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Die Top 5 (aus 5) der Safaris

Man darf nicht ver­ges­sen, wir sind nicht zum Spaß in Afrika. Okay, manch­mal machen wir ganz ver­rückte Sachen wie Raf­ting auf dem Nil oder gar nichts wie jetzt gerade auf San­si­bar, aber EIGENTLICH fährt man nach Afrika, um sei­nem natür­li­chen Jagd­trieb nach­ge­hen zu können.

In Süd­afrika bezah­len hirn­am­pu­tierte Men­schen 10.000 Dol­lar, um einen Ele­fan­ten abzu­schie­ßen (einen Löwen gibt es für den­sel­ben Preis, aber das ist ille­gal) – lei­der wer­den wir die Chance wahr­schein­lich nicht bekom­men, uns mit den Ver­ant­wort­li­chen dar­über aus­zu­tau­schen, denn es stellt sich tat­säch­lich die öko­no­mi­sche Frage, ob ein solch hor­ren­der Preis mehr Vor­teile (loka­les Ein­kom­men) als Nach­teile (ein toter Ele­fant) haben kann. Da mein Spar­vo­lu­men für diese Reise diese Mög­lich­keit des Amü­se­ments von vor­ne­her­ein aus­schließt, ver­lege ich mich auf das Foto­gra­fie­ren, und es fühlt sich manch­mal gar nicht viel anders an als eine Hand­feu­er­waffe. Ich muss mir sel­ber die Kamera aus der Hand neh­men und hin­schauen statt nur durch, aber ich werde besser.

Zum Glück ist mein Objek­tiv über­haupt kein biss­chen geeig­net für Nah­auf­nah­men eines Gepar­den­oh­res auf drei Kilo­me­ter Ent­fer­nung, daher bitte die Fotos nicht als künst­le­ri­schen Spleen „viel Land­schaft, wenig Tier“ miss­ver­ste­hen. Es geht ein­fach nicht anders. Zumin­dest habe ich bis jetzt alles an Tie­ren gese­hen, was man sich so erwar­tet, außer dem Gepar­den, der wie gesagt nur ein Ohr in wei­ter Ferne prä­sen­tierte. Masu fühlt sich bereits leicht gelang­weilt, ins­be­son­dere von den disco don­keys (Zebras) und den Gnus (angeb­lich zu viele – andere nen­nen es eines der größ­ten Natur­wun­der), denn, O‑Ton: „Da sieht man eine Giraffe, und dann sieht man einen Ele­fan­ten, aber dazwi­schen gibt’s nix.“ Bis­her habe ich noch nicht raus­be­kom­men, wie denn das Tier zwi­schen Giraffe und Ele­fant aus­se­hen könnte, viel­leicht läuft es uns aber noch über den Weg.

Es folgt nun mein per­sön­li­ches, völ­lig sub­jek­ties Ran­king der bis­her besuch­ten Natio­nal­parks – mit Aus­nahme des Goril­la­ge­biets, ver­steht sich.

Ngorongoro Crater 461

Platz 5: Lake Man­yara (Tan­sa­nia)

Lake Man­yara besticht durch seine unmit­tel­bare Naehe zu den gros­sen und bekann­ten Natio­nal­parks (Ngorongoro und Seren­geti) sowie durch sei­nen dich­ten Regen­wald. High­light war hier unser ers­ter Ele­fant, der auch gleich ver­sucht hat, den Jeep vor unse­rem umzu­ren­nen. Er war sauer, weil er gerade eine Giraf­fen­kuh mit Baby getrof­fen hatte, die ihn als Fut­ter­kon­kur­rent ver­jagt hatte. Ver­ständ­li­che und ent­schuld­bare Aktion also.

Ngorongoro Crater 375

 Platz 4: Hell’s Gate (Kenia)

Hell’s Gate ist wie bereits beschrie­ben der ein­zige Park in Kenia, der erra­delt wer­den kann, dazu schrub ich bereits. Man trifft deut­lich weni­ger Men­schen mit Tro­pen­hü­ten, aller­dings kommt man natur­ge­mäß nicht so rich­tig nah an die Park­be­woh­ner ran. Der Park für die sport­li­che Afri­ka­be­su­che­rin, die auch vor distanz­lo­sen Baboons auf Pick­nick­plät­zen nicht zurückschreckt.

