Fashion-Blogger for one day

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Vier Tage Sonnenschein, die spannendsten Ecken der Insel erkunden und dazu noch ein Hotel vom Feinsten. Der Deal geht klar – Gran Canaria, ich folge gerne deiner Einladung. Ach ja, die Bademoden-Show #GCmodacalida, die guck ich mir meinet­wegen auch an. 

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Angekommen am Flughafen spähe ich nach mögli­chen Begleitern. Es sollen vor allem Fashion-Blogger geladen sein und auf die bin ich sehr neugierig. Da tänzelt schon ein beson­ders präch­tiges Exemplar durch den Terminal: riesige Sonnenbrille, High Heels mit 13cm Absätzen, schwarzer Hut mit großer Krempe, dazu ganz leger Jeans im Boyfriend Cut, perfektes Make-up mit Smokey-Eyes, und das Ganze in Size Zero. Evangelie aus Griechenland, besser bekannt als  Styleheroine. Das Iphone im Anschlag, bugsiert sie geschickt ihre zwei gigan­ti­schen Rollkoffer Richtung Ausgang. Im Bus wartet der Rest der illus­tren Truppe. Fashionistas aus London, Italien, Spanien und Amsterdam.

Beim Abendessen mit Styleheroine, afterDRK und thefa­shion­guitar bekomme ich tiefere Einblicke in das rauschende Leben der Fashion-Blogger. Heute New York, morgen Paris. Freebies und Features in der Elle.  „Deine Bilder sind ja mehr so Editorial.“ sagt afterDRK zu Styleheroine. Diese liebt den natür­li­chen Look der Kollegin. Alles ist super, Alle sehen toll aus. Alle haben sich lieb und sind bezau­bernd und dabei so sagen­haft cool und abgeklärt.

Früh am nächsten Morgen beginnt die obliga­to­ri­sche Pressetour. Es fühlt sich an wie auf Klassenfahrt. Die coolen Kids – die schrillen Girls aus London und ihre Gay Friends, stürmen auf die hintersten Plätze des Busses. Meine deutsche Streber-Crew nimmt vorne Platz und lauscht andächtig den Erläuterungen des charmanten Guides. Während der Fahrt herrscht ein hyste­risch hoher Geräuschpegel. Die ganz großen Fragen werden disku­tiert. Wann wird sich umgezogen? Und vor allem, was wird getragen?

Vom Strand Maspalomas mit seinen sahara­glei­chen Dünen geht es hoch zu den Canyons, die sich über das Tal der 1000 Palmen erstre­cken. Der Name ist Programm. In den Tälern wächst und gedeiht eine beein­dru­ckende Fauna. Agaven, Papayas, Avocados, Kakteen, Zitronen, Granatäpfel, Aloe Vera, süßer Wein und natür­lich Palmen ohne Ende. Die Oasen der Vulkaninsel sind grün und fruchtbar.

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Am Degollada de las Yeguas,  erwartet uns ein bildschöner Frühstückstisch mit atembe­rau­bender Aussicht über die Canyons. Begeistert wird fotogra­fiert und zeitgleich auf Instagram gepostet, dann wird geschlemmt. Life is good #GranCanaria.

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Im Anschluss erklimmen wir zu Fuß einen ursprüng­li­chen Friedhof der Einheimischen. Dieser besteht aus Geröll und kleinen Felsen und wird zur Bewährungsprobe für die Standfestigkeit der Bloggerinnen. Tollkühn erklimmen die Damen auf schwin­del­erre­genden Heels den Gipfel. Bei genauerem Hinsehen sehe ich die grausamen Opfer, die das Leben einer Stilikone mit sich bringt. Die Füße meiner Mitreisenden zeigen üble Gebrauchsspuren. Blasenpflaster und offene Wunden scheinen die Regel und nicht die Ausnahme zu sein. Trotz allem, ich bin schwer beein­druckt von dieser Leistung.

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Nach einer rasanten Serpentinenfahrt durch die Berge der Insel halten wir für einen kurzen Stopp im gemäch­li­chem Agüimes. Hier scheint das Leben ruhig und entspannt. Die wenigen Menschen, die sich zeigen, sitzen in Bars oder auf schat­tigen Bänken beim Plausch. Der Rest der Bevölkerung arbeitet an den Küsten in der boomenden Tourismusindustrie. 75 Prozent der Insulaner sind dort tätig und verbringen ihren Tag damit die nimmer­satten Meute an Engländern, Skandinaviern und Deutschen zu umsorgen und bespaßen. Meine Begleiter nutzen die Gassen des Dorfes als stimmungs­volle Kulisse für ihre styli­schen Outfits.

