Lofoten

Die Inseln der Fischzungen

Als wären die Alpen ins Meer gefallen, so ragen die Berge der nordnorwegischen Inselgruppe aus dem Nordmeer. Oder anders gesagt: Die Lofoten sehen so aus, als hätte man die Alpen bis zu einer Höhe von 3.000 m geflutet. Und nun schauen eben nur noch die Bergspitzen aus dem Wasser.

Bis zu 1.200 m sind sie hoch und im Winter bei Sturm oft von stürmischer See umbrandet. Alles ist mit Schnee bestäubt. Und von Sonnenlicht überflutet. An Land spiegeln sich die Bergmassive in den Fjorden, sind auf den Kopf gestellt und nehmen im oft karibik-türkisfarbenen, durchsichtigen Wasser kein Ende. Das dramatische Bild der Lofoten mit schroffen, ungewöhnlich geformten Felsen, weiten und einsamen Tälern, Bergseen und idyllischen Fischerörtchen lockt inzwischen jede Menge Besucher im Jahr an, davon die meisten wohl Fotografen und Filmleute. Trotzdem war die angetroffene Anzahl dieses Mal doch sehr überschaubar und erträglich. Eine einzige Straße von oben bis unten nach Ä (das ist echt ein Ortsname!!): Die E10 – etwa 180 km lang. Plus viele kleine Zusatzsträßchen in die Landschaften und Fjorde hinein. Alles prima ausgeschildert.


So fühlt es sich jedenfalls für uns an, als Andreas K. (unser Freund aus Neuzelle) und wir Anfang März 2019 zwecks Fotografieren und Videodrehen die sagenumwobenen Inseln besuchen. Geflogen sind wir übrigens von Friedrichshafen über Frankfurt (35 min.) direkt nach Tromso (3 ¼ Stunden), das liegt noch höher im Norden. Eine gute Flugverbindung und gar nicht so teuer wie ursprünglich gedacht. Dort vorab einen mit Spikesreifen gespickten Alfa Romeo mit 4-Radantrieb gemietet und in 9 Stunden wieder in Richtung Süden gefahren, um dann unseren Bestimmungsort Leknes im südlichen Teil der Lofoten zu erreichen.

Gerade mal 24.000 Menschen trotzen übrigens auf den Inseln von Austvagöy im Norden bis Röst im Süden dem Polarwinter. Dank des Golfstroms sinkt die Durchschnittstemperatur aber nicht unter -1°C und die Häfen bleiben meist eisfrei. Nachts wird es doch empfindlich kalt, vor allem, wenn Wind geht. Also sehr warme Klamotten im Zwiebellook mitnehmen, superdicke Handschuhe und beste, gefütterte, noch dickere Winterstiefel plus ohrendichte Mütze. Schnee gab es in unseren 12 Tagen in Hülle und Fülle – 2 m oder mehr keine Seltenheit. Und den einen oder anderen sehr heftigen Schneesturm. Aber alles Dank der trockenen Kälte federleicht und knarrig wie Puderzuckerstaub. Nirgends Schneematsch. Die Straßen (inkl. die E10) haben fast überall eine festgefahrene Schnee-/Eisdecke von etwa 2 bis 3 cm Dicke mit merkwürdigen Riffeln drauf. Knallhart, aber nicht zu unterschätzen. Aufpassen musste man auch auf die sehr schnell fahrenden, breiten und überall einsatzbereiten Schneeräum-LKW! Also mindestens gescheite Winterreifen, am Besten wie gesagt mit den in Deutschland verbotenen Spikes. Dann fährt es sich prima auf diesem Belag.

Und noch eines ist uns als „ganz besonders positiv“ aufgefallen in Norwegen: Jeder Autofahrer, wirklich jeder, auch Autobus- und LKW-Fahrer hält an, wenn Du Anstalten machst, über eine Straße gehen zu wollen. Mit einem Lächeln im Gesicht, nicht etwa grummelig oder stirnrunzelnd. Welch Vorbilder für die restliche Welt!

