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Vanlife Stories

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Vanlife: Drei Monate mit dem Campervan durch Europa, wie fühlt sich das an? Eine Sammlung von Reiseberichten mit einer Prise Konsumkritik.

Diesen Sommer haben meine Partnerin Michela und ich unsere Rucksäcke vorüber­ge­hend an den Nagel gehängt und sind in einem Wohnmobil drei Monate durch Europa gefahren, vor allem in Nordostspanien und Norditalien.

Michela hat eine Sammlung von Travelogues geschrieben, wie es sich anfühlt plötz­lich in einem eigenen Fahrzeug durch Erstweltländer zu fahren, statt wie sonst mit dem Nachtbus durch Asien, Afrika oder Lateinamerika.
 

Andere Länder andere …

Im Deutschen gibt es mindes­tens drei verschie­dene Wörter für Fresskoma. Es ist aber ein spani­sches Menú del Día, dass mich zu einem Verdauungsschlaf im Alkoven unseres Campers zwingt.

Die meiste Zeit kochen wir einfache Gerichte auf unseren zwei Herdplatten. Nicht nur weil es günstiger ist, sondern auch weil alltäg­liche Orte wie Supermärkte besser sind um ein Land kennen­zu­lernen.

Es ist wie der Unterschied zwischen einem posierten Portrait mit gestelltem Lächeln und einem heimlich gemachten Schnapschuss, wenn dein Motiv nicht damit rechnet.

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Jamón Ibérico im spani­schen Supermarkt

An einem italie­ni­schen Autobahnrastplatz beein­druckt mich die große Vielfalt an Espresso-Maschinen mit Anschluss für den Zigarettenanzünder im Auto und die große Vielfalt an Porno-Heften.

In Spanien hat jeder Supermarkt mindes­tens ein Regal mit Jamón Ibérico: Ein ganzes Schweinebein mit luftge­trock­netem Fleisch, komplett mit Knochen und Huf.

In Frankreich sind es Tiefkühl-Schnecken und 3 Regale mit Käsesorten.

In Deutschland kauft Florian Leberwurst. »Das Zeug ist original« strahlt er und verheim­licht nicht seine Abneigung gegen franzö­si­sches Pâté. Wie vielen modernen Deutschen ist ihm Nationalismus abseits von Sportstadien unange­nehm. Aber es scheint ihm sehr wichtig, dass ich Deutschlands Überlegenheit über Frankreich in der Brotaufstrich-Arena anerkenne.

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Ein Menú del Día in Spanien

 

Tagesmenü

Das heutige Menú del Día wird für 10 Euro auf einer Kreidetafel angepriesen: jeweils 2 Gänge, eine Flasche roten Wein, Nachtisch und Kaffee. Wir gönnen uns die Besonderheit und essen unsere primero und segundo Platos gemeinsam.

Eine halbe Linsensuppe, eine halbe Pasta mit Speck und weißer Sauce, eine halbe Portion gewürzter Schweinsrippen, ein halber Fisch dessen Namen ich nicht kenne, gedämpft in Kräutern und Butter, ein halber Flan, ein halber Pudding, ein Kaffee und mehr als eine halbe Flasche Wein.

All das ist Schuld an meinem Dilemma. Nenn es Verdauungskoma, nenn es Siesta – was es auch ist, es ist der leckere Grund warum ich mich nicht bewegen kann.

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Salgutis Casa Museo in Sasamón, Spanien

 

Der Künstler ist anwesend

Wir fahren durch eine Landschaft wie am Ende der Welt auf der Suche nach einem Museum. Angeblich war er eine Art genialer Künstler, der nicht in eine Kunstschule aufge­nommen wurde. Also hat er seine eigene Kunstgalerie gebaut und sie mit seinen Werken gefüllt.

Endlich sehen wir das Haus. Der größte Teil davon sieht aus, wie das Gesicht eines Mannes mit großen hervor­ste­henden Würfeln in der Mitte und mit einem künst­li­chen Netz aus Stein als Kuppeldach. Ja, das muss der Ort sein, den der Künstler gebaut hat, denke ich.

