Warum nicht einfach weiterreisen?

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Warum nicht einfach weiterreisen?

Von einer langen Reise heimzu­kehren, kommt immer auch einer Art Umbruch gleich.
Vielen Reisenden fällt die Heimkehr in das alte Leben schwer. Natürlich freut man sich darauf, Familie und Freunde wieder zu sehen, gutes Brot zu essen und auf Käse natür­lich. Bier, Brotchips, Kräuterquark. Ich habe mich auf so vieles gefreut. Auf der Couch gammeln und Lammbock gucken, auf Konzerte gehen, einfach mal im Park fleezen oder Leitungswasser trinken. Am meisten gefreut habe ich mich auf den Frühling.

Doch ich habe auch Angst gehabt.

Angst vor unver­deckter Unfreundlichkeit, die nach all der Zeit wie eine schal­lende Backpfeife auf mein Gesicht nieder­gehen würde. Angst vor dem offen ausge­lebten Frust einiger, den andere, so wie es der Zufall halt will, zu spüren bekommen. Ich habe auch Angst davor gehabt auf der Straße Menschen zu begegnen, die ruhigen Gewissens Merkel wählen. Ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren würde.

Ich weiß noch, wie ich wenige Tage nach unserer Ankunft in Deutschland mit einem bangen Gefühl in den Bus gestiegen bin. Statt Kleingeld hatte ich nur einen 50-Euro-Schein bei mir und war mir sicher, nun den Launen des Busfahrers völlig ausge­lie­fert zu sein.

Rocha, Uruguay
Altiplano, Bolivien

Der heimkeh­rende Reisende fürchtet in der Regel den Alltag oder besser gesagt die Rückkehr in diesen besagten Alltag. Vielen fällt die Umstellung vom Reisemodus, der jeden Tag neue Erlebnisse birgt, in die Monotonie des Tagtäglichen schwer. Anfänglich denkt man noch, man könne noch lange von den Erlebnissen der Reise zehren, sie in Gedanken bei sich tragen und so das Leben hier augen­zwin­kernd, mit stoischer Gelassenheit und einem durch­gän­gigen Lächeln meistern. Doch so ist es meistens nicht. Gerade die zurück­lie­genden Erfahrungen machen die Rückkehr in die gewohnte Umgebung schwierig. Man weiß noch zu genau, wie gelassen das Leben sein kann. Und gerade dieser Vergleich drängt den heimkeh­renden Reisenden meistens wieder hinaus in die Welt.

Der Wunsch nach einem erneuten Aufbruch ist meist tief im Reiseherz des Heimkehrenden veran­kert. Und auch wenn dies erstmal nicht gerade vernünftig erscheint und einem von allen Seiten der Gesellschaft fragende Blicke zugeworfen werden, bleibt dieser Wunsch meist bestehen.

Auch wir haben uns mit unseren Möglichkeiten ausein­an­der­ge­setzt, überlegt und abgewogen. Doch eigent­lich fiel die Entscheidung sehr schnell und uns sehr leicht. Wir lassen den verun­si­cherten Versicherungs-Fanatiker, der in jedem von uns schlum­mert, einfach hinter uns und wollen wieder reisen. Für länger. Eigentlich sogar für unbestimmte Zeit. Ganz ohne Angst und Panikmacherei.

Wir machen uns frei von Unsicherheit und Grübeleien, frei von belas­tendem Besitz, von unnötigem Konsum. Wir wollen nicht die Arbeit über das Leben stellen, um uns dann Firlefanz zu kaufen, den wir gar nicht brauchen. In erster Linie wollen wir unser Leben genießen und Glück verspüren. Und glück­lich – das waren wir die letzten zwei Jahre während unserer Reise durch Südamerika sehr.

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Was braucht man zum Glücklichsein? Die letzten 24 Monate hatte ich kaum etwas. In meinem Rucksack war nur Platz für grund­le­gende, wichtige Dinge. Ich hatte keinen weiteren, keinen unnötigen Besitz. Kein Handy. Kein Telefon. Keinen Fernseher. Kein Auto. Und selten war ich glück­li­cher in meinem Leben. So abwegig es auch klingen mag. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel einfa­cher das Leben ist, wenn der eigene Besitz überschaubar bleibt. Wie viel weniger Probleme man hat, wenn man sich nur darum kümmern muss, genug zu Essen und zu Trinken für den Tag zu haben.

