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Mit dem Camper durch Island – Wohnmobil mieten und die Insel auf eigene Faust entdecken

Als wir Reykja­vík an einem grau­en Juni­mor­gen ver­las­sen, sieht der Him­mel aus wie ein zer­knit­ter­tes Stück Papier. Der Wind schiebt Wol­ken über die Stadt, und Mara sitzt mit einer damp­fen­den Kaf­fee­tas­se auf dem Bei­fah­rer­sitz, wäh­rend ich ver­su­che, den ers­ten Kreis­ver­kehr ohne Hup­kon­zert zu über­ste­hen.

„Das fühlt sich nach Frei­heit an“, sagt sie schließ­lich und schaut hin­aus auf die Stra­ße, die sich aus der Stadt hin­aus in die offe­ne Land­schaft win­det.

Und genau dar­um geht es bei Island im Wohn­mo­bil: Man fährt los, ohne genau zu wis­sen, wo man am Abend lan­det.

Warum Island und Wohnmobil so gut zusammenpassen

Island ist kein Land, das sich gern an Plä­ne hält. Das Wet­ter wech­selt im Halb­stun­den­takt, Stra­ßen wer­den wegen Wind gesperrt, und plötz­lich öff­net sich hin­ter einer Kur­ve eine Land­schaft, wegen der man sofort anhal­ten möch­te.

Mit dem Wohn­mo­bil bedeu­tet das: kein hek­ti­sches Wei­ter­fah­ren, weil irgend­wo ein Hotel war­tet.

Als wir am zwei­ten Tag an einem unschein­ba­ren Park­platz süd­lich von Sel­foss hal­ten, um einen Was­ser­fall zu foto­gra­fie­ren, wird aus einer kur­zen Pau­se eine Stun­de. Der Wind trägt Gischt über die Fel­sen, Möwen krei­schen, und wir sit­zen ein­fach im Wagen und schau­en hin­aus.

„Wenn wir ein Hotel gebucht hät­ten, wür­den wir jetzt längst wei­ter­fah­ren“, sagt Mara.

So aber blei­ben wir.

Am Abend rol­len wir auf einen klei­nen Cam­ping­platz nahe der Ring­stra­ße. Ein paar ande­re Cam­per ste­hen ver­streut auf dem Gras, jemand kocht Pas­ta auf einem Gas­ko­cher, irgend­wo klap­pert eine Tür im Wind. Island fühlt sich plötz­lich erstaun­lich gemüt­lich an.

Die schönsten Ziele – und warum du ein 4x4 brauchst

Nach zwei Tagen ent­lang der Ring­stra­ße wird die Stra­ße schma­ler, der Asphalt ver­schwin­det, und vor uns taucht das ers­te gel­be Schild mit einem gro­ßen „F“ auf.

F‑Straße.

Das bedeu­tet: Hoch­land.

Die­se Stra­ßen füh­ren mit­ten durch Islands wil­des­tes Gebiet – durch Lava­fel­der, über Schot­ter­pis­ten und manch­mal auch durch fla­che Flüs­se. Ohne 4x4 kommt man hier nicht weit.

Wir bie­gen trotz­dem ab.

Landmannalaugar und das Hochland

Die Fahrt nach Land­man­nal­au­gar ist weni­ger eine Stra­ße als ein Aben­teu­er aus Staub, Lava und plötz­lich auf­tau­chen­den Schnee­fel­dern.

Hin­ter jeder Kur­ve ver­än­dert sich die Land­schaft: schwar­ze Lava, grü­ne Moos­pols­ter, dann plötz­lich Ber­ge in Rot‑, Gelb- und Ocker­tö­nen.

Als wir ankom­men, sieht Land­man­nal­au­gar aus wie eine Land­schaft aus einem ande­ren Pla­ne­ten. Wan­de­rer zie­hen mit bun­ten Ruck­sä­cken über die Hügel, und aus einem Tal steigt Dampf auf.

Wir las­sen das Wohn­mo­bil ste­hen und lau­fen ein Stück in die Ber­ge. Der Wind riecht nach Schwe­fel und nas­sem Stein.

Am Abend sit­zen wir im war­men Natur­pool neben dem Cam­ping­platz. Über uns zie­hen graue Wol­ken, und irgend­wo knarzt eine Tür im Wind.

