Über die zwei Nächte in Yazd, einer kleineren Stadt auf dem Weg nach Süden, gibt es nicht allzu viel zu schreiben. Yazd ist ein ruhiger Ort von nur 500.000 Einwohnern, man kann fast sorglos die Straße überqueren, eine leckere iranische Version von Pizza essen (an beiden Abenden vollzogen) und alte und neue Bekannte im schönen Hotel-Atrium wieder treffen.
Das ist übrigens ein cooler Punkt im Iran: Jeder Tourist, den man spricht, hat eine interessante Geschichte zu erzählen, ist zumeist lange unterwegs oder komplett verrückt. Spannende Gesellschaft.
In heiteren Abendstunden wurden junge Iraner vom selbsternannten „Poet of Bullshit“ Kristijan bei einem Glas Tee unterhaltsam über die frappierenden Wesensmerkmale der Flirttechnik deutscher Frauen aufgeklärt; ich fürchte, dass er so erfolgreich war, dass sie nun Deutschland besuchen wollen – schnellstmöglich!
Ein wenig wanderten wir noch in der wunderbar stillen Altstadt umher, andere Sehenswürdigkeiten ließen wir aus ignorantem Desinteresse links liegen, wie die zoroastrischen Grabtürme, in denen die gläubigen Verstorbenen bis in die 30er Jahre den Geiern zum Fraße ausgelegt wurden (damit sie nicht die Luft beim Verbrennen oder die Erde beim Beerdigen verschmutzen; ah ja). Also sprach Zarathustra.
Jetzt fahren wir gemeinsam nach Shiraz, dem Namensgeber der Shiraztraube – leider werden wir dank des absoluten Alkoholverbots im Iran wohl keinen guten Tropfen kosten können.
(Das Alkohol- und Tanzverbot interessiert die liberalen Iraner übrigens herzlich wenig: Einige Reisekollegen konnten von rauschenden Privatpartys in Teheran berichten, wo zu 90er-Hits aufgebrezelt und ohne Kopftuch den fröhlichen Freuden gefrönt wird… Auch sonst sieht man in den Abendstunden wild wedelnd Jugendliche in Autos singend und hupend auf den Straßen herum düsen, und andere Akte der Spaß-Rebellion.)







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