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Fernweh – Ein Krankheitsbild

Die Ursa­chen.

Ich habe chro­ni­sches Fern­weh. Wirk­lich, kaum zurück von einer Reise könnte ich direkt wie­der los. Mich hält hier nicht viel. Dafür habe ich gesorgt, wenn auch nicht bewusst. Nein, rück­bli­ckend kann ich nicht behaup­ten, dass mir klar war, wel­che Fol­gen meine Ent­schei­dun­gen haben würden.

Mir war nicht klar, was es bedeu­ten würde, ein Groß­stadt­le­ben zu füh­ren, bevor ich nach Ber­lin zog. Mir war nicht klar, dass ich mit dem Ver­zicht auf ein Stu­dium auch auf die Mög­lich­keit ver­zich­ten würde, Wur­zeln in die Erde zu schla­gen. Mir war nicht klar, wie meine Lang­zeit­rei­sen das Bedürf­nis nach einem rou­ti­nier­ten Arbeits­le­ben von 9 bis 5, von Mon­tag bis Frei­tag, von jetzt bis zur Rente rui­nie­ren wür­den. Mir war nicht klar, wie merk­wür­dig es sein würde, nach jeder die­ser Rei­sen wie­der im All­tag anzu­kom­men. Mir war nicht klar, dass ich anfan­gen würde, mir Fra­gen über diese Welt zu stel­len. Fra­gen, deren Ant­wor­ten da drau­ßen gesucht wer­den wol­len. Mir war nicht klar, dass ich mich irgend­wann in geschlos­se­nen Räu­men nicht mehr wohl füh­len würde und dass mich das Unter­wegs-Sein so prä­gen würde, dass ich nun nicht mehr still ste­hen kann. Aber jetzt isses so. Mein Name ist Gesa Neit­zel und ich habe Fernweh.

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Die Sym­ptome.

Es ist für mich undenk­bar gewor­den, für den Rest mei­nes Lebens unter der Woche einen Büro­job aus­zu­üben, an den Wochen­en­den aus­zu­span­nen und nur im zwei­wö­chi­gen Urlaub mein Fern­weh zu lin­dern. Nein, lange wird das nicht mehr gut gehen. Die Sym­ptome sind längst chro­nisch gewor­den. Nur eine dau­er­hafte Luft­ver­än­de­rung kann noch Hei­lung versprechen.

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Die Aus­wir­kun­gen.

Also reise und reise und reise ich. Und schmiede Pläne und lasse den Blick in die Ferne schwei­fen und kriege hib­be­lige Füße, kaum dass die wie­der unterm Büro­tisch fest­ste­cken. Gleich­zei­tig merke ich aber, dass ich so nicht mehr allzu lange wei­ter­ma­chen will. Allein und anker­los durch die Welt zu zie­hen und zwi­schen­durch die Tage bis zum nächs­ten Abflug zu zäh­len – das war doch nie der Plan. Wenn über­haupt, dann war ich doch immer unter­wegs, um einen Platz zu fin­den, an dem ich blei­ben möchte. Ich habe Fern­weh, aber eigent­lich habe ich Heimweh.

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Die Behand­lung.

Mit fort­ge­schrit­te­nem Krank­heits­ver­lauf nimmt mein Fern­weh andere For­men an. Rei­sen nur um des Rei­sens wil­len ist mir längst nicht mehr genug. Schließ­lich hat jede noch so lange Selbst­su­che irgend­wann mal ein Ende. Doch es gibt ja genug andere gute Gründe, hin­aus in die Welt zu zie­hen. Das Fern­weh werde ich wohl nicht mehr los. Darum wird es höchste Zeit, einen Weg zu fin­den, mich mit mei­ner Krank­heit zu arran­gie­ren. Und ich glaube, ich weiß end­lich wie. Ich weiß end­lich, wie ich meine Geschichte erzäh­len möchte. Natür­lich habe ich noch keine Ahnung, was in den kom­men­den Kapi­teln genau pas­sie­ren wird. Aber ich habe end­lich genug Ver­trauen in mich selbst und in die Fügung, um mich auf die nächs­ten Sei­ten freuen zu kön­nen. Mein Leben wird viel­leicht nie wie­der so span­nend sein wie jetzt. Und nicht zu wis­sen wohin die Reise führt, ist mein größ­ter Ansporn wei­ter­zu­zie­hen und es herauszufinden.

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Cate­go­riesWelt
Gesa Neitzel

Eigentlich Fernsehredakteurin, aber viel lieber unterwegs, erzählt Gesa auf ihrem Blog von ihren Reisen um die Welt und vor allem zu sich selbst. In ihren Depeschen geht es um Fernweh, Heimweh, Bauchweh... und all den anderen Wehwehchen, die ein Nomadenleben so mit sich bringt.
In den letzten Jahren hat sie in Berlin gelebt, in Australien einen Jeep durchs Outback gefahren, in Lissabon ihr Herz verloren und in Bali nach ersten Surfversuchen gleich ein Loch im Kopf gehabt.

