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Warum nicht einfach weiterreisen?

Von einer lan­gen Reise heim­zu­keh­ren, kommt immer auch einer Art Umbruch gleich.
Vie­len Rei­sen­den fällt die Heim­kehr in das alte Leben schwer. Natür­lich freut man sich dar­auf, Fami­lie und Freunde wie­der zu sehen, gutes Brot zu essen und auf Käse natür­lich. Bier, Brot­chips, Kräu­ter­quark. Ich habe mich auf so vie­les gefreut. Auf der Couch gam­meln und Lamm­bock gucken, auf Kon­zerte gehen, ein­fach mal im Park flee­zen oder Lei­tungs­was­ser trin­ken. Am meis­ten gefreut habe ich mich auf den Frühling.

Doch ich habe auch Angst gehabt.

Angst vor unver­deck­ter Unfreund­lich­keit, die nach all der Zeit wie eine schal­lende Back­pfeife auf mein Gesicht nie­der­ge­hen würde. Angst vor dem offen aus­ge­leb­ten Frust eini­ger, den andere, so wie es der Zufall halt will, zu spü­ren bekom­men. Ich habe auch Angst davor gehabt auf der Straße Men­schen zu begeg­nen, die ruhi­gen Gewis­sens Mer­kel wäh­len. Ich wusste nicht, wie ich dar­auf reagie­ren würde.

Ich weiß noch, wie ich wenige Tage nach unse­rer Ankunft in Deutsch­land mit einem ban­gen Gefühl in den Bus gestie­gen bin. Statt Klein­geld hatte ich nur einen 50-Euro-Schein bei mir und war mir sicher, nun den Lau­nen des Bus­fah­rers völ­lig aus­ge­lie­fert zu sein.

Rocha, Uruguay Altiplano, Bolivien

Der heim­keh­rende Rei­sende fürch­tet in der Regel den All­tag oder bes­ser gesagt die Rück­kehr in die­sen besag­ten All­tag. Vie­len fällt die Umstel­lung vom Rei­se­mo­dus, der jeden Tag neue Erleb­nisse birgt, in die Mono­to­nie des Tag­täg­li­chen schwer. Anfäng­lich denkt man noch, man könne noch lange von den Erleb­nis­sen der Reise zeh­ren, sie in Gedan­ken bei sich tra­gen und so das Leben hier augen­zwin­kernd, mit stoi­scher Gelas­sen­heit und einem durch­gän­gi­gen Lächeln meis­tern. Doch so ist es meis­tens nicht. Gerade die zurück­lie­gen­den Erfah­run­gen machen die Rück­kehr in die gewohnte Umge­bung schwie­rig. Man weiß noch zu genau, wie gelas­sen das Leben sein kann. Und gerade die­ser Ver­gleich drängt den heim­keh­ren­den Rei­sen­den meis­tens wie­der hin­aus in die Welt.

Der Wunsch nach einem erneu­ten Auf­bruch ist meist tief im Rei­se­herz des Heim­keh­ren­den ver­an­kert. Und auch wenn dies erst­mal nicht gerade ver­nünf­tig erscheint und einem von allen Sei­ten der Gesell­schaft fra­gende Bli­cke zuge­wor­fen wer­den, bleibt die­ser Wunsch meist bestehen.

Auch wir haben uns mit unse­ren Mög­lich­kei­ten aus­ein­an­der­ge­setzt, über­legt und abge­wo­gen. Doch eigent­lich fiel die Ent­schei­dung sehr schnell und uns sehr leicht. Wir las­sen den ver­un­si­cher­ten Ver­si­che­rungs-Fana­ti­ker, der in jedem von uns schlum­mert, ein­fach hin­ter uns und wol­len wie­der rei­sen. Für län­ger. Eigent­lich sogar für unbe­stimmte Zeit. Ganz ohne Angst und Panikmacherei.

Wir machen uns frei von Unsi­cher­heit und Grü­be­leien, frei von belas­ten­dem Besitz, von unnö­ti­gem Kon­sum. Wir wol­len nicht die Arbeit über das Leben stel­len, um uns dann Fir­le­fanz zu kau­fen, den wir gar nicht brau­chen. In ers­ter Linie wol­len wir unser Leben genie­ßen und Glück ver­spü­ren. Und glück­lich – das waren wir die letz­ten zwei Jahre wäh­rend unse­rer Reise durch Süd­ame­rika sehr.

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Was braucht man zum Glück­lich­sein? Die letz­ten 24 Monate hatte ich kaum etwas. In mei­nem Ruck­sack war nur Platz für grund­le­gende, wich­tige Dinge. Ich hatte kei­nen wei­te­ren, kei­nen unnö­ti­gen Besitz. Kein Handy. Kein Tele­fon. Kei­nen Fern­se­her. Kein Auto. Und sel­ten war ich glück­li­cher in mei­nem Leben. So abwe­gig es auch klin­gen mag. Man kann sich gar nicht vor­stel­len, wie viel ein­fa­cher das Leben ist, wenn der eigene Besitz über­schau­bar bleibt. Wie viel weni­ger Pro­bleme man hat, wenn man sich nur darum küm­mern muss, genug zu Essen und zu Trin­ken für den Tag zu haben.

