Fernweh – Ein Krankheitsbild

Weltweit › Fernweh – Ein Krankheitsbild
Fernweh – Ein Krankheitsbild

Die Ursachen.

Ich habe chroni­sches Fernweh. Wirklich, kaum zurück von einer Reise könnte ich direkt wieder los. Mich hält hier nicht viel. Dafür habe ich gesorgt, wenn auch nicht bewusst. Nein, rückbli­ckend kann ich nicht behaupten, dass mir klar war, welche Folgen meine Entscheidungen haben würden.

Mir war nicht klar, was es bedeuten würde, ein Großstadtleben zu führen, bevor ich nach Berlin zog. Mir war nicht klar, dass ich mit dem Verzicht auf ein Studium auch auf die Möglichkeit verzichten würde, Wurzeln in die Erde zu schlagen. Mir war nicht klar, wie meine Langzeitreisen das Bedürfnis nach einem routi­nierten Arbeitsleben von 9 bis 5, von Montag bis Freitag, von jetzt bis zur Rente ruinieren würden. Mir war nicht klar, wie merkwürdig es sein würde, nach jeder dieser Reisen wieder im Alltag anzukommen. Mir war nicht klar, dass ich anfangen würde, mir Fragen über diese Welt zu stellen. Fragen, deren Antworten da draußen gesucht werden wollen. Mir war nicht klar, dass ich mich irgend­wann in geschlos­senen Räumen nicht mehr wohl fühlen würde und dass mich das Unterwegs-Sein so prägen würde, dass ich nun nicht mehr still stehen kann. Aber jetzt isses so. Mein Name ist Gesa Neitzel und ich habe Fernweh.

ichvermissestc3a4ndig0adiefreiheitund0adiewildnisund0adasabenteuer-default

Die Symptome.

Es ist für mich undenkbar geworden, für den Rest meines Lebens unter der Woche einen Bürojob auszu­üben, an den Wochenenden auszu­spannen und nur im zweiwö­chigen Urlaub mein Fernweh zu lindern. Nein, lange wird das nicht mehr gut gehen. Die Symptome sind längst chronisch geworden. Nur eine dauer­hafte Luftveränderung kann noch Heilung verspre­chen.

fernweh

Die Auswirkungen.

Also reise und reise und reise ich. Und schmiede Pläne und lasse den Blick in die Ferne schweifen und kriege hibbe­lige Füße, kaum dass die wieder unterm Bürotisch festste­cken. Gleichzeitig merke ich aber, dass ich so nicht mehr allzu lange weiter­ma­chen will. Allein und ankerlos durch die Welt zu ziehen und zwischen­durch die Tage bis zum nächsten Abflug zu zählen – das war doch nie der Plan. Wenn überhaupt, dann war ich doch immer unter­wegs, um einen Platz zu finden, an dem ich bleiben möchte. Ich habe Fernweh, aber eigent­lich habe ich Heimweh.

ichwc3bcnschemirfc3bcrimmer0adenwindindenhaaren2c0adiesonneaufderhaut0aunddenwildengeruch0avonfreihe-default

Die Behandlung.

Mit fortge­schrit­tenem Krankheitsverlauf nimmt mein Fernweh andere Formen an. Reisen nur um des Reisens willen ist mir längst nicht mehr genug. Schließlich hat jede noch so lange Selbstsuche irgend­wann mal ein Ende. Doch es gibt ja genug andere gute Gründe, hinaus in die Welt zu ziehen. Das Fernweh werde ich wohl nicht mehr los. Darum wird es höchste Zeit, einen Weg zu finden, mich mit meiner Krankheit zu arran­gieren. Und ich glaube, ich weiß endlich wie. Ich weiß endlich, wie ich meine Geschichte erzählen möchte. Natürlich habe ich noch keine Ahnung, was in den kommenden Kapiteln genau passieren wird. Aber ich habe endlich genug Vertrauen in mich selbst und in die Fügung, um mich auf die nächsten Seiten freuen zu können. Mein Leben wird vielleicht nie wieder so spannend sein wie jetzt. Und nicht zu wissen wohin die Reise führt, ist mein größter Ansporn weiter­zu­ziehen und es heraus­zu­finden.