DIE KLEINEN EISWUNDER

Es gibt sie bestimmt nur im Winter. Und man sieht sie oft beim Autofahren, wenn man auf die Fjordufer blickt. Aber auch mitten in einsamen Gegenden an Bergseen kann man sie antreffen, wenn man zu Fuß an den Rand des Wassers läuft. Kleine fotogene Dinger. Es knackt und knarzt in ihrer Nähe, wenn die Sonne scheint. Und irgendetwas scheint sich dauernd zu bewegen bei ihnen oder besser gesagt an ihnen. Sie haben keinen Namen. Aber wir haben ihnen Namen gegeben: Was haltet Ihr von „Aufplatzenden Dinoeiern“? Oder gar von „Explodierenden Mini-Eisvulkanen“?

Geheimnis gelüftet: Wir sprechen von den, im eisigen Wasser der Fjorde an deren Ufer liegenden, schwarzen oder dunkelbraunen Steinen. Was, das soll es jetzt sein?!! Nein, da kommt noch etwas Entscheidendes dazu. Nämlich Wasser. Gefrorenes Wasser. Der kleine Felsen oder Stein wird ständig von Wasser per Welle umspült. Ist es kalt genug draußen, bildet sich so langsam aber sicher eine dünne, dann immer dickere Eishülle oder -kruste drum herum. Bis er völlig eingeschlossen ist. Viele solcher Gebilde zusammen sehen dann am Ufer so aus, dass alle Felsen respektive Steine wie von einer flüssigen halbdurchsichtigen, grau-weißen Creme übergossen wurden. Irgendwie ganz weich. So weit so gut. Scheint dann später die wärmende Sonne darauf, platzen diese Dinger plötzlich oben an der Spitze auf. Es knackt und knirscht nun ständig. Das Loch im Eis wird immer größer und man sieht den dunklen Felsen darunter wieder. Gleichzeitig bricht an deren Seite die „Eiscreme“ weiter auf und es bilden sich kleine durchsichtige Eisplatten, die sich wie schützend gegen den Stein lehnen. In der Wärme bewegen sie sich scheinbar, da sie ja weiter schmelzen. Manche kippen um, manche verschieben sich gegeneinander. Das Dinoei öffnet sich nun vollständig. Der Eisvulkan steht kurz vor der Eruption. Schaut sie Euch an auf den Fotos. Total witzig. Das nächste Mal müsste man einmal ein Timelapse-Video von einem solchen Ausbruch machen, oder?!

Gleichzeitig können auf den halb zugefrorenen Fjorduferpassagen kleine Eisgebilde entstehen durch die ständige Bewegung des unter der dünnen Eisschicht nicht gefrorenen Wassers. Teilweise wird das Eis oder kleine Eisplättchen an der Oberfläche zusammengeschoben. Und dann sehen sie wie von Wunder- bzw. von Künstlerhand geschaffene, Hunderte von kleinen Segelschiffen in einem Eismeer aus. Wunderschön zu fotografieren im Gegenlicht der Sonne.

Wir sprechen immer noch in den höchsten Tönen von allen diesen Pastellfarben am Abend und am Morgen. Wir lieben das. Zarthellblau, leicht aprikotfarben, hellweiss, leichtes grau, rosa in allen Varianten, teilweise sogar blassviolett, gelblich. Der Wahnsinn! Schön abgebildet (natürlich) am Himmel, aber insbesondere auch widergespiegelt in stillstehenden Gewässern der Fjorde und Bergseen und an den schneebestäubten Hängen der Traumberge. Vor und kurz nach Sonnenaufgang ganz früh morgens oder abends während des Sonnenuntergangs. Sie fotografisch gescheit zu erfassen, is not so easy. Da haben wir noch nicht alles ausprobiert, der nächste Besuch wartet förmlich darauf.

Zum Ende dieses Blogabschnitts noch ein kleiner Ratschlag für alle Fotografen und Fotografinnen, die es noch nicht wissen: Auf den Lofoten, die ja am Nordmeer liegen, stets rechtzeitig auf Ebbe und Flut achten bei Deiner/Eurer Fotoplanung. Und unbedingt: Drohnenfotos oder -videos sind von uns strengstens empfohlen.