2011 tausch­ten wir Sicher­heit gegen Frei­heit und zogen los nach Süd­ame­rika. Sechs Monate sollte unser klei­nes Aben­teuer dau­ern. Doch aus unse­rem Kin­ker­litz­chen wurde eine zwei­jäh­rige Reise und brachte uns die Erkennt­nis, dass wir nun kein ande­res Leben mehr füh­ren kön­nen und wol­len. Der Gedanke nach Deutsch­land zurück­zu­keh­ren belas­tete uns. Natür­lich kön­nen wir jeden Mor­gen ins Büro gehen und abends wie­der nach Hause kom­men. Wir kön­nen uns von dem schö­nen Geld ein­lul­len las­sen. Es uns schön reden. Uns zur Beloh­nung für ein Leben, das wir so nie füh­ren woll­ten, schöne Sachen kau­fen, die wir eigent­lich nicht brau­chen. Das alles wäre ganz leicht.

Doch wir wol­len nicht den leich­ten Weg wäh­len. Wir möch­ten uns lösen aus dem ewi­gen Kreis­lauf aus Arbei­ten und Kau­fen. Wir wer­den ein­fach das machen, was wir gerne machen möch­ten. Und zwar Wei­ter­rei­sen. Natür­lich haben wir uns als gewis­sen­hafte Men­schen auch Gedan­ken zu etwai­gen Nach­tei­len unse­res geplan­ten Lebens­stils gemacht. Nach lan­gen Über­le­gun­gen kom­men wir zu fol­gen­dem Schluss. Alles in allem birgt unser auf den ers­ten Blick ver­rück­tes Vor­ha­ben nur genau drei mög­li­che Gefahren.

Villarrica, Chile

Erste mög­li­che Gefahr: Nach XY Jah­ren des Rei­sens sind wir nicht mehr im bes­ten Job­ein­stiegs­al­ter und wer­den viel­leicht, auch auf­grund von uner­klär­lich gro­ßen Lücken im Lebens­lauf, kei­nen sehr gut bezahl­ten Job mehr bekommen.

Kon­se­quenz: Wir kön­nen uns nicht alle zwei Jahre das neu­este Smart­phone und den neus­ten und größ­ten Fern­se­her kaufen.

Fazit: Ich muss schlu­cken. Aber ich glaube, wir kön­nen es überleben.

 

Zweite mög­li­che Gefahr: Da wir XY Jahre nicht in die Ren­ten­kasse ein­zah­len wer­den, wer­den wir keine hohe Rente bekommen.

Kon­se­quenz: Wenn wir alt und knat­te­rig sind, kön­nen wir uns nicht alle zwei Jahre den neus­ten High-Tech-Rol­la­tor kau­fen. Unsere Enkel­kin­der kom­men uns nicht in der Erwar­tung besu­chen, wir steck­ten ihnen Scheine zu. Sie kom­men ein­fach so.

Fazit: Ich muss wie­der schlu­cken. Aber ich glaube auch das kön­nen wir über­le­ben (zumin­dest eine Zeit lang). In der Senio­ren­be­geg­nungs­stätte haben wir die cools­ten Sto­rys auf Lager und die Alten hän­gen uns (sowieso sab­bernd) an den Lip­pen. Wir wis­sen, dass wir unser Leben nicht ver­schwen­det, son­dern voll aus­ge­kos­tet haben. Und das macht uns immer noch glücklich.

 

Dritte mög­li­che Gefahr: Wir können/wollen unse­ren Kin­dern nicht alle zwei Jahre das neuste I‑Dingsbums, das neuste Handy, die neu­este Spie­le­kon­sole kaufen.

Kon­se­quenz: Unsere Kin­der wer­den keine ver­wöhn­ten, kon­sum­ver­narr­ten Nerv­bal­gen, die keine Ahnung davon haben, wel­che Werte im Leben wich­tig sind. Sie stel­len nicht Arbeit, Besitz, Sta­tus-Sym­bole und Geld über Leben, Freude, Glück und Fami­lie und haben nicht mit Ende 30 das erste Mal einen Burn-out.

Fazit: Sehr gut.

Feuerland, Argentinien Caretera Austral, Chile

Denn seien wir ehr­lich. Es gibt wenige Orte auf der Welt, in denen man vor der Zukunft und vor den undurch­schau­ba­ren Wir­ren des Lebens weni­ger Angst haben müsste als in Deutsch­land. Obwohl wir große Meis­ter darin sind uns zu fürch­ten, ist Ver­un­si­che­rung fast nir­gendwo unbegründeter.

Wir stel­len uns ganz objek­tiv einige wich­tige Fra­gen. Was kann uns denn über­haupt pas­sie­ren? Wel­che Gefah­ren birgt das Leben hier für uns? Denn selbst wenn alles, wirk­lich alles schief gehen sollte: Wir wer­den nicht ver­hun­gern und wir wer­den auch nicht unter der Brü­cke schla­fen müs­sen. Exis­tenz­ängste soll­ten uns also doch eigent­lich völ­lig fremd sein. Oder?!

Was könnte uns folg­lich schlimms­ten­falls pas­sie­ren? Wir könn­ten viel­leicht irgend­wann nicht ohne Limit shop­pen, alles, was wir auf Wer­be­pla­ka­ten sehen, kau­fen und immer den neus­ten, ja den hei­ßes­ten Scheiß haben.

Mehr nicht.

Die Angst und die Ver­un­si­che­rung, die hier so viele zu läh­men scheint, ist nicht die pure Exis­tenz­angst oder gar die Angst nicht zu über­le­ben, seine Kin­der nicht durch­zu­be­kom­men. Es ist die Angst davor, nicht immer mehr und mehr kon­su­mie­ren zu können.

