Kisumu, Kenia

Der verblichene Glanz kolonialer Zeiten

Kisumu, der Hafen an Kenias Küste des Victoriasees, liegt verschlafen vor mir. Keine Trucks kommen hupend an, keine Kräne hieven Container auf Frachtschiffe, es gibt keine. Nirgends wuseln Arbeiter geschäftig umher, in einem Verschlag hängen ein paar Männer gelangweilt herum und palavern. Ein beschaulicher Frieden liegt über der Szene.

Kisumu, der Hafen an Kenias Küste des Victoriasees, liegt verschlafen vor mir. Keine Trucks kommen hupend an, keine Kräne hieven Container auf Frachtschiffe, es gibt keine. Nirgends wuseln Arbeiter geschäftig umher, in einem Verschlag hängen ein paar Männer gelangweilt herum und palavern. Ein beschaulicher Frieden liegt über der Szene.

Die noch von den Briten angelegten Bahnschienen sind überwuchert von Gras, Eidechsen sonnen sich auf dem warmen Metall. Am Steg liegt ein Boot der Küstenwache, und eines des Zolls. Schmuggelbekämpfung, aber „wer zahlt schon gerne Steuern?“, wie mir ein netter Mann einfühlsam erklärt. Ich bin einverstanden.

Es gibt kleine Boote, zum Fischfang, die im Dickicht der Wasserhyazinthen auf Beschäftigung warten. Die Wasserhyazinthen, die vor wenigen Jahren fast komplett den Victoriasee bedeckten, (und ein paar Kriege und Unruhen) beendeten den Seehandel zwischen den Grenzländern Kenia, Uganda und Tansania. Sie dezimierten die Fischvorkommen, die kein Licht mehr bekamen durch das undurchdringliche Blattwerk. Langsam, nach Jahren des Kampfes kann der See wieder atmen, und eine neue Fährlinie soll noch dieses Jahr starten.

Daneben liegen große, rostende Schiffe, seit Jahrzehnten unbenutzt, die morschen Planken wild bewachsen, bröckelnd. Die Tickets der Personenfähre modern auf dem Boden. Spinnennetze. Spinnen. Sie haben das Schiff übernommen.

Wunderschön.

more decay.

  1. Alex der Schwede

    Wow ich dachte immer dass Wasserhyacinten sind schon aber konte mir nicht vorstellen dass so viel Schade machen konnten…

  2. Hallo Johannes,
    im Oktober lernten wir uns in Ägypten kennen… seither verfolge ich deine Berichte,deine Bilder und Videos und bin voll begeistert, wollte dir nun mal Grusse schicken.
    werden ab 25.1.auch wieder reisen, gebucht ist ein Hinflug nach Manila und Rückflug nach 3 1/2 Monaten von Jakarta, freu mich schon.
    Liebe Grüsse Andrea

    PS: Michael hat hat mit dem Gedanken gespielt in den Sudan zu reisen (vielleicht erinnerst du dich, ihr habt darüber geredet) aber deine „Dirt-Meditation“ hat ihn irgendwie davon abgebracht. Danke

    • gern geschehen… ;-) oh, dann laufen wir uns vielleicht in asien ueber den weg, werde vielleicht in der gegend sein!

  3. Jambo Johannes,
    hey bald bist du in Tansania und von Dar es salam ist es nicht weit nach Sanibar. Im Norden auf Sansibar gibt es schöne Strände. Ich war vor einem Jahr das zweite Mal da. Mit einem Dahla Dahla (meine es war die Nr. 116) kommst du von Sansibar hafen nach Nungwi und dort gibt es dann Erholung für dich!
    Grüße aus dem kalt nassen Frankfurt
    Jens

  4. Wolfgang Käseler via Facebook

    Sehr schönes Beispiel für die „Zeitlosigkeit“ von Blogartikeln /-fotos. Klasse! ;)

  5. Genau diese Momente habe ich auch empfunden, schade das die Region so wenig beachtet wird.

  6. Ja das ist auch Kenia, seit 50 Jahren zerfällt hier alles, Hauptsache unabhängig, auch wenn man nichts zu essen hat. Was muessen die Städte mal schön gewesen sein, wenn Ich immer durch Mombasa laufe, und mir die Häuser in den Seitenstrassen ansehe. Aber so ist der Lauf der Zeit, es muss wohl erst alles zerfallen, damit es dann neu und modern aufgebaut wird, aber das Flair fehlt dann eben auch komplett. Grus aus Diani Beach in Kenia.

  7. Ich hatte bisher nur das vergnügen eine Woche „ersten Kenia-Eindruck“ zu bekommen. Ganz Touri-typisch natürlich am Bamburi Beach, trotzdem wunderschön, mit 2-tägiger Safari in Tsavo und einem Tagesausflug nach Wasini Island. Die Städte „durften“ wir gar nicht besichtigen. 2014 hieß es wegbleiben aus den Städten und kein Guide wollte uns führen, zumindest keiner aus dem Hotel, denen war das Risiko zu hoch.

    Dass Städte so verfallen ist ein Trauerspiel, erkennt man doch die Schönheit die einst in Ihnen lag.

    Liebe Grüße,
    Nika

    PS: Mein Reisebericht – http://www.vintasticworld.com/2017/10/09/jambo-kenia-erste-fernreise/

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