amende0awirdallesgut0awennesnichtgutwird2c0aistesnochnicht0adasende0a-default

Kommentare

  1. Avatar von Dobry Ann
    Dobry Ann

    Vielen Dank an Great Mutaba, der meine Ehe nach der Scheidung repariert hat. Als ich zuerst einen Kommentar über Great Mutaba sah, war ich so glück­lich und in der anderen Hand so verängs­tigt, dass dies nicht real sein könnte. Dann entschloss ich mich, es zu versu­chen, indem ich Great Mutaba kontak­tierte und ihm erzählte, wie mein Geliebter mich verlassen hatte für eine andere Frau in den letzten 5 Monaten, und ich habe geweint und ohne ihn depressiv, fragte ich Great Mutaba, ob er mir helfen könne, meinen Geliebten zurück­zu­bringen. Er lachte und sagte, nachdem ich ihn kontak­tiert hatte, dass ich mein Problem als gelöst betrachten sollte . Er sagte, dass mein Geliebter inner­halb von 24 Stunden zu mir zurück sein und etwas Unerwartetes für mich tun werde. Ich sagte wirklich: Wirklich, als die 24 Stunden vorbei waren, bekam ich eine Nachricht von meinem Geliebten, dass es ihm leid tut, dass ich Schluss gemacht habe. Ich war so froh, dass er mich am Telefon anflehte. Er sagte, er sei bereit, alles zu tun, was mich dazu bringen würde glück­lich im Leben, also sagte ich ihm, er solle kommen, was er tat. Als er kam, kam er mit einem brand­neuen Auto als Geschenk. Ich war so glück­lich. Schreib ihm auf: +2348054681416 oder Email: great­mu­taba @ yahoo . com ????

  2. Avatar von Gabi
    Gabi

    Gesa scheint ihr Fernweh geheilt zu haben, denn sie antwortet schon seit Jahren nicht mehr. Ich hätte gern gewusst, wie sie das gemacht hat. Ich leide seit meiner ersten Reise in die Karibik vor Jahren an Fernweh mit allen bisher beschrie­benen Symptomen. Es ist echt schlimm. Der einzige Trost ist die Planung der nächsten Reise, Fotos und Erinnerungen.

  3. Avatar von Karin
    Karin

    Ich habe so Fernweh, dass es weh tut. Kaum bin ich aus einer Reise zurück, schmiede ich schon meine nächsten Pläne. Man kann sagen, dass ich chroni­sches Fernweh habe. Ich mag die Schweiz und denoch, vor und auch nach der Geburt meiner Tochter, plagt mich ein ständiger Drang nach reisen. Ich liebe das Entdecken und kennen­lernen anderer Länder und seine Menschen. Es ist die Sehnsucht nach Leben und das Leben mit all seinen Sinnen spüren und erleben. Reisen ist Freiheit pur für mich! Ich möchte meiner Tochter die Welt zeigen und bin sehr froh, dass sie meine Leidenschaft fürs Reisen teilt. Es ist jetzt einen Monat her, seit wir aus Kolumbien zurück sind. Ich habe mich in dieses Land verliebt und es fühlt sich nun tatsäch­lich wie Liebeskummer an, seit wir zurück sind. Insgeheim schmiede ich schon Pläne für unsere nächste Reise nach Kolumbien.…

    1. Avatar von Gabi
      Gabi

      Mir geht es genau so, nur dass es nicht Kolumbien ist sondern Mexiko

  4. Avatar von Anna
    Anna

    Ich sitze Zuhause, mein Blick ständig aus dem Fenster in die Natur gerichtet und will raus… Ich klappere alle Freunde ab, ob jd Zeit und Lust hat, mit mir auf und davon zu fahren, etwas unter­nehmen, meistens fahre ich dann doch alleine – seitdem ich meinen Partner nicht mehr habe, hat sich dies verschlim­mert. Ich komme nirgendwo an und habe immer das Gefühl, ich muss weg… suchen, raus, erleben. Plane einen Urlaub nach dem anderen und wenn ich Heim komme, ist dieses beklem­mende Gefühl von »ersti­cken«.
    Danke, dass Du, liebe Gesa, mir aus dem Herzen geschrieben hast. Endlich jemand, der mich versteht, der genau das gleiche fühlt, wie ich… Gerne würde ich erfahren, ob jemand eine Lösung für dieses »Problem« gefunden hat. Es tut auf jeden Fall gut, Gleichgesinnte gefunden zu haben, weil ich in meinem Umweld recht alleine mit diesem Gefühl bin und keiner nachvoll­ziehen kann, wieso ich immer weg will.
    Selbst in einem normalen Auto mag ich nicht mehr sitzen, weil ich diese Freiheit in meinem Smart Cabrio so genieße.
    Wie wahr… Ich habe Fernweh, aber eigent­lich habe ich Heimweh… unglaub­lich! Das bin ICH… immer diese Unruhe in mir, wenn ich wieder zu lange in diesem Hamsterrad drin bin und nur noch weg möchte…

