,

Die Wasserfälle von Iguazú

Kontinente und Länder › Südamerika › Argentinien › Die Wasserfälle von Iguazú
Die Wasserfälle von Iguazú

Dem rachsüch­tigen Schlangengott Mboi dürstet mal wieder nach Blut. Jedes Jahr fordert er von den Caingangues-Indianer eine schöne Jungfrau. Um den Verderben bringenden Gott zu besänf­tigen und seinen Zorn im Zaum zu halten, tun die Indianer, was Mboi verlangt.

P10309460463_1125x844
P10402890482_1125x844
P10403620486_1125x844

Am Ufer des Flusses Iguazú, lebt die Häuptlingstochter Naipú. Sie ist die Auserwählte; das nächste Opfer Mbois. Naipú wider­setzt sich jedoch ihrem Schicksal und flieht gemeinsam mit ihrem Geliebten Tarobá, dem tapfersten Krieger des Stammes. Auf einem Kanu versu­chen die beiden fluss­ab­wärts dem sicheren Tod zu entkommen.

Doch Mboi, der sich noch nie hat lumpen lassen, bemerkt den Fluchtversuch. Sein von den Indianern so gefürch­teter Zorn entfacht. Um die Flüchtigen aufzu­halten, wirbelt er wütend das Wasser des sonst ruhigen Flusses auf. Unter seinen mächtigen Schlägen bricht das Flussbett ein, eine Felsschlucht entsteht: Die Garganta del Diablo – die Kehle des Teufels.

P10401910487_1125x844
P10402290478_1125x844
P10403250485_1125x844

Zur Strafe verwan­delt Mboi die Häuptlingstochter in einen Felsen, der ununter­bro­chen von den herun­ter­stür­zenden Wassermassen gepeitscht wird. Nach diesem Felsen streckt ihr Geliebter, verwan­delt in eine Palme am Flussufer, noch immer unablässig, Tag für Tag, seine Zweige.

So entstehen, einer Legende der Caingangues-Indianer zufolge, die mächtigen Wasserfälle von Iguazú, die sich, von tropi­schem Regenwald umgeben, an der brasi­lia­nisch-argen­ti­ni­schen Grenze befinden.

P1040130_1125x1500
P10400250467_1500x844
P10309770464_1132x844

Die wuchtige Gischtwolke über der Teufelskehle steigt wie glitzernder Staub, angestrahlt von der Sonne, hoch über die Wasserfälle. Schwebend befeuchtet sie sacht die Gesichter der staunenden Besucher, die in der Gegenwart des tosenden Wassers ihre Stimmen erheben müssen, um ihre Erfurcht in Worte zu fassen.

Hunderte Kubikmeter Wasser stürzen jede Sekunde in die U‑förmige, nur 150 Meter schmale Schlucht, die Mbois wuchtigster Schlag verur­sachte. Doch die Teufelskehle ist zu eng, um die Wassermassen des mächtigen Iguazús auf einmal zu schlu­cken. Sie müssen auswei­chen – und so kommt es zu den fast 270 Nebenfällen im Unterlauf, die sich auf einer Länge von fast drei Kilometern erstre­cken. Aber auch diese Nebenfälle stürzen eindrucks­voll bis zu 70 Meter in die Tiefe. Damit sind die Wasserfälle von Iguazú höher und breiter als die Niagara-Fälle in Nordamerika und breiter als die Viktoriafälle in Afrika.

P1040013_1125x1500
P10400020466_1125x844
P10401200471_1125x844

Selbst Indiana Jones machte schon Bekanntschaft mit den Wasserfällen von Iguazú und stürzte im „Königreich des Kristallsschädels“ diesel­bigen hinab. Natürlich ohne einen Kratzer davon­zu­tragen.


Kommentare

  1. Avatar von Amine

    Ich möchte Ihnen für die Qualität Ihres Artikels gratu­lieren, Iguazu sind meiner Meinung nach die schönsten Wasserfälle der Welt, aber es gibt einen Ort in Brasilien so einzig­artig wie die iguazu Fälle ist der Lencois Maranhenses Park, eine Wüste von Dünen und blauen turcoise Wasser Lagunen, die diesen Ort ein einzig­ar­tiger Ort auf der Erde machen. kennen Sie diesen Ort ?

    Mit freund­li­chen Grüßen Amine

  2. Avatar von Gregor

    Wie? Das war’s schon? So kurz? Hätte noch deutlich länger werden dürfen…es gibt soviel darüber zu erzählen…

    1. Avatar von Morten und Rochssare
      Morten und Rochssare

      Klar gibt es noch viel mehr über die Wasserfälle zu erzählen. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Du bist gerne einge­laden mehr zu berichten, lieber Gregor.

  3. Avatar von Michael
    Michael

    Schöner Bericht mit tollen Fotos.

    Der »Indianer Jones« in der Kurzbeschreibung auf der Hauptseite lässt mich dann aber doch ein wenig schmun­zeln. 😉

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      Danke Michael,
      schön, dass wir dich zum Schmunzeln bringen konnten 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert