Ein halbes Jahr bin ich nun unterwegs, 180 Tage. Und doch erscheint es mir fast wie Jahre, so fern kommen mir die ersten Erlebnisse vor… der Abschied zuhause, ja selbst die ersten Wochen und Monate! So viel passiert an einem Tag, in jeder Woche. Ich überquere etwa eine Grenze: Neues Geld und neue Sprache, ein anderer Menschenschlag, und so viele Dinge zu sehen! Unsicherheiten, ständig eine neue Umgebung und Neuorientierung. Sich nicht übers Ohr hauen lassen. Die kleinen Abenteuer: Wird alles gutgehen? Begegnungen mit Einheimischen, interessante Gespräche und manchmal eine fast überfordernde Freundlichkeit. Gerade da, wo man es am wenigsten erwartet, in den Ländern, aus denen sonst nur die schlechten Nachrichten bei uns ankommen.
Ich treffe Reisende, meist lockere Bekanntschaften die ein paar Stunden halten oder ein paar Tage. Und zuweilen sogar Freunde werden. Das ist einmalig.
Viele schöne Dinge erkenne ich erst richtig in der Rückschau, wenn ein paar Tage oder Wochen vergangen sind, und ich lächelnd an ein Erlebnis, an eine Begegnung zurückdenke. Das Reisen ist mein Alltag geworden, und so muss ich mir immer wieder vor Augen halten, dass ich sehr begünstigt bin, so etwas tun zu können. Ich kann so viel erleben, und das ist nicht selbstverständlich!
Natürlich gibt es auch die Tage, wo ich mich einsam oder gelangweilt fühle. Wo Dinge oder Menschen nerven, ich warten muss oder niemanden treffe, der mich interessiert. Doch sind diese selten, und werden von den guten Erfahrungen um ein Vielfaches aufgewogen.
Und so freue ich mich darauf, weitere Monate mit einer der besten Beschäftigungen zu verbringen, die ich kenne:
Reisen.
Schreibe einen Kommentar