„Ist ja nicht alles Bal­ler­mann da. Mal­lorca ist wun­der­schön, da kann man so toll wan­dern!“ So sagen sie, die fein­ge­bräun­ten Bun­des­bür­ger, und neh­men eine kräf­ti­gen Schluck luft­war­men Rioja. Na, sage ich, vier Mil­lio­nen deut­sche Tou­ris­ten pro Jahr kön­nen nicht irren. (Schwar­min­tel­li­genz, so wie bei den Charts.) ;-)

Ähn­lich wie Mal­lorca ist die Domi­ni­ka­ni­sche Repu­blik, die sich mit Haiti eine Insel teilt, vor allem für eine Sache bekannt: All in. (Meine Freun­din sagt, auch für Sex­tou­ris­mus, aber das war mir neu. Ich recher­chiere das dann inves­ti­ga­tiv vor Ort.) Zurück. All Inclu­sive. Resorts. Kari­bik, bezahl­bar. Pool, Cock­tails, freie Liebe. Oder so ähnlich.

Das die­ses Land einen so unglück­li­chen Spitz­na­men hat, hilft sicher nicht. Dom Rep. Neun Sil­ben sind ein­fach zu lang für ein Län­der­na­men! Das hät­ten sie sich mal frü­her über­le­gen sol­len, die Domi­ni­ka­ni­schen Republikaner.

Zusam­men­ge­fasst: Fata­les Image für einen stan­des­be­wuss­ten Rei­sen­den. Als ich von die­sem Ziel erzählte, lach­ten meine Freunde herz­lich. Ich auch.

Warum ich trotz­dem hier gerade in elf Kilo­me­ter Höhe den mit­tel­at­lan­ti­schen Rücken über­quere? Ich bin ein­ge­la­den. Eine gute Woche erkunde ich die Dom Rep, tanze Meren­gue, trinke aus gül­de­nen Bechern – und mache mich so oft wie mög­lich auf und davon, um auf eigene Faust etwas von dem zu sehen, was es ja auch geben muss: dem nor­ma­len Leben. Dem exo­ti­schen Zau­ber der Kari­bik. Der Rut­sche in den Pool von mei­nem Bal­kon aus.

Soma­lia, Malle oder Dom Rep – ist doch Wurscht, es gibt immer was zu Erleben!

Behaupte ich mal. Was, das werde ich aufklären.

Bru­talst­mög­lich.


Das Flüs­tern des Win­des, das Rau­schen der See
Was mehr braucht der Mensch zum Glücke?
Rum.

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Danke an die Domi­ni­ka­ni­sche Repu­blik, die diese Tour ermög­licht hat.

Johannes Klaus

Johannes Klaus hängte seinen Job als Grafikdesigner an den Nagel, um 14 Monate um die Welt zu reisen. Seine Website Reisedepesche wurde 2011 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. In unbeobachteten Momenten streichelt er den Preis zärtlich, besteht ansonsten aber darauf, dass ihm so was völlig egal sei.

  1. Chris says:

    Tol­les Video! Ich gehe mal von aus, dass ist die Tour zur Isla Saona, quasi der Touri-Aus­flug schlechthin=
    Wie ich im Car Wash-Arti­kel gese­hen habe, konn­test du ja aber sehr gut das echte local life außer­halb der Resorts und Tou­riaus­flüge kennenlernen. :-)

    Grüße aus der DomRep
    Chris

  2. Peter says:

    Super Video !! :-) War das letzte mal vor ca. 10 Jah­ren auf der Dom Rep. nach­dem ich mit dem Miet­wa­gen die Insel umrun­det hatte und in Santo Dom­ingo fast einen Herz­an­fall hatte wegen dem Ver­kehr, hat man mir mit­ge­teilt dass bei einem Unfall beide Par­teien erst­mal eine Nacht ins Gefäng­nis müs­sen bis sich alle beru­higt haben und dann wird über den Unfall­her­gang gesprochen.
    Von da ab habe ich lange Fahr­ten mit dem Miet­wa­gen ver­mie­den, aber das Land ist wun­der­bar, eine Reise lohnt sich.

  3. Cici says:

    Aber Hallo! Malle? Dich treibts in die Dom Rep, ich hab mal Malle gemacht um mich genau wie Du sag­test auf den wun­der­schö­nen Wan­der­we­gen im Hin­ter­land zu ver­gnü­gen. Pus­te­ku­chen. Mich krie­gen die da nicht wie­der hin. Ach ja. In Kam­bo­dscha wurde n Skate­park eröff­net. Wann fah­ren wir? Kannst auch filmen ;-)

    1. klys says:

      Danke! Lei­der schon längst wie­der da, und wie­der weg, und wie­der da… ich komm gar nicht hin­ter­her mit schrei­ben und filmen… :-(

  4. Pingback:Reisedepesche » Blog Archiv » Dancing at the Car Wash

  5. alex_sefrin says:

    Wir sind mit einem Leih­wa­gen eine Woche durch die Dom­Rep gefah­ren und haben, durch drei Rei­fen­pan­nen, die Hilfs­be­reit­schaft und Gast­freund­lich­keit der Land­be­völ­ke­rung ken­nen­ge­lernt, wel­che total über­wäl­ti­gend war. Lei­der war schon damals (vor 20 Jah­ren) die Insel vom Tou­ris­mus so per­ver­tiert wor­den, dass ein Junge der mal schnell ne Kokos­nuss vom Baum holt, dafür mehr bekom­men hat, als sein Vater in einem Monat mit har­ter Arbeit ver­dient hat.