2011 tauschten wir Sicherheit gegen Freiheit und zogen los nach Südamerika. Sechs Monate sollte unser kleines Abenteuer dauern. Doch aus unserem Kinkerlitzchen wurde eine zweijäh­rige Reise und brachte uns die Erkenntnis, dass wir nun kein anderes Leben mehr führen können und wollen. Der Gedanke nach Deutschland zurück­zu­kehren belas­tete uns. Natürlich können wir jeden Morgen ins Büro gehen und abends wieder nach Hause kommen. Wir können uns von dem schönen Geld einlullen lassen. Es uns schön reden. Uns zur Belohnung für ein Leben, das wir so nie führen wollten, schöne Sachen kaufen, die wir eigent­lich nicht brauchen. Das alles wäre ganz leicht.

Doch wir wollen nicht den leichten Weg wählen. Wir möchten uns lösen aus dem ewigen Kreislauf aus Arbeiten und Kaufen. Wir werden einfach das machen, was wir gerne machen möchten. Und zwar Weiterreisen. Natürlich haben wir uns als gewis­sen­hafte Menschen auch Gedanken zu etwaigen Nachteilen unseres geplanten Lebensstils gemacht. Nach langen Überlegungen kommen wir zu folgendem Schluss. Alles in allem birgt unser auf den ersten Blick verrücktes Vorhaben nur genau drei mögliche Gefahren.

Villarrica, Chile

Erste mögliche Gefahr: Nach XY Jahren des Reisens sind wir nicht mehr im besten Jobeinstiegsalter und werden vielleicht, auch aufgrund von unerklär­lich großen Lücken im Lebenslauf, keinen sehr gut bezahlten Job mehr bekommen.

Konsequenz: Wir können uns nicht alle zwei Jahre das neueste Smartphone und den neusten und größten Fernseher kaufen.

Fazit: Ich muss schlu­cken. Aber ich glaube, wir können es überleben.

 

Zweite mögliche Gefahr: Da wir XY Jahre nicht in die Rentenkasse einzahlen werden, werden wir keine hohe Rente bekommen.

Konsequenz: Wenn wir alt und knatterig sind, können wir uns nicht alle zwei Jahre den neusten High-Tech-Rollator kaufen. Unsere Enkelkinder kommen uns nicht in der Erwartung besuchen, wir steckten ihnen Scheine zu. Sie kommen einfach so.

Fazit: Ich muss wieder schlu­cken. Aber ich glaube auch das können wir überleben (zumin­dest eine Zeit lang). In der Seniorenbegegnungsstätte haben wir die coolsten Storys auf Lager und die Alten hängen uns (sowieso sabbernd) an den Lippen. Wir wissen, dass wir unser Leben nicht verschwendet, sondern voll ausge­kostet haben. Und das macht uns immer noch glück­lich.

 

Dritte mögliche Gefahr: Wir können/​wollen unseren Kindern nicht alle zwei Jahre das neuste I‑Dingsbums, das neuste Handy, die neueste Spielekonsole kaufen.

Konsequenz: Unsere Kinder werden keine verwöhnten, konsum­ver­narrten Nervbalgen, die keine Ahnung davon haben, welche Werte im Leben wichtig sind. Sie stellen nicht Arbeit, Besitz, Status-Symbole und Geld über Leben, Freude, Glück und Familie und haben nicht mit Ende 30 das erste Mal einen Burn-out.

Fazit: Sehr gut.

Feuerland, Argentinien
Caretera Austral, Chile

Denn seien wir ehrlich. Es gibt wenige Orte auf der Welt, in denen man vor der Zukunft und vor den undurch­schau­baren Wirren des Lebens weniger Angst haben müsste als in Deutschland. Obwohl wir große Meister darin sind uns zu fürchten, ist Verunsicherung fast nirgendwo unbegrün­deter.

Wir stellen uns ganz objektiv einige wichtige Fragen. Was kann uns denn überhaupt passieren? Welche Gefahren birgt das Leben hier für uns? Denn selbst wenn alles, wirklich alles schief gehen sollte: Wir werden nicht verhun­gern und wir werden auch nicht unter der Brücke schlafen müssen. Existenzängste sollten uns also doch eigent­lich völlig fremd sein. Oder?!

Was könnte uns folglich schlimms­ten­falls passieren? Wir könnten vielleicht irgend­wann nicht ohne Limit shoppen, alles, was wir auf Werbeplakaten sehen, kaufen und immer den neusten, ja den heißesten Scheiß haben.

Mehr nicht.

Die Angst und die Verunsicherung, die hier so viele zu lähmen scheint, ist nicht die pure Existenzangst oder gar die Angst nicht zu überleben, seine Kinder nicht durch­zu­be­kommen. Es ist die Angst davor, nicht immer mehr und mehr konsu­mieren zu können.

Mehr nicht.

Eigentlich ist das irrsinnig witzig und traurig zugleich. Die ganze Angst, die ganzen Befürchtungen, der ganze Frust, der ganze Druck, die ganze Erschöpfung, die ganzen daraus resul­tie­renden seeli­schen Krankheiten, die hierzu­lande zu viele zu quälen scheinen.

