags arbeitet, nimmt sich Giorgos viel Zeit, um uns die Gegend zu zeigen. Er ist Tourguide, erzählt er uns schließ­lich, er kümmert sich um die Instandhaltung der Wanderwege und um kultu­relle Events in dem Veranstaltungszentrum, an dem wir am Nachmittag vorbei­fahren. Vorsichtig bohre ich nach, denn der Mann mit seinen ausge­feilten Manieren, seiner Weltgewandtheit und seiner natür­li­chen Autorität wirkt auf mich viel eher wie ein Abteilungsleiter. Entschieden nicht wie jemand, der mit einem saiso­nalen Job zufrieden ist. Aber wieder wechselt der Familienvater das Thema und biegt nachdrück­lich jede Diskussion ab, die in Richtung Krise geht. Wir nehmen das große, aber ungeheizte Haus zur Kenntnis, den Fakt, dass Giorgos nur abends für ein paar Stunden das warme Wasser anschaltet. Das Thermometer im Wohnzimmer zeigt 16 Grad. Wir sehen, dass die Familie sich auf ein in die Jahre gekom­menes Auto beschränkt, mit dem Giorgos seine Frau und die Mädchen zu ihren Terminen chauf­fiert, und wir nehmen das Bedauern in Marias Augen wahr, als wir zum Abschied eine herzliche Gegeneinladung ausspre­chen. Den Rest müssen wir uns denken.

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Mit seinem azurblauen Meer, weiten Sandstränden oder abenteu­er­li­chen Felsen vermit­telt Griechenland ein herrli­ches Urlaubsgefühl…

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…aber wenn man genauer hinguckt, ist nicht alles Gold…

In Patras auf dem Peloponnes treffen wir Panagiotis. Er ist Angestellter der Universität und teilt sich seine kleine Wohnung mit einem türki­schen Mitbewohner. Auf den ersten Blick wirkt der hochge­wach­sene Mann mürrisch und unzugäng­lich, aber dann taut er doch so weit auf, dass ich mich traue, ihn nach dem Leben mit der Krise zu fragen. „Die Leute stolpern so dahin, aber die meisten halten sich aufrecht“, sagt der Mittdreißiger nach kurzem Überlegen. „Die Familienstrukturen sind hier noch intakt. Man hilft sich gegen­seitig. Und man ist vielfach zu stolz, um Schwächen zu zeigen.“ So langsam ergibt alles einen Sinn. Ich erzähle Panagiotis von meiner Verwunderung, dass die Cafés in Thessaloniki und auch in Athen alle geram­melt voll sind, obwohl der Durchschnittspreis für einen Cappuccino bei mehr als drei Euro liegt. Er lacht. „Natürlich sind die voll. Die Leute sind ja arbeitslos und haben alle viel Zeit, um im Café zu sitzen. Dass die da fünf, sechs Stunden bleiben und sich dabei an einem einzigen Kaffee festhalten, sieht man ja nicht.“

In einem kleinen griechi­schen Bergdorf schließ­lich lernen wir Kostas und Anna kennen. Er hat die Bäckerei seines Vaters geerbt und führt sie mit Leidenschaft, sie stammt aus Amerika und hat sich eine kleine Buchhandlung mit gebrauchten Büchern aus aller Welt aufge­baut, die längst über die Provinzgrenzen hinaus bekannt geworden ist. Die beiden öffnen ihr Haus für Reisende aus aller Herren Länder. Zum Abendessen quetschen sich acht Leute um den kleinen Esstisch: die Hausherren, die vierköp­fige Familie aus Deutschland, und außerdem ein Radfahrer-Pärchen aus Spanien, das die Krise im eigenen Land als willkom­mene Gelegenheit nutzt, zwei, drei Jahre durch die Welt zu tingeln. Die Stimmung ist herzlich und ausge­lassen. Es fühlt sich an, als hätten wir alte Freunde nach langer Zeit endlich wieder getroffen.