Gesa ist eine Suchende. Nach was? Das weiß sie selbst nicht so genau. Aber was auch immer es ist - es ist irgendwo da draußen und bis sie es gefunden hat, wird’s hier bestimmt nicht langweilig.

  1. Dobry Ann says:

    Vie­len Dank an Great Mutaba, der meine Ehe nach der Schei­dung repa­riert hat. Als ich zuerst einen Kom­men­tar über Great Mutaba sah, war ich so glück­lich und in der ande­ren Hand so ver­ängs­tigt, dass dies nicht real sein könnte. Dann ent­schloss ich mich, es zu ver­su­chen, indem ich Great Mutaba kon­tak­tierte und ihm erzählte, wie mein Gelieb­ter mich ver­las­sen hatte für eine andere Frau in den letz­ten 5 Mona­ten, und ich habe geweint und ohne ihn depres­siv, fragte ich Great Mutaba, ob er mir hel­fen könne, mei­nen Gelieb­ten zurück­zu­brin­gen. Er lachte und sagte, nach­dem ich ihn kon­tak­tiert hatte, dass ich mein Pro­blem als gelöst betrach­ten sollte . Er sagte, dass mein Gelieb­ter inner­halb von 24 Stun­den zu mir zurück sein und etwas Uner­war­te­tes für mich tun werde. Ich sagte wirk­lich: Wirk­lich, als die 24 Stun­den vor­bei waren, bekam ich eine Nach­richt von mei­nem Gelieb­ten, dass es ihm leid tut, dass ich Schluss gemacht habe. Ich war so froh, dass er mich am Tele­fon anflehte. Er sagte, er sei bereit, alles zu tun, was mich dazu brin­gen würde glück­lich im Leben, also sagte ich ihm, er solle kom­men, was er tat. Als er kam, kam er mit einem brand­neuen Auto als Geschenk. Ich war so glück­lich. Schreib ihm auf: +2348054681416 oder Email: gre­atmu­taba @ yahoo . com ????

  2. Gabi says:

    Gesa scheint ihr Fern­weh geheilt zu haben, denn sie ant­wor­tet schon seit Jah­ren nicht mehr. Ich hätte gern gewusst, wie sie das gemacht hat. Ich leide seit mei­ner ers­ten Reise in die Kari­bik vor Jah­ren an Fern­weh mit allen bis­her beschrie­be­nen Sym­pto­men. Es ist echt schlimm. Der ein­zige Trost ist die Pla­nung der nächs­ten Reise, Fotos und Erinnerungen.

  3. Karin says:

    Ich habe so Fern­weh, dass es weh tut. Kaum bin ich aus einer Reise zurück, schmiede ich schon meine nächs­ten Pläne. Man kann sagen, dass ich chro­ni­sches Fern­weh habe. Ich mag die Schweiz und denoch, vor und auch nach der Geburt mei­ner Toch­ter, plagt mich ein stän­di­ger Drang nach rei­sen. Ich liebe das Ent­de­cken und ken­nen­ler­nen ande­rer Län­der und seine Men­schen. Es ist die Sehn­sucht nach Leben und das Leben mit all sei­nen Sin­nen spü­ren und erle­ben. Rei­sen ist Frei­heit pur für mich! Ich möchte mei­ner Toch­ter die Welt zei­gen und bin sehr froh, dass sie meine Lei­den­schaft fürs Rei­sen teilt. Es ist jetzt einen Monat her, seit wir aus Kolum­bien zurück sind. Ich habe mich in die­ses Land ver­liebt und es fühlt sich nun tat­säch­lich wie Lie­bes­kum­mer an, seit wir zurück sind. Ins­ge­heim schmiede ich schon Pläne für unsere nächste Reise nach Kolumbien.…