Wir parken das Wohnmobil ein wenig entfernt und nähern uns auf der Suche nach dem Eingang. Ein junger, überraschter Mann fragt uns, was wir hier machen. Wir fragen nach dem Salguti Museum und er fordert uns auf eine Minute zu warten.

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Salgutis Casa Museo in Sasamón, Spanien

Ein alter Mann kommt aus dem Haupthaus um uns eine Führung zu geben. Er zeigt uns die Ausstellungsstücke und erzählt uns, dass er der Künstler ist.

Er fragt mich, was ich von seiner Arbeit denke. Ich antworte, dass ich nicht viel über Kunst weiß, aber ich habe noch nie solche Kontraste in den Texturen gesehen. Es sind sanft inein­ander überge­hende Farben als Hintergrund für promi­nente, zackige Motive. Er erklärt mir, dass es eine Technik ist, die er erfunden hat. Es ist eine Art Spachtel mit feinen Poren.

Wir schauen uns um, reden noch etwas. Er fragt uns, wo wir leben und ich muss ihm antworten »Nirgendwo«. Florian und ich sind zusammen in den letzten 4 Jahren durch die Welt gereist, aber verbringen diesen Sommer damit durch Nordostspanien in einem Wohnmobil zu fahren. Wir kaufen schließ­lich einige Postkarten, danken ihm für seine Zeit und gehen.

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Cascada del Sorosal bei Broto, Spanien

 

Klettersteig im Wasserfall

Wir sind auf einem Klettersteig, einer Kreuzung aus Bergsteigen und Sportklettern, wie Kraxeln mit mehreren Seillängen. Die Bewegungen sind leichter als beim Klettern, oft mit Leitern oder anderen Hilfsmitteln als Vereinfachung.

Du sicherst Dich, aber nicht an einem elasti­schen Seil sondern an einem Stahlseil. Während die Sicherung vor einem Absturz in den Tod schützt, ist ein Sturz trotzdem nicht unbedingt viel angenehmer – vielleicht sogar weniger angenehm.

Ich laufe unter einem Wasserfall und versuche nicht auf den nassen Felsen auszu­rut­schen. Als nächstes folgt eine Kletterpassage entlang von Stahltritten, die in die Wand geschlagen sind. Ich versuche nicht hinunter oder um mich herum zu schauen, so ausge­setzt wie ich gerade in der Wand hänge.

Ich erreiche das obere Ende des Wasserfalls und sehe eine Höhle, die einen Teil des Wassers abführt. Erst jetzt sehe ich das Stahlseil des Klettersteigs in dem schwarzen Tunnel mit rauschendem Wasser verschwinden.

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Cascada del Sorosal bei Broto, Spanien

Ich bin darüber nicht beson­ders glück­lich, aber noch weniger gefällt mir der Gedanke den gleichen Weg zurück­zu­gehen, den ich gekommen bin. Also gehe ich weiter. Zuerst versuche ich das Wasser zu meiden, indem ich Arme und Beine gegen die Tunnelwände stemme, wie eine Stahlfeder.

Irgendwann sehe ich nichts mehr. Ich weiß nicht mehr, wohin mit meinen Händen und Füssen. Flo merkt, dass ich nicht weiter­komme und ruft mir zu, dass das Wasser nicht tief ist. Ich lasse mich fallen und kämpfe den Rest des Weges gegen den Wasserstrom, bis ich das andere Ende erreiche. Eine Schlucht tut sich auf.

Wir sitzen an dem viel sanfteren Strom oberhalb, der später zu dem Rauschen in der Dunkelheit wird, aus dem wir gerade kommen und essen Kuchen, den Flo in seinem Rucksack mitge­bracht hat.

Ich sehe mich um und sage ihm, dass obwohl wir die meiste Zeit in Umgebungen verbringen, die man sich vorstellt, wenn man versucht zu Entspannen, zum Beispiel Gebirgsbäche, fühle ich mich trotzdem manchmal angespannt. »Alles andere wäre verrückt nach so einem Klettersteig!« lacht er. Ich danke ihm für den Reality Check.