FISCHERDÖRFCHEN UND ÄHNLICHES VOM FEINSTEN

Da sind sie, unsere Lofoten-Locations-Favoriten, und wir glauben, wir sind damit ganz und gar nicht alleine: Reine, Hamnoy und Sakrisoy (mit Schiefzahnfelsen, dem „M“ und einem beide Arme ausbreitenden Schutzgeist), Henningsvaer mit Fußballplatz und Leuchtturm. Die einsame Bucht von Yttersand, die Gimsoy-Halbinsel mit berühmter weißer Kirche, die Strände Myrland & Storsandnes, der bekannte Haukland und der Skagsanden Beach – jeweils mit großen schwarzen Felsen am Ufer. Perfekt!!

Eigentlich wollten wir uns aus gegebenem Anlass an dieser Stelle ein wenig über diese echt süßen Lofoten-Dörfchen und Traum-Spots auslassen. Aber entgegen unserem Textplan machen wir das nun doch nicht. Denn vor kurzem haben zwei anerkannte, sehr bekannte und erfahrene Reisebloggerinnen über diese Themen einen Super-Blog geschrieben. Und auf den möchten wir Dich/Euch gerne verweisen, denn Wiederholungen sind langweilig. Alles, was dort geschrieben steht, teilen auch wir uneingeschränkt. Die Reiseblog-Webseite heißt „Good Morning World“. Der Beitrag mit dem Titel „Lofoten Urlaub – die schönsten Spots auf der Inselgruppe am Polarkreis“ (+ weitere Tipps) ist hier zu finden: https://goodmorningworld.de/lofoten-urlaub. Er ist von Melanie und Nina, die nichts davon wissen, dass wir sie hiermit verlinken und – falls nicht eh schon bekannt – vorstellen bzw. empfehlen. Wir hoffen, sie freuen sich ein wenig darüber. Wir tun es echt gerne. Der Artikel ist toll.

Dann schreiben wir also über ein anderes beliebtes Thema: Dem Besonderen am lofotisch-norwegischen Essen und Trinken. Hier kommt es nun:
==> Der Brunost. Ein norwegischer brauner Molkenkäse, der wie ein überdimensionaler rechteckiger Karamellbonbon aussieht. Üblicherweise wird er in dünn gehobelten Scheiben auf hellem Brot oder Knäckebrot gegessen, mit dem süßlichen Geschmack harmoniert besonders Marmelade von roten Früchten.
==> Echter Waltran als Medizin
==> Tuborg als (noch) bezahlbares Dosenbier
==> und natürlich Kötbullar (geht auch ohne IKEA)
==> Leckere Kuchen und Torten
==> Muffins mit knalloranger Cloudberryfüllung (Moltebeere, müsste ja eigentlich Wolkenbeere heißen, oder?!)

==> Sehr schmackhaftes, frisches Brot und Knäcke in vielen Varianten zum Frühstück
==> Überall Smoothies in Mini-Gläschen, die auf norwegischer saurer, geronnener Milch mit Beeren und Obst aus der Saison basieren (ohne Zucker)
==> Mengenweise verschiedene Fischsorten (kalt und warm) zum Frühstück

Auswärts essen gehen in Leknes – für uns ein Erlebnis in negativer Hinsicht: Es existiert kein Fischrestaurant mehr. Das letzte ist vor kurzem leider pleite gegangen. Der erste Italiener („Peppes Pizza“) ist so la la (Pizza schmeckt eher langweilig und fettig), beim zweiten Italiener („Lille Milano“), der eigentlich ein Kurde ist, gibt es wirklich nur einen warmen Sitzplatz – nämlich direkt unter dem Wandheizgerät, ansonsten ist es dort im März maximal 2 bis 15 Grad „warm“. Iranisches (wenig gewürztes) Essen und Fish & Chips beim Asia Market Restaurant mit Musik von Mark Knopfler: Ash (Gemüsesuppe) und Ghorme Szabzi (Lamm Curry) und Chai-Tee (Achtung: kein Alkoholausschank). Sehr nette Wirtsleute. Dann bitte auch nicht zum sog. Kan Thai(länder) gehen. Dort schmeckt es schrecklich und er ist hyperteuer. Mehr gibt es – außer ein paar wenige Cafes und eine Bierkneipe in dieser 6.000-Seelen-Gemeinde nicht.