  4. Anna says:

    Ich sitze Zuhause, mein Blick stän­dig aus dem Fens­ter in die Natur gerich­tet und will raus… Ich klap­pere alle Freunde ab, ob jd Zeit und Lust hat, mit mir auf und davon zu fah­ren, etwas unter­neh­men, meis­tens fahre ich dann doch alleine – seit­dem ich mei­nen Part­ner nicht mehr habe, hat sich dies ver­schlim­mert. Ich komme nir­gendwo an und habe immer das Gefühl, ich muss weg… suchen, raus, erle­ben. Plane einen Urlaub nach dem ande­ren und wenn ich Heim komme, ist die­ses beklem­mende Gefühl von „ersti­cken“.
    Danke, dass Du, liebe Gesa, mir aus dem Her­zen geschrie­ben hast. End­lich jemand, der mich ver­steht, der genau das glei­che fühlt, wie ich… Gerne würde ich erfah­ren, ob jemand eine Lösung für die­ses „Pro­blem“ gefun­den hat. Es tut auf jeden Fall gut, Gleich­ge­sinnte gefun­den zu haben, weil ich in mei­nem Umweld recht alleine mit die­sem Gefühl bin und kei­ner nach­voll­zie­hen kann, wieso ich immer weg will.
    Selbst in einem nor­ma­len Auto mag ich nicht mehr sit­zen, weil ich diese Frei­heit in mei­nem Smart Cabrio so genieße.
    Wie wahr… Ich habe Fern­weh, aber eigent­lich habe ich Heim­weh… unglaub­lich! Das bin ICH… immer diese Unruhe in mir, wenn ich wie­der zu lange in die­sem Hams­ter­rad drin bin und nur noch weg möchte…

  5. Fernwehblog says:

    Groß­ar­tig beschrie­ben, liebe Gesa!
    Genauso kenn ich das… auch wenn mich inzwi­schen so eine kleine Maus mit 1 1/2 Jah­ren zuhause braucht. Aber ab und zu nehm ich sie ein­fach mit… in drei Wochen ist es end­lich wie­der soweit! ;-)

  6. Eszter says:

    Hallo Zusam­men. Aus der Kari­bik zurück kann ich mich kaum mit dem hier und jetzt arran­gie­ren. Sehn­sucht nach Sonne, dem Meer, Musik, Tanz, Herz­lich­keit der Menschen.

  7. Radisa says:

    Liebe Gesa

    Zuerst will ich ein­mal bei dir mich Herz­lich Bedan­ken für dein Fern­weh Blog.
    Es zeigt dass du der sehr eine Warm­her­zige Per­son und die Wärme erreicht auch mich.
    Es geht mei­nem Her­zen bes­ser seit ich die­sen Blog und die Kom­men­tare gele­sen haben

    Ich ging immer wie­der in den Ferien.
    Aber seit ich mit mei­ner Freun­din für 3 Wochen Japan besucht haben, hat mich die­ses Fern­weh “Enorm“ gepackt.
    Es ist nicht mer das glei­che wie es war ein­mal vor der Reise. Da ich kom­plett in eine andere Welt mit ande­ren Sit­ten und Regeln gelan­det bin, muss mal sich wie ein Baby alles anler­nen, von den gewöhn­li­chen Sit­ten, Regeln sowie auch Spra­che und Menschenkenntnis. 

    Das Essen war auch ganz anders, geschweige von Musik und all den Schrift­zei­chen. War auf jeden­fall unbe­schreib­lich schön und wen ich mich an die Zeit dort erin­nere, ver­falle ich ihn einem tie­fen Trauer und mir flies­sen Tränen.

    3 Wochen vor­bei, sitze ich im Flug­zeug von Japan nach China und zurück in mei­ner Heimatland.
    1 Woche ist Schön, 2 Wochen sind Per­fekt, bei drei Wochen bin­det man sich auch mit der neuen Kul­tur, ähn­lich wie bei einem Part­ner würde ich meinen.

    Zuhause ange­kom­men, war es nicht mehr das­selbe. Immer wie­der Rei­se­fie­ber, unnö­ti­gen Suchen nach güns­ti­gen Flüge nach Japan, obwohl ich nicht ein­mal genug Geld besitze.

    Aber es ist jetz so All­ge­mein gewor­den, dass ich nicht nur Fern­weh nach Japan besitze, son­dern um die ganze Welt zu erkun­den. Mag es auch nur wegen eines ein­fa­chen Nudel­ge­richt- oder Peking­ente sein.
    Vor­al­lem in einem Land wie Japan möchte man nur ungern zurück kommen.
    Mein Kopf erin­nert mich gefühlte 10–15 mal an Fern­weh. Manch­mal dau­ert es auch an und gehe zu ande­ren Per­so­nen um mit Ihnen zu reden. 

    Die mei­nen “ Arbei­ten und Rei­sen gehen“. Aber für mich ist es viel mehr als nur das, eine Krank­heit mit Sym­pto­men. Natür­lich nicht in schlech­ten Sinne gemeint :)

  8. Booker says:

    Ich mache das schon seit 26 jah­ren jetzt wie­der mit kind und Frau in Germany.…..da ja 1 kind etwas fes­tes braucht.……nach 4 mona­ten sind wir aus­ge­brannt von der lang­wei­li­gen struk­tur wand hier.…und plan­nen zumin­des­tens nach woan­ders zu gehen…wo ist woan­ders keine ahnung.…wir brau­chen alle das Meer …qua­li­ta­tive gefes­selt füh­len wir uns.…schrecklich

  9. Konsti says:

    Ich bin erst 13. Trotz­dem: ich bin ges­tern aus Lübeck vom Bun­des­wett­be­werb jugend musi­ziert zurück­ge­kehrt und will sofort wie­der da oder woan­ders hin. Mitt­ler­weile HASSE ich sogar meine Hei­mat­stadt Mün­chen. Ich musste ges­tern eine halbe stunde heu­len. Bei mir geht es glaube ich auch schon nach depressiv.