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Nun haben wir das offizi­elle Inselprogramm hinter uns und es Zeit für ein bisschen Luxus. Am Pauschaltouristen Hotspot Playa del Inglés, umzin­gelt von Bausünden aus Beton, begrüßen uns drei adrette Champus-Girls im exklu­siven Beach Club Amadores. Dieser zählt unter anderem Fußballstar David Silva zu seinen Investoren und hier findet der offizi­elle GRAN CANARIA MODA CÁLIDA Lunch statt. Zum Meet & Greet haben sich alle wichtigen Designer, Veranstalter und Presseleute versam­melt. Es wird wild gebus­serlt und genet­worked. Die Sonne strahlt und wir schütten uns freudig Freigetränke hinter die Binde. Nur die Häppchen sind ein wenig knapp bemessen.

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Husch ins Hotel zum Umstylen und dann beginnen auch schon die Shows. Für mich eine absolute Premiere. Als Vertreterin der inter­na­tio­nalen Presse sitze ich in erster Reihe und darf mehrere Stunden schnieke Beachbodys in mehr oder weniger alltags­taug­li­cher Swimwear begut­achten. Die Inszenierung ist super, aber nach der dritten Show ist der Reiz für mich verflogen. Außerdem sind die Models laut Expertenmeinung nur B‑Ware. Ich bin ganz erleich­tert zu sehen, dass Cellulite und kleine Fettpölsterchen auch vor Laufstegschönheiten nicht halt machen. Der Jahrmarkt der Eitelkeiten drumherum faszi­niert mich umso mehr. Wunderschöne langbei­nige Frauen in heißen Outfits, adrette Herren, C‑Promis und solche, die es werden wollen. Die Haare! Die Schuhe! Die Taschen! Der Smalltalk! Die engli­sche Pressedame schafft es sogar in der kurzen Pause zwischen zwei Shows ihren Dress zu wechseln. Das nenne ich Einsatz!

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Als letzter Designer trumpft Gabriel Croissier noch einmal richtig auf. Die Models tragen riesige Turbane und Blüten im Haar und schleppen witzige Accessoires wie Stoffaffen oder Schmetterlingsnetze über den Catwalk. Croissier selbst gibt den großen Zampano im weißen Anzug, der mit einem antiken Colt auf das Publikum zielt. Dies wird mit frene­ti­schem Applaus und Standing Ovations bedacht, bevor die Modemeute im Shuttlebus in einen weiteren Beach Club gekarrt wird. Dieser ist leider nicht so schick wie der vorhe­rige. Der DJ hat wenig Klasse und die Drinks sind mau. Da ziehe ich den hervor­ra­genden Gin Tonic an der Hotelbar vor, um diesen Tag ausklingen zu lassen. Fashion-Blogger for one day! Um es mit David Foster Wallace Worten zu sagen: Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich.

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Anmerkung: Die Reise kam auf Einladung des Turismo de Canarias zustande.


Kommentare

  1. Avatar von Elisabeth
    Elisabeth

    Danke für den tollen Bericht und die gelun­genen Fotos. Bin ab 04. Januar 2015 für 3 Wochen in der Nähe
    von Maspalomas und suche nach inter­es­santen Begegnungen, um Land und Leute kennen­zu­lernen oder
    damit sie von ihren Lieblingsplätzen (Cafes, roman­ti­sche Orte) erzählen. Vielleicht hat jemand eine Idee?

  2. Avatar von Marco

    Hsllo Ricarda,
    sehr schöner Bericht mit wirklich tollen Fotos

  3. Avatar von Roland

    Danke für den tollen Bericht! Wer nach Gran Canaria fährt, muss meiner Meinung nach die Dünen von Maspalomas sehen.

  4. Avatar von Jan

    Danke für diesen sehr ausführ­li­chen Bericht und die tollen Bilder! Gerade die haben mich sehr inspi­riert .… 😉 Gruß Jan

  5. Avatar von Volker

    Gran Canaria ist schon eine faszi­nie­rende Insel, siehe Fotos und Videos auf meiner Homepage: http://www.volkerhoff.de/reisen/gran-canaria/

  6. Avatar von Katja

    Ich kann das alles nur bestä­tigen, ich war vor 2 Jahren auf Gran Canaria und diese Insel ist ein Traum.…..

  7. Avatar von Maria
    Maria

    Hallo, das klingt nach einer richtig inter­es­santen Erfahrung. Aber sag mal, wo ist das Gewinnspiel? Ich will auch auf die Kanaren.

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