Lake Nakuru 160

Platz 3: Seren­geti (Tan­sa­nia)

Seren­geti war mein per­sön­li­ches must have auf dem Safa­ri­ge­biet. Die Seren­geti ist so groß wie Nord­ir­land und voll von schwer beschäf­tig­ten Gnus. Wir haben in 1 ½ Tagen 57.938 Gnus gese­hen, die sich momen­tan auf die große Wan­de­rung vor­be­rei­ten. Die Gnus wan­dern dem Was­ser hin­ter­her, im Uhr­zei­ger­sinn von der süd­li­chen Seren­geti in die Masaai Mara (die eigent­lich zum sel­ben Gebiet gehört, nur eben auf kenia­ni­scher Seite) und wie­der zurück. Wir haben sie erwischt, wäh­rend sie noch satt und glück­lich in der Seren­geti umher­sprin­gen, aller­dings rann­ten sie bereits in gro­ßen Grup­pen schein­bar ziel­ge­rich­tet und gleich­zei­tig ziel­los durch die Gegend. Sehr selt­sam, man ver­sucht sie zu ver­ste­hen, aber es macht ein­fach kei­nen Sinn für das arme Men­schen­hirn. Viel­leicht schal­ten sie ihr Gehirn in der Regen­zeit auch aus und benut­zen es erst wie­der, wenn es ums Über­le­ben geht.

Die Seren­geti ist übri­gens das beste Bei­spiel dafür, dass man die gro­ßen Parks, nie, nie, nie in der Hoch­sai­son besu­chen sollte. Hoch- und Neben­sai­son defi­nie­ren sich nicht durch die Qua­li­tät der Tier­be­ob­ach­tun­gen zu die­sen Zeit­punk­ten, son­dern durch die bri­ti­schen Schul­fe­rien. In der Hoch­sai­son fah­ren 500 Jeeps pro Tag durch den Park, als wir da waren… hm… viel­leicht so 10. Abends haben wir mit­ten drin gecampt, umge­ben von den kopf­lo­sen Gnus, die Geräu­sche machen wie drei Meter große Mons­ter­frö­sche. Ich habe so gut geschla­fen wie noch nie, was soll ich dar­aus schlussfolgern?

Ngorongoro Crater 276

Platz 2: Ngorongoro Cra­ter (Tan­sa­nia)

Der Ngorongoro Cra­ter ist gar kein Kra­ter, son­dern eine ein­ge­stürzte Berg­spitze, sei’s drum. Die Masaai wur­den nach der tan­sa­ni­schen Unab­hän­gig­keit (1963) genö­tigt, bit­te­danke aus dem Kra­ter aus­zu­zie­hen, weil jetzt Natio­nal­park. Vom Sicher­heits­aspekt her auch keine schlechte Idee, wir hat­ten zwei Löwen­her­ren, die zum Kuscheln an den Jeep kamen. Kurz danach blieb letz­te­rer in einem Regen­zeit­schlamm­loch ste­cken, und zwar zwei­mal. Beim ers­ten Mal drang bereits Was­ser durch die Fah­rer­tür, wor­auf alle Kamera-Hand­feu­er­waf­fen panisch über Kopf gehal­ten wur­den. Dank des groß­ar­ti­gen Fah­rers konn­ten wir uns befreien, aber da Erfolg grö­ßen­wahn­sin­nig macht, saßen wir eine Minute spä­ter wie­der drin. Und zwar so, dass wir aus­stei­gen muss­ten. Schluck. Kreisch. Mod­der bis zum Knie und die gro­ßen Kat­zen nicht weit weg. Irgend­wie haben sie das Din­gen wie­der ent­schlam­men kön­nen, aller­dings musste die Wei­ter­fahrt ca. alle 5 Minu­ten unter­bro­chen wer­den, da von da ab das Kühl­was­ser aus­lief. Hakuna Matata.

Ngorongoro Crater 192

Platz 1: Lake Nakuru (Kenia)

Lake Nakuru wird ein­zig und allein zum Erst­plat­zier­ten gekürt, weil wir ein­fach alles gese­hen haben, was es zu sehen gibt (außer Ele­fan­ten, dafür ist der Park zu klein, und Gepar­den, die kön­nen sich so toll ver­ste­cken). Schwarze Nas­hör­ner, weiße Nas­hör­ner (die sind aber alle grau), Fla­min­gos, Büf­fel, Löwen, Hyä­nen, disco don­keys, Strauße, usw., usw., und sogar… Trom­mel­wir­bel… einen Leo­par­den. Der Leo­pard ver­speiste in einem Baum eine Anti­lope, wie ent­zü­ckend! Mein Objek­tiv war mal wie­der mehr als hilfreich.

