Texas Sun: Ein Roadtrip von Grand Prairie nach Amarillo

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Texas Sun: Ein Roadtrip von Grand Prairie nach Amarillo

„You say you like the wind blowing through your hair
Come on, roll with me ’til the sun goes down …“

Mit dem Sound von Khruangbin, der texani­schen Wüsten-Surf-Rock-Band (!), stimme ich mich bereits im Flieger auf meinen Roadtrip ein. Die Einreiseformalitäten ziehen sich etwas, verlaufen letzten Endes aber unspek­ta­kulär. Der Beamte kaut gelang­weilt Kaugummi und möchte ledig­lich den Grund meiner Reise wissen. Kurz darauf verlasse ich die klima­ti­sierte Ankunftshalle des Flughafens von Dallas/​Fort Worth und gehe direkt zur Autovermietung. Ein paar Instruktionen später sind wir on the road. Die Highways sind sechs­spu­rige Flüsse aus Asphalt, Trucks beinahe so hoch wie Häuser rauschen vorbei, und ohne Aircon geht hier gar nichts. Meine Reise beginnt in Grand Prairie, mitten in den endlosen Suburbs der Metropolregion Dallas.

„Everything is bigger in Texas“ – das ist das Motto des Lone Star State. Ich bin gespannt, ob sich dieses Versprechen erfüllt.

Für alle, die Texas mit dem Auto erkunden möchten, ist die Wahl der richtigen Autovermietung beson­ders wichtig, schließ­lich begleitet einen der Mietwagen mehrere Tage lang. DiscoverCars erleich­tert die Suche, indem dort neben den Mietpreisen auch die Mietbedingungen und Bewertungen früherer Kundinnen und Kunden angezeigt werden. So lässt sich schon vor der Buchung besser einschätzen, was einen erwartet.

Praktisch ist außerdem, dass verpflich­tende Gebühren von Anfang an ausge­wiesen werden. Dadurch wird schneller klar, was der Mietwagen tatsäch­lich kostet, und unange­nehme Überraschungen bei der Abholung lassen sich eher vermeiden. DiscoverCars selbst wird bei Trustpilot mit 4,6 von 5 Punkten bei mehr als 250.000 Bewertungen geführt, was bei der Planung eines längeren Roadtrips zusätz­lich Sicherheit geben kann.
Sind die prakti­schen Dinge geklärt, bleibt eigent­lich nur noch: Musik an und losfahren.

Grand Prairie

Mein erster Stopp führt mich zu Zavala’s Barbecue. Hier winden sich die Warteschlangen oft bis auf die Straße hinaus, denn das minima­lis­tisch-punkige Ladenlokal zählt zu den Top 50 Barbecue Spots in Texas, und Barbecue ist hier eine Religion. In riesigen Smokern schmort bestes Fleisch, und wenn das Brisket, das signa­ture dish des Lokals, nach zwölf Stunden endlich auf dem Tablett landet, zerfällt es butter­weich. Dazu ein Lone Star aus der Dose: simpel, ehrlich, großartig. Howdy, Texas!

Gegen den Jetlag versuche ich die „Sights“ zu erkunden. Grand Prairie ist „very American“: Vieles findet indoor statt – nicht zuletzt wegen der gnaden­losen texani­schen Sonne. Texas can get toasty!
Das Leben spielt sich im riesigen Entertainment- und Lifestyle-Viertel EpicCentral ab: Abenteuerparks, Restaurants, Hotels, Shows, Spielplätze, Wassershows, Grünflächen. Noch verne­belt vom Flug schlen­dere ich durch Epic Waters, ein gigan­ti­sches Spaßbad, und den Bolder Adventure Park, einen indoor Kletterpark mit Technobeats. Hello, Kulturschock.

Abends lande ich bei Chicken N’ Pickle, einer Mischung aus Restaurant, Biergarten und Sportarena – Pickleball-Courts auf der einen Seite, riesige Bildschirme auf der anderen. UFC-Kämpfe laufen nonstop, und plötz­lich zieht Präsident Donald Trump unter Jubel in die Kampf-Arena ein, umarmt Mike Tyson und lässt sich feiern, während Nachrichtenticker die Entsendung der Nationalgarde nach Kalifornien melden. Absurde Gleichzeitigkeit. Ich trinke ein Ranch Water: Tequila, Limette, Sprudelwasser, zur nächt­li­chen Lichtshow über dem künst­li­chen See von EpicCentral.

Der nächste Morgen beginnt klassisch: Hash Browns, Huevos Rancheros und schwarzer Filterkaffee in einem holzver­tä­felten Diner. Die Bedienung nennt mich „Honey“ und gießt kommen­tarlos Kaffee nach. Danach verliere ich mich im endlosen Traders Village, einem Flohmarkt, der wie eine kleine Stadt wirkt: Cowboy-Stiefel neben Handyhüllen, Grillsoßen neben Kinderspielzeug; dazwi­schen Achterbahnen und Foodcourts.

