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Rum, Gewürze und ein unmoralisches Angebot

Ges­tern wurde der letzte Abend auf Gre­nada gefei­ert. Mit Rum. Und Bier. Und Rum. In mei­nem Kopf läuft eine ganze Kat­zen­fa­mi­lie herum. Der Kater und die klei­nen Kätz­chen schreien ganz laut nach Fut­ter. Mein Magen möchte jetzt aber kein Fut­ter. Welch ein Kon­flikt! Umso iro­ni­scher erscheint es mir in die­ser Situa­tion über einen nach allen Gewür­zen rie­chen­den Markt zu schlen­dern. Ein letz­tes Mal vor der Abfahrt sehe ich die viel­sei­tige Ernte Grenadas.

Hier ist das Land unglaub­lich frucht­bar. Etwa 10 Jahre nach­dem Hur­ri­cane Ivan hier wütete, merkt man als Tou­rist kaum, dass Ivan hier alles nie­der­ge­ro­det hat. Erst als ein Wan­der­füh­rer uns dar­auf auf­merk­sam macht, fällt mir auf, dass der Bam­bus viel Flä­che für sich behaup­ten konnte. Er wächst ein­fach schnel­ler als die Gewürze. Und den­noch, Gre­nada kann sich immer noch als die Gewürz­in­sel zei­gen las­sen. Neben Zimt und Ing­wer ist vor allem die Mus­kat­nuss auch heute noch Haupt­ex­port­pro­dukt Grenadas.

In der Mus­kat­nuss­fa­brik in Gou­yave wird den gan­zen Tag in stau­bi­ger Atom­sphäre gearbeitet.

 










 

Ich schlen­dere wei­ter über den Markt. Ich tanke ein letz­tes Mal die Wärme und Herz­lich­keit der Gre­na­der. Für die daheim­ge­blie­be­nen kaufe ich eine Zusam­men­stel­lung ver­schie­de­ner Gewürze und plau­dere 10 Minu­ten mit der pum­me­li­gen Ver­käu­fe­rin, die mich immer wie­der zum Lachen bringt.

 

 

Sie fragt, ob ich auch den Rum pro­biert habe. Das lau­teste der klei­nen Kätz­chen jault auf! Ja, habe ich. Eine Destil­le­rie habe ich sogar besucht. An einem Mitt­woch war das, denn mon­tags sind die Fabrik­ar­bei­ter auf dem Feld um den Zucker­rohr zu ern­ten. Frei­tags wird der Rum in Fla­schen gefüllt. Einen Schluck für die Fla­sche, einen für die Fabrik­ar­bei­ter. Da soll man die Fabrik auch nicht besu­chen. Also haben wir uns für die Mitte der Woche entschieden.

 






 

PS: Rum hat hier ca. 70% Alko­hol. Man sollte Was­ser dazu trin­ken! Oder man trinkt den belieb­ten Fruit-Punch. Das schmeckt auch besser!

Auf mei­nem Wei­te­ren Weg über den Markt spricht mich ein jun­ger Mann an. Ich schätze er ist Anfang 20. Meine Gedan­ken wer­den durch die fette Kater-Katze etwas blo­ckiert. Er hat mich mit mei­nen Mit­rei­sen­den schon ein­mal gese­hen. Wir hät­ten ganz viele Fotos gemacht. Ja – ja … das könn­ten wir gewe­sen sein. Er redet wei­ter und kommt mir nahe. Mein Gehirn arbei­tet sehr lang­sam heute! Schwarze Män­ner sind bes­ser? Er wohnt um die Ecke! Seine Beschrei­bung zu den Din­gen, die wir dort gemein­sam tun könn­ten wird sehr male­risch. Im Nach­hin­ein tut mir leid, wie ein­deu­tig er wer­den musste, bis ich begriff, wel­che Ware er in der Aus­lage hatte. Dann muss ich lachen. Er auch. Ich wähle lie­ber den Weg zurück in den Bus und über­lasse ihm die Kreuz­fahrt erprob­ten Damen mit bes­se­rem Marktverständnis.

Gre­nada – Es war mir ein Fest!

 

Vie­len Dank an die Gre­nada Tou­rism Aut­ho­rity für die Ein­la­dung und an die Hotels Mount Cin­na­mon, True Blue Bay und San­dals LaSource für die Gastfreundschaft.

Cate­go­riesGre­nada
Silvia Fritzsche

Silvia. Die im Zwischenraum. Deutschland, Italien. Design, Konzept. Chaos, Ordnung. Geliebtes Zuhause und dennoch Fernweh. Wegen Letzterem ist mein Blog "missia" entstanden.

Missia - als Kind nannte ich mich Sia, da ich meinen Namen nicht aussprechen konnte. Dies fand ich als Erwachsene immer noch so faszinierend, dass ich ein "Miss" davorsetzen musste. Miss + Sia = Missia.

  1. Chris says:

    Haha, wie cool geschrie­ben. In Gre­nada hängt immer noch mein Rei­se­herz, 3 Jahre auf der Insel gehen nicht so spur­los vorbei … :-)
    Und ja, der Rum in Gre­nada ist extra strong. Des­we­gen am bes­ten nur den „light“ trin­ken, der hat „nur“ 40% …

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