Das tue ich. Im Großen und Ganzen tun das alle hier, zumindest die Männer. Und ich oller Opportunist passe mich selbstredend an. Kein Ding.
Bleibt mir auch gar nichts anderes übrig, denn der Minibus fährt dann, wenn er voll ist. Was heute leider gar nicht passiert. Also gibt es süßen Tee für 15 Cent, ein Glas nach dem anderen, im Schatten neben der Straße sitzend, auf kleinen Höckerchen. Der Minibus fährt nicht, dafür werden wir vier (ein Schwede hat das gleiche Ziel) in einem chinesischen Bus mitgenommen, diesmal wundervoll in violett dekoriert. Die wage Tagesplanung ist natürlich im Eimer, wir werden in Atbara übernachten müssen.
Und diesmal muss ich der Beschreibung im Lonely Planet recht geben: „Hot, dusty, noisy – and did we mention hot? Atbara is not a place that many people wish to linger in.“ Allerdings hat der Autor zwei weitere Attribute vergessen: dirty und smelly. Dieser Ort, in dem wir eine Weile herumwandern um ein schmuddeliges Bett zu finden, ist der dreckigste und stinkendste, was ich bisher in meinem Leben gesehen habe. Mit den vielen Auto-Rikshas und dem durch die matschig-mülligen Lehmstraßen wabernden Rauch, den zudringlichen Betteljungs und der frisch plattgematschten glücklosen Katze auf der Kreuzung erinnert es frappierend an eine schmutzige indische Stadt, nur schlimmer.
Und das Essen war auch nix. Gute Nacht.



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