Mehr nicht.

Eigent­lich ist das irr­sin­nig wit­zig und trau­rig zugleich. Die ganze Angst, die gan­zen Befürch­tun­gen, der ganze Frust, der ganze Druck, die ganze Erschöp­fung, die gan­zen dar­aus resul­tie­ren­den see­li­schen Krank­hei­ten, die hier­zu­lande zu viele zu quä­len scheinen.

Völ­lig grundlos.

Bonito, Brasilien Bonito, Brasilien

Man müsste sich nur vom Gedan­ken des unbe­grenz­ten Kon­sums distan­zie­ren. Ich möchte hier­mit nicht zu einem Leben auf der fau­len Haut auf­ru­fen. Auch wir wol­len uns nicht dem süßen Müßig­gang voll­ends hin­ge­ben und auf Kos­ten von Vater Staat leben. Doch wir haben nun mal die­ses Pri­vi­leg, keine Angst ums Über­le­ben haben zu müs­sen. Wir kön­nen eigent­lich wesent­lich muti­ger und angst­freier durch unser Leben spa­zie­ren, als wir es tat­säch­lich tun. Man muss es nur zulassen.

Also. Wor­auf war­ten wir?

Rio de Janeiro, Brasilien

Cate­go­riesWelt
Morten & Rochssare

Per Anhalter und mit Couchsurfing reisen Morten und Rochssare ab 2011 zwei Jahre lang zwischen Feuerland und der Karibik kreuz und quer durch Südamerika. Seit 2014 trampen die beiden auf dem Landweg von Deutschland nach Indien und weiter nach Südostasien. Von ihren Abenteuern und Begegnungen erzählen sie auf ihrem Blog und in ihren Büchern „Per Anhalter durch Südamerika“ und „Per Anhalter nach Indien“, jeweils erschienen bei Malik National Geographic.

  1. Chris says:

    Ich kann mich erin­nern den Bei­trag zum Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung schon gele­sen zu haben und jetzt habe ich ihn wie­der­ent­deckt. Damals wie heute ergibt es genau so für mich auch Sinn.
    Viel­leicht lag es ein­fach nur an mei­nem engen Freun­des­kreis, aber irgend­wie glaubte ich mehr Men­schen und beson­ders Rei­sende hät­ten schon all diese Erkennt­nisse erlangt oder wären zumin­dest im Stande logisch zu Ende zu den­ken. Mir kommt da „ich hab ja nichts gegen Kon­sum­ver­zicht, aber…“ in den Sinn.
    Leben und leben las­sen ist nicht immer leicht, schließ­lich för­dert die Lebens­art eini­ger Men­schen das Leid vie­ler Men­schen und der Natur.

    1. Morten und Rochssare says:

      Jeder sollte sein Leben füh­ren dür­fen, wie es ihm/ihr gefällt – solange nie­mand ande­res dar­un­ter lei­den muss.
      Das ist ganz leicht, wenn man ein biss­chen soziale Ver­ant­wor­tung und Bewusst­sein in die eige­nen Hand­lun­gen ein­be­zieht. Das reicht schon voll­kom­men aus.

  2. Niklas says:

    Dis­c­lai­mer: im grad der pole­mik an den oben­ste­hen­den arti­kel ange­passte antwort:

    Vierte mög­li­che Gefahr: In einer post-mate­ri­al­lis­ti­schen Gesell­schaft häuft ihr Kul­tur­ka­pi­tal an und sam­melt Sta­tus­sym­bole in Form von Rei­se­ge­schich­ten, anstatt euch einem nach­hal­ti­gen Pro­jekt in eurem Hei­mat­land zu wid­men, mit dem ihr tat­säch­lich euer vor­han­de­nes Poten­zial in etwas Nach­hal­ti­ges und Nütz­li­ches für die Mit­men­schen hät­tet umwan­deln können.

    „Wir hät­ten eigent­lich wesent­lich muti­ger und angst­freier durch unser Leben spa­zie­ren kön­nen, als wir es tat­säch­lich getan haben.“, sagt ihr euch wäh­rend ihr in Neu-Bran­den­burg in einer Sozi­al­woh­nung sitzt, euer Gebiss instal­liert und euch auf die Spar­gel­creme­suppe freut. Irgend­wie ist der Glanz ver­gan­ge­ner Tage jetzt sehr weit weg und die Woh­nung wird Nachts vom Nacht­spei­cher­ofen nur unzu­rei­chend gewärmt. Soziale und phy­si­ka­li­sche Kälte umge­ben euch.