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Outdoordusche des Campervan

 

Outdoor Dusche

Ich schneide Zutaten für ein Curry. Wir sind von einer Seitenstrasse in einen Wald gefahren. An diesem abgele­genen Ort wollen wir die Nacht verbringen. In den drei Monaten, die wir im Wohnmobil unter­wegs sind, zahlen wir nicht ein Mal für einen Übernachtungsplatz.

Florian ist draussen, nackt. Er schüttet Wasser über seinen Kopf aus einer 2 Liter Plastikflasche. Wir haben eine Dusche im Wohnmobil, aber sie funktio­niert nicht. Irgendwo gibt es ein Leck. Also sammeln wir statt­dessen Plastikflaschen und lagern sie im Bad. Wir haben schon so viele davon, dass jedes Zähneputzen zum Kugelbad wird.

Manche Leute bekommen den Eindruck, das wir Planungsexperten sein müssen, weil wir schon so lange reisen. Das stimmt überhaupt nicht. Wir sind Experten darin uns nichts daraus zu machen, wenn etwas nicht funktio­niert.

Ich höre manchmal auf zu schneiden um ihn zu ärgern oder spritze mit Wasser aus der Sprühflasche, mit der ich abwasche. Ich finde es lustig, wie breit sein Grinsen ist, wie glück­lich er ist draussen nackt zu sein. Ich dusche als prüde Amerikanerin immer noch in meinem Badeanzug.

Aber ich bin nicht völlig grundlos so vorsichtig. Keine fünf Minuten nachdem Florian fertig und zurück im Wohnmobil ist, fährt eine ganze Flotte von Autos auf der unbefes­tigten Strasse vorbei. Wäre er etwas langsamer gewesen oder sie ein wenig schneller, hätte die ganze Familie eine überra­schende deutsche Bratwurst in ihrem ruhigen spani­schen Wald gesehen.

Er zeigt keine Reue. Bevor wir den Ort am nächsten Morgen verlassen, macht Florian nackt seine Runden um das Wohnmobil. »Das kannst du nicht überall machen!« ruft er, seine Gliedmaße schwingen in der Sonne. Ich könnte viel dazu sagen, aber Unrecht hat er nicht.

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Ein Wald im Nirgendwo, Spanien

 

Philosophische Reise

»Mit Heidegger suchen wir es uns aus. Wir wählen ein Projekt in dem Bewusstsein, dass Sein immer Sein angesichts des Todes ist… Wenn wir uns auf ein Projekt festlegen, suchen wir eines, dass aus unserem Leben ein komplettes Ganzes macht, eine Geschichte, die es wert ist erzählt zu werden. Die Idee ist also, dass das Akzeptieren unseres eigenen Nichts und unseres eigenen Todes uns befreit für unsere Projekte… Heidegger sagt damit: Sieh Mal, wenn du wirklich die Geschichte deines Selbst verin­ner­lichst, das Wissen, dass auch du bald tot, verschwunden, nichts sein wirst, das ist eine befrei­ende und emanzi­pie­rende Erfahrung. Aber du musst dich da sozusagen hindurch mühen.«
– Rick Roderick, The Self Under Siege

Wir hören eine Menge Philosophie. Ich erfahre, dass Epikur im alten Griechenland sagte: »Nichts wird den zufrie­den­stellen, der nicht auch mit wenig zufrieden ist.« Er war vielleicht der erste, der feststellte, dass Werbung uns manipu­liert, indem sie Assoziationen zwischen Produkten und den tieferen Bedürfnissen herstellen, die wir unbewusst befrie­digen wollen.

Foucault bemerkte, dass das Bewusstsein ständig unter Beobachtung zu stehen ein eigenes Gefängnis sein kann. Eine Inhaftierung bei der nur das Selbstbewusstsein ausreicht um Menschen einzu­sperren.

Nietzsche schrieb, dass wir Gott getötet haben und ihn in toten, leeren Kirchen begraben haben. Er meinte außerdem, dass wir Religion als Sinn des Lebens durch den Marktplatz ersetzt haben.