Allgemein kann man zu den Preisen von Essen und Alkohol auf den Lofoten sagen, dass uns das lokale Kostengefüge ungemein an Schweizer Verhältnisse erinnert. Man muss schon ordentlich was hinblättern. Vor allem auch bei einheimischen Waren. Der weltberühmte geräucherte, norwegische Lachs zum Beispiel ist eher teurer als günstiger in Deutschland. Dafür kann man aber sehr große Kaviarcremetuben erwerben, die nur 1,49 Euro kosten. Schnaps und Konsorten kann man getrost vergessen. In den vereinzelt auftretenden monopolartigen Alkoholgeschäften (1 pro Ort im Maximum) ist einfacher, aber trinkbarer Wein noch finanziell tragbar (10 – 15 Euro die Flasche), Bier hält sich preislich gut in Grenzen (als Ausnahme vom Monopolladenprinzip in allen Supermärkten zu kaufen z.B. 6 x 0,5 l Dosen Tuborg für 14,90 Euro = eine 0,5 l Dose = 2,49 Euro).

MAGISCHE LICHTER AM HIMMEL

Ja, die Polarlichter! Es ist wirklich unglaublich, sie auf dieser Welt sehen zu dürfen. Die Augen leuchten trotz eisiger Kälte in der Nacht, der Mund bleibt offenstehen. Man bekommt Nackenstarre vom ständig nach oben Schauen. Sie bewegen sich wie Feen und Geister, wie Schlangen und Wellen. Oder sehen aus wie riesige grüne Vorhänge oder Lichter-Regen. Nicht vorstellbare Formen und Figuren direkt über Deinem Kopf. Und alles in totaler Stille (wenn kein Wind zu vernehmen ist natürlich). Wir hören aber jetzt auf mit dem Schwärmen, sonst wird es irgendwie komisch. Man muss sie einfach selbst gesehen und erlebt haben. Fotos und Videos können diese großartigen Gefühle und Eindrücke echt nur zum Teil wiedergeben. Außerdem ist ja schon soooooooooooooooo viel über die Aurora geschrieben worden. Deswegen sollen nur unsere Bilder alleine davon sprechen.

Ach ja, solange es noch nicht so überlaufen ist dort, wie z.B. an den Stränden von Flakstad und Skagsanden bei Ramberg: Ein anderer guter Tipp zum Nordlichter-Fotografieren sind auf jeden Fall die in Nordrichtung gelegenen Strände mit herrlicher Berglandschaft dahinter, genannt Storsandes und Myrland – mit großen schwarze Felsen im Fjord davor. Und dann auf jeden Fall (unser wirklicher Geheimtipp!) hier: Von Leknes aus in Richtung Norden auf der E10, links ab in Richtung Eggum. Nach ein paar Kilometern auf der schmalen Schlängelstraße (ungefähr die Hälfte der Strecke bis Eggum) kommt links ein gelbes Haus und eine Bushaltestelle. Dort rechts in einen Weg abbiegen. Wenige Hunderte Meter bis zum kleinen Parkplatz rechts vor einer Art „Flussbrücke“ halten. Von der bzw. vor dieser kleinen Brücke in Richtung Nordwesten, Norden oder Nordosten das Stativ aufstellen. Wenn es windstill ist, gibt es traumhafte Motive mit den Lichtern, die sich dort perfekt im Wasser spiegeln. Nur ein Haus mit einer Lampe in der unmittelbaren Nähe, aber das stört nicht.

DORSCH, KABELJAU & SKREI ODER WAS?

