Von Lotta Berger – unterwegs zwischen Bambushütten, Lotusteichen und herzlichen Begegnungen.
Mae Kampong: Der Moment, in dem mir klar wurde, dass ich falsch reise
Der Tag begann mit Nebel. Einer dieser feinen, flirrenden Dunstschleier, die sich durch die Berge ziehen wie ein langsamer Atem. Ich war im Dorf Mae Kampong angekommen, etwa anderthalb Stunden außerhalb von Chiang Mai, mitten im Dschungel. Keine Hotelketten. Keine Insta-Spots mit Warteschlange. Stattdessen: Hähne krähen, Bambus knackt, ein alter Mann röstet Kaffeebohnen über offenem Feuer.
Ich war auf einer „Hidden Jungle Trek“-Tour unterwegs, organisiert über Village Adventures. Was ich erwartet hatte: eine kleine Wanderung, ein paar schöne Ausblicke. Was ich bekam: einen Crashkurs in Demut.
Wir liefen durch dichten Wald, begleitet von einem lokalen Guide, der jedes Blatt kannte. Ich lernte, wie man essbare Pflanzen erkennt, sah Gibbons in den Baumwipfeln, hörte Geschichten vom Leben ohne Supermarkt und WLAN. Beim Mittagessen saß ich mit einer Familie am Boden, aß fermentiertes Gemüse und Reis vom Bananenblatt – und hatte das Gefühl, zum ersten Mal seit Langem wirklich Teil von etwas zu sein.
Am Abend im Bus zurück fragte ich mich: Warum habe ich jahrelang Cluburlaub gemacht?

Was ist ländlicher Tourismus – und warum brauchen wir ihn?
Ländlicher Tourismus ist mehr als eine Reiseform. Es ist eine Haltung. Eine Abkehr vom „Abhaken“, hin zum „Eintauchen“. Statt All-Inclusive-Resort wartet hier die einfache Matratze im Homestay. Statt Buffet: gemeinsames Kochen mit der Gastfamilie. Und statt Poolbar: ein Blick auf den Sonnenaufgang über Reisfeldern, bei dem einem die Worte fehlen.
Im Gegensatz zum klassischen Pauschaltourismus setzt ländlicher Tourismus auf:
- Nähe zu lokalen Communities
- Regionale Wertschöpfung
- Naturschutz & Ressourcenschonung
- Erhalt von Kultur und Lebensweise
- Langsamkeit statt Hektik – Slow Travel eben
Und ganz ehrlich: Man muss kein Öko-Aktivist sein, um daran Gefallen zu finden. Man muss nur bereit sein, sich einzulassen – auf Menschen, Geschichten und Lebensrealitäten, die mit Alltagsflucht nichts zu tun haben, sondern mit echter Begegnung.

Jenseits der Hotspots: Warum Dorfreisen fairer sind
Ein paar Wochen nach Mae Kampong reiste ich nach Südthailand – und landete im kleinen Küstenort Laem Sak. Keine Tauchschule weit und breit. Dafür: Mangrovenwälder, Batik-Workshops, Meeresalgenfarmen. Ich übernachtete im Community Resort, das von der Dorfgemeinschaft selbst betrieben wird. Drei Tage lang lebte ich mit Menschen, die Buddhisten, Muslime und Christen waren – und doch zusammen an einem Tisch saßen.
Was ich dort lernte? Dass Tourismus kein Fremdkörper sein muss. Wenn er community-based gedacht ist, entsteht echter Austausch – und das Geld bleibt da, wo es gebraucht wird: in der Region.
Wir paddelten mit Kajaks zu Höhlenmalereien, kochten mit Seetang, redeten über Klimawandel. Kein Entertainment – aber echte Verbundenheit. Ich fühlte mich nicht wie eine Touristin. Ich war Gast.
Homestays, Farmbesuche & Lotusblätter: Authentisch reisen geht so
Natürlich ist nicht jeder Trip ein mehrtägiges Abenteuer. Aber auch ein einziger Tag kann reichen, um den Blick zu verändern. In einem kleinen Dorf nahe Bangkok nahm ich an einem Tagesausflug zur Lotusfarm teil. Eine Bootsfahrt durch schmale Kanäle, dann Workshop mit einer älteren Frau, die mir zeigte, wie man Lotusblüten kunstvoll faltet. Keine Show, kein Script – einfach ihr Alltag, den ich für ein paar Stunden teilen durfte.
Es war ein typischer Tag in der Welt des Slow Travel: wenig Strecke, viel Tiefe. Das Mittagessen kam direkt vom Feld nebenan. Ich habe selten so langsam gegessen. Und so viel geschmeckt.

Mehr als ein Bett: Warum Homestays verändern, wie wir denken
Zugegeben, meine erste Nacht im Homestay war … gewöhnungsbedürftig. Keine Klimaanlage. Dusche = ein Eimer. Und ein Hahn, der seine innere Uhr offenbar auf 3:45 gestellt hatte. Aber nach dem ersten Morgenkaffee mit meiner Gastmutter im hohen Norden Thailands wusste ich: Ich will nirgendwo anders sein.
Bei der Hilltribe-Tour ging es nicht darum, Fotos zu machen. Sondern zu verstehen, wie ein Leben aussieht, das mit dem Rhythmus der Natur geht. Ich half beim Reisanbau, schnitzte Bambuslöffel – und hatte die beste Suppe meines Lebens.
Es sind diese Erfahrungen, die etwas hinterlassen: nicht nur in den Insta-Highlights, sondern im Kopf. Und manchmal auch im Herzen.
Aber es gibt auch eine ganze Reihe an schicken Homestays, die einen vergleichbaren Komfort mit dem eines Hotels bieten und zusätzlich mit einer wundervollen Gastfreundschaften punkten. Man kommt bei einem Homestay einfacher schneller mit Einheimischen in Kontakt und erhält Einblicke in ihren Alltag.
Chancen für Regionen – und für die Zukunft des Reisens
Ländlicher Tourismus ist kein Trend. Er ist eine Antwort – auf Overtourism, auf Umweltzerstörung, auf das Ausbluten ländlicher Räume.
Er schafft:
- Arbeitsplätze vor Ort, besonders für Frauen & Jugendliche
- Identität & Stolz auf lokale Kultur
- Anreize gegen Abwanderung
- Sanfte Entlastung für Hotspots
- Nachhaltige Einnahmequellen abseits der klassischen „High Season“
Und das Beste: Er funktioniert. Wenn er gut gemacht ist – wie bei Village Adventures, die eng mit lokalen Communities zusammenarbeiten, transparent handeln und mit jeder Buchung einen sozialen Fußabdruck hinterlassen.

Village Adventures: Plattform für echtes Reisen
Du willst authentisch reisen? Fair reisen? Nicht nur durch ein Land fahren, sondern es erleben?
Dann ist Village Adventures die richtige Adresse. Hier findest du sorgfältig kuratierte Homestays, Tagestouren und mehrtägige Reisen, die dich abseits der Touristenpfade bringen – und mitten ins echte Leben.
Das Team arbeitet direkt mit Dorfgemeinschaften in Asien und Afrika. Du erfährst, wo dein Geld landet, lernst über ökologische Landwirtschaft, traditionelle Handwerkskunst und kulturelle Vielfalt – und wirst Teil einer Bewegung, die Reisen wieder menschlich macht.