Ripley’s Believe It or Not präsen­tiert bizarre Kuriositäten aus aller Welt, samt Wachsfigurenkabinett und Spiegellabyrinth. Taylor Swift und Michael Jackson grinsen als schräge Nachbildungen, daneben stehen alle US-Präsidenten. Im Nebenraum warten Stalin, Putin, Mao und Hitler „bereit“ fürs Selfie.

Das Highlight des Tages ist das Pferderennen im Lone Star Park. Von der Tribüne aus habe ich besten Blick. Cowboy Bugler Shane bläst den „Call to Post“ und schon donnern die Pferde vorbei. In der Eingangshalle posieren Rodeo Queens und Princesses mit Schärpen und Hüten.

Bevor der Abend im mexika­ni­schen Restaurant Vidorra bei Margaritas und Tacos ausklingt, mache ich noch einen Stopp in den Grand Prairie Premium Outlets – samt Bimmelbahn, die um die Läden herum­fährt. Ein heftiges Gewitter zieht auf, und ich schaffe es gerade noch ins Hotel, bevor Hagel, Starkregen und Blitze über Dallas/​Fort Worth herein­bre­chen. Vom Bett aus beobachte ich das Spektakel, bis ich in einen tiefen Schlaf sinke.

Grapevine

„Say you wanna hit the highway while the engine roars
Well, come on, roll with me ›til the sun goes down
That Texas sun, oh yeah“

Grapevine liegt nur eine halbe Stunde entfernt und wirkt nach den Highways wie eine Filmkulisse: rote Backsteinhäuser, kleine Boutiquen, Weingüter, histo­ri­sche Main Street. Die Stadt ist als „Christmas Capital of Texas“ bekannt, dank ihrer festli­chen Events und aufwän­digen Dekoration. Bei Messina Hof, einem der renom­mier­testen Weingüter Texas mit sizilia­ni­schen Wurzeln, gibt es sonnen­reife Chardonnays und Charcuterie Boards. Wer hätte gedacht, dass ausge­rechnet in Texas Spitzenweine wachsen?

Die kleine Stadt ist eng mit der Eisenbahn verbunden. Von der histo­ri­schen Station der Grapevine Vintage Railroad starten nostal­gi­sche Fahrten, und vom Aussichtsturm der Harvest Hall blickt man weit über Stadt und Umland.

Der Abend klingt gemüt­lich beim Trivia Pub Quiz im Rock & Brews aus: Classic Rock, Nachos, riesige Burger.

Am nächsten Morgen besuche ich Bass Pro Shops, das Mekka für Outdoor-Fans: ausge­stopfte Tiere, Jagdtrophäen, Angelruten, Flaggen, Waffen, Thermobecher. „Everything is bigger“ trifft hier voll zu.
In der nahege­le­genen Grapevine Mills Mall erkunde ich Meow Wolf – The Real Unreal, eine immersive Kunstinstallation voller Neonräume und Portale, ein Spielplatz für Erwachsene und Kinder.
Am Nachmittag steht ein Besuch der histo­ri­schen Nash Farm an: Scheunen, Felder, Hühner, Truthähne, Farmleben wie im 19. Jahrhundert. Der kosten­lose Shuttlebus verbindet Old Town, Flughafen und Hotels, perfekt für einen Stopp beim Weingut Bingham Family Vineyards, wo Sommelier Zelvin groß auftischt.

Zum Abschluss des Tages esse ich im legen­dären Tolbert’s, berühmt für sein würziges Chili und Live-Musik an sieben Tagen die Woche. Danach gönne ich mir eine Kugel Eis aus der benach­barten Artisan-Eisdiele. Grapevine ist leiser als Dallas, aber nicht weniger texanisch.

Lubbock

When I’m far from home and them cold winds blow …

Der Highway nach Lubbock zieht sich endlos. Wir überholen ganze Häuser auf Trucks, fahren vorbei an Anwaltswerbung, Kirchen, Bibelzitaten. Der Himmel ist weit. Das Cotton Court Hotel in Downtown Lubbock ist eine Oase: Pool, Lagerfeuer, Backstein, Live-Musik: Westernromantik pur.

Auch Lubbock ist ein Hotspot texani­scher Weine. Bei McPherson Cellars verkoste ich preis­ge­krönte Tropfen; gegen­über bei La Diosa Cellars gibt es passende Tapas und Sangria.
Am nächsten Morgen lasse ich mir bei Wild Honey Hats einen Cowboyhut maßan­fer­tigen. Die Verwandlung zum Cowgirl beginnt.

Ein kulina­ri­sches Muss ist Evie Mae’s Pit Barbecue – Brisket, Ribs, Pulled Pork, Jalapeño-Cornbread, Cheese Grits, Bohnen, hausge­machte Desserts und Eistee. Mehr Texas geht nicht.
Damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, mache ich eine SUP-Session auf dem Dunbar Historic Lake. Eine Stunde Töpferkurs im Kunstzentrum LUHCA rundet den Tag ab. Auch sonst ist Lubbock kulina­risch stark: einen hervor­ra­genden Caesar Salad bei La Sirena, und zum Abschied am nächsten Morgen die legen­dären Pies im Cast Iron Grill.