An so einem Ort hängt man gerne herum. So könnte man die fast überall auf den Lofoten anzutreffende Szenerie auch bezeichnen. Es riecht (ob dieses Wort es zutreffend beschreibt, weiß man manchmal nicht genau ….) hier nämlich ganz stark nach Fisch. Und wie! Auf langen, treppenartigen Gestellen aus Holzpfählen hängen unzählige Dorsche und werden so zum Stockfisch. Im Duo, an den Schwänzen vertäut, baumeln sie kopfüber zum Trocken in der kalten Märzluft. Kopfüber? Nicht wirklich. Ihre Köpfe haben sie gleich nach dem Fang in einer Fischfabrik verloren.

Unwillkürlich fragt man sich, was wohl aus den vielen Köpfen der bis zu eineinhalb Meter langen und bis zu 40 kg schweren Fischen geworden ist. Ganz oft finden wir die Antwort gleich in der Nähe. Dort hängen Tausende von Fischköpfen ebenfalls an solchen Holzgestellen zum Trocknen. Wenn sie dann endlich ganz durchgetrocknet sind und nicht allzu muffeln, kommen die Köpfe in große Container nach Westafrika, wo sie die proteinreiche Hauptrolle in der Fischsuppe spielen, welche die Nigerianer sehr lieben. Bei dieser Art der kulinarischen Verarbeitung fällt den Afrikanern zum Glück nicht auf, dass ihnen ein wesentlicher Teil des Fischkopfes vorenthalten bleibt: die Zunge. Dieser ein bis drei Zentimeter lange Muskel wird den Fischen zuvor herausgeschnitten. Nach alter Sitte steht es den Kindern zu, die begehrten Fischzungen herauszuschneiden. Schon ihre Väter und Großväter haben sich auf diese Art etwas dazuverdient. Es ist eine uralte Tradition, dass die Kinder auf den Lofoten durch das Zungenschneiden ihr Taschengeld aufbessern – und zugleich früh Zugang zur Fischerei, der Haupteinnahmequelle des Inselreichs, finden.

Bevor allerdings der Dorsch (oder Kabeljau) Leben, Kopf und Zunge verliert, hat er eine lange Reise hinter sich. Deshalb trägt er in Norwegen den Namen „Skrei“, was von „schreiten“ (nicht etwa von schreien!) kommt und so viel wie „Wanderer“ heißt. Der Skrei verbringt die ersten Jahre seines Lebens nördlich von Norwegen im arktischen Eismeer der Barentssee. Wenn er nach sechs Jahren geschlechtsreif wird, schwimmt er mehr als unglaubliche 800 km zurück zu seinem Geburtsort, den Lofoten, um zu laichen. Die regelmäßigen Wanderungen des arktischen Kabeljaus verhelfen den Fischern seit dem Mittelalter zu Geld und Ansehen.

Fast alle Menschen, die in den ersten Monaten eines Jahres auf die Inseln kommen, lockt der „Torsk“ – der Kabeljau. Es beginnt sich deshalb in den verschlafenen Häfen wie in Henningsvaer neues Leben zu regen. Täglich tuckern die Kutter der Nordlandfischer ein, gerüstet mit langen Leinen oder Netzen für den Fang des begehrten Fisches. Überall sind Boote vertäut. Bis weit in die Nacht herrscht reges Treiben, denn mancher fährt erst spät hinaus, um die Netze zu setzen.

Nur 5 % des Fangs werden nicht zu Stock- oder Klippfisch (in spanisch sprechenden Ländern heißt er Bacalao) verarbeitet – eine uralte Handelsware, die seit über 1.000 Jahren das Einkommen sichert. Beim traditionellen „Mölje“ lassen sich die Lofotinger und ihre Gäste pochierten Kabeljau, der mit Zunge, Rogen und Lebersoße serviert wird, mit Rotwein schmecken. Das muss man allerdings mögen, unser Ding ist der Stockfisch nicht. Auch diese Zubereitungsvariante definitiv nicht.