  5. Avatar von Fernwehblog

    Großartig beschrieben, liebe Gesa!
    Genauso kenn ich das… auch wenn mich inzwi­schen so eine kleine Maus mit 1 1/​2 Jahren zuhause braucht. Aber ab und zu nehm ich sie einfach mit… in drei Wochen ist es endlich wieder soweit! 😉

  6. Avatar von Eszter
    Eszter

    Hallo Zusammen. Aus der Karibik zurück kann ich mich kaum mit dem hier und jetzt arran­gieren. Sehnsucht nach Sonne, dem Meer, Musik, Tanz, Herzlichkeit der Menschen.

  7. Avatar von Radisa
    Radisa

    Liebe Gesa

    Zuerst will ich einmal bei dir mich Herzlich Bedanken für dein Fernweh Blog.
    Es zeigt dass du der sehr eine Warmherzige Person und die Wärme erreicht auch mich.
    Es geht meinem Herzen besser seit ich diesen Blog und die Kommentare gelesen haben

    Ich ging immer wieder in den Ferien.
    Aber seit ich mit meiner Freundin für 3 Wochen Japan besucht haben, hat mich dieses Fernweh «Enorm« gepackt.
    Es ist nicht mer das gleiche wie es war einmal vor der Reise. Da ich komplett in eine andere Welt mit anderen Sitten und Regeln gelandet bin, muss mal sich wie ein Baby alles anlernen, von den gewöhn­li­chen Sitten, Regeln sowie auch Sprache und Menschenkenntnis.

    Das Essen war auch ganz anders, geschweige von Musik und all den Schriftzeichen. War auf jeden­fall unbeschreib­lich schön und wen ich mich an die Zeit dort erinnere, verfalle ich ihn einem tiefen Trauer und mir fliessen Tränen.

    3 Wochen vorbei, sitze ich im Flugzeug von Japan nach China und zurück in meiner Heimatland.
    1 Woche ist Schön, 2 Wochen sind Perfekt, bei drei Wochen bindet man sich auch mit der neuen Kultur, ähnlich wie bei einem Partner würde ich meinen.

    Zuhause angekommen, war es nicht mehr dasselbe. Immer wieder Reisefieber, unnötigen Suchen nach günstigen Flüge nach Japan, obwohl ich nicht einmal genug Geld besitze.

    Aber es ist jetz so Allgemein geworden, dass ich nicht nur Fernweh nach Japan besitze, sondern um die ganze Welt zu erkunden. Mag es auch nur wegen eines einfa­chen Nudelgericht- oder Pekingente sein.
    Vorallem in einem Land wie Japan möchte man nur ungern zurück kommen.
    Mein Kopf erinnert mich gefühlte 10–15 mal an Fernweh. Manchmal dauert es auch an und gehe zu anderen Personen um mit Ihnen zu reden.

    Die meinen « Arbeiten und Reisen gehen«. Aber für mich ist es viel mehr als nur das, eine Krankheit mit Symptomen. Natürlich nicht in schlechten Sinne gemeint 🙂

  8. Avatar von Booker
    Booker

    Ich mache das schon seit 26 jahren jetzt wieder mit kind und Frau in Germany.…..da ja 1 kind etwas festes braucht.……nach 4 monaten sind wir ausge­brannt von der langwei­ligen struktur wand hier.…und plannen zumin­des­tens nach woanders zu gehen…wo ist woanders keine ahnung.…wir brauchen alle das Meer …quali­ta­tive gefes­selt fühlen wir uns.…schrecklich

  9. Avatar von Konsti
    Konsti

    Ich bin erst 13. Trotzdem: ich bin gestern aus Lübeck vom Bundeswettbewerb jugend musiziert zurück­ge­kehrt und will sofort wieder da oder woanders hin. Mittlerweile HASSE ich sogar meine Heimatstadt München. Ich musste gestern eine halbe stunde heulen. Bei mir geht es glaube ich auch schon nach depressiv.

