Inselhopping in Daunenjacke

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Dass der finni­sche Winter nichts für Weicheier ist, dachte ich mir schon. Ich würde mich auch nicht als ein solches bezeichnen. Im Gegenteil, ich bin fest entschlossen, es den waghal­sigen Nordmännern gleich zu tun: Bart wachsen lassen, Wodka trinken, schwit­zend in der Sauna sitzen und mich dort mit Birkenzweigen verprü­geln lassen. Dem Sprung ins kalte Eiswasser werde ich mich ebenfalls stellen. Soweit zumin­dest der Plan…

Noch sind wir im Helsinki, in der Zivilisation, weit weg von Holzfällerromantik. Stattdessen alles “urban chick”. Ein Hauch Großstadt. Winterlich ist es aller­dings auch hier. Richtig winter­lich.

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PLANÄNDERUNG – INSELHOPPING STATT BÄREN JAGEN

Dann erfahre ich, dass wir uns für die nächsten zwei Tage zum “Inselshopping” aufma­chen werden. Ist ein Scherz, oder? Nein, es ist keiner. Bei Inselhopping denke ich an Chillen an Deck, salzige Meeresluft, an den Duft von gegrilltem Fisch, Sonnenbrand…? Hier im Norden bekommt man eher Gefrierbrand. Bei ‑27 Grad packe ich also die Daunenjacke statt die Badehose ein. Obwohl? Sollte es doch irgendwo noch eine Sauna mit dem dazuge­hö­rigen Loch in der Eisdecke geben…

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Wenige Stunden später atme ich die klare finni­sche Winterluft ein. Klirrrr. Durch jede noch so kleine Reißverschlussritze greift der Frost nach meinem warmen Körper. Dabei habe ich mich eigent­lich echt gut einge­packt. Als erfah­rener Wintersportler – meine Freunde würden es eher als Outdoor-Freak bezeichnen – baue ich natür­lich voll auf den Zwiebellook. Eine Hightech-Faser-Lage schichtet sich über die nächste. Doch selbst meine drei wärmsten Jacken stoßen hier in Finnland an ihre Belastungsgrenzen. Oder bin ich es, der mit den Finnen einfach nicht mithalten kann? Egal. Denn wenn ich ehrlich bin, genieße die Kälte auch ein wenig. Das eigen­ar­tige Licht, die Stille, das Knarzen des Schnees bei jedem Schritt. Mich umgibt ein Gefühl, das alle Reisende kennen: Das gute Gefühl, unbekanntes Terrain zu betreten. Voller Vorfreude, Spannung und Lust auf jedes noch so kleine Quäntchen Andersartigkeit. Endlich wieder On the Road, endlich wieder OUT OF OFFICE.

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EIN VERSCHNEITER FLICKENTEPPICH

Ich schaue auf die gefro­rene See vor mit und lächle still vor mich hin. Meine Gedanken schweifen zum “klassi­schen” Inselshopping in Südeuropa und ich erkenne tatsäch­lich einige Parallelen. Sonnenschein, Fährfahrten, frisch gefan­gener Fisch (in diesem Fall: Eisfisch)… Wir waren sogar mit einem wasch­echten »Perro de Agua«, einem spani­schen Wasserhund, spazieren – also beinahe wie auf den Balearen oder in Griechenland … Naja fast! Inselhopping in Finnland ist in jedem Fall mindes­tens genauso schön wie im Mittelmeer, nur ruhiger und weniger touris­tisch. Und die Häuser sind klein und rot. Oder gelb.

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Man hätte Finnland auch den Namen Wasserland geben können. Das Festland ist durch­zogen von rund 180.000 Seen und das Meer ist bestückt mit unzäh­ligen kleinen Inseln. Wusstet ihr, dass Finnlands Südküste das größte Archipel der Welt ist? Wer hier in der Archipelago Region südwest­lich von Helsinki “on the road” ist, ist viel eigent­lich vielmehr “on the bridge” – oder “on the boat”. Die Fähre ist dabei immer kostenlos, denn sie ist in der finni­schen Interpretation die Verlängerung der Straße, also etwas Selbstverständliches. Auf die Frage, wie viele Inseln wir nach gut vier Stunden im Minivan bereits überquert haben, weiß aller­dings selbst unsere Gastgeberin Mathilda keine Antwort. “Einige”, sagt sie schmun­zelnd. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass die Menschen hier oben im Norden entspannter wirken. Ruhig und unglaub­lich herzlich.

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Es ist schon dunkel, als wir am Abend unser “Archipelago-Home” errei­chen. Ein kleines, beleuch­tetes Holzhäuschen mitten im Nirgendwo, in der finni­schen Natur. Und natür­lich liegt das Häuschen auch an einem (zugefro­renen) See. Auf der Terrasse dampft der Jacuzzi. Wir schlüpfen ins Warme, tauschen Winterstiefel gegen dicke Socken und genießen die gemüt­liche Atmosphäre. Mit glühenden Wangen schauen wir ins Kerzenlicht. Es duftet so unglaub­lich gut nach frischem Brot und einem leckeren finni­schen Essen, gezau­bert vom Koch des Restaurants “Köpmans” – nur für uns. Ein Traum!

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Bei so viel Wärme und Gemütlichkeit überlege ich ernst­haft, ob ich nach der Sauna wirklich ins kalte Wasser springen will. Andererseits – why not? Wer nicht wagt der nicht gewinnt. Und der Jacuzzi ist ja auch noch da… In diesem Sinne: Mennään avantoon (“ab ins Eis”)!

Das war nur der Anfang unserer Abenteuer in Finnland. Was wir sonst noch erlebt haben, erfahrt ihr ganz bald auf OUT OF OFFICE!

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Ich bedanke mich für das große Glück – das Glück zu leben, zu reisen und das alles genießen zu dürfen. Ich bedanke mich zudem beim NBE Team für die tollen Tage in Finnland, spannende Begegnungen und die Einladung in dieses wunder­bare Land.

Weitere Informationen unter www.visitfinland.com, www.visitarchipelago.com, www.nbe.fi.


Kommentare

  1. Avatar von Lena Kruger
    Lena Kruger

    Hej!
    Magst du einen Link eurer Unterkunft hinzu­fügen? Das klingt zu schön um wahr zu sein!
    Liebe Grüße!
    Lena

    1. Avatar von Katharina

      Hi Lena,
      Die Unterkunft vor Ort war tatsäch­lich eine private Hütte, die Gruppen für ein Wochenende mieten können. Einen Link zu der konkreten Hütte haben wir leider nicht – aber unter folgendem findest du mehr zur Archipelago Region und zur finni­schen Schärenküste (auch Unterkünfte): https://www.visitfinland.com/mystay/program/archipelago/49/

      Wenn auch eine etwas nördli­chere Region spannend ist, dann können wir dir auch Kemi, eine Nacht unter Nordlichtern und die Fahrt mit dem Eisbrecher Sampo empfehlen…

      https://www.oooyeah.de/lappland-erleben/

      https://www.oooyeah.de/sampo-kemi-finnisch-lappland‑2/

      Viel Spaß und liebe Grüße,
      Katharina & Henryk

  2. Avatar von Henryk Berlet via Facebook

    Ich könnte gleich wieder los…

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