Das was ich daraus mitnehme ist, dass ich nicht verrückt bin die gleichen Gedanken zu haben, nicht verrückt bin mein Leben nicht an den höchsten Bieter verkaufen zu wollen. Für jemanden zu arbeiten ist in Ordnung wenn die Arbeit Spass macht, das Projekt inter­es­sant ist oder es etwas gibt auf das ich sparen will, etwas, dass ich kaufen will.

Aber als Normalzustand? Zeit gegen Geld tauschen aus Gewohnheit, weil du keine bessere Idee hast? Wo doch niemand von uns mehr Lebenszeit kaufen kann? Das klingt verrückt für mich.

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Digitaler Nomaden Laptop am Montserrat, Spanien

Ich mag Fight Club und Mr. Robot wegen ihrer Kritik an der Leere durch Konsum in einer Gesellschaft von finan­zi­eller Abhängigkeit. Aber ich finde die Idee grotesk, dass man vom ameri­ka­ni­schen Traum aufwacht um dann Gebäude zu sprengen und die Weltwirtschaft zu zerstören.

Ist Jihad wirklich eine nahelie­gen­dere Alternative als Erfüllung jenseits von Shopping zu suchen? Das erscheint mir als unscharfe Position auf dem halben Weg zwischen der Einsicht, dass wir in der hedonis­ti­schen Tretmühle auf der Stelle treten, aber ohne die Klarheit zu sehen, dass die Spießbürgerfantasie zu erfüllen kein ameri­ka­ni­sches Geburtsrecht ist.

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Siurana, Spanien

 

Hippie Bullshit

Ich lehne mich an Flo auf einer aus Holzpaletten impro­vi­sierten Bank und wir trinken ein kühles Bier. Ein Musik Trio steht auf der Bühne und einer von ihnen spielt die Säge.

Wir sind nach Frías gekommen, eine mittel­al­ter­liche Kleinstadt auf einem Hügel, weil Flo sie auf einer Liste von Spaniens schönsten Dörfern gefunden hat – zu Recht, wie ich finde. Wir wissen nicht, dass ein Musik Festival statt­findet, bis wir die Burg auf dem Hügel errei­chen und sehen, dass hunderte von Jugendlichen mit Dreadlocks ihre Zelte in dem Gras neben der Kirche aufge­stellt haben.

Wir parken vor der Stadt und bleiben einige Tage. Es gibt auf dem Festivalgelände portable Duschen, wo ich auf unserer Reise die einzige Dusche mit vier Wänden nehme.

Die Energie ist so kreativ, so lebendig. Alle genießen ihr Leben und haben eine gute Zeit. Zumindest bis zur dritten Nacht, als die Trommelrunde bis nach vier Uhr morgens geht.

Florian und ich haben keine gute Zeit mehr und genießen unser Leben nicht mehr. Wir beschließen, dass wir zu alt sind für diesen Hippie Bullshit und fahren 10 Minuten zum Fluss außer­halb des Ortes. Wir schlafen ein zu einer ruhigeren Geräuschkulisse von rauschendem Wasser und einem Froschkonzert.

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What is Music Hippie Festival in Frías, Spanien

 

Professionalität

Ich bin auf einer profes­sio­nellen Konferenz für Programmierer. Ich bin einge­schüch­tert, weil ich Programmieren erst vor 2 Jahren gelernt habe. Jeder hier weiß mehr als ich, glaube ich.

Ich frage mich, was sie denken würden, wenn ich erzählte, dass ich gestern eine Lavanderia gesucht habe, damit meine Kleidung nicht riecht als würde ich in einem Campervan leben.

Ich frage mich, was sie denken würden, wenn sie wüssten, dass ich nicht im Konferenz-Hotel wohne, wie alle anderen. Dass Flo und ich einen leeren Parkplatz auf einem Berg außer­halb der Stadt gefunden haben. Es gibt dort Pferde und aus irgend­einem Grund ein riesiges Gabel-Monument.