  10. Avatar von Jessica
    Jessica

    Ich bewun­dere euch,dass ihr euren Drang zur Ferne ein Stück weit auslebt.
    Ich spüre es immer wieder und schaffe es nicht,der Sehnsucht nach zu kommen und habe das Gefühl,es macht mich krank.immer wieder.

  11. Avatar von Luke
    Luke

    „Ich habe Fernweh, aber eigent­lich habe ich Heimweh.« Dieser Satz sagt so viel aus, zumin­dest für mich. Ich habe ein zuhause und Fernweh, aber eigent­lich habe ich nicht mal ein Zuhause, denn das ist doch da wo man sich wohlfühlt, oder? PS: ich habe den Kommentar schon mal abgeschickt, aber kam nicht an, weil ich name und so vergessen hab, sry.

  12. Avatar von Luke
    Luke

    „Ich habe Fernweh, aber eigent­lich habe ich Heimweh.« Dieser Satz sagt so viel aus, zumin­dest für mich. Ich habe ein zuhause und Fernweh, aber eigent­lich habe ich nicht mal ein Zuhause, denn das ist doch da wo man sich wohlfühlt, oder?

  13. Avatar von Janina
    Janina

    Du schreibst mir aus der Seele 😉
    Ich habe ein Studium gemacht und jetzt einen Bürojob, aber trotz allem immer eine gewisse Unruhe mehr zu wollen. Mehr zu sehen, zu erfahren, nicht stehen zu bleiben…
    Ich liebe meine Familie, meine Freunde und sogar meine Arbeit, aber ich komme erst zur Ruhe, wenn ich davon weg komme. Als würde ich erst auf meinen Reisen »heim« kommen! Ich konnte zu manchen Gelegenheiten, das erste Mal an einem (bis dahin) unbekannten Ort eine große innere Ruhe fühlen, die den Moment richtig und wertvoll gemacht hat.
    Heimweh/​Fernweh sollte jeder für sich definieren. Wir kommen ganz einfach in der Ferne »nach Hause« 🙂

  14. Avatar von Sili
    Sili

    Hallo, ich bin auf die Seite gestoßen, weil ich es vor »Heimweh« kaum mehr aushalte. Es ist echt ein wenig tröst­lich zu lesen, dass es mehrere Leute gibt, denen es so geht. Fühle mich hier in einem kleinen Kaff extremst unver­standen und kann den Spruch , im Urlaub ist ist alles schöner , nicht mehr hören. Ich wollte seit Teeniezeiten immer weg von Deutschland, habe es erst mit 26 geschafft. Leider musste nach 3 Monaten zurück und kam nie mehr richtig hier an. Ich hangele mich von einem Kurztrip zum Nächsten. Bei mir ist es kein Fernweh, sondern ich habe den Platz gefunden, wo ich mich das erste Mal zu Hause fühle.Nun bin ich allein­er­zie­hend mit 2 kids, was meine Auswanderungspläne nicht erleich­tert. Ich muss realis­tisch noch einige Jahre hier ausharren… da heißt es Zähne zusam­men­beissen und immer seine Träume im Auge behalten. Auch wenns manchmal schwer fällt. Also, Gesa, geteiltes Leid ist halbes Leid!! LG , Sili

  15. Avatar von Mimi
    Mimi

    Ich bin seit ein paar Tagen aus dem Urlaub zurück und ich bin nur am weinen. Nur schlecht gelaunt. Das war letztes Jahr nach dem Urlaub auch schon schlimm. Aber nicht so schlimm, wie jetzt. Morgen fängt mein richtiger Alltag mit arbeiten usw wieder an und ich hab einfach eine so schlechte Laune. Es war oder ist schon immer mein Traum gewesen auszu­wan­dern, irgendwo in den Süden. Leider ist es dort schwer Arbeit zu finden. Ich fühle mich hier so unwohl. Möchte hier nicht leben 🙁
    Und keiner

    1. Avatar von Vanessa
      Vanessa

      Hallo mimi…
      Mir geht’s genauso. Waren letztes Jahr 1 Woche in Kroatien bei der Familie meines Mannes. Dieses Jahr waren wir 2 Wochen dort . Seit dem 1. 08. Sind wir zurück und uns geht’s schlechter als je zuvor . Ich kann kaum noch meinen Alltag bewerk­stel­ligen. Zahle jetzt schon die Tage bis zum nächsten Urlaub. Seit wir wieder zurück sind überlegen wir uns wie wir hier weg kommen. Leider gestaltet es sich sehr schwierig denn obwohl mein Mann Kroate ist, kann er kaum kroatisch sprechen. Somit hat man es sehr schwer dort unten eine Arbeit zu finden. Ich mache gerade eine Ausbildung zur Altenpflege. Aber ohne die Sprache zu beherr­schen kann man mit diesem Job da unten auch nichts anfangen. Uns geht’s nicht gut hier und das wissen, nichts dagegen tun zu können macht es noch schlimmer. Fühlt euch gedrückt. Eure mitlei­dende Vanessa