REISETIPPS

Nr.1: Besser ein „Rorbur“ – eine meist kleine, rote Ferienhütte (früher waren das mal echte Fischerhütten) – mieten als ins Hotel gehen. Oder ein „Cozy Beach Guesthouse“ bei der deutschen Fotografin und Chefin des Click Cafe Lofoten Ann Lisbeth Eriksen in Ramberg (https://www.facebook.com/clickcafelofoten/) buchen (AirnB). Die Vorteile: Alles unter eigener Regie (z.B. Selbstversorgung), keine Abhängigkeiten, höhere Flexibilität, romantischer, keine asiatischen Hoteltouristen u.v.m., aber in der Regel nicht viel preisgünstiger.

Nr. 2: Das Lysstoperi & Cafe in Henningsvær. Leckere Zimtschnecken und noch vieles mehr. Von außen sieht der Laden ein bisschen nach Plattenbau aus, aber von innen ist er sehr gemütlich. Hier treffen sich nicht nur Touristen. Es gibt sehr guten Kaffee, tollen Kuchen und deftige Brote und außerdem viel Schnickschnack. Denn mit direktem Durchgang zum Cafe gibt es eine Art Mini-Kerzenfabrik. Die Atmosphäre ist total schön, hier kann man ewig sitzen und klönen (https://www.facebook.com/henningsvarlys/).

Nr. 3: Das Anitas Seafood Restaurant in Sakrisoy (https://www.facebook.com/anitasseafood/). Klein, aber sehr gemütlich, gut gelegen, geräucherter Lachs, frisch belegte Brötchen, selbstgemachte Fischsuppe und frischer Schokokuchen (völlig kalorienarm).

Nr. 4: Wer es liebt, kann gerne einen oder zwei Extra-Tag/e in Tromso verbringen. Das gibt es dort zu erleben: Zwei riesige Kreisverkehre im Tunnel, ein netter Hafen mit Kreuzfahrtschiffen, eine sehenswerte Fjordbrücke, einige nette Pubs und Fischrestaurants (aber sehr teuer!), eine freundliche Shoppingmeile mit alten Häusern, eine Berg-Aussichtsplattform erreichbar mit der Fjellheisen-Seilbahn, einen prima Ausgangspunkt für eigene (oder gekaufte) Polarlichtfotografie-Fahrten und einer Autotour in westlicher Richtung auf die Halbinsel Sommaroy mit dem Endpunkt/-ort namens Hillesoy mit 1.000 Fotomotiven, Spiegelungen und Fjordbuchten. Übernachten kann man (wenn auch nicht für
(https://www.scandichotels.no/hotell/norge/tromso/scandic-ishavshotel). Essen sollte man gemütlich und lange in den finanziell (noch) erschwinglichen Pasta Fabrikken (http://www.pastafabrikken.no/).

Nr. 5: Zum Schluss: Tankstellen gibt es – trotz anders lautender Meldungen – auf den Lofoten unserer Meinung nach ausreichend; trotzdem aber immer den aktuellen Tankfüllstand beobachten. Supermärkte sind auch vorhanden.

Nr. 6: Wir hatten 12 Tage im Scandic-Hotel in Leknes übernachtet. Wir würden dieses Mittelklassehotel nicht unbedingt weiterempfehlen trotz überwiegend positiver Gastreferenzen. Es gab schon das Eine oder Andere, was uns nicht gefiel für den gezahlten Preis.

Auf jeden Fall war dies nicht der letzte Besuch auf den Wunder-Inseln. Wir werden sie noch einmal im Spätsommer/Herbst besuchen.

 

Andrea Dublaski

Ich bin leidenschaftliche Fotografin und bin in meinem Leben viel durch die Welt gereist, immer auf der Suche nach Abenteuern und Wegen, um von Kulturen und Menschen zu lernen. Und reise immer noch. Zusammen mit meinem Mann sind wir Spicy Artworks, meine langersehnte, eigene Mischung aus Fotografie, Freiheit und Kunst.

  1. EIn wirklich sehr gelungener und hilfreicher Bericht über dieLofoten.Ich hoffe, im nächsten Jahr auch dort zu sein,um die Nordlichter einfangen zu können. Euer Beitrag gibt einem schon viele hilfreiche Tipps mit auf dem Weg.

    Gruß
    Dennis

  2. Pingback: NordNerds Monatsrückblick Mai 2019 | Fernwehge

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