Abends holen wir unsere Liegestühle heraus und trinken Wein, während der Sonnenuntergang die Berge rot färbt. Morgens machen wir Frühstück und Florian setzt mich an der Konferenzhalle im Stadtkern ab. Wirklich, ich glaube nicht, dass sich jemand daran stören würde.

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Gabel im Valle de Trápaga bei Bilbao, Spanien

Ich denke wahrschein­lich nur deswegen, dass ich komischer bin als sie, weil ich schon weiß, was mich komisch macht. Über sie weiß ich das nicht.

Immer wenn ich mit Fremden plaudere und sie mich fragen, wo ich lebe, und ich »Nirgendwo« sagen muss und erkläre, was das heißt, scheinen sie ziemlich inter­es­siert zu sein an der Antwort. Sie haben wahrschein­lich etwas kurzes erwartet: Barcelona, Paris, München. Sie fragen mich, wie wir es machen. Alle denken sie, dass es schwer sei. Niemand weiß, wie extrem einfach mein Leben ist.

Und ich bin glück­lich. Bei einem Vortrag über etwas, dass ich erst gemacht habe, habe ich nichts Neues gelernt – ein Projekt für einen Kunden, ein Weg für mich um Geld ohne eine Arbeitsstelle zu verdienen. Ich habe bereits all das gemacht, worüber er referiert hat.

Mein Hochstapler-Syndrom klingt ab, für den Moment. Du kannst viel über das Internet lernen. Dies ist eine großar­tige Zeit autodi­dak­tisch zu lernen und eine großar­tige Zeit von überall zu arbeiten.

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Parkplatz im Valle de Trápaga bei Bilbao, Spanien

 

Spiegelbild

Der See ist so kristall­klar. Ich weiß nicht, ob ich jemals vorher eine präch­ti­gere Spiegelung eines präch­ti­geren Berges an einem präch­ti­geren Morgen gesehen habe. Wir sind nicht mehr in Spanien. Wir sind auf dem Weg zurück nach Deutschland über Italien, nicht weit vom Lago di Como.

Ich sehe diese Aussicht zum ersten Mal. Wir haben diesen Platz zufällig in der Dunkelheit gefunden. Es war spät, Zeit zu schlafen und wir waren auf einem Parkplatz, der sicher aber langweilig war. Wir fuhren weiter durch einen Tunnel, der uns direkt zu dem See führte.

Es fühlt sich richtig an, für unseren letzten Morgen im Wohnmobil in diesem Sommer:

Wir wachen auf um die Schönheit zu sehen, von der wir nicht wussten, dass wir sie suchten, bis wir gingen und sie fanden.

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See nördlich des Lago di Como

Übersetzung aus dem Englischen, Originaltext von Michela Dai Zovi

Weiterführende Infos

Siehst du Konsum und die hedonis­ti­sche Tretmühle auch so kritisch wie wir?

Road Trip vs Backpacking: besser Reisen im Camper-Van?


Kommentare

  1. Avatar von Rob

    Hallo,
    vielen Dank für den spannenden Einblick in deine Gedanken. Besonders die philo­so­phi­schen Überlegungen gefallen mir sehr. Irgendwie leben wir in einer sehr konsum­ori­en­tierten Welt, viele Menschen macht das unglück­lich, aber nur wenige sind bereit, den Konsum herun­ter­zu­fahren und einfa­cher zu leben. Ich finde es toll, dass ihr euren Traum lebt und das Leben und die Arbeit genießt. Bei uns in Brixen Südtirol erde ich mich regel­mäßig mit einer ausgie­bigen Wanderung, wenn ich merke, dass mir alles zu viel wird und ich den Verlockungen des Konsums zu erliegen drohe.

  2. Avatar von Aylin

    Dear Michela,

    thanks for this nice post revealing some insight into your thoughts.

    The philo­so­phical questions raised are great- I guess you only need to reflect for yourself what it is that you really want. Decide, which priori­ties you set in your life. Let other people live the way they want to. Allow yourself to live up to your own values. Very basic. And: one should not be afraid of trying. 🙂 Safe travels!

    PS: the fork! Made me smile 🙂

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