  16. Avatar von Josh
    Josh

    Hallo Gesa,

    ich glaube Du sprichst vielen Menschen aus dem Herzen. Vielen Dank für Deinen tollen Blog und die offene und ehrliche Art in der Du schreibst.
    Kenne Dich nicht persön­lich aber nach Deinen Fotos zu urteilen bist Du ein sehr freund­li­cher offener Typ und wirst überall auf der Welt willkommen sein.
    Wünsche Dir weiterhin alles Gute, viele neue Eindrücke und Du wirst Deinen spezi­ellen Spirit in einem Land finden.
    Bei mir war es in Australien.

    Take care of you.

    Liebe Grüße
    Josh

    PS: Das Fernweh hat mich fast zerstört, schlimme Krankheit.

  17. Avatar von Hannah
    Hannah

    Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, ich war in den letzten 12 Monaten in 10 verschie­denen Ländern und inner­halb Deutschlands unter­wegs, sobald ich nur aus dem Flugzeug aussteige möchte ich wieder zurück. Ich habe nichts das mich hier hält, doch letzend­lich sehne ich mich nur nach Geborgenheit. Es gibt viele die »neidisch« darauf sind das ich so viel Reise, doch im Endeffekt bin ich nur glück­lich, wenn ich frei bin, wenn ich reise und neue Leute kennen­lerne. Ich glaube damit versuche ich nur zu kompen­sieren was ich in Deutschland nicht finde bzw. verloren habe. Alles hat, glaube ich, damit angefangen das mein damaliger Freund ins Ausland gegangen ist (und nach nun 2 Jahren immer noch im Ausland arbeitet).
    Seitdem versuche ich diese gewisse leere mit neuen Orten und Leuten zu füllen.
    Schön das ich nicht die einzige bin die so fühlt!

  18. Avatar von Cloudy Cavapo
    Cloudy Cavapo

    Ich glaube das ist die Sehnsucht nach Leben, WIRKLICHEM Leben. Im Alltag funktio­niert man nur, macht was man machen muss, was von einem erwartet wird.
    Ich war schon immer anders, habe meinen eigenen Kopf, passe nicht in Schema F. Werde in der Familie oft müde belächelt, nicht für voll genommen. Höre oft Sätze wie »Mann muss doch«, »Das ist aber so«
    FORGET IT!!!
    Ich muss raus, Freiheit spüren… LEBEN :-)))
    In meinem Kopf war schon immer die weite Welt, habe schon immer die Sehnsucht in mir, suche die Verbindung.
    Inzwischen bin ich Ehefrau und Mutter dreier wunder­voller Kinder. Aber auch sie müssen mit meiner Unstetigkeit leben. Ich hoffe sie tragen keinen bleibenden Schaden davon… wie z. b. Fernweh 😉
    Mein Mann ist zum Glück genauso abgedreht wie ich. Wir planen schon unsere Reisen für später, wenn die Kinder mal aus dem Haus sind. Bis dahin tun es die jährli­chen Urlaube und unsere Fahrräder. Hauptsache raus!
    Geheimtipp: Musik. Kopfhörer auf und in eine andere Welt entfliehen.