  10. Pingback:Fernweh? – Diese 3 Länder solltest du unbedingt besuchen! #lowbudget | Goldenmelancholy

  11. Jessica says:

    Ich bewun­dere euch,dass ihr euren Drang zur Ferne ein Stück weit auslebt.
    Ich spüre es immer wie­der und schaffe es nicht,der Sehn­sucht nach zu kom­men und habe das Gefühl,es macht mich krank.immer wieder.

  12. Luke says:

    „Ich habe Fern­weh, aber eigent­lich habe ich Heim­weh.“ Die­ser Satz sagt so viel aus, zumin­dest für mich. Ich habe ein zuhause und Fern­weh, aber eigent­lich habe ich nicht mal ein Zuhause, denn das ist doch da wo man sich wohl­fühlt, oder? PS: ich habe den Kom­men­tar schon mal abge­schickt, aber kam nicht an, weil ich name und so ver­ges­sen hab, sry.

  13. Luke says:

    „Ich habe Fern­weh, aber eigent­lich habe ich Heim­weh.“ Die­ser Satz sagt so viel aus, zumin­dest für mich. Ich habe ein zuhause und Fern­weh, aber eigent­lich habe ich nicht mal ein Zuhause, denn das ist doch da wo man sich wohl­fühlt, oder?

  14. Janina says:

    Du schreibst mir aus der Seele ;-)
    Ich habe ein Stu­dium gemacht und jetzt einen Büro­job, aber trotz allem immer eine gewisse Unruhe mehr zu wol­len. Mehr zu sehen, zu erfah­ren, nicht ste­hen zu bleiben…
    Ich liebe meine Fami­lie, meine Freunde und sogar meine Arbeit, aber ich komme erst zur Ruhe, wenn ich davon weg komme. Als würde ich erst auf mei­nen Rei­sen „heim“ kom­men! Ich konnte zu man­chen Gele­gen­hei­ten, das erste Mal an einem (bis dahin) unbe­kann­ten Ort eine große innere Ruhe füh­len, die den Moment rich­tig und wert­voll gemacht hat.
    Heimweh/Fernweh sollte jeder für sich defi­nie­ren. Wir kom­men ganz ein­fach in der Ferne „nach Hause“ :-)

  15. Sili says:

    Hallo, ich bin auf die Seite gesto­ßen, weil ich es vor „Heim­weh“ kaum mehr aus­halte. Es ist echt ein wenig tröst­lich zu lesen, dass es meh­rere Leute gibt, denen es so geht. Fühle mich hier in einem klei­nen Kaff extremst unver­stan­den und kann den Spruch , im Urlaub ist ist alles schö­ner , nicht mehr hören. Ich wollte seit Tee­nie­zei­ten immer weg von Deutsch­land, habe es erst mit 26 geschafft. Lei­der musste nach 3 Mona­ten zurück und kam nie mehr rich­tig hier an. Ich han­gele mich von einem Kurz­trip zum Nächs­ten. Bei mir ist es kein Fern­weh, son­dern ich habe den Platz gefun­den, wo ich mich das erste Mal zu Hause fühle.Nun bin ich allein­er­zie­hend mit 2 kids, was meine Aus­wan­de­rungs­pläne nicht erleich­tert. Ich muss rea­lis­tisch noch einige Jahre hier aus­har­ren… da heißt es Zähne zusam­men­beis­sen und immer seine Träume im Auge behal­ten. Auch wenns manch­mal schwer fällt. Also, Gesa, geteil­tes Leid ist hal­bes Leid!! LG , Sili

  16. Mimi says:

    Ich bin seit ein paar Tagen aus dem Urlaub zurück und ich bin nur am wei­nen. Nur schlecht gelaunt. Das war letz­tes Jahr nach dem Urlaub auch schon schlimm. Aber nicht so schlimm, wie jetzt. Mor­gen fängt mein rich­ti­ger All­tag mit arbei­ten usw wie­der an und ich hab ein­fach eine so schlechte Laune. Es war oder ist schon immer mein Traum gewe­sen aus­zu­wan­dern, irgendwo in den Süden. Lei­der ist es dort schwer Arbeit zu fin­den. Ich fühle mich hier so unwohl. Möchte hier nicht leben :(
    Und keiner