    Wie Phil­lip bereits gesagt hat, sollte man schon dar­auf ein­ge­hen wie man sich das kon­stante Rei­sen finan­ziert. Ihr ent­werft ein stark ver­flach­tes Gesell­schafts­bild: ihr blen­det Armut in Deutsch­land aus, sprecht ande­ren die Legi­ti­mi­tät ihres Emp­fin­dens ab, obwohl ihr erkennt dass ihr pri­vi­li­giert seid. Mei­ner Erfah­rung nach kann man längst nicht behaup­ten dass allen Men­schen ihre Arbeit zuwi­der sei oder dass sie nur wegen des Gel­des arbei­ten gehen oder dass sie dabei nicht einen ech­ten Mehr­wert für die Gesell­schaft aus der auch der Rei­sende kommt und irgend­wann wie­der zurück­kehrt, schaf­fen. Und genau so ist es nicht legi­tim jeman­dem seine All­tags­sor­gen und ‑ängste abzu­spre­chen wenn sie für die betrof­fene Per­son Rea­li­tät sind. Das was ihr „Frei­heit“ nennt ist das Resul­tat von ganz spe­zi­fi­schen Erfah­run­gen, Prä­gun­gen und einem sozia­len Umfeld, dass dazu geführt hat, dass ihr sagen könnt: Wir ent­schei­den uns zum Rei­sen. Das ist ein gro­ßes Glück und ein schö­nes Leben, aber auch wenn es euch nicht mehr so vor­kommmt, ist es ein lan­ger, wei­ter Weg dahin fürs Bewusst­sein, den nicht jeder gehen kann und auch nicht jeder wol­len kann. „Frei­heit ist das Spek­trum der zu rea­li­sie­ren­den Hand­lungs­mög­lich­kei­ten eines Indi­vi­du­ums“ oder soet­was ähn­li­ches hat ein Aka­de­mi­ker mal gesagt, des­halb glaube ich erlangt man mehr Frei­heit wenn man alter­na­tive Lebens­wege für sich hin­zu­fügt, ohne die kon­ven­tio­nel­len für sich zu verbannen. 

    So genug gegen­po­le­mi­siert, ganz viel Spaß beim weiterreisen!

    1. Morten und Rochssare says:

      Hallo Niklas,
      vie­len Dank für die Gegen­po­le­mik. Das war erfri­schend zu lesen.
      Aller­dings hät­ten wir uns gewünscht, dass deine Kri­tik an unse­rem Text (auch die dei­ner Vor­red­ner) etwas mehr Bezug auf unsere Aus­sa­gen genom­men hätte.

      Wir haben nicht vor in einer Sozi­al­woh­nung in „Neu-Bran­den­burg“ Spar­gel­creme­suppe zu essen und behaup­ten in kei­ner Text­stelle, dass jedem Men­schen die eigene Arbeit zuwi­der sei, wir drü­cken nie­man­dem unsere Lebens­idee auf, wir ver­ur­tei­len nie­man­den, der an ande­res Leben führt. Du wirst auch nichts Gegen­tei­li­ges in dem Text fin­den. Jeder hat das Recht so zu leben, wie er möchte.

      „Erste mög­li­che Gefahr: Nach XY Jah­ren des Rei­sens sind wir nicht mehr im bes­ten Job­ein­stiegs­al­ter und wer­den viel­leicht, auch auf­grund von uner­klär­lich gro­ßen Lücken im Lebens­lauf, kei­nen sehr gut bezahl­ten Job mehr bekom­men.“ Diese Aus­sage impli­ziert, dass wir arbei­ten wer­den und damit auch einen Mehr­wert für die Gesell­schaft leis­ten. Es muss nie­mand Angst haben, dass er uns „Sozi­al­schma­rot­zer“ irgend­wann durch­füt­tern muss. 

      Wir hin­ter­fra­gen ledig­lich unse­ren All­tag im Ist-Zustand und über­prü­fen, ob er mit dem Soll-Zustand ver­träg­lich ist.

  3. Friedhelm says:

    Ich hatte mit 16 das Buch „Jupi­ters Fahrt „von Ted Simon gele­sen und wollte anfang 20 mit dem Motor­rad nach Usu­haia dann die Pan­ame­ri­cana hoch und dann schauen wir mal ;-)

    Nun lebe ich fast 27 Jahre in Süd­ame­rika und fahre immer noch Motor­rad. Ich kann eure Gedan­ken gut nachvollziehen.
    Grüße aus Asuncion

    1. Morten und Rochssare says:

      Das klingt nach einem auf­re­gen­den Leben und der Ver­wirk­li­chung eines Trau­mes, lie­ber Fried­helm. Wir wün­schen dir wei­ter­hin alles Gute in Südamerika.

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  5. Patrick says:

    Oh, da kam doch über­ra­schen­der­weise eini­ges an Kri­tik zusammen.
    Irgendwo ver­ständ­lich. Wie dem auch sei – mir gefällt euer Text. Vor allem die­ser Teil:
    „Wir machen uns frei von Unsi­cher­heit und Grü­be­leien, frei von belas­ten­dem Besitz, von unnö­ti­gem Kon­sum. Wir wol­len nicht die Arbeit über das Leben stel­len, um uns dann Fir­le­fanz zu kau­fen, den wir gar nicht brau­chen. In ers­ter Linie wol­len wir unser Leben genie­ßen und Glück verspüren.“

    Und bei all der Kri­tik: Da gibt doch wesent­lich ver­schwen­de­ri­schere Ele­mente im west­lich, kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tem, als ein paar Men­schen die sich dem für einige Zeit entziehen…
    Wie viele Ren­ten­jahre wohl für die Elb­phil­har­mo­nie bezahlt hät­ten wer­den können? :)

    Auch wenn’s mich den­noch inter­es­siert, wie ihr das so finanziert.

    Ich wünsch euch noch viel Spass auf eurer wei­te­ren Reise!

    1. Hallo Patrick,

      schön, dass dir unser Bei­trag und unsere Gedan­ken­gänge gefallen.
      Dass die­ser Text Dis­kus­sio­nen aus­löst, haben wir erwar­tet. Wir freuen uns. Natür­lich pola­ri­siert er und jeder kann zu einer leb­haf­ten Dis­kus­sion beitragen.