    1. Avatar von Kerstin
      Kerstin

      Da ich auch verhei­ratet und zwei Kinder 17 und 20 Jahre alt habe,hat mich dein Bericht gleich angespro­chen.
      Ich reise seid meinem 16.Lebensjahr und bin froh,auch einen Partner gefunden zu haben,der mit mir mein Reisefieber teilt.
      Eigentlich dachte ich auch,daß mein Reisedrang irgend­wann gestillt ist und ich ruhiger werde.
      Das ich noch lange nach einer schönen Reise davon zerren kann und mein Drang in die Welt hinaus zu wollen ersteinmal wieder gestillt wurde.
      Leider wird es immer schlimmer und auch ich könnte immer sofort wieder packen und neue Reisepläne schmieden.Meine Kinder sind auch infiziert und mein Mann zieht mit.Ansonsten stoße ich bei meiner restli­chen Familie auch eher auf Unverständnis!Man kann das Geld ja schließ­lich sparen!!
      Oft tauche ich in meiner Gedankenwelt ab und male mir wieder einmal aus wie es ist länger unter­wegs zu sein,packe gedank­lich meinen Koffer und besorge mir einen Reisefüher von dem Land meiner Träume.
      Ich habe eine Vitrine mit schönen,kleinen, beson­deren Mitbringseln und eine Holzkiste mit Post-und Eintrittskarten,Muscheln ‚Prospekten und anderen Erinnerungsstücken.
      Wenn es mich dann mal wieder beson­ders packt,dann nehme ich mir die Zeit darin zu versinken.
      Auch ich bin auf die Seite gekommen,weil ich FERNWEH einge­geben habe,nachdem ich meinen Gefühlen auf den Grund gehen wollte.
      Nun bin ich sehr froh darüber,daß ich nicht alleine bin! DANKE

  19. Avatar von Carolin (Sprachchamäleon)

    Wow, das ist mal wieder ein Artikel, der mir komplett aus der Seele spricht! Sehr gut geschrieben!
    Obwohl ich erst seit dreiein­halb Jahren »so wirklich« reise (und das bisher auch nur in den Semesterferien), bin ich schon an dem Punkt angekommen, dass ich mir ein Arbeitsleben von 9–5, Montag-Freitag nicht mehr vorstellen kann. Jede weitere Reise prägt mich einfach so sehr, jedes Mal bekomme ich so viele neue Eindrücke und erlebe so viele Dinge, dass ich das vermut­lich niemals wieder eintau­schen möchte.
    Du hast absolut Recht: Man fängt an, sich »Fragen über diese Welt zu stellen« – und wohin genau mich diese (innere) Reise in den nächsten Jahren führt, weiß ich auch noch nicht.
    Aber ich glaube, ich möchte es auch gar nicht wissen und freue mich statt­dessen auf jeden Tag, der noch kommt 🙂

  20. Avatar von Michi
    Michi

    Oh ja, das kenne ich.. Mich zieht es immer wieder in das sehr weit entfernte Vietnam… ich wünschte, ich könnte dort einfach leben und von dort aus alle umlie­genden asiati­schen Länder besuchen.. Es ist ein so grauen­haftes Gefühl hier auf der Arbeit zu sein und zu wissen, dass man hier eigent­lich nicht hinge­hört, sondern nach draußen in die Freiheit. Jeden verfluchten Tag verbringe ich damit in den Himmel zu blicken und mich zu fragen, wann ich endlich wieder aufbre­chen kann..

  21. Avatar von Aylin
    Aylin

    Ich lese gerade deinen Artikel während ich von Hamburg nach Hause fahre,ich sitze grad mal 30 min. Im zug und hab schon fernweh 🙁 und zieh ein miesws gesicht ich merke einfach das ich ein Großstadtkind bin.

  22. Avatar von Sophi
    Sophi

    Hallo Gesa!

    Ich habe gerade einfach mal »Fernweh« gegoo­gelt, weil ich dachte das könnte der Grund für meinen Gemütszustand sein. Ersteinmal vielen Dank für Deinen Text! Er ist wirklich toll geschrieben.
    Mich würde inter­es­sieren, was für Strategien Du entwi­ckelt hast um den Alltag etwas erträg­li­cher zu machen. Und an welchem Punkt hast Du gemerkt, dass Du chronisch erkrankt bist?
    Auch ich würde mich am liebstem davon machen, um irgendwo meine Identität vielleicht zu entde­cken. Nachdem mein Reisekoffer ein halbes Jahr lang unaus­ge­packt blieb (immer bereit für einen spontanen Ausflug 😉 ), habe ich mich auch gefragt warum und merke, dass es vor allem kultu­rell und geogra­fisch bedingte Aspekte sind, die in mir Sehnsüchte bereiten (meine Tätigkeit daheim zB macht mir sehr viel Spaß). Ich frage mich inwie­weit Dir früher das Reisen geholfen hat Dich selbst zu finden und die Frage der eigenen Identität zu klären.

    Das sind jetzt zwar sehr intime fragen, aber ich würde mich freuen, wenn Du mir helfen möchtest!

    Liebe Grüße!