    1. Vanessa says:

      Hallo mimi…
      Mir geht’s genauso. Waren letz­tes Jahr 1 Woche in Kroa­tien bei der Fami­lie mei­nes Man­nes. Die­ses Jahr waren wir 2 Wochen dort . Seit dem 1. 08. Sind wir zurück und uns geht’s schlech­ter als je zuvor . Ich kann kaum noch mei­nen All­tag bewerk­stel­li­gen. Zahle jetzt schon die Tage bis zum nächs­ten Urlaub. Seit wir wie­der zurück sind über­le­gen wir uns wie wir hier weg kom­men. Lei­der gestal­tet es sich sehr schwie­rig denn obwohl mein Mann Kroate ist, kann er kaum kroa­tisch spre­chen. Somit hat man es sehr schwer dort unten eine Arbeit zu fin­den. Ich mache gerade eine Aus­bil­dung zur Alten­pflege. Aber ohne die Spra­che zu beherr­schen kann man mit die­sem Job da unten auch nichts anfan­gen. Uns geht’s nicht gut hier und das wis­sen, nichts dage­gen tun zu kön­nen macht es noch schlim­mer. Fühlt euch gedrückt. Eure mit­lei­dende Vanessa

  17. Josh says:

    Hallo Gesa,

    ich glaube Du sprichst vie­len Men­schen aus dem Her­zen. Vie­len Dank für Dei­nen tol­len Blog und die offene und ehr­li­che Art in der Du schreibst.
    Kenne Dich nicht per­sön­lich aber nach Dei­nen Fotos zu urtei­len bist Du ein sehr freund­li­cher offe­ner Typ und wirst über­all auf der Welt will­kom­men sein.
    Wün­sche Dir wei­ter­hin alles Gute, viele neue Ein­drü­cke und Du wirst Dei­nen spe­zi­el­len Spi­rit in einem Land finden.
    Bei mir war es in Australien.

    Take care of you.

    Liebe Grüße
    Josh

    PS: Das Fern­weh hat mich fast zer­stört, schlimme Krankheit.

  18. Hannah says:

    Ich kenne die­ses Gefühl nur zu gut, ich war in den letz­ten 12 Mona­ten in 10 ver­schie­de­nen Län­dern und inner­halb Deutsch­lands unter­wegs, sobald ich nur aus dem Flug­zeug aus­steige möchte ich wie­der zurück. Ich habe nichts das mich hier hält, doch let­zend­lich sehne ich mich nur nach Gebor­gen­heit. Es gibt viele die „nei­disch“ dar­auf sind das ich so viel Reise, doch im End­ef­fekt bin ich nur glück­lich, wenn ich frei bin, wenn ich reise und neue Leute ken­nen­lerne. Ich glaube damit ver­su­che ich nur zu kom­pen­sie­ren was ich in Deutsch­land nicht finde bzw. ver­lo­ren habe. Alles hat, glaube ich, damit ange­fan­gen das mein dama­li­ger Freund ins Aus­land gegan­gen ist (und nach nun 2 Jah­ren immer noch im Aus­land arbeitet).
    Seit­dem ver­su­che ich diese gewisse leere mit neuen Orten und Leu­ten zu füllen.
    Schön das ich nicht die ein­zige bin die so fühlt!

  19. Cloudy Cavapo says:

    Ich glaube das ist die Sehn­sucht nach Leben, WIRKLICHEM Leben. Im All­tag funk­tio­niert man nur, macht was man machen muss, was von einem erwar­tet wird.
    Ich war schon immer anders, habe mei­nen eige­nen Kopf, passe nicht in Schema F. Werde in der Fami­lie oft müde belä­chelt, nicht für voll genom­men. Höre oft Sätze wie „Mann muss doch“, „Das ist aber so“
    FORGET IT!!!
    Ich muss raus, Frei­heit spü­ren… LEBEN :-)))
    In mei­nem Kopf war schon immer die weite Welt, habe schon immer die Sehn­sucht in mir, suche die Verbindung.
    Inzwi­schen bin ich Ehe­frau und Mut­ter dreier wun­der­vol­ler Kin­der. Aber auch sie müs­sen mit mei­ner Unste­tig­keit leben. Ich hoffe sie tra­gen kei­nen blei­ben­den Scha­den davon… wie z. b. Fernweh ;-)
    Mein Mann ist zum Glück genauso abge­dreht wie ich. Wir pla­nen schon unsere Rei­sen für spä­ter, wenn die Kin­der mal aus dem Haus sind. Bis dahin tun es die jähr­li­chen Urlaube und unsere Fahr­rä­der. Haupt­sa­che raus!
    Geheim­tipp: Musik. Kopf­hö­rer auf und in eine andere Welt entfliehen.

