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Geht’s echt schon los?

Wie sagte schon der weise Mor­pheus in Matrix: „There is a dif­fe­rence bet­ween knowing the path and wal­king the path.“

Unwirk­lich. So fühlt es sich an, dass es in ein paar Wochen schon los­ge­hen soll. So lange geträumt, gespart, recher­chiert, gere­det – und jetzt soll’s echt losgehen?

Ich glaube, so rich­tig werd ich es erst kapie­ren, wenn die letz­ten Ver­ab­schie­dun­gen vor­bei sind, und ich mich auf den Weg mache. Und der Gedanke daran, mein gewohn­tes Leben, die lieb­ge­won­ne­nen Gewohn­hei­ten und vor allem die Men­schen, mit denen ich meine Zeit ver­bringe, für län­gere Zeit zu ver­las­sen… ist nicht so angenehm.

Auch wenn ich es gewohnt war, alleine für meh­rere Wochen in fremde Län­der zu rei­sen, hat dies nun eine andere Dimen­sion. Die mir wich­ti­gen Men­schen werde ich für eine län­gere Zeit ein­tau­schen gegen „Where are you from – where have you been – where are you going?“-Kontakte. (Ich hoffe dar­auf, auch tief­sin­ni­gere Leute zu tref­fen, sonst wirds echt nervig!!!)

Aber ich werde sehr viel Zeit allein sein. Kom­plett auf mich gestellt, ohne durch­ge­plante Route, an der ich mich fest­hal­ten kann. Mit der abso­lu­ten Frei­heit, jeden Moment selbst zu gestal­ten. Und nie­man­den, auf den ich diese Ver­ant­wor­tung abschie­ben kann.

Was gut ist; was ich will. Es soll ja keine But­ter­fahrt wer­den, son­dern ein Abenteuer!

Wenn ich mich auf das Unge­plante ein­las­sen will, muss ich wohl das Bekannte verlieren…

Johannes Klaus

Johannes Klaus hängte seinen Job als Grafikdesigner an den Nagel, um 14 Monate um die Welt zu reisen. Seine Website Reisedepesche wurde 2011 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. In unbeobachteten Momenten streichelt er den Preis zärtlich, besteht ansonsten aber darauf, dass ihm so was völlig egal sei.