      Wir sind sehr glück­lich, dass wir Anfang nächs­ten Jah­res unsere Rei­se­be­richte aus Süd­ame­rika als Buch und e‑book publi­zie­ren wer­den. Wir hof­fen uns so das wenige Geld zu ver­die­nen, was wir zum rei­sen brau­chen. Wenn das nicht klappt, müs­sen wir vor Ort impro­vi­sie­ren. Aber da fällt uns zum gege­be­nen Zeit­punkt bestimmt etwas ein. :)

      Viele Grüße aus Istanbul!

  6. Micha says:

    Die Reak­tio­nen auf euren Arti­kel zei­gen, wie tief ver­ank­tert die Ängste in Deutsch­land sind – da habt ihr einen wun­den Punkt getrof­fen. Ver­mut­lich muß man das *Sys­tem* für wirk­lich län­gere Zeit mal ver­las­sen haben, weit abseits vom drei wöchi­gen Jah­res­ur­laub, um zu ver­ste­hen, wovon ihr redet.

    Oben­drein zeigt die Lebens­wirk­lich­keit in Deutsch­land, dass man auch hart arbei­tend – und zwar ein Leben lang – von Alters­ar­mut ect. betrof­fen sein kann. Aber daran gedank­lich zu rüt­teln, schürt wohl nur neue Ängste…

    Daher, *bon cou­rage* , aber das muß ich euch nicht wün­schen. Ihr seid im bes­ten Sinne *beherzt*!

    1. Wolfi says:

      Hallo!

      Ich bin nun seit über 3 Jah­ren auf Reise, war davor 3x für län­gere Zeit unter­wegs und bin dann wie­der „heim­ge­kom­men“ um Geld für die nächs­ten Rei­sen zu ver­die­nen. Kenne von dem her beide Sei­ten ein wenig ;-)
      Vor­weg: Ihr habt zum Teil recht mit euren Aussagen.
      Aber: es kommt mir doch ein wenig so vor wie bei den „Aus­wan­de­rern“ von denen ich einige noch im TV gese­hen habe. Mäch­tig auf die Hei­mat und das Sys­tem schimp­fen und wenn es dann im „Traum­land“ nicht klappt, sind sie schnel­ler wie­der „daheim“ als man es glau­ben mag.
      Bin schon neu­gie­rig, was ihr in 10 Jah­ren so schrei­ben werdet.

    2. Hallo Wolfi,
      eine drei­jäh­rige Reise ist natür­lich ein ganz schö­nes Aben­teuer. Das war bestimmt span­nend für dich. Auch wir rei­sen nicht zum ers­ten Mal. Das hat aber nichts mit VOX oder RTL2 zu tun. Wir wis­sen recht genau, war­auf wir uns ein­las­sen und was wir zu erwar­ten haben. Schön, dass du in 10 Jah­ren noch immer unsere Texte lesen wirst.

    3. Hallo Micha,
      tat­säch­lich schei­nen wir da etwas berührt zu haben, das Emo­tio­nen schürt.
      Vie­len Dank für deine „unaus­ge­spro­che­nen“ Wünsche. ;)
      Liebe Grüße.

  7. runterwegs says:

    Hallo Mor­ten & Rochssare,

    so wie Euch erging es uns auch, als wir nach unse­rer 20-mona­ti­gen von Ber­lin nach Süd­afrika wie­der nach Deutsch­land zurück­kehr­ten. Auch wir haben uns gefragt: „Warum eigent­lich nicht wei­ter­rei­sen?“ Und das haben wir dann auch gemacht. Inzwi­schen ver­die­nen wir uns unse­ren Lebens­un­ter­halt als Frei­be­ruf­ler und Rei­se­b­log­ger wäh­rend dem Rei­sen. Wir haben zwar auch manch­mal Exis­tenz­ängste, aber wir las­sen uns davon nicht lähmen.

    Liebe Grüße aus Malawi,
    Verena & Patrick

    1. Hallo Verena und Patrick,
      vie­len Dank für euren Kom­men­tar. Mit ein biss­chen Fan­ta­sie und Unter­neh­mungs­wil­len lässt sich eini­ges im Leben anstel­len. Eine 20-mona­tige Reise durch Afrika zum Bei­spiel. :) Das klingt wirk­lich spannend.
      Schön, dass ihr euch nicht habt läh­men las­sen. Wir wün­schen euch stets eine span­nende und sichere Reise.

  8. Verena says:

    Hallo Mor­ten & Rochssare,

    wir kön­nen Eure Gedan­ken und Eure Ent­schei­dung sehr gut nach­voll­zie­hen. Genauso erging es und, als wir nach unse­rer 20-mona­ti­gen Reise von Ber­lin nach Süd­afrika nach Deutsch­land zurück­kehr­ten. Genauso wie Ihr haben wir uns gefragt, warum nicht ein­fach wei­ter­rei­sen? Und genau das haben wir dann auch gemacht. Aller­dings ver­die­nen wir unse­ren Lebens­un­ter­halt jetzt auf der Reise als Frei­be­ruf­ler und Reiseblogger. 

    @Guido & @nic
    Natür­lich haben wir auch Exis­tenz­ängste, aber wir las­sen uns dadurch nicht läh­men. Jeder Selb­stän­dige kann schei­tern – ob er nun orts­un­ab­hän­gig arbei­tet oder nicht – und auch jeder Fest­an­ge­stellte kann unter Umstän­den sei­nen Job verlieren.

    PS: Selbst wenn man als Selb­stän­di­ger möchte, kann man ja nicht unbe­dingt in die Sozi­al­ver­si­che­rung ein­zah­len, son­dern muss eben pri­vat vor­sor­gen. Nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen kann man zum Bei­spiel in die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung einzahlen.

    Viele Grüße vom Lake Malawi,
    Verena

  9. Foodfreak says:

    Die Gedan­ken rund ums (wei­ter-) Rei­sen kenne ich sehr gut, und kann euch für euren Mut nur beglück­wün­schen, ich wün­sche euch alle snur erdenk­lich Gute. Ich finde aller­dings auch, dass ihr hier zu pla­ka­tiv jeden, der andere Wege geht, mit ‚kom­sum­geil‘ abtut. Die Exis­tenz­angst kommt nicht ganz von unge­fähr. Schön, dass ihr euer Leben und Alter finan­zie­ren könnt, auch ohne in D oder sonstwo einem regel­mä­ßi­gen Job nach­zu­ge­hen. Aber das ist eben nicht jedem ver­gönnt. Und hat auch nichts mit dem neu­es­ten Smart­phone oder dem größ­ten TV zu tun, son­dern mit die Miete, die Hei­zung und das Essen bezah­len kön­nen. Und zwar auch noch alt, krank und arbeitsunfähig.

    1. Nun, wir stem­peln nie­man­den ab, der andere Wege geht. Jeder ist für sein eige­nes Leben ver­ant­wort­lich und wer wären wir, das nicht zu respek­tie­ren. Es ist ja auch nicht kon­sum­geil, ein Smart­phone zu kau­fen oder ein teu­res Auto zu fah­ren. Wer es sich leis­ten kann und will, der möge es auch tun. Sich aber von einer Kon­sum­ge­sell­schaft unter Druck set­zen zu las­sen und die eige­nen Wün­sche und Bedürf­nisse dem Geld unter­zu­ord­nen ist nicht das, was wir uns von unse­rem Leben vorstellen.

      Beste Grüße

  10. Pingback:Unpacking Travel: Ausgabe 40 | GoEuro Blog

  11. Manuel says:

    Ich spare es mir mal an die­ser Stelle auf den Teil mit der Zukunfts­aus­sicht ein­zu­ge­hen, weil das ers­tens, bereits aus­gie­big getan wurde, und zwei­tens, ich das mal als absicht­li­che Über­spit­zung ver­stehe, mit der Ihr euren Stand­punkt klar machen wollt;)

    Sonst finde ich euren Text wirk­lich gelungen!

    Vor allem eure Gedan­ken zu die­sem „Kon­sum-Para­do­xon“, dass sich in den Köp­fen der Men­schen fest­ge­krallt hat. Ich kann euch da nur voll und ganz zustimmen!

    So viele Men­schen gehen Tag für Tag einer Tätig­keit nach, die Sie nicht glück­lich macht. Schlim­mer noch, die sogar aktiv zum Unglück bei­trägt. Man fin­det sich damit ab, weil wer mag schon sei­nen Job? Nie­mand oder nicht? Aber man muss ihn machen um Geld zu ver­die­nen und davon am bes­ten eine Menge. Weil wie soll man ohne Geld, all die schö­nen Dinge kau­fen, von denen die Wer­bung sug­ge­riert, dass Sie einen wie­der glück­lich machen und mal ganz davon abge­se­hen, der Nach­bar hat das auch schon, da muss man doch nachlegen!

    Ver­steht mich nicht falsch, ich habe nichts dage­gen, wenn man sich ab und an mal schöne Dinge kauft, ohne dass ein direk­ter Bedarf da ist.
    Natür­lich MUSS ich mir kei­nen neuen LED Fern­se­her kau­fen, wenn meine alte Röhre noch ihren Dienst tut, aber es ist etwas, an dem ich meine Freude habe, ganz ein­fach, ober­flä­chige Freude, weil ich nun­mal gerne Filme gucke und mich dabei über das tolle Bild freue. Was soll daran schlecht sein?
    Doch ist ein Groß­teil unse­rer Gesell­schaft über die­sen Punkt lange hinaus!
    Sie ent­schei­den nicht mehr für sich selbst, dass Sie wert auf einen gro­ßen Fern­se­her, das neue Smart­phone oder das teu­rere Auto legen. Es wird Ihnen förm­lich vorgeschrieben!
    Denn an die­sen Din­gen wird nun deine Stel­lung in die­ser Welt und dein Wert als Mensch bemes­sen, diese Dinge sagen aus, wer du bist. Jeden­falls wird ver­sucht die Men­schen das glau­ben zu las­sen. Und viele tun es.
    Aus der Moti­va­tion der Men­schen, dem eige­nen Wunsch sich etwas schö­nes zu gön­nen und dafür mal etwas här­ter zu arbei­ten, ist ein Druck­mit­tel gewor­den, dass sie immer här­ter zur Arbeit zwingt, unab­hän­gig von kör­per­li­chem oder see­li­schem Ver­schleiß. Denn das neue Ich sind die Dinge die man besitzt, du selbst bist nur noch das Werk­zeug um Sie zu bekom­men und weil viele selbst anfan­gen das zu glau­ben, begin­nen sie auch zu glau­ben, dass Sie viel­leicht wirk­lich wie­der glück­lich wer­den, wenn Sie sich all diese Dinge kau­fen. Was bleibt Ihnen den auch sonst übrig.

    Ich würde mir wün­schen, dass die Men­schen wie­der mehr auf das ach­ten was wirk­lich wert hat. Dar­auf dass Sie glück­lich sind, wirk­lich glücklich.
    Alles was es dazu bru­acht, ist, dass sich der eigene Anspruch wie­der etwas mehr dem Bedarf unter­ord­net, statt sein eige­nes Ding zu machen.

  12. Felix Kraus says:

    Gedan­ken, die mir alle­samt sehr ver­traut sind, die aber auch – und ins­be­son­dere in die­sem Fall (da ich hier einen Shit­s­torm am Hori­zont auf­zie­hen sehe) – im Lichte der abso­lu­ten Rei­se­e­u­pho­rie betrach­tet wer­den müs­sen. Sie sind alle­samt zu radi­kal und kurz­sich­tig, um sie ein­fach so ste­hen zu las­sen. Hier wird eine andere Les­art benö­tigt, das muss für den Leser aber irgend­wie aus dem Text hervorgehen.
    Und zu dem Punkt mit den Kin­dern: es stimmt, das Wich­tigste, was Kin­der brau­chen, ist nicht an mate­ri­elle Güter/Konsum geknüpft. Genauso wich­tig ist es aber auch, sei­nen Kin­dern nicht sei­nen eige­nen Lebens­stil auf­zu­zwin­gen und sie durch erzwun­ge­nen Ver­zicht aus ihrer eige­nen Peer­group aus­zu­schlie­ßen. Euch mag es nicht nicht wich­tig sein, dass euer Kind das neu­este iPhone besitzt. Das ist auch gut so. Der soziale Ver­gleich gerade unter Her­an­wach­sen­den ist aber ein Fakt. Und die eigene Stu­den­ten­bude oder den Musik­un­ter­richt möchte man doch auch nie­man­dem ver­weh­ren, oder?
    In die­sem Sinne wün­sche ich wei­ter­hin fro­hes Rei­sen. Viel­leicht gebt ihr zukünf­tig dem Leser Hin­weise dar­auf, wie eure (sonst wenig radi­ka­len und sehr weit­sich­ti­gen) Texte zu ver­ste­hen sind.

    Viele Grüße,
    Felix

    1. Hallo Felix,
      natür­lich sind Teile des Tex­tes mit einem Augen­zwin­kern zu ver­ste­hen. Nicht­des­to­trotz gel­ten unsere Aus­sa­gen. Wir rufen ja nicht zum Ver­zicht auf, son­dern eher zu einer Refle­xion des Kon­sum­ver­hal­tens. Jeder hat das Recht dar­auf das eigene Geld aus­zu­ge­ben, wie es ihm beliebt. Manch­mal gibt es aber wich­ti­ge­res als mate­ri­elle Güter. Die­ser Gedanke wird unse­rer Mei­nung nach lei­der zu wenig gedacht.

      Viele Grüße.

  13. Ein Plä­doyer gegen den Kon­sum und für das imma­te­ri­elle Glück ist sicher immer gut und richtig! 

    Aller­dings müsste man schon, wenn man das End­los-Rei­sen pro­pa­giert, auch sagen, wie das finan­ziert wird. Sonst ist es nur die halbe und damit unvoll­stän­dige Wahr­heit, zumal in einem Manifest.

    Man braucht ja nicht nur Geld für Zer­streu­ungs­kon­sum und das Alter, son­dern auf Rei­sen auch für Essen, Trans­port und Über­nach­tun­gen. Selbst in den bil­ligs­ten Län­dern ist Rei­sen nicht umsonst. Und auch dort geht einem irgend­wann das Geld aus. Wenn man dann nicht ein super­coo­les, selbst­lau­fen­des Busi­ness im Rücken hat, wird’s irgend­wann eng. Was dann? Ein­fach weiterreisen? 

    Diese Fra­gen müsste man, finde ich, stel­len bzw. dazu Stel­lung nehmen.

    Abge­se­hen davon finde ich es aber groß­ar­tig, wie ihr das macht, und wün­sche euch beim Wei­ter­rei­sen alles Gute und viele neue tolle Erlebnisse!

    1. Rochssare says:

      Ach, ein Mani­fest für das End­los-Rei­sen ist es gar nicht. Auch pro­pa­giere ich nichts. Es ist viel mehr ein Plä­doyer für ein selbst­be­stimm­te­res Leben, ohne sich von unbe­grün­de­ten Exis­ten­t­ängs­ten oder gar der Angst vor einem ¨mate­ri­el­len Abstieg¨ zer­mür­ben zu lassen.
      Ob es nun die Selbst­stän­dig­keit , der neue Job, das Eigen­heim oder wie bei uns das Wei­ter­rei­sen ist…mehr als schief gehen kann es nun mal nicht. Es gibt kei­nen Grund es nicht ver ver­su­chen. Die Kon­se­quen­zen blie­ben überschaubar.