Die Koexis­tenz hatte fast tokio­ti­sche Aus­maße, die Hyäne jagte die Fla­min­gos, was die Peli­kane auf­schreckte und den Büf­fel amü­sierte. Als Toch­ter einer Bio­leh­re­rin ver­suchte ich selbst­ver­ständ­lich Ver­hal­tens­wei­sen zu ver­ste­hen, ziem­lich erfolg­los. Situa­tion: Meh­rere Löwen sit­zen in einem Baum. Bei Bewe­gungs­drang gibt es Pro­bleme, da sie sich gegen­sei­tig im Weg ste­hen, es ist also eigent­lich ein ein­zi­ger gro­ßer Baum­stau. Auf meine Frage hin, ob alle Löwen auf Bäume klet­tern, sagt der Ran­ger sehr stolz: „No, only these ones.“ Und warum? „It’s their nature.“ Ah ja. Da ist also irgend­wann mal ein Löwe auf einen Baum gestie­gen, fand es da ganz knorke und hat sei­nen Kum­pels davon erzählt, die dar­auf­hin alle hin­ter­her sind. Ich glaube das ein­fach nicht! Wer es weiß, möge mich bitte nicht dumm ster­ben lassen.

Lake Nakuru 029

Cate­go­riesKenia Tan­sa­nia
  1. Lena says:

    Der Tipp bezüg­lich eines guten Anbie­ters für die Seren­geti-Tour würde mich eben­falls inter­es­sie­ren. Unser nächs­ter Urlaub soll defi­ni­tiv eine aus­gie­bige Safari beinhal­ten und auch für mich ist die Seren­geti der abso­lute Must-See Punkte auf der Liste.

    Auch der Hin­weis, dass sich die Sai­son an den bri­ti­schen Ferien ori­en­tiert, fand ich wirk­lich super hilf­reich :) Danke dafür!

  2. Jens says:

    Ich kann euren Platz 1 gut nach­voll­zie­hen. Lake Nakuru fand ich 2011 auch land­schaft­lich sehr reiz­voll zumal der Park ange­nehm kom­pakt ist. Als ich 2018 noch­mal da war, waren jedoch große Teile des Parks über­schwemmt, da der See einen solch hohen Was­ser­stand hatte.

  3. Lisa says:

    Guten Abend,

    Wun­der­vol­ler Bericht, hat mir sehr gut gefal­len. Wir pla­nen im Juni 2017 für 4 Tage die Seren­geti zu besu­chen. Hast du einen Vor­schlag wel­chem Anbie­ter man guten Gewis­sens emp­feh­len kann ohne gleich hor­rende Preise zah­len zu müssen? 

    LG Lisa

  4. Sabine says:

    Tol­ler Bei­trag, ganz mein Geschmack! Was gibt es auch auf­re­gen­de­res als auf Safari zu gehen und der Natur und den Tiere nahe zu kom­men? Ich hatte super tolle Safa­ris im Eto­sha Natio­nal­park in Nami­bia und im Krü­ger Natio­nal­park in Süd­afrika. Diese Erleb­nisse ver­gisst man nie!

  5. echt schöne Bil­der habt Ihr gemacht und ich finde es gut wie Ihr es rüber bringt was Ihr in mei­nem Land Kenia so emp­fun­den habt. Ich hoffe das Ihr beim nächs­ten Mal mehr Zeit habt für die vie­len unter­schied­li­chen Land­schaf­ten, Orte und de Men­schen in Kenia findet.

    1. Hm, tan­zen habe ich die nicht sehen – und es ist auch ehr­lich gesagt gar nicht meine Wort­schöp­fung. Ich würde mal sagen, weil sie sich dis­co­mä­ßig in Schale geschmis­sen haben?!

  6. Marion says:

    Hi, Annika du schreibst ein­fach bezau­bernd. Da mein Fern­weh bis­her sehr ein­ge­schränkt aus­ge­prägt ist, ver­spüre ich doch eine gewisse Neu­gier und decke diese mit dei­nen Rei­se­be­rich­ten ab! Viel Spaß euch Bei­den noch!

  7. Klys says:

    Sehr hübsch! Gefällts dir denn? Wo gehts jetzt hin?
    Grüß mir die Ein­ge­bo­re­nen, und sag doch bitte Bescheid, dass sie mir ne Cola kalt stel­len. Das wär total süß.

  8. Domi says:

    Haha! Ich erin­nere mich noch sehr gut an das erste Warn­schild in Africa mit dm Hin­weis: „Beware of the Baboons“. Ich habe es nicht ver­stan­den, bis sich diese auf die Pau­sen­brote in dem offe­nen Auto vor uns gestürzt haben.

    In die­sem Sinne: Take care!
    Liebste Grüße
    die Domi

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