Völlig grundlos.

Bonito, Brasilien
Bonito, Brasilien

Man müsste sich nur vom Gedanken des unbegrenzten Konsums distan­zieren. Ich möchte hiermit nicht zu einem Leben auf der faulen Haut aufrufen. Auch wir wollen uns nicht dem süßen Müßiggang vollends hingeben und auf Kosten von Vater Staat leben. Doch wir haben nun mal dieses Privileg, keine Angst ums Überleben haben zu müssen. Wir können eigent­lich wesent­lich mutiger und angst­freier durch unser Leben spazieren, als wir es tatsäch­lich tun. Man muss es nur zulassen.

Also. Worauf warten wir?

Rio de Janeiro, Brasilien


Kommentare

  1. Avatar von tierhotel

    Vielen Dank für den tollen Artikel.

  2. Avatar von Chris

    Ich kann mich erinnern den Beitrag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon gelesen zu haben und jetzt habe ich ihn wieder­ent­deckt. Damals wie heute ergibt es genau so für mich auch Sinn.
    Vielleicht lag es einfach nur an meinem engen Freundeskreis, aber irgendwie glaubte ich mehr Menschen und beson­ders Reisende hätten schon all diese Erkenntnisse erlangt oder wären zumin­dest im Stande logisch zu Ende zu denken. Mir kommt da »ich hab ja nichts gegen Konsumverzicht, aber…« in den Sinn.
    Leben und leben lassen ist nicht immer leicht, schließ­lich fördert die Lebensart einiger Menschen das Leid vieler Menschen und der Natur.

    1. Avatar von Morten und Rochssare
      Morten und Rochssare

      Jeder sollte sein Leben führen dürfen, wie es ihm/​ihr gefällt – solange niemand anderes darunter leiden muss.
      Das ist ganz leicht, wenn man ein bisschen soziale Verantwortung und Bewusstsein in die eigenen Handlungen einbe­zieht. Das reicht schon vollkommen aus.

  3. Avatar von Marius Kri via Facebook
    Marius Kri via Facebook

    Dieses Gefühl nach der Rückkehr hab ich selten so passend beschrieben gelesen.

    1. Avatar von Morten und Rochssare
      Morten und Rochssare

      Vielen Dank, Marius.

  4. Avatar von Niklas
    Niklas

    Disclaimer: im grad der polemik an den obenste­henden artikel angepasste antwort:

    Vierte mögliche Gefahr: In einer post-materi­al­lis­ti­schen Gesellschaft häuft ihr Kulturkapital an und sammelt Statussymbole in Form von Reisegeschichten, anstatt euch einem nachhal­tigen Projekt in eurem Heimatland zu widmen, mit dem ihr tatsäch­lich euer vorhan­denes Potenzial in etwas Nachhaltiges und Nützliches für die Mitmenschen hättet umwan­deln können.

    »Wir hätten eigent­lich wesent­lich mutiger und angst­freier durch unser Leben spazieren können, als wir es tatsäch­lich getan haben.«, sagt ihr euch während ihr in Neu-Brandenburg in einer Sozialwohnung sitzt, euer Gebiss instal­liert und euch auf die Spargelcremesuppe freut. Irgendwie ist der Glanz vergan­gener Tage jetzt sehr weit weg und die Wohnung wird Nachts vom Nachtspeicherofen nur unzurei­chend gewärmt. Soziale und physi­ka­li­sche Kälte umgeben euch.

    Wie Phillip bereits gesagt hat, sollte man schon darauf eingehen wie man sich das konstante Reisen finan­ziert. Ihr entwerft ein stark verflachtes Gesellschaftsbild: ihr blendet Armut in Deutschland aus, sprecht anderen die Legitimität ihres Empfindens ab, obwohl ihr erkennt dass ihr privi­li­giert seid. Meiner Erfahrung nach kann man längst nicht behaupten dass allen Menschen ihre Arbeit zuwider sei oder dass sie nur wegen des Geldes arbeiten gehen oder dass sie dabei nicht einen echten Mehrwert für die Gesellschaft aus der auch der Reisende kommt und irgend­wann wieder zurück­kehrt, schaffen. Und genau so ist es nicht legitim jemandem seine Alltagssorgen und ‑ängste abzuspre­chen wenn sie für die betrof­fene Person Realität sind. Das was ihr »Freiheit« nennt ist das Resultat von ganz spezi­fi­schen Erfahrungen, Prägungen und einem sozialen Umfeld, dass dazu geführt hat, dass ihr sagen könnt: Wir entscheiden uns zum Reisen. Das ist ein großes Glück und ein schönes Leben, aber auch wenn es euch nicht mehr so vorkommmt, ist es ein langer, weiter Weg dahin fürs Bewusstsein, den nicht jeder gehen kann und auch nicht jeder wollen kann. »Freiheit ist das Spektrum der zu reali­sie­renden Handlungsmöglichkeiten eines Individuums« oder soetwas ähnli­ches hat ein Akademiker mal gesagt, deshalb glaube ich erlangt man mehr Freiheit wenn man alter­na­tive Lebenswege für sich hinzu­fügt, ohne die konven­tio­nellen für sich zu verbannen.

    So genug gegen­po­le­mi­siert, ganz viel Spaß beim weiter­reisen!

    1. Avatar von Morten und Rochssare
      Morten und Rochssare

      Hallo Niklas,
      vielen Dank für die Gegenpolemik. Das war erfri­schend zu lesen.
      Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass deine Kritik an unserem Text (auch die deiner Vorredner) etwas mehr Bezug auf unsere Aussagen genommen hätte.

      Wir haben nicht vor in einer Sozialwohnung in »Neu-Brandenburg« Spargelcremesuppe zu essen und behaupten in keiner Textstelle, dass jedem Menschen die eigene Arbeit zuwider sei, wir drücken niemandem unsere Lebensidee auf, wir verur­teilen niemanden, der an anderes Leben führt. Du wirst auch nichts Gegenteiliges in dem Text finden. Jeder hat das Recht so zu leben, wie er möchte.

      »Erste mögliche Gefahr: Nach XY Jahren des Reisens sind wir nicht mehr im besten Jobeinstiegsalter und werden vielleicht, auch aufgrund von unerklär­lich großen Lücken im Lebenslauf, keinen sehr gut bezahlten Job mehr bekommen.« Diese Aussage impli­ziert, dass wir arbeiten werden und damit auch einen Mehrwert für die Gesellschaft leisten. Es muss niemand Angst haben, dass er uns »Sozialschmarotzer« irgend­wann durch­füt­tern muss.

      Wir hinter­fragen ledig­lich unseren Alltag im Ist-Zustand und überprüfen, ob er mit dem Soll-Zustand verträg­lich ist.

  5. Avatar von Friedhelm

    Ich hatte mit 16 das Buch »Jupiters Fahrt »von Ted Simon gelesen und wollte anfang 20 mit dem Motorrad nach Usuhaia dann die Panamericana hoch und dann schauen wir mal 😉

    Nun lebe ich fast 27 Jahre in Südamerika und fahre immer noch Motorrad. Ich kann eure Gedanken gut nachvoll­ziehen.
    Grüße aus Asuncion

    1. Avatar von Morten und Rochssare
      Morten und Rochssare

      Das klingt nach einem aufre­genden Leben und der Verwirklichung eines Traumes, lieber Friedhelm. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute in Südamerika.

  6. Avatar von Patrick

    Oh, da kam doch überra­schen­der­weise einiges an Kritik zusammen.
    Irgendwo verständ­lich. Wie dem auch sei – mir gefällt euer Text. Vor allem dieser Teil:
    »Wir machen uns frei von Unsicherheit und Grübeleien, frei von belas­tendem Besitz, von unnötigem Konsum. Wir wollen nicht die Arbeit über das Leben stellen, um uns dann Firlefanz zu kaufen, den wir gar nicht brauchen. In erster Linie wollen wir unser Leben genießen und Glück verspüren.«

    Und bei all der Kritik: Da gibt doch wesent­lich verschwen­de­ri­schere Elemente im westlich, kapita­lis­ti­schen System, als ein paar Menschen die sich dem für einige Zeit entziehen…
    Wie viele Rentenjahre wohl für die Elbphilharmonie bezahlt hätten werden können? 🙂

    Auch wenn’s mich dennoch inter­es­siert, wie ihr das so finan­ziert.

    Ich wünsch euch noch viel Spass auf eurer weiteren Reise!

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      Hallo Patrick,

      schön, dass dir unser Beitrag und unsere Gedankengänge gefallen.
      Dass dieser Text Diskussionen auslöst, haben wir erwartet. Wir freuen uns. Natürlich polari­siert er und jeder kann zu einer lebhaften Diskussion beitragen.

      Wir sind sehr glück­lich, dass wir Anfang nächsten Jahres unsere Reiseberichte aus Südamerika als Buch und e‑book publi­zieren werden. Wir hoffen uns so das wenige Geld zu verdienen, was wir zum reisen brauchen. Wenn das nicht klappt, müssen wir vor Ort impro­vi­sieren. Aber da fällt uns zum gegebenen Zeitpunkt bestimmt etwas ein. 🙂

      Viele Grüße aus Istanbul!

  7. Avatar von Micha

    Die Reaktionen auf euren Artikel zeigen, wie tief veranktert die Ängste in Deutschland sind – da habt ihr einen wunden Punkt getroffen. Vermutlich muß man das *System* für wirklich längere Zeit mal verlassen haben, weit abseits vom drei wöchigen Jahresurlaub, um zu verstehen, wovon ihr redet.

    Obendrein zeigt die Lebenswirklichkeit in Deutschland, dass man auch hart arbei­tend – und zwar ein Leben lang – von Altersarmut ect. betroffen sein kann. Aber daran gedank­lich zu rütteln, schürt wohl nur neue Ängste…

    Daher, *bon courage* , aber das muß ich euch nicht wünschen. Ihr seid im besten Sinne *beherzt*!

    1. Avatar von Wolfi
      Wolfi

      Hallo!

      Ich bin nun seit über 3 Jahren auf Reise, war davor 3x für längere Zeit unter­wegs und bin dann wieder »heimge­kommen« um Geld für die nächsten Reisen zu verdienen. Kenne von dem her beide Seiten ein wenig 😉
      Vorweg: Ihr habt zum Teil recht mit euren Aussagen.
      Aber: es kommt mir doch ein wenig so vor wie bei den »Auswanderern« von denen ich einige noch im TV gesehen habe. Mächtig auf die Heimat und das System schimpfen und wenn es dann im »Traumland« nicht klappt, sind sie schneller wieder »daheim« als man es glauben mag.
      Bin schon neugierig, was ihr in 10 Jahren so schreiben werdet.

    2. Avatar von Morten & Rochssare

      Hallo Wolfi,
      eine dreijäh­rige Reise ist natür­lich ein ganz schönes Abenteuer. Das war bestimmt spannend für dich. Auch wir reisen nicht zum ersten Mal. Das hat aber nichts mit VOX oder RTL2 zu tun. Wir wissen recht genau, warauf wir uns einlassen und was wir zu erwarten haben. Schön, dass du in 10 Jahren noch immer unsere Texte lesen wirst.

    3. Avatar von Morten & Rochssare

      Hallo Micha,
      tatsäch­lich scheinen wir da etwas berührt zu haben, das Emotionen schürt.
      Vielen Dank für deine »unaus­ge­spro­chenen« Wünsche. 😉
      Liebe Grüße.

  8. Avatar von moe
    moe

    aber die reise habt ihr schon durch euer geld finan­ziert? oder doch durch puste­blumen und seifen­blasen?

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      durch Pusteblumen und Seifenblasen natür­lich 😀

  9. Avatar von runterwegs

    Hallo Morten & Rochssare,

    so wie Euch erging es uns auch, als wir nach unserer 20-monatigen von Berlin nach Südafrika wieder nach Deutschland zurück­kehrten. Auch wir haben uns gefragt: „Warum eigent­lich nicht weiter­reisen?“ Und das haben wir dann auch gemacht. Inzwischen verdienen wir uns unseren Lebensunterhalt als Freiberufler und Reiseblogger während dem Reisen. Wir haben zwar auch manchmal Existenzängste, aber wir lassen uns davon nicht lähmen.

    Liebe Grüße aus Malawi,
    Verena & Patrick

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      Hallo Verena und Patrick,
      vielen Dank für euren Kommentar. Mit ein bisschen Fantasie und Unternehmungswillen lässt sich einiges im Leben anstellen. Eine 20-monatige Reise durch Afrika zum Beispiel. 🙂 Das klingt wirklich spannend.
      Schön, dass ihr euch nicht habt lähmen lassen. Wir wünschen euch stets eine spannende und sichere Reise.

  10. Avatar von Verena

    Hallo Morten & Rochssare,

    wir können Eure Gedanken und Eure Entscheidung sehr gut nachvoll­ziehen. Genauso erging es und, als wir nach unserer 20-monatigen Reise von Berlin nach Südafrika nach Deutschland zurück­kehrten. Genauso wie Ihr haben wir uns gefragt, warum nicht einfach weiter­reisen? Und genau das haben wir dann auch gemacht. Allerdings verdienen wir unseren Lebensunterhalt jetzt auf der Reise als Freiberufler und Reiseblogger.

    @Guido & @nic
    Natürlich haben wir auch Existenzängste, aber wir lassen uns dadurch nicht lähmen. Jeder Selbständige kann schei­tern – ob er nun ortsun­ab­hängig arbeitet oder nicht – und auch jeder Festangestellte kann unter Umständen seinen Job verlieren.

    PS: Selbst wenn man als Selbständiger möchte, kann man ja nicht unbedingt in die Sozialversicherung einzahlen, sondern muss eben privat vorsorgen. Nur unter bestimmten Voraussetzungen kann man zum Beispiel in die Arbeitslosenversicherung einzahlen.

    Viele Grüße vom Lake Malawi,
    Verena

  11. Avatar von Foodfreak

    Die Gedanken rund ums (weiter-) Reisen kenne ich sehr gut, und kann euch für euren Mut nur beglück­wün­schen, ich wünsche euch alle snur erdenk­lich Gute. Ich finde aller­dings auch, dass ihr hier zu plakativ jeden, der andere Wege geht, mit ›komsum­geil‹ abtut. Die Existenzangst kommt nicht ganz von ungefähr. Schön, dass ihr euer Leben und Alter finan­zieren könnt, auch ohne in D oder sonstwo einem regel­mä­ßigen Job nachzu­gehen. Aber das ist eben nicht jedem vergönnt. Und hat auch nichts mit dem neuesten Smartphone oder dem größten TV zu tun, sondern mit die Miete, die Heizung und das Essen bezahlen können. Und zwar auch noch alt, krank und arbeits­un­fähig.

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      Nun, wir stempeln niemanden ab, der andere Wege geht. Jeder ist für sein eigenes Leben verant­wort­lich und wer wären wir, das nicht zu respek­tieren. Es ist ja auch nicht konsum­geil, ein Smartphone zu kaufen oder ein teures Auto zu fahren. Wer es sich leisten kann und will, der möge es auch tun. Sich aber von einer Konsumgesellschaft unter Druck setzen zu lassen und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse dem Geld unter­zu­ordnen ist nicht das, was wir uns von unserem Leben vorstellen.

      Beste Grüße

  12. Avatar von Manuel
    Manuel

    Ich spare es mir mal an dieser Stelle auf den Teil mit der Zukunftsaussicht einzu­gehen, weil das erstens, bereits ausgiebig getan wurde, und zweitens, ich das mal als absicht­liche Überspitzung verstehe, mit der Ihr euren Standpunkt klar machen wollt;)

    Sonst finde ich euren Text wirklich gelungen!

    Vor allem eure Gedanken zu diesem »Konsum-Paradoxon«, dass sich in den Köpfen der Menschen festge­krallt hat. Ich kann euch da nur voll und ganz zustimmen!

    So viele Menschen gehen Tag für Tag einer Tätigkeit nach, die Sie nicht glück­lich macht. Schlimmer noch, die sogar aktiv zum Unglück beiträgt. Man findet sich damit ab, weil wer mag schon seinen Job? Niemand oder nicht? Aber man muss ihn machen um Geld zu verdienen und davon am besten eine Menge. Weil wie soll man ohne Geld, all die schönen Dinge kaufen, von denen die Werbung sugge­riert, dass Sie einen wieder glück­lich machen und mal ganz davon abgesehen, der Nachbar hat das auch schon, da muss man doch nachlegen!

    Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, wenn man sich ab und an mal schöne Dinge kauft, ohne dass ein direkter Bedarf da ist.
    Natürlich MUSS ich mir keinen neuen LED Fernseher kaufen, wenn meine alte Röhre noch ihren Dienst tut, aber es ist etwas, an dem ich meine Freude habe, ganz einfach, oberflä­chige Freude, weil ich nunmal gerne Filme gucke und mich dabei über das tolle Bild freue. Was soll daran schlecht sein?
    Doch ist ein Großteil unserer Gesellschaft über diesen Punkt lange hinaus!
    Sie entscheiden nicht mehr für sich selbst, dass Sie wert auf einen großen Fernseher, das neue Smartphone oder das teurere Auto legen. Es wird Ihnen förmlich vorge­schrieben!
    Denn an diesen Dingen wird nun deine Stellung in dieser Welt und dein Wert als Mensch bemessen, diese Dinge sagen aus, wer du bist. Jedenfalls wird versucht die Menschen das glauben zu lassen. Und viele tun es.
    Aus der Motivation der Menschen, dem eigenen Wunsch sich etwas schönes zu gönnen und dafür mal etwas härter zu arbeiten, ist ein Druckmittel geworden, dass sie immer härter zur Arbeit zwingt, unabhängig von körper­li­chem oder seeli­schem Verschleiß. Denn das neue Ich sind die Dinge die man besitzt, du selbst bist nur noch das Werkzeug um Sie zu bekommen und weil viele selbst anfangen das zu glauben, beginnen sie auch zu glauben, dass Sie vielleicht wirklich wieder glück­lich werden, wenn Sie sich all diese Dinge kaufen. Was bleibt Ihnen den auch sonst übrig.

    Ich würde mir wünschen, dass die Menschen wieder mehr auf das achten was wirklich wert hat. Darauf dass Sie glück­lich sind, wirklich glück­lich.
    Alles was es dazu bruacht, ist, dass sich der eigene Anspruch wieder etwas mehr dem Bedarf unter­ordnet, statt sein eigenes Ding zu machen.

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      Danke Manuel,
      du hast es auf den Punkt gebracht. Da gibt es nichts mehr hinzu­zu­fügen.

  13. Avatar von Felix Kraus

    Gedanken, die mir allesamt sehr vertraut sind, die aber auch – und insbe­son­dere in diesem Fall (da ich hier einen Shitstorm am Horizont aufziehen sehe) – im Lichte der absoluten Reiseeuphorie betrachtet werden müssen. Sie sind allesamt zu radikal und kurzsichtig, um sie einfach so stehen zu lassen. Hier wird eine andere Lesart benötigt, das muss für den Leser aber irgendwie aus dem Text hervor­gehen.
    Und zu dem Punkt mit den Kindern: es stimmt, das Wichtigste, was Kinder brauchen, ist nicht an materi­elle Güter/​Konsum geknüpft. Genauso wichtig ist es aber auch, seinen Kindern nicht seinen eigenen Lebensstil aufzu­zwingen und sie durch erzwun­genen Verzicht aus ihrer eigenen Peergroup auszu­schließen. Euch mag es nicht nicht wichtig sein, dass euer Kind das neueste iPhone besitzt. Das ist auch gut so. Der soziale Vergleich gerade unter Heranwachsenden ist aber ein Fakt. Und die eigene Studentenbude oder den Musikunterricht möchte man doch auch niemandem verwehren, oder?
    In diesem Sinne wünsche ich weiterhin frohes Reisen. Vielleicht gebt ihr zukünftig dem Leser Hinweise darauf, wie eure (sonst wenig radikalen und sehr weitsich­tigen) Texte zu verstehen sind.

    Viele Grüße,
    Felix

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      Hallo Felix,
      natür­lich sind Teile des Textes mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Nichtdestotrotz gelten unsere Aussagen. Wir rufen ja nicht zum Verzicht auf, sondern eher zu einer Reflexion des Konsumverhaltens. Jeder hat das Recht darauf das eigene Geld auszu­geben, wie es ihm beliebt. Manchmal gibt es aber wichti­geres als materi­elle Güter. Dieser Gedanke wird unserer Meinung nach leider zu wenig gedacht.

      Viele Grüße.

  14. Avatar von Philipp Laage

    Ein Plädoyer gegen den Konsum und für das immate­ri­elle Glück ist sicher immer gut und richtig!

    Allerdings müsste man schon, wenn man das Endlos-Reisen propa­giert, auch sagen, wie das finan­ziert wird. Sonst ist es nur die halbe und damit unvoll­stän­dige Wahrheit, zumal in einem Manifest.

    Man braucht ja nicht nur Geld für Zerstreuungskonsum und das Alter, sondern auf Reisen auch für Essen, Transport und Übernachtungen. Selbst in den billigsten Ländern ist Reisen nicht umsonst. Und auch dort geht einem irgend­wann das Geld aus. Wenn man dann nicht ein super­cooles, selbst­lau­fendes Business im Rücken hat, wird’s irgend­wann eng. Was dann? Einfach weiter­reisen?

    Diese Fragen müsste man, finde ich, stellen bzw. dazu Stellung nehmen.

    Abgesehen davon finde ich es aber großartig, wie ihr das macht, und wünsche euch beim Weiterreisen alles Gute und viele neue tolle Erlebnisse!

    1. Avatar von Rochssare

      Ach, ein Manifest für das Endlos-Reisen ist es gar nicht. Auch propa­giere ich nichts. Es ist viel mehr ein Plädoyer für ein selbst­be­stimm­teres Leben, ohne sich von unbegrün­deten Existentängsten oder gar der Angst vor einem ¨materi­ellen Abstieg¨ zermürben zu lassen.
      Ob es nun die Selbstständigkeit , der neue Job, das Eigenheim oder wie bei uns das Weiterreisen ist…mehr als schief gehen kann es nun mal nicht. Es gibt keinen Grund es nicht ver versu­chen. Die Konsequenzen blieben überschaubar.

  15. Avatar von Maurice

    All das, was du schreibst, sehe ich ähnlich. Viel zu viele Menschen (meiner Meinung nach) tun sich schwer damit, können es sich überhaupt nicht vorstellen, einmal aus ihren gewohnten Tagesablauf auszu­bre­chen und ihr sicheres Umfeld, sei es der Job oder die Wohnung auf Zeit aufzu­geben und einfach mal das zu machen, was sie eigent­lich möchten. Schade, finde ich…
    Aber der Punkt mit dem Wiederkommen und im Altersheim schon unter­zu­kommen und eventuell mal nicht den coolsten Rollator zu zu besitzen, sehe ich etwas anders. Du hast vollkommen recht, dass es so laufen kann. Aber wo sonnst außer in Deutschland, mit diesem Gesundheitssystem und der sozialen Grundsicherung wäre das so einfach möglich?… Ich finde, wenn man so etwas macht, sollte man sich nicht auf den Vater Staat verlassen, eher selber dafür sorgen, dass man nach der Rückkehr sein Leben wieder allein bewäl­tigen kann.

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      …und genau das machen wir, Maurice. Die Kosten für das Altersheim, sollten wir einmal in einem landen, werden ja auch nicht automa­tisch vom Staat übernommen.

  16. Avatar von Stefan
    Stefan

    Seid mutig und lebt das Leben! Der Rest regelt sich schon. Euer Lebenstil muss ja nicht zwangs­läufig bedeuten, das ihr kein eigenes finan­zi­elles Auskommen findet. Das wird von einem Angstsystem so darge­stellt, damit niemand aus der Reihe tanzt.

    1. Avatar von Morten & Rochssare

      Danke Stefan, so sehen wir das auch.

  17. Avatar von nic {luzia pimpinella}

    ich fand eure gedanken sehr spannend und kann sie zum teil nachvoll­ziehen, finde aber die konse­quenzen, die ihr schil­dert ein bisschen zu naiv gedacht. sei’s drum. ihr müsst tun, was euch glück­lich macht.

    schade finde ich, dass ihr, ganz nebenbei, selbst virtu­elle backpfeifen an die leute verteilt, die einn anderes leben führen.

    1. Avatar von Forentourist
      Forentourist

      Ja, das ist es, was mich auch gestört hat.

      Wenn Ihr euren Weg gefunden habt, ist das wunderbar, doch einen »leben und leben lassen«-Gedanken kann ich nicht so recht finden.
      Ich freue mich immer wieder auf dieser Seite Neues zu lesen, doch gerade dieser Beitrag wirkt etwas arrogant auf mich.

      Ihr würdet mich sehr wahrschein­lich zu den konsum­geilen Leuten zählen, denn ich kaufe gern auch mal Zeug, dass mir keinen direkten Nutzen bringt, abgesehen von Spaß. Trotzdem bin ich glück­lich.

      Und auch wenn es sich komisch anhört: Ich denke, dass Leute mit geringer Rente Wichtigeres im Kopf haben als alte Rollatoren. Schon die Rentner von heute haben teilweise große Probleme, ihre Mieten zu bezahlen und ich denke nicht, dass das in 50 Jahren einfa­cher wird.

    2. Avatar von Morten & Rochssare

      Hallo,
      wir möchten weder dir, noch sonst jemanden den Spaß am Konsum streitig machen. Es gibt nichts dagegen einzu­wenden, Geld auszu­geben, um Spaß zu haben. Problematisch wird es aller­dings, wenn man der Vorstellung erliegt, dass Glück nur noch durch finan­zi­elle Transaktionen zu errei­chen ist.

    3. Avatar von Morten & Rochssare

      Hallo nic,
      wenn du virtu­elle Backpfeifen empfunden hast, dann tut uns das Leid. Das war nicht unsere Absicht. Jeder soll das Leben führen, dass er führen möchte. Wir haben uns für ein Modell entschieden und erklären ledig­lich, warum wir wieder aufbre­chen.

  18. Avatar von Guido
    Guido

    Ich kann die Argumente alle verstehen. Das Hamsterrad in dem wir alle stecken, ist völlig beknackt. Mehr arbeiten, um mehr Geld zu verdienen, um damit mehr Krempel zu kaufen. Krempel, den man nicht braucht, auf den man aber idioti­scher­weise ideelle Werte wie Zufriedenheit und Glück proji­ziert. Was für ein Selbstbetrug.

    «Denn selbst wenn alles, wirklich alles schief gehen sollte: Wir werden nicht verhun­gern und wir werden auch nicht unter der Brücke schlafen müssen.» Richtig. Nur nehmt ihr dann – wahrschein­lich gerade im Alter – die Leistungen einer solida­ri­schen Gesellschaft in Anspruch, zu der ihr selbst arg unter­durch­schnitt­lich beigetragen habt. ich höre schon die Stimmen: »Den Spaß habt Ihr und die Absicherung müssen andere für Euch bezahlen.«

    1. Avatar von nic {luzia pimpinella}

      guido, deinen zweiten absatz möchte ich bitte mitun­ter­schreiben.

    2. Avatar von Morten & Rochssare

      Lieber Guido,
      wir freuen uns darüber, dass dir unser Text gefallen hat.
      Warum auch immer, aber es gibt diese Existenzangst in Deutschland. Absolut wahnsinnig.
      Wir wollen im Alter weder Harz IV beziehen, noch in einer Sozialwohnung leben. Im Gegenteil. Wir werden alles Mögliche tun, um das zu verhin­dern. Aber wir lassen uns unsere Träume nicht von unbegrün­deten Existenzängsten zerstören.

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