10 berühmte Reisezitate, die eigentlich ziemlich Banane sind

Reisezitate sind wie Schlaumeier auf einer Party – tauchen überall auf, finden sich geistreich, sind aber schnell lästig. Sie sollen uns antreiben, uns aus der Komfortzone schubsen und dazu bringen, den Globus zu umrunden. Aber manchmal, wenn man genauer hinschaut, sind diese scheinbar inspirierenden Sprüche eher flach und weniger weise, als sie zunächst erscheinen. In diesem Blogpost ziehen wir 10 bekannte Reisezitate durch den Kakao und verraten, warum sie eigentlich ziemlich doof sind.

10 Zitate, die zu Reisen inspirieren sollen

  1. »Rei­sen ist töd­lich für Vor­ur­tei­le, Bigot­te­rie und Eng­stir­nig­keit.« – Mark Twa­in

Klar, Rei­sen öff­net den Hori­zont, aber das ist nicht das Wun­der­mit­tel gegen alle Macken. Man­che Men­schen rei­sen kreuz und quer und blei­ben trotz­dem vol­ler Vor­ur­tei­le. Viel­leicht soll­te Twa­in lie­ber sagen: »Rei­sen KANN töd­lich für Vor­ur­tei­le, Bigot­te­rie und Eng­stir­nig­keit sein, aber nur, wenn man sich wirk­lich drauf ein­lässt.«

  1. »Die Welt ist ein Buch, und die­je­ni­gen, die nicht rei­sen, lesen nur eine Sei­te.« – Augus­ti­nus von Hip­po (oder so, hat vie­le Namen)

Rei­sen ist super, um Neu­es zu ent­de­cken, aber das bedeu­tet nicht, dass alle, die nicht rei­sen, Lang­wei­ler sind. Es gibt vie­le Wege, um die Welt zu ent­de­cken – wie etwa durch Bücher, Fil­me, Musik oder das Inter­net. Die Welt ist bun­ter als ein Buch, und jeder »liest« sie auf sei­ne eige­ne Art.

  1. »Nicht alle, die umher­wan­dern, sind ver­lo­ren.« – J.R.R. Tol­ki­en

Die­ses Zitat klingt zwar cool und mag für eini­ge zutref­fen, aber es ist ein biss­chen naiv zu glau­ben, dass nie­mand, der ziel­los durch die Gegend zieht, jemals ver­lo­ren ist. Manch­mal sind wir alle ein biss­chen ver­lo­ren, und das ist okay. Das Leben ist eben kei­ne gera­de Auto­bahn.

  1. »Rei­sen ver­edelt den Geist und räumt mit allen unse­ren Vor­ur­tei­len auf.« – Oscar Wil­de

Ähn­lich wie bei Twa­ins Zitat wird hier behaup­tet, dass Rei­sen eine magi­sche Wir­kung hat, die alle mensch­li­chen Feh­ler weg­zau­bert. Aber auch hier gilt: Rei­sen allein ist kein Garant für per­sön­li­che Ver­ede­lung – es kommt dar­auf an, wie wir rei­sen und wie offen wir für neue Erfah­run­gen sind.

  1. »Aben­teu­er ist eine Hal­tung, die wir anneh­men müs­sen, um das Leben zu meis­tern.« – Jac­ques Cous­teau

Wäh­rend eine aben­teu­er­li­che Ein­stel­lung beim Rei­sen oder im Leben gene­rell hilf­reich sein kann, ist sie nicht für jeden das Gel­be vom Ei. Man­che Men­schen bevor­zu­gen ein ruhi­ges, bere­chen­ba­res Leben, und das ist genau­so okay.

  1. »Bes­ser eine Mei­le auf dem Kamel rei­ten, als ein Kamel in der Fer­ne zu sehen.« – Ara­bi­sches Sprich­wort

Es gibt sicher­lich etwas für das Argu­ment, dass per­sön­li­che Erfah­run­gen bes­ser sind als blo­ße Beob­ach­tun­gen. Aber manch­mal ist es klü­ger, auf Abstand zu blei­ben und sich in siche­rer Ent­fer­nung an der Schön­heit der Welt zu erfreu­en. Man muss nicht alles selbst aus­pro­bie­ren, um des­sen Wert zu schät­zen.

