Brunei Darussalam.
Das winzige Sultanat an der Nordwestspitze Borneos ist reich. Öl. Die knapp 400.000 Einwohner werden von ihrem Chef, General Haji Sir Hassanal Bolkiah Mu’izzaddin Waddaulah, gut versorgt: gratis Krankenversicherung und Rente, keine Einkommenssteuer und andere Nettigkeiten. Da kann man auch verschmerzen, das man keine Wahl hat.
Gut, der Sultan hat auch ein bisschen was auf der Seite liegen (20.000.000.000 US-Dollar, ein paar Boeings mit vergoldeten Badezimmern, mit fast 5.000 Autos die größte Luxus- und Sportwagen-Sammlung der Welt, selbstverständlich mit eigener Rennstrecke, und die größte Yacht auch). Aber andere Herrscher kümmern sich trotzdem nicht um ihr Volk.
Bandar Seri Begawan, die Hauptstadt Bruneis, ist noch etwas anderes. Totlangweilig. Die Straßen sind nur wenig bevölkert, Stille. Shops verstecken sich in uninspirierten Betonklötzchen. Die Einwohner sitzen wahrscheinlich vor ihren Plasmafernsehern und nippen frierend an einem alkoholfreien Cocktail: Es gibt kein Bier auf Brunei.
Einzig die goldigen Moscheekuppeln schimmern mich belustigt an: Was willst du denn hier, Kleiner.
Doch dies alles ist nur eine brüchige Fassade. Wenn die Gläubigen in kleinen Grüppchen zum Freitagsgebet spazieren, die Bootsführer der kleinen Watertaxis vom Fluß aufschauen oder der Mercedesfahrer tatsächlich an einem Zebrastreifen anhält (verrückt!), lächeln sie mich erwartungsvoll an – und die Maske fällt.
Brunei bebt vor Erwartung.
Im Mai 2011 wird hier ein neues Kapitel geschrieben. Eines, was sich nicht um Ölvorkommen, Osamas Kopfschuss oder den Weltfrieden dreht. Es handelt auch nicht von lustigen Eingeborenen, von palmenbestandenen Traumstränden und bröckelnden Transportmitteln. Selbst der weinerliche Monsungott und mein verschlagener Erzfeind „Mozzo the Moskito“ spielen nur unbedeutende Nebenrollen.
Der Hauptdarsteller ist keine Person. Es ist eine große Freundschaft.
Welcome back, Alex.
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Zum Schluß gibt’s aber doch noch die volle Ladung Kitsch: Moschee im Abendrot in 99 Variationen. Zu schön.
Gähn. Warum bin ich plötzlich so müüüüde…














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