„Ich glau­be“, sagt Mara lei­se, „das hier ist einer der Orte, für die man nach Island kommt.“

Þórsmörk: Zwischen drei Gletschern wandern

Ein paar Tage spä­ter fah­ren wir wei­ter nach Þórs­mörk. Schon die Anfahrt fühlt sich aben­teu­er­lich an: Schot­ter­pis­ten, Fluss­durch­que­run­gen, Ber­ge, die immer näher rücken.

Þórs­mörk liegt wie eine grü­ne Insel zwi­schen drei Glet­schern.

Die Wan­der­we­ge füh­ren über schma­le Berg­rü­cken, und von oben sieht man Täler, Flüs­se und Eis­fel­der gleich­zei­tig. Der Wind weht so stark, dass wir beim Auf­stieg lachen müs­sen, weil wir uns gegen­sei­tig fest­hal­ten, um nicht aus dem Gleich­ge­wicht zu gera­ten.

Am Abend par­ken wir das Wohn­mo­bil auf dem klei­nen Cam­ping­platz im Tal.

Es wird still.

Kei­ne Stra­ße, kein Dorf, nur Ber­ge und das Rau­schen eines Flus­ses.

Westfjorde: Das ursprüngliche Island

Die West­fjor­de errei­chen wir erst gegen Ende der Rei­se – nach vie­len Stun­den Fahrt über schma­le Stra­ßen ent­lang stei­ler Fjor­de.

Hier wirkt Island plötz­lich noch ein­sa­mer.

Die Stra­ßen sind leer, klei­ne Fischer­dör­fer kle­ben an den Küs­ten, und hin­ter jeder Kur­ve öff­net sich ein neu­er Fjord.

An einem Abend ste­hen wir mit dem Wohn­mo­bil direkt über dem Meer. Nebel zieht über das Was­ser, und in der Fer­ne taucht kurz der Rücken eines Wals auf.

Wir sagen bei­de nichts.

Manch­mal reicht der Moment.

Was du vor der Reise wissen musst

So roman­tisch das Rei­sen im Wohn­mo­bil auch ist – Island hat sei­ne eige­nen Regeln.

Campingregeln und Übernachtung

Wild­cam­pen ist in Island inzwi­schen ver­bo­ten.

Das bedeu­tet: Über­nach­ten darf man nur auf offi­zi­el­len Cam­ping­plät­zen. Zum Glück gibt es davon vie­le – von ein­fa­chen Wie­sen mit Dusche bis zu gut aus­ge­stat­te­ten Plät­zen mit Küche und Auf­ent­halts­raum.

Im Som­mer lohnt es sich, eini­ge Plät­ze vor­her zu reser­vie­ren, beson­ders in belieb­ten Regio­nen im Süden.

Wir selbst pla­nen meist nur den nächs­ten Tag.

Das reicht völ­lig.

Das richtige Wohnmobil wählen

Wenn man wirk­lich ins Hoch­land möch­te, lohnt sich ein 4x4-Wohn­mo­bil. Vie­le der spek­ta­ku­lärs­ten Orte Islands sind nur über F‑Straßen erreich­bar – und die ver­lan­gen All­rad, hohe Boden­frei­heit und ein biss­chen Aben­teu­er­lust.

Wer sei­ne Rei­se vor­be­rei­tet, kann bei­spiels­wei­se online ein pas­sen­des Fahr­zeug fin­den und Wohn­mo­bil mie­ten auf Island, das spe­zi­ell für die rau­en Stra­ßen und wech­sel­haf­ten Bedin­gun­gen der Insel aus­ge­legt ist.

Gera­de im Hoch­land merkt man schnell, war­um.

Als wir an unse­rem letz­ten Abend auf einem Cam­ping­platz in den West­fjor­den ste­hen, trom­melt Regen gegen das Dach unse­res Cam­pers. Mara liest, ich koche Nudeln auf dem klei­nen Herd.

Drau­ßen weht der Wind über den Fjord.

Und ich den­ke: Genau so fühlt sich Island an – ein biss­chen wild, ein biss­chen unbe­re­chen­bar, und am schöns­ten, wenn man ein­fach los­fährt und schaut, wohin die Stra­ße führt.



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