Um 6 Uhr morgens brechen wir auf. Wir fahren in die größte Salzwüste der Welt.
Über 12 000 Km² pures Salz – 10 Milliarden Tonnen. Die Salzkruste, bis zu 30 Meter tief, knirscht unwirklich unter den Füßen. Sie ist steinhart, zu sechseckigen Waben geformt. So weit man gucken kann: Sechsecke aus Salz. Und noch mehr Sechsecke aus Salz.
Die Sonne geht auf, wärmt und blendet gleichzeitig über der riesigen strahlend weißen Fläche, schmerzt in den Augen. Die Arbeiter, die ihr Leben lang am Rand der Salzwüste das Salz mit Spitzhacken aus dem Boden rausbrechen, zu Bergen auftürmen und in Lastwagen karren, erblinden meist nach vielen Jahren der harten Arbeit. Die Sonnenbrillen und Skimützen schützen nicht ausreichend vor der gleißenden Helligkeit. Das Weiß ist schmerzhaft hell, schmerzhaft weiß. Die Landschaft ist völlig surreal. Kein Tier, keine Pflanze lebt hier. Nichts und niemand schafft es an diesem lebensfeindlichen Ort zu überleben.
Die Salzwüste ist tot.
Wie unbegreiflich dieser Flecken Erde ist, wird einem erst bewusst, wenn man sich traut, für wenige Sekunden die Sonnenbrille abzunehmen, erschrocken die Augen zusammenkneift, einen kurzen Rundblick wagt und die Sonnenbrille wieder zurückschiebt. Wir atmen die salzige Luft ein, beinahe wie am Meer.
In diesem Ozean aus Salz steuern wir auf ein kleines Eiland Leben zu. Wir besuchen die Isla Incahuasi, eine Insel im Salar, die übersät ist mit riesigen 1000-jährigen Kakteen. Wenn etwas lebensfeindlichen Umständen trotz, dann sind es die gigantischen, alten, beinahe weise erscheinenden Kakteen, denen keine Landschaft zu rau ist.











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