  14. Maurice says:

    All das, was du schreibst, sehe ich ähn­lich. Viel zu viele Men­schen (mei­ner Mei­nung nach) tun sich schwer damit, kön­nen es sich über­haupt nicht vor­stel­len, ein­mal aus ihren gewohn­ten Tages­ab­lauf aus­zu­bre­chen und ihr siche­res Umfeld, sei es der Job oder die Woh­nung auf Zeit auf­zu­ge­ben und ein­fach mal das zu machen, was sie eigent­lich möch­ten. Schade, finde ich…
    Aber der Punkt mit dem Wie­der­kom­men und im Alters­heim schon unter­zu­kom­men und even­tu­ell mal nicht den cools­ten Rol­la­tor zu zu besit­zen, sehe ich etwas anders. Du hast voll­kom­men recht, dass es so lau­fen kann. Aber wo sonnst außer in Deutsch­land, mit die­sem Gesund­heits­sys­tem und der sozia­len Grund­si­che­rung wäre das so ein­fach mög­lich?… Ich finde, wenn man so etwas macht, sollte man sich nicht auf den Vater Staat ver­las­sen, eher sel­ber dafür sor­gen, dass man nach der Rück­kehr sein Leben wie­der allein bewäl­ti­gen kann.

    1. …und genau das machen wir, Mau­rice. Die Kos­ten für das Alters­heim, soll­ten wir ein­mal in einem lan­den, wer­den ja auch nicht auto­ma­tisch vom Staat übernommen.

  15. Stefan says:

    Seid mutig und lebt das Leben! Der Rest regelt sich schon. Euer Lebens­til muss ja nicht zwangs­läu­fig bedeu­ten, das ihr kein eige­nes finan­zi­el­les Aus­kom­men fin­det. Das wird von einem Angst­sys­tem so dar­ge­stellt, damit nie­mand aus der Reihe tanzt.

  16. ich fand eure gedan­ken sehr span­nend und kann sie zum teil nach­voll­zie­hen, finde aber die kon­se­quen­zen, die ihr schil­dert ein biss­chen zu naiv gedacht. sei’s drum. ihr müsst tun, was euch glück­lich macht. 

    schade finde ich, dass ihr, ganz neben­bei, selbst vir­tu­elle back­pfei­fen an die leute ver­teilt, die einn ande­res leben führen.

    1. Forentourist says:

      Ja, das ist es, was mich auch gestört hat.

      Wenn Ihr euren Weg gefun­den habt, ist das wun­der­bar, doch einen „leben und leben lassen“-Gedanken kann ich nicht so recht finden.
      Ich freue mich immer wie­der auf die­ser Seite Neues zu lesen, doch gerade die­ser Bei­trag wirkt etwas arro­gant auf mich.

      Ihr wür­det mich sehr wahr­schein­lich zu den kon­sum­gei­len Leu­ten zäh­len, denn ich kaufe gern auch mal Zeug, dass mir kei­nen direk­ten Nut­zen bringt, abge­se­hen von Spaß. Trotz­dem bin ich glücklich.

      Und auch wenn es sich komisch anhört: Ich denke, dass Leute mit gerin­ger Rente Wich­ti­ge­res im Kopf haben als alte Rol­la­to­ren. Schon die Rent­ner von heute haben teil­weise große Pro­bleme, ihre Mie­ten zu bezah­len und ich denke nicht, dass das in 50 Jah­ren ein­fa­cher wird.

    2. Hallo,
      wir möch­ten weder dir, noch sonst jeman­den den Spaß am Kon­sum strei­tig machen. Es gibt nichts dage­gen ein­zu­wen­den, Geld aus­zu­ge­ben, um Spaß zu haben. Pro­ble­ma­tisch wird es aller­dings, wenn man der Vor­stel­lung erliegt, dass Glück nur noch durch finan­zi­elle Trans­ak­tio­nen zu errei­chen ist.

    3. Hallo nic,
      wenn du vir­tu­elle Back­pfei­fen emp­fun­den hast, dann tut uns das Leid. Das war nicht unsere Absicht. Jeder soll das Leben füh­ren, dass er füh­ren möchte. Wir haben uns für ein Modell ent­schie­den und erklä­ren ledig­lich, warum wir wie­der aufbrechen.

  17. Guido says:

    Ich kann die Argu­mente alle ver­ste­hen. Das Hams­ter­rad in dem wir alle ste­cken, ist völ­lig beknackt. Mehr arbei­ten, um mehr Geld zu ver­die­nen, um damit mehr Krem­pel zu kau­fen. Krem­pel, den man nicht braucht, auf den man aber idio­ti­scher­weise ideelle Werte wie Zufrie­den­heit und Glück pro­ji­ziert. Was für ein Selbstbetrug.

    «Denn selbst wenn alles, wirk­lich alles schief gehen sollte: Wir wer­den nicht ver­hun­gern und wir wer­den auch nicht unter der Brü­cke schla­fen müs­sen.» Rich­tig. Nur nehmt ihr dann – wahr­schein­lich gerade im Alter – die Leis­tun­gen einer soli­da­ri­schen Gesell­schaft in Anspruch, zu der ihr selbst arg unter­durch­schnitt­lich bei­getra­gen habt. ich höre schon die Stim­men: „Den Spaß habt Ihr und die Absi­che­rung müs­sen andere für Euch bezahlen.“

    1. Lie­ber Guido,
      wir freuen uns dar­über, dass dir unser Text gefal­len hat.
      Warum auch immer, aber es gibt diese Exis­tenz­angst in Deutsch­land. Abso­lut wahnsinnig.
      Wir wol­len im Alter weder Harz IV bezie­hen, noch in einer Sozi­al­woh­nung leben. Im Gegen­teil. Wir wer­den alles Mög­li­che tun, um das zu ver­hin­dern. Aber wir las­sen uns unsere Träume nicht von unbe­grün­de­ten Exis­tenz­ängs­ten zerstören.

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