  1. »Rei­se und ver­än­de­re dei­nen Ort; das heilt die See­le.« – Al-Had­schi

Rei­sen kann echt hei­lend sein, aber es ist nicht immer die bes­te Lösung für per­sön­li­che Pro­ble­me. Manch­mal ist es not­wen­dig, sich unse­ren Pro­ble­men zu stel­len und an ihnen zu arbei­ten, statt vor ihnen abzu­hau­en. Rei­sen ist nicht immer der bes­te Weg, um die See­le zu hei­len.

  1. »Ein­mal im Jahr soll­test du einen Ort besu­chen, den du noch nie gese­hen hast.« – Dalai Lama

Die­ses Zitat mag für man­che inspi­rie­rend sein, aber es ist nicht für jeden umsetz­bar. Zeit, Geld und ande­re Ver­pflich­tun­gen kön­nen Rei­sen ein­schrän­ken, und das bedeu­tet nicht, dass die­se Men­schen weni­ger erfüll­te Leben füh­ren. Viel­leicht soll­ten wir uns statt­des­sen dar­auf kon­zen­trie­ren, die Schön­heit in unse­rem täg­li­chen Leben und unse­rer Umge­bung zu ent­de­cken.

  1. »Man reist nicht, um anzu­kom­men, son­dern um zu rei­sen.« – Johann Wolf­gang von Goe­the

Wäh­rend es wahr ist, dass der Pro­zess des Rei­sens oft eben­so wich­tig ist wie das eigent­li­che Ziel, ist es auch wich­tig, Zie­le zu haben und dar­auf hin­zu­ar­bei­ten. Ein Leben ohne Ziel oder Rich­tung kann unbe­frie­di­gend sein. Manch­mal ist das Ankom­men genau­so wich­tig wie die Rei­se selbst.

  1. »Leben, das ist das Aller­sel­tens­te in der Welt – die meis­ten Men­schen exis­tie­ren nur.« – Oscar Wil­de

Die­ses Zitat mag den Anschein erwe­cken, dass Rei­sen oder aben­teu­er­li­ches Leben der ein­zi­ge Weg ist, wirk­lich zu leben. Aber es gibt vie­le Wege, ein erfüll­tes Leben zu füh­ren, und das bedeu­tet für jeden etwas ande­res. Wah­res Leben besteht dar­in, her­aus­zu­fin­den, was für uns per­sön­lich wich­tig ist und danach zu stre­ben.

Und hier ein gutes Zitat:

»Rei­sen ist wie ein Scho­ko­rie­gel – süß und voll Über­ra­schun­gen, aber manch­mal reicht auch ein Stück Obst, um glück­lich zu sein.« - Maria

Es mag nicht so tief­grün­dig sein wie die ande­ren, aber es bringt auf den Punkt, dass Rei­sen eine groß­ar­ti­ge Erfah­rung sein kann, aber nicht die ein­zi­ge Mög­lich­keit, um ein erfüll­tes und glück­li­ches Leben zu füh­ren. Manch­mal reicht es, die klei­nen Freu­den des All­tags zu schät­zen und das Bes­te aus dem zu machen, was wir haben.

Also: Obwohl die­se 10 bekann­ten Rei­se­zi­ta­te auf den ers­ten Blick inspi­rie­rend erschei­nen mögen, zei­gen sie bei genaue­rem Hin­se­hen auch eine gewis­se Nai­vi­tät und Sim­pli­zi­tät (Ist wahr­schein­lich bei Zita­ten unum­gäng­lich). Rei­sen kann eine wun­der­ba­re Erfah­rung sein, aber es ist wich­tig, sich dar­an zu erin­nern, dass es nicht die ein­zi­ge Mög­lich­keit ist, die Welt zu ent­de­cken und per­sön­li­ches Wachs­tum zu erle­ben. Jeder Mensch ist ein­zig­ar­tig, und es gibt vie­le Wege, ein erfüll­tes und bedeu­tungs­vol­les Leben zu füh­ren.

Dan­ke. Das war das Wort zum Sonn­tag.

Und denk dran:

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