Caprock Canyons & Amarillo

Caressing you from Fort Worth to Amarillo
Come on, roll with me ›til the sun dips low

Der Weg nach Amarillo führt durch den Caprock Canyons State Park. Nach den Regenfällen steht der Park in voller Blüte: Blumen, Gräser, pfeifende Präriehunde. Nach kurzer Wanderung öffnet sich ein wilder Canyon vor mir – atembe­rau­bend.

Der eigent­liche Star ist jedoch die Texas State Bison Herd: einst fast ausge­rottet, ziehen rund 200 Tiere wieder frei durch den Park. Aus dem Auto heraus sehe ich die gewal­tigen Körper, den dampfenden Atem. 25 Meter Abstand sind Pflicht. Auch Moskitos sollte man nicht unter­schätzen, Spray ist essen­tiell.

In Amarillo begrüßt mich ein riesiges Biber-Maskottchen bei meinem Stopp bei Buc-ee’s. Ein Tankstellen-Universum mit 108 Zapfsäulen, halb Supermarkt, halb Freizeitpark. Danach kaufe ich mir bei Cavender’s, einem riesigen Western-Outfitter, mein erstes Paar Cowboystiefel. Nun ist mein Westernoutfit schon fast komplett, passend für den Abend im Western Horseman Club, wo Rancher, Cowboys und Musiker zusam­men­kommen. Es wird getanzt, erzählt, gelacht und den Texas-Two-Step getanzt.

Am nächsten Morgen sitze ich selbst im Sattel: Cowgirls & Cowboys in the West bietet Ausritte durch den Palo Duro Canyon. Mein Pferd heißt Cheeky und hat seinen eigenen Kopf, trägt mich aber sicher durch die Weite. Die Ranch wird von Ronda Rogers, einer ehema­ligen Rodeo Queen, geführt – ausschließ­lich von Frauen. Ihre Mission: Frauen den Raum geben, Cowgirls zu sein.

Die Mittagshitze zieht auf und es wird Zeit sich im Hotel frisch zu machen für das letzte Highlight meines Road-Trips, das Route 66 Festival, das Amarillo jedes Jahr in die goldene Ära der Mother Road versetzt: Oldtimer, Live-Bands, Essen, Kunsthandwerk. Ein Elvis-Imitator singt mir „Muss i denn zum Städtele hinaus“. Eine queere Schulband spielt Musical-Classics, Dragqueens konkur­rieren um die Krone, daneben wirbt das Militär für Rekruten. Texas ist vielfältig und durchaus bunt.

Bunt ist auch die Cadillac Ranch: zehn Cadillacs, mit der Motorhaube im Boden, im exakt gleichen Winkel wie die Pyramiden von Gizeh. Ein frei zugäng­li­ches Kunstwerk, ständig im Wandel, jeder darf sprühen.

Mein Abschiedsessen gibt es im Big Texan Steak Ranch. Auf einer Bühne versu­chen Freiwillige, ein 72-Ounce-Steak samt Beilagen in einer Stunde zu schaffen – live ins Internet übertragen, mit Jubel und Applaus der anderen Gäste bedacht. Heute Abend schafft es niemand. Der Rekord liegt bei 4 Minuten 18 Sekunden! Ich begnüge mich mit einem 16-ounce Texas Strip und stoße mit einer Diet Coke auf ein Land an, das Klischees erfüllt und doch immer wieder überrascht.

And what about politics?

Ausgerechnet jetzt in die USA und dann ins republi­ka­nisch rote Texas? Es gab genügend Gründe, die dagegen­spra­chen, und die mich vor und während der Reise zweifeln ließen. Mit einem Kopf voller Klischees bin ich einge­reist; einige bestä­tigten sich, andere gar nicht. Dallas/​Fort Worth zeigte sich überra­schend divers: queere Paare, linke Cafés,Community-Zentren. Gleichzeitig liefen staaten­weit die „No Kings“-Proteste. Und doch existiert das erwar­tete Texas ebenso: Fox News in Bars, Kreuze und Bibelzitate in Diners, konser­va­tive, waffen­af­fine Bumper-Sticker. Das Second Amendment wird hier fast religiös verehrt. Mir begeg­neten die Menschen jedoch durchweg herzlich, inter­es­siert und offen. Vor allem Cowboys überraschten mich mit ihrer pragma­ti­schen Haltung: Jeder solle leben, wie es ihm gefällt – solange er es anderen nicht vorschreibt. „Mind your own business!“

Texas besteht aus Widersprüchen, Spannungen, Gastfreundschaft und Vielfalt. Nichts ist so eindeutig, wie man es von außen denkt. Selbst im Herzen des „roten“ Texas gibt es weit mehr Facetten, als jedes Klischee vermuten lässt.

Happy trails to you

Texas war ein Roadtrip voller Kontraste: Barbecue und Chardonnay, Cowboys und Elvis-Imitatoren, Bisons und Präriehunde. Ein Land, das groß denkt und groß lebt.

Am Ende bleibt nur ein Gedanke: Vielleicht stimmt es wirklich – every­thing is bigger in Texas.

Vielen Dank an Travel Texas für die Einladung.


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