    1. Kerstin says:

      Da ich auch ver­hei­ra­tet und zwei Kin­der 17 und 20 Jahre alt habe,hat mich dein Bericht gleich angesprochen.
      Ich reise seid mei­nem 16.Lebensjahr und bin froh,auch einen Part­ner gefun­den zu haben,der mit mir mein Rei­se­fie­ber teilt.
      Eigent­lich dachte ich auch,daß mein Rei­se­drang irgend­wann gestillt ist und ich ruhi­ger werde.
      Das ich noch lange nach einer schö­nen Reise davon zer­ren kann und mein Drang in die Welt hin­aus zu wol­len erstein­mal wie­der gestillt wurde.
      Lei­der wird es immer schlim­mer und auch ich könnte immer sofort wie­der packen und neue Rei­se­pläne schmieden.Meine Kin­der sind auch infi­ziert und mein Mann zieht mit.Ansonsten stoße ich bei mei­ner rest­li­chen Fami­lie auch eher auf Unverständnis!Man kann das Geld ja schließ­lich sparen!!
      Oft tau­che ich in mei­ner Gedan­ken­welt ab und male mir wie­der ein­mal aus wie es ist län­ger unter­wegs zu sein,packe gedank­lich mei­nen Kof­fer und besorge mir einen Rei­se­fü­her von dem Land mei­ner Träume.
      Ich habe eine Vitrine mit schönen,kleinen, beson­de­ren Mit­bring­seln und eine Holz­kiste mit Post-und Eintrittskarten,Muscheln ‚Pro­spek­ten und ande­ren Erinnerungsstücken.
      Wenn es mich dann mal wie­der beson­ders packt,dann nehme ich mir die Zeit darin zu versinken.
      Auch ich bin auf die Seite gekommen,weil ich FERNWEH ein­ge­ge­ben habe,nachdem ich mei­nen Gefüh­len auf den Grund gehen wollte.
      Nun bin ich sehr froh darüber,daß ich nicht alleine bin! DANKE

  20. Wow, das ist mal wie­der ein Arti­kel, der mir kom­plett aus der Seele spricht! Sehr gut geschrieben!
    Obwohl ich erst seit drei­ein­halb Jah­ren „so wirk­lich“ reise (und das bis­her auch nur in den Semes­ter­fe­rien), bin ich schon an dem Punkt ange­kom­men, dass ich mir ein Arbeits­le­ben von 9–5, Mon­tag-Frei­tag nicht mehr vor­stel­len kann. Jede wei­tere Reise prägt mich ein­fach so sehr, jedes Mal bekomme ich so viele neue Ein­drü­cke und erlebe so viele Dinge, dass ich das ver­mut­lich nie­mals wie­der ein­tau­schen möchte.
    Du hast abso­lut Recht: Man fängt an, sich „Fra­gen über diese Welt zu stel­len“ – und wohin genau mich diese (innere) Reise in den nächs­ten Jah­ren führt, weiß ich auch noch nicht.
    Aber ich glaube, ich möchte es auch gar nicht wis­sen und freue mich statt­des­sen auf jeden Tag, der noch kommt :)

  21. Michi says:

    Oh ja, das kenne ich.. Mich zieht es immer wie­der in das sehr weit ent­fernte Viet­nam… ich wünschte, ich könnte dort ein­fach leben und von dort aus alle umlie­gen­den asia­ti­schen Län­der besu­chen.. Es ist ein so grau­en­haf­tes Gefühl hier auf der Arbeit zu sein und zu wis­sen, dass man hier eigent­lich nicht hin­ge­hört, son­dern nach drau­ßen in die Frei­heit. Jeden ver­fluch­ten Tag ver­bringe ich damit in den Him­mel zu bli­cken und mich zu fra­gen, wann ich end­lich wie­der auf­bre­chen kann..

  22. Aylin says:

    Ich lese gerade dei­nen Arti­kel wäh­rend ich von Ham­burg nach Hause fahre,ich sitze grad mal 30 min. Im zug und hab schon fern­weh :( und zieh ein miesws gesicht ich merke ein­fach das ich ein Groß­stadt­kind bin.

  23. Sophi says:

    Hallo Gesa!

    Ich habe gerade ein­fach mal „Fern­weh“ gegoo­gelt, weil ich dachte das könnte der Grund für mei­nen Gemüts­zu­stand sein. Erstein­mal vie­len Dank für Dei­nen Text! Er ist wirk­lich toll geschrieben.
    Mich würde inter­es­sie­ren, was für Stra­te­gien Du ent­wi­ckelt hast um den All­tag etwas erträg­li­cher zu machen. Und an wel­chem Punkt hast Du gemerkt, dass Du chro­nisch erkrankt bist?
    Auch ich würde mich am liebs­tem davon machen, um irgendwo meine Iden­ti­tät viel­leicht zu ent­de­cken. Nach­dem mein Rei­se­kof­fer ein hal­bes Jahr lang unaus­ge­packt blieb (immer bereit für einen spon­ta­nen Aus­flug ;) ), habe ich mich auch gefragt warum und merke, dass es vor allem kul­tu­rell und geo­gra­fisch bedingte Aspekte sind, die in mir Sehn­süchte berei­ten (meine Tätig­keit daheim zB macht mir sehr viel Spaß). Ich frage mich inwie­weit Dir frü­her das Rei­sen gehol­fen hat Dich selbst zu fin­den und die Frage der eige­nen Iden­ti­tät zu klären. 

    Das sind jetzt zwar sehr intime fra­gen, aber ich würde mich freuen, wenn Du mir hel­fen möchtest! 

    Liebe Grüße!

  24. Jaina says:

    Irgend­wie erkenne ich mich in dei­nem Bei­trag voll wie­der … Ich komme gerade aus dem Urlaub wie­der. Und muss heute erste Mal wie­der in die Spät­schicht , arbeite im Ein­zel­han­del.. Aber am Liebs­ten würde ich doch mei­nen gro­ßen Rei­se­ruck­sack packen und zurück in die Berge. Scheine auch noch nicht ange­kom­men zu sein. Liebe Grüße aus Leipzig

  25. Sarah says:

    Wahn­sinn…

    das ist wirk­lich sehr gut geschrieben.
    Hätte nicht wir­lich gedacht, dass es wen gibt der exakt genauso denkt und fühlt.
    Passt wirk­lich alles… ebenso das mit dem Bürojob.
    Der schwei­fende Blick raus in den Him­mel und der Wunsch die Welt zu erkun­den; frei sein.

    Danke für den schö­nen Text.

  26. Sotsuo says:

    Auch ich habe nach „Fern­weh“ in Google gesucht. Irgendwo will man doch sehen, dass man nicht alleine da steht. Was ja eigent­lich auch gene­rell unmög­lich ist, bei so vie­len Men­schen. Es ist wie ein Kloß im Hals – man könnte glatt Heu­len. Als würde man ein Teil von sich, stän­dig zurück las­sen, als hätte man was ver­ges­sen. Beson­ders merkt man es, wenn man älter wird und die Eltern natür­lich auch älter wer­den. Irgend­wann ist eben Schluss, mit dem zusam­men­rei­sen. Jeden­falls Teil­weise. Ande­rer­seits, habe ich hier mei­nen Kater. Von mir kann ich behaup­ten das ich hin und her geris­sen bin. Man will hin, aber auch wie­der nicht. Mag viel­leicht auch daran lie­gen, dass ich nicht das alles erle­di­gen konnte, was ich gern getan hätte. Oder es ist wie­der der Gedanke, man ist wie­der im beschis­se­nem All­tag. Unge­sun­der Stress und so. Oder es fehlt ein­fach die Frau an der Seite. Alleine Urlaub machen, kann ich mir gar­nicht vorstellen.

  27. Nela says:

    schön zu wis­sen dass man nicht der ein­zige Mensch mit die­ser „Krank­heit“ ist ;) … wun­der­schön geschrie­ben! Du sprichst mir aus der Seele :)

  28. Jana says:

    Hallo Gesa,
    dein Bei­trag ist schon etwas älter aber ich habe gerade ein­fach in Google „Fern­weh“ ein­ge­ge­ben, denn ich hatte keine Ahnung was sonst die­ses leere Gefühl in mir beschrei­ben soll. Hätte es nicht bes­ser schrei­ben können!
    Ich bin ver­mut­lich zu jung um an Fern­weh zu lei­den, allzu viel gereist bin ich auch noch nicht, doch ich halte es hier zuhause kaum noch aus und brau­che einen Tape­ten­wech­sel. Viel­leicht liege ich rich­tig und ein Aus­lands­jahr ( wofür ich jedoch ein Sti­pen­dium brau­che :/ ) wäre meine Rettung.
    Ach ja, die Sehn­sucht nach dem Unbe­kann­ten … Mal sehen was uns erwartet :)

  29. Julia says:

    end­lich jemand der das glei­che Lei­den hat :-) ich fühle mich oft sehr ein­ge­engt in die­sem All­tag und fühle mich am voll­kom­mens­ten wenn ich unter­wegs bin.
    Im TV lau­fen fast nur Bei­träge über Rei­se­ziele oder ähnliches.:-)

  30. Conny says:

    Ein wun­der­schö­ner Text, der mir aus tiefs­ter Seele spricht – ganz beson­ders gut gefal­len hat mir dein klei­nes Wort­spiel­chen „Ich habe Fern­weh aber eigent­lich habe ich Heim­weh“. Erst als ich das gele­sen hab, konnte ich rich­tig ver­ste­hen was mich die ganze Zeit plagt. Die Suche nach einem zu hause, etwas wo ich gehal­ten werde und wo man sich (auf Dauer) leben­dig und glück­lich füh­len kann. Danke dafür Gesa!