  23. Avatar von Jaina
    Jaina

    Irgendwie erkenne ich mich in deinem Beitrag voll wieder … Ich komme gerade aus dem Urlaub wieder. Und muss heute erste Mal wieder in die Spätschicht , arbeite im Einzelhandel.. Aber am Liebsten würde ich doch meinen großen Reiserucksack packen und zurück in die Berge. Scheine auch noch nicht angekommen zu sein. Liebe Grüße aus Leipzig

  24. Avatar von Sarah
    Sarah

    Wahnsinn…

    das ist wirklich sehr gut geschrieben.
    Hätte nicht wirlich gedacht, dass es wen gibt der exakt genauso denkt und fühlt.
    Passt wirklich alles… ebenso das mit dem Bürojob.
    Der schwei­fende Blick raus in den Himmel und der Wunsch die Welt zu erkunden; frei sein.

    Danke für den schönen Text.

  25. Avatar von Sotsuo
    Sotsuo

    Auch ich habe nach »Fernweh« in Google gesucht. Irgendwo will man doch sehen, dass man nicht alleine da steht. Was ja eigent­lich auch generell unmög­lich ist, bei so vielen Menschen. Es ist wie ein Kloß im Hals – man könnte glatt Heulen. Als würde man ein Teil von sich, ständig zurück lassen, als hätte man was vergessen. Besonders merkt man es, wenn man älter wird und die Eltern natür­lich auch älter werden. Irgendwann ist eben Schluss, mit dem zusam­men­reisen. Jedenfalls Teilweise. Andererseits, habe ich hier meinen Kater. Von mir kann ich behaupten das ich hin und her gerissen bin. Man will hin, aber auch wieder nicht. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich nicht das alles erledigen konnte, was ich gern getan hätte. Oder es ist wieder der Gedanke, man ist wieder im beschis­senem Alltag. Ungesunder Stress und so. Oder es fehlt einfach die Frau an der Seite. Alleine Urlaub machen, kann ich mir garnicht vorstellen.

  26. Avatar von Nela
    Nela

    schön zu wissen dass man nicht der einzige Mensch mit dieser »Krankheit« ist 😉 … wunder­schön geschrieben! Du sprichst mir aus der Seele 🙂

  27. Avatar von Jana
    Jana

    Hallo Gesa,
    dein Beitrag ist schon etwas älter aber ich habe gerade einfach in Google »Fernweh« einge­geben, denn ich hatte keine Ahnung was sonst dieses leere Gefühl in mir beschreiben soll. Hätte es nicht besser schreiben können!
    Ich bin vermut­lich zu jung um an Fernweh zu leiden, allzu viel gereist bin ich auch noch nicht, doch ich halte es hier zuhause kaum noch aus und brauche einen Tapetenwechsel. Vielleicht liege ich richtig und ein Auslandsjahr ( wofür ich jedoch ein Stipendium brauche :/​ ) wäre meine Rettung.
    Ach ja, die Sehnsucht nach dem Unbekannten … Mal sehen was uns erwartet 🙂

  28. Avatar von Julia
    Julia

    endlich jemand der das gleiche Leiden hat 🙂 ich fühle mich oft sehr einge­engt in diesem Alltag und fühle mich am vollkom­mensten wenn ich unter­wegs bin.
    Im TV laufen fast nur Beiträge über Reiseziele oder ähnli­ches.:-)

  29. Avatar von Conny
    Conny

    Ein wunder­schöner Text, der mir aus tiefster Seele spricht – ganz beson­ders gut gefallen hat mir dein kleines Wortspielchen »Ich habe Fernweh aber eigent­lich habe ich Heimweh«. Erst als ich das gelesen hab, konnte ich richtig verstehen was mich die ganze Zeit plagt. Die Suche nach einem zu hause, etwas wo ich gehalten werde und wo man sich (auf Dauer) lebendig und glück­lich fühlen kann. Danke dafür Gesa!

  30. Avatar von Michael Blahm

    ja wer in der Welt zu Hause ist hat natür­lich immer Heimweh.

  31. Avatar von Annika

    Hallo Gesa,
    ich habe einen 9 bis 5 Job und leide unter unheim­li­chem Fernweh. Ich zähle fast stünd­lich die Tage bis zum nächsten Urlaub und meist werde ich gegen Ende der Reise unheim­lich traurig und fange noch im Ausland an die nächste Reise zu planen. Aber egal wie schön der Urlaub war, es ist trotzdem immer wieder schön nach Hause zu kommen und sich darauf zu freuen den Lieben alles von der Reise zu erzählen und dann auch wieder den nächsten Urlaub ausgiebig zu planen.