Diesmal bin ich nicht die erste, die auf das heikle Thema zu sprechen kommt. „Hattet ihr eigent­lich Probleme mit anti-deutscher Stimmung hier in Griechenland?“ fragt Kostas etwa zehn Minuten nach den Vorstellungsformalitäten. Nein, sagen wir, darüber können wir uns nun wirklich nicht beklagen. Im Gegenteil. Das einzige Mal, als in Thessaloniki im überfüllten Bus ein alter Mann nach einem kurzen Gespräch zwischen mir und meinem Sohn „Germania?“ fragte und Janis nickte, klopfte der Alte dem Zehnjährigen wohlwol­lend auf die Schulter. „Herrscht denn anti-deutsche Stimmung im Land?“ frage ich naiv in die Runde. „Oh ja“, sagt Anna. Dann korri­giert sie sich. „Anti-Merkel-Stimmung zumin­dest. Aber ich glaube, die Leute können ganz gut zwischen der Regierung und dem Volk unter­scheiden.“ In den Dörfern, sagt Kostas später, ist nicht so ganz viel von der Krise zu spüren. Die meisten Menschen sind Selbstversorger, jeden­falls zum Teil. Er merkt aller­dings schon, dass er weniger Brot verkauft. „Niemand hungert“, sagt der Bäcker bestimmt. „Ich glaube eher, dass die Leute früher pauschal ein Kilo gekauft haben, obwohl sie gar nicht so viel essen. Jetzt geben sie mehr Acht darauf und kaufen nur, was sie wirklich brauchen.“

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1000 Legehennen und ein Angestellter, der alle drei Monate das Land verlassen muss.

Wir beobachten die Symptome dieser Grundeinstellung ausgiebig in verschie­denen Lebensbereichen. Schließlich wundert uns nicht mehr, dass auch das Zahlen von Steuern als völlig optional angesehen wird. Es ist gar nicht so sehr das griechi­sche Volk, das durch die Finanzkrise in Not geraten ist, reali­sieren wir. Es ist eher der griechi­sche Staat, der von seinen Bewohnern vernach­läs­sigt wurde. Ein Gemeinschaftsgefühl besteht, aber es beschränkt sich eher auf inner­halb der Familien. Gesamtgesellschaftliche Effizienz ist kein Thema, weder im Straßenverkehr, noch im Recycling, noch in der Lokalpolitik. Diese kühne These nach dreiein­halb Wochen oberfläch­li­cher Recherche aufzu­stellen, ist sicher­lich gewagt. Aber als Denkanstoß mag sie dienen. Wir haben jeden­falls das Gefühl, die Akte Griechenland nun ein gutes Stück besser zu verstehen. Und zu wissen, warum sich die Dinge auch unter der neuen Regierung nicht wesent­lich ändern werden.

*Namen geändert – und zwar aus dem einfa­chen Grund, dass in Wirklichkeit nahezu alle männli­chen Beteiligten Kostas heißen und sich das einfach zu verwir­rend liest.


Kommentare

  1. Avatar von Reinard Schmitz

    Zum Thema steuern: ich wollte nicht wissen oder gar erleben was wäre, wenn den Arbeitnehmern nicht zwangs­weise Steuern und Sozialbeiträge zwangs­weise einbe­halten würden.

    Wir das aussähe, lernt man schnell bei unserem gehobenen Mittelstand und dessen Überbau: keinen Deut besser als in Griechenland, das nie in seiner neueren Geschichte eine nicht ausbeu­tende Fremdherrschaft über sich hatte, einschließ­lich der eigenen Elite und deren auslän­di­schen Befehlsgebern (1820 ff.)…

    Grob und kurz formu­liert 😉

  2. Avatar von Sabrina

    Toll mal einen Blick »hinter« die Kulissen zu bekommen und diesen Kontrast von Urlaubsland zu Realität oder wie auch immer man das beschreiben mag mitzu­kriegen. Sehr inter­es­sant 🙂

    1. Avatar von Lena

      Danke schön. Ja, das ist immer unser Anspruch, die Urlaubsländer auch »von innen« kennen­zu­lernen. Aber in Wirklichkeit ist das in ein paar Wochen natür­lich schwierig bis unmög­lich…

  3. Avatar von Ines

    Liebe Lena, vielen Dank für Deinen Bericht. Ich bin froh, dass mal jemand hinter die Kulissen schaut und diese Klischees entkräftet. Wir sind fast jedes Jahr in Griechenland und haben noch nie eine anti-deutsche Stimmung vernommen, ganz im Gegenteil, (eine Anti-Merkel-Stimmung schon). Leider kenne ich doch drama­ti­schere Schicksale, aber die Griechen sind sehr stolz und gewähren nicht so ohne weiteres Einblick in ihr Inneres. Auf den Inseln ist die Krise nach außen kaum sichtbar und die Menschen sind, wie Inka schon geschrieben hat, immer noch sind so gastfreund­lich, egal, wie es ihnen geht. LG Ines

    1. Avatar von Lena

      Danke, Ines. Wenn man die Veränderungen im Laufe der Zeit verfolgen kann, bekommt man sicher noch einen viel besseren Eindruck. Ich schätze, dass man als Normalperson die Gesamtkrise vor allem dann zu spüren bekommt, wenn man z.B. ins Krankenhaus muss oder sonstwie aufs soziale Netz angewiesen ist, das aufgrund der Sparmaßnahmen doch arg großma­schig geworden ist.

  4. Avatar von Dana Porath via Facebook
    Dana Porath via Facebook

    Wirklich inter­es­sant, danke dafür.

  5. Avatar von sasho

    Hey, das ist mal ein netter Beitrag, und wie immer Top Fotos…
    Ich bin nächste Woche wieder da.
    Konzentriere mich jetzt auf meinen Reise und Work Blog.

    Viele Grüße

  6. Avatar von inka

    Hmja, ich bin mir nicht so ganz sicher darüber. Ich habe die Griechen als sehr politisch inter­es­siert empfunden, und das nicht nur auf das eigene Wohl bezogen. Und das scheint mir dann keine logische Konsequenz, wenn einem der Staat egal ist.
    Wie auch immer ist aber sicher­lich auch Wahres dran. Ich war im Oktober 2011 dort, auf dem »Höhepunkt« der Proteste (oder eher auf dem Tiefpunkt) und weiß auch noch, dass wir uns gewun­dert haben, dass der reine Anschein anderes vermit­telte als die Not vieler Griechen (nur der Müll überall, der war nicht übersehbar).
    Ich würde zu gerne nochmal hinreisen in dieses Land, das mir als das gastfreund­lichste Land überhaupt in Erinnerung geblieben ist.
    Danke für diesen eindrück­li­chen Bericht.
    VG /​inka

    1. Avatar von Lena

      Dass »den Griechen« der Staat wirklich egal ist, wage ich nicht zu behaupten. Aber persön­liche Vorteilnahme auf Kosten der anonymen Masse ist in Griechenland einfach in so vielen Dingen alltäg­lich.
      Um die Sache mit dem Müll einzu­schätzen, lohnt sich ein Blick über die Grenzen. In der Türkei, Bulgarien und Mazedonien liegt ungefähr genauso viel Zeug in der Landschaft, Albanien spottet in der Beziehung ohnehin jeder Beschreibung. Das eigent­lich Erstaunliche ist für mich, dass Griechenland all die Jahre als »europä­isch« verortet wurde. Für mich ist es gefühlt ein Balkanland, das in eine andere Schublade gehört als Nordwesteuropa (Italien aller­dings auch). Hätte ich vor unserer Reise nicht gedacht. Das ist das Spannende, wenn man sich den Kontinent tatsäch­lich mal in der Gesamtschau ansieht. 😉

  7. Avatar von Liane

    Lena, du hast ein sehr spannendes Thema aufge­griffen und eure Eindrücke wunderbar wieder­ge­geben. Das Lesen verging wie im Fluge. Tip, Top! 🙂
    Man fragt sich ja immer, welchen Teil der Geschichte man bei uns in den deutschen Medien zu sehen bekommt, und wie wir bei den Griechen darge­stellt werden. Und es scheinen sich manche Vorstellungen zu bewahr­heiten. Es freut mich aller­dings sehr zu lesen, dass ihr euch die ganze Zeit herzlich willkommen gefühlt hat und liebe Mensche getroffen habt.
    Es wird wirklich spannend zu sehen sein, wie sich die Dinge in Zukunft (nicht) ändern werden. Irgendwas muss sich ja ändern… eigent­lich. Dann warten wir mal ab.
    Alles Gute und weiterhin viele tolle Reisen!

    1. Avatar von Lena

      Danke schön! Und ja, es war super spannend. Selbst als Couchsurfer haben wir aller­dings Wochen gebraucht, um an der Oberfläche zu kratzen. Wenn man die Landessprache nicht versteht, ist es echt sehr, sehr schwierig, dem Kern der Sache in drei, vier Wochen nahe zu kommen. Kein Wunder, wenn Dinge in den Medien schräg darge­stellt werden. Journalisten haben ja nicht ansatz­weise so lange Zeit, sich mit den Menschen zu unter­halten. Und auch unser Bild ist mögli­cher­weise völlig schief. Es ist halt bloß eine Aneinanderreihung von subjek­tiven Momentaufnahmen. Mehr nicht.

  8. Avatar von Planet Hibbel via Facebook

    Ein sehr cooler Bericht von Lena! Danke dafür!

  9. Avatar von Dunja

    Danke für diesen tollen Bericht und die Beschreibung der Momentaufnahmen in Griechenland.

    1. Avatar von Lena von family4travel

      Danke schön. Gern geschehen. 🙂

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