    1. Alex says:

      War es auch, an man­chen Stel­len aber erst im nachhinein!
      Wir muss­ten ca. 400km nach Sant­iago zurück­le­gen, um unsere Mit­fahr­ge­le­gen­heit zu errei­chen. Der Koch unse­res Hotels, wel­ches in irgend einem Fischer­nest an der hai­tia­ni­schen Grenze lag hatte uns freund­li­cher­weise mit­ge­nom­men. Und dann abgang ein total ver­ha­gel­ter Tag:
      Unsere nächt­li­che Unter­kunft war abge­schlos­sen, die Fens­ter vergittert.
      End­lich beim Auto hat­ten wir einen Plat­ten. Unsere Rück­reise begang also reich­lich spät und endete schlag­ar­tig auf eine Straße, fernab jeg­li­cher Zivi­li­sa­tion, mit einem wei­te­ren Plat­ten. Ersatz­rei­fen war auch defekt. Irgendwo her aus dem Dschun­gel kamen Leute und ein net­ter Mann ver­schwand mit mein Freund, dem Rei­fen und unse­ren letz­ten 5$ auf eine über­flüll­ten Pickup. Die Fahrt war lebens­ge­fähr­lich, weil ja den Rei­fen hal­ten musste und sich nicht Fest­hal­ten konnte. Nach meh­re­ren Ver­su­chen wurde eun Gomero gen­fun­den der Rei­fen not­dürf­tig flickte (ein paar Strei­fen Fahr­rad­schlauch wur­den ins Loch gestopft). Mich hatte, wahr­schein­lich vor Auf­re­gung, Magen­krämpfe und Durch­fall heim­ge­sucht. Ein altes Ehe­paar hat mir eine Matraze in den Schat­ten gelegt, die Nach­ba­rin mit Waf­fenöl den Bauch mas­siert und ein Opa eine Kokos­nuss zum Früh­stück gebracht. Da lag, wie im 5‑Sternehotel, als mein Freund von sei­ner Ody­see zurück kam. Unser rest­li­ches Geld ver­teil­ten wir unter denen, die uns gehol­fen haben. Für uns war es Pea­nuts, für sie viel Geld und den dank­ba­ren Aus­druck in ihren Gesich­tern ver­gesse ich nie. Wir wähl­ten eine Abkür­zung übers Gebirge, weil die Straße so schön neu war. Lei­der endete plötz­lich mit einem 2m tie­fen Loch. Ging dann aber noch einige Kilo­me­ter wei­ter, bis sie sich in eine Schot­ter­piste bis kurz vor Sant­iago ver­wan­delte. Das alles mit einem not­dürf­tig geflick­tem Rei­fen, aber er hilt und unser Koch hatte auch etwas gewar­tet. Nach­mit­ter­nacht erreich­ten wir unser Hotel und konn­ten glück­lich den Bus errei­chen, der uns am Mor­gen zurück nach Puerto Plata zum Flug­ha­fen brachte.

      Wir hät­ten nur einen schö­nen Urlaub gehabt, wenn wir im Hotel geblie­ben wären. Aber so haben wir ein unver­gess­li­ches Aben­teuer erlebt und die wirk­lich schöne Seite der Dom­Rep mit ihrer hilfs­be­rei­ten Bevöl­ke­rung kennengelernt.

      uups, das ist jetzt etwas langgeraten.

  6. Antje says:

    …und ich lache gerade herz­lich über Dein Video! Herr­lich! So nahe lie­gen Traum und Hor­ror beisammen ;-)
    Ich hoffe, der Rest Dei­nes Urlaubs ent­spricht eher den Auf­nah­men am Anfang und am Ende des Videos!

    Aber Spaß bei­seite – ich war lei­der nur sehr kurz in der Dom­Rep – aber es war sehr viel schö­ner, als ich es mir vor­ge­stellt hatte – vor­aus­ge­setzt man schafft es, den Tou­ris­ten­mas­sen und dem Ani­ma­ti­ons­pro­gramm zu entfliehen.

    Noch ganz viel Spaß in der Karibik!

  7. Lea says:

    Erin­nert mich stark an den Tag, an dem meine Mum ver­kün­det hat „Lea, heuer geht’s im Som­mer nach Ibiza, da soll es schön sein und viel Kul­tur geben“. Ich war 13 und in den Charts war Venga Boys „Going to Ibiza“ auf Nr. 1 und konnte mein Party-Insel-Glück gar nicht fas­sen. Eins muss man mei­ner Mum aller­dings las­sen, wir haben jedes biss­chen Kul­tur aus Ibiza raus­ge­holt was es in 14 Tagen zum Raus­ho­len hab… 

    Bin schon gespannt was du in der DomRe ent­deckt hast! Mein ein­zi­ges Bild zu dem Land ist ja Falco, der voll­ge­pumpt mit Dro­gen sein Auto und Leben dort gecrasht hat… 

    Die Bil­der (Detail­auf­nah­men) am Anfang vom Video find ich übri­gens sehr, sehr schön!

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