  32. Avatar von Steffen
    Steffen

    Hey schön mal wieder von Dir zu lesen. 🙂 Habe mich hier und da selbst gefunden.

  33. Avatar von Bärbel - Frau auf Reisen

    Ich hab die gleiche Krankhiet. Ich verstehe jedes Wort. Und das LEben nur ab und zu. Wild und weit!!!!

  34. Avatar von Julia Lormis via Facebook
    Julia Lormis via Facebook

    Genau das!

  35. Avatar von Nina

    Ich bin ja norma­ler­weise eher stille Mitleserin, aber jetzt muss ich es doch mal loswerden: ich finde Deine Texte immer wunder­voll! Auch wenn ich ein ganz anderes Leben führe, nämlich das mit dem Studium, den Wurzeln und dem Bürojob, sprechen Deine Texte exakt diesen Sehnsuchtsteil in mir an, der auf all das gar nicht so scharf ist. Manchmal träume ich davon, auch einfach loszu­ziehen, aber dann hab ich auch Angst davor, nicht mehr zurück zu wollen. Oder zurück zu wollen, aber nicht mehr anzukommen.
    Seit wenigen Wochen habe ich nun ein kleines Baby bei mir. Und für mich selbst gar nicht nachvoll­ziehbar, doch seitdem treibt uns als Familie noch mehr das Fernweh um. Wir wollen diesem Menschen die ganze Welt zeigen und statt mehr zu verwur­zeln, juckt es uns mehr denn je loszu­ziehen. Wer weiß, was die Zukunft bringt…
    Auf jeden Fall alles Liebe für Deine Pläne!
    Nina

    1. Avatar von Gesa

      Hallo Nina,

      schön von dir zu hören, du stille Mitleserin 🙂
      Ich bin mir sicher, ihr werdet einen Weg finden, um alle drei gemeinsam die Welt zu entde­cken. Bis dahin wünsche ich dir erstmal alles, alles Gute für das größte Abenteuer deines Lebens – ein neuer Mensch! Wie großartig!!

  36. Avatar von Mah

    Hach. Same here.

  37. Avatar von Aylin

    Liebe Gesa, ich freu mich schon darauf, zu lesen, was bald kommt 😉

    1. Avatar von Gesa

      Danke Aylin!! Ich freu mich selbst auch drauf 😉

  38. Avatar von Tabitha

    Liebe Gesa,
    ein wunder­schöner Artikel, der das Gefühl sehr gut in Worte fasst (wie irgendwie immer in Deinen Berichten).
    Gut, dass es solche Gefühle gibt, die Dir quasi »ein Feedback Deiner Seele« zukommen lassen.
    Irgendwie hat mich das gestern auch umgetrieben: http://findsomebeautifulplaces.com/2014/05/10/fernweh/
    Ich freue mich von Deinen weiteren Schritten zu lesen 🙂
    Liebe Grüße, Tabitha

    1. Avatar von Gesa

      Hallo Tabitha,

      Danke für deinen Text! Scheint, als hätten dich da gestern ganz ähnliche Gedanken beschäf­tigt.
      Wie es bei mir weiter­geht, wird bald gelüftet.

      Lieben Gruß auch an dich und einen schönen Sonntag.

  39. Avatar von Carina

    Oh. Ertappt.
    Erst diese Woche musste ich mir auf mein »Ich muss wieder weg«, erstmal wieder bewusst werden, dass ich gerade erst von der letzten Reise zurück gekehrt bin.
    Du beschreibst es ganz recht- eigent­lich ist es kein Fernweh, sondern Heimweh, die Suche nach dem Ankommen.
    Ein wunder­voller Beitrag, Gesa. Und ich bin gespannt wo unsere Reise uns hinführt.

    1. Avatar von Gesa

      Vielen Dank, Carina. Das tut so gut! Zu wissen, dass ich mit dem Gefühl nicht allein bin…
      Viel Glück und viel Segen auf all unsren Wegen. Oder so ähnlich. Haha.

    2. Avatar von Stefan

      Mir geht es genauso. Gerade erst nach acht Wochen Asien heimge­kehrt, schon würde ich am liebsten wieder den Rucksack packen. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert