Ich stehe in einer Straßenecke in Hong Kong, und schaue nach oben. Es könnte jede Straße dieser Stadt sein und etwas passiert fast unwillkürlich: Die Augen wandern die Häuserwände empor, durch das Dickicht der blinkenden Neonschilder voll kantonesischer Schriftzeichen, weiter hinauf. Je höher der Blick geht, desto enger rücken die Wände zusammen, bis senkrecht nach oben, zu einem dünnen Streifen blassen, wolkenlosen Himmels. Ich stehe ganz unten in der Schlucht. Der Himmel ist weit weg, sehr weit.

Um mich herum epischer Wusel. Neben mir eine blaue Plastikbox mit Schildkrötenbabys. Essensgeruch, Lärm, Hupen, zu viele Eindrücke auf einmal. Auf der Straße muss ich mich hineinziehen lassen, mittreiben im Fluss.

Um das Sinnhafte zu finden muss man rauf. Hoch in eine der Rooftopbars vielleicht, oder den Blick hinauswerfen beim Landeanflug auf den ins Meer gebauten Flughafen, oder, noch besser, auf einen der Berge fahren. Beim Blick über die Stadt versteht man, was auf der Straße unerklärlich ist.

Grün! Eine saftige Inselbergwelt im südchinesischen Meer sehe ich; nur in den Tälern und an den abfallenden Küsten wachsen die Stadtteile höher und höher in den Himmel. Selten hat es mehr Sinn gemacht, in die Höhe zu bauen als hier: Das Stadtleben ist verdichtet, kompakt – und schon hinter der nächsten Ecke liegt der Dschungel.
Vielen Dank an Hong Kong und Cathay Pacific für die Einladung!























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