  31. Annika says:

    Hallo Gesa,
    ich habe einen 9 bis 5 Job und leide unter unheim­li­chem Fern­weh. Ich zähle fast stünd­lich die Tage bis zum nächs­ten Urlaub und meist werde ich gegen Ende der Reise unheim­lich trau­rig und fange noch im Aus­land an die nächste Reise zu pla­nen. Aber egal wie schön der Urlaub war, es ist trotz­dem immer wie­der schön nach Hause zu kom­men und sich dar­auf zu freuen den Lie­ben alles von der Reise zu erzäh­len und dann auch wie­der den nächs­ten Urlaub aus­gie­big zu planen.

  32. Nina says:

    Ich bin ja nor­ma­ler­weise eher stille Mit­le­se­rin, aber jetzt muss ich es doch mal los­wer­den: ich finde Deine Texte immer wun­der­voll! Auch wenn ich ein ganz ande­res Leben führe, näm­lich das mit dem Stu­dium, den Wur­zeln und dem Büro­job, spre­chen Deine Texte exakt die­sen Sehn­suchts­teil in mir an, der auf all das gar nicht so scharf ist. Manch­mal träume ich davon, auch ein­fach los­zu­zie­hen, aber dann hab ich auch Angst davor, nicht mehr zurück zu wol­len. Oder zurück zu wol­len, aber nicht mehr anzukommen.
    Seit weni­gen Wochen habe ich nun ein klei­nes Baby bei mir. Und für mich selbst gar nicht nach­voll­zieh­bar, doch seit­dem treibt uns als Fami­lie noch mehr das Fern­weh um. Wir wol­len die­sem Men­schen die ganze Welt zei­gen und statt mehr zu ver­wur­zeln, juckt es uns mehr denn je los­zu­zie­hen. Wer weiß, was die Zukunft bringt…
    Auf jeden Fall alles Liebe für Deine Pläne!
    Nina

    1. Gesa says:

      Hallo Nina,

      schön von dir zu hören, du stille Mitleserin :-)
      Ich bin mir sicher, ihr wer­det einen Weg fin­den, um alle drei gemein­sam die Welt zu ent­de­cken. Bis dahin wün­sche ich dir erst­mal alles, alles Gute für das größte Aben­teuer dei­nes Lebens – ein neuer Mensch! Wie großartig!!

  33. Tabitha says:

    Liebe Gesa,
    ein wun­der­schö­ner Arti­kel, der das Gefühl sehr gut in Worte fasst (wie irgend­wie immer in Dei­nen Berichten).
    Gut, dass es sol­che Gefühle gibt, die Dir quasi „ein Feed­back Dei­ner Seele“ zukom­men lassen.
    Irgend­wie hat mich das ges­tern auch umge­trie­ben: http://findsomebeautifulplaces.com/2014/05/10/fernweh/
    Ich freue mich von Dei­nen wei­te­ren Schrit­ten zu lesen :-)
    Liebe Grüße, Tabitha

    1. Gesa says:

      Hallo Tabi­tha,

      Danke für dei­nen Text! Scheint, als hät­ten dich da ges­tern ganz ähn­li­che Gedan­ken beschäftigt.
      Wie es bei mir wei­ter­geht, wird bald gelüftet. 

      Lie­ben Gruß auch an dich und einen schö­nen Sonntag.

  34. Carina says:

    Oh. Ertappt.
    Erst diese Woche musste ich mir auf mein „Ich muss wie­der weg“, erst­mal wie­der bewusst wer­den, dass ich gerade erst von der letz­ten Reise zurück gekehrt bin.
    Du beschreibst es ganz recht- eigent­lich ist es kein Fern­weh, son­dern Heim­weh, die Suche nach dem Ankommen.
    Ein wun­der­vol­ler Bei­trag, Gesa. Und ich bin gespannt wo unsere Reise uns hinführt.

    1. Gesa says:

      Vie­len Dank, Carina. Das tut so gut! Zu wis­sen, dass ich mit dem Gefühl nicht allein bin…
      Viel Glück und viel Segen auf all uns­ren Wegen. Oder so ähn­lich. Haha.

    2. Stefan says:

      Mir geht es genauso. Gerade erst nach acht Wochen Asien heim­ge­kehrt, schon würde ich am liebs­ten wie­der den Ruck­sack packen. :-)

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