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Der Jakobsweg oder ich bin dann mal wieder zurück

Die Sonne brannte auf den kleinen Platz vor der Kirche. Ich saß auf einer Bank, den Rucksack neben mir im Staub. Ich betrachtete meine nackten Füße. Sieben Blasen.

Hier war es also zu Ende. Ich wollte nicht mehr. Hier ent­schloss ich mich, den Jakobs­weg abzu­bre­chen. Sit­zen zu blei­ben. Auf­zu­ge­ben. Ich hatte versagt.

Weit war ich nicht gekom­men. Bereits der Land­strich Navarra wurde mir zum Ver­häng­nis. Einige Tage zuvor deu­tete nichts auf das plötz­li­che Ende hin. Ich war fit, ging regel­mä­ßig jog­gen und wollte her­aus­ge­for­dert wer­den. Mein Ruck­sack war opti­mal gepackt, wog nur acht Kilo und ich wollte die 800 Kilo­me­ter unbe­dingt schaf­fen. Sechs Wochen hatte ich mir Zeit genommen.

Daheim gab es sehr viel Ärger und Stress. Sor­gen hiel­ten mich nachts wach. Die Wan­de­rung soll Wun­den hei­len, dachte ich. Und so ent­wi­ckelte sich der Auf­bruch mehr zur einer Flucht, denn zur einer Pause von der Alltäglichkeit.

Im fran­zö­si­schen Saint-Jean-Pied-de-Port begann die Pil­ger­reise auf dem Camino Fran­cés – dem klas­si­schen Jakobs­weg. Ein hüb­sches bas­ki­sches Dorf in den Pyre­näen. Die Fran­zo­sen grüß­ten nett, ich wurde im Pil­ger­büro vor­ge­las­sen, ein­fach weil die Sonne schien und ich zuver­sicht­lich der Wan­de­rung ent­ge­gen lächelte. Noch schnell die Jakobs­mu­schel an den Ruck­sack gehängt, die mich als Pil­ger aus­zeich­nete, und im Mor­gen­grauen begann der lange Weg.

Ich ver­suchte diese Reise nicht aus reli­giö­sen Moti­ven oder spi­ri­tu­el­len Über­zeu­gun­gen her­aus. Ich bin Ungläu­bige und schon vor län­ge­rer Zeit aus der Kir­che aus­ge­tre­ten. Jedoch fühle ich mich von den sakra­len Riten des Katho­li­zis­mus ange­zo­gen. Ich mag Weih­rauch und bestaune gerne christ­li­che Bau­ten. Zudem reizte mich am Jakobs­weg die sport­li­che Her­aus­for­de­rung, die Natur, und viel­leicht würde ich unter­wegs in ein­sa­men Land­schaf­ten doch Ant­wor­ten auf drän­gende Fra­gen finden.

Oft malte ich mir den Ein­zug in Sant­iago de Com­pos­tela aus. Die ein­drucks­volle Kathe­drale, das Ziel der Pil­ger­reise und Grab­stätte des hei­li­gen Jako­bus, einer der zwölf Apos­tel Jesu Christi. Auf­grund die­ser Reli­quien ent­wi­ckelte sich Sant­iago neben Rom und Jeru­sa­lem zum wich­tigs­ten Wall­fahrts­ort im christ­li­chen Mit­tel­al­ter. Und so ist es bis heute.

Die ers­ten 27 Kilo­me­ter waren hart. Die Stre­cke führte in flir­ren­der Hitze über die Pyre­näen nach Spa­nien. Rund neun Stun­den Fuß­marsch, berg­auf, bergab und 1250 Höhen­me­ter. Schon Karl der Große ritt hier ent­lang wäh­rend sei­nes Spa­nien-Feld­zu­ges. Für das Pferd sicher­lich anstren­gen­der als für den berühm­ten Kai­ser im Sattel.

Die Land­schaft zeigte sich zau­ber­haft, Blu­men säum­ten die klei­nen Berg­wege und die Luft roch nach Sonne. Jap­sende Pil­ger schlepp­ten sich den Pass hin­auf, man­che mit rie­si­gen Ruck­sä­cken und schlech­ten Schu­hen. Einige rann­ten mit Eifer. Andere tru­gen Solar­zel­len mit sich, um ihre Smart­pho­nes auf­zu­la­den. Und wie­der andere saßen im Gras und ver­ban­den sich die Füße.

Nach eini­gen Stun­den Wan­der­lust machte ich eine Pause am Weges­rand und gönnte mir einen Scho­ko­rie­gel. Und wäh­rend ich auf einem Stein saß, in die Ferne schaute und mei­nen Gedan­ken nach­hing, wurde die Stille jäh durch Schnau­fen unter­bro­chen. Ein klei­ner, schwit­zen­der Mann kroch den Weg hin­auf. Sein Ruck­sack über­ragte ihn, die Brille drohte ihm von der Nase zu rut­schen und er hatte schwer mit sei­nem Über­ge­wicht zu kämp­fen. “What a bloody steep track!” begrüßte er mich und schon mochte ich ihn. Sein Name war Henry, er war Mitte fünf­zig und Brite.

Von nun an waren wir gemein­sam unter­wegs. Manch­mal trennte uns ein deut­li­cher Abstand, doch fan­den wir bei jeder Pause wie­der zusam­men. Henry hatte einen fei­nen bri­ti­schen Humor und lachte viel. Er wollte den Weg schaf­fen. So wie ich. Doch trotz­dem spielte er mit dem Gedan­ken auf­zu­ge­ben. Zu viel Gepäck, zu wenig Kon­di­tion und viel­leicht ver­misste er doch ein wenig seine Ehe­frau, die ihn hatte zie­hen las­sen. Noch war ich moti­viert genug, ihn mit mei­ner Ener­gie anzu­ste­cken: „Bis Ron­ces­val­les ist es ein Klacks,” über­zeugte ich ihn, “da wer­fen wir die Hälfte dei­ner Sachen weg und schauen wei­ter.” Henry lächelte, auch wenn er mir nicht glau­ben wollte. Doch er hielt durch.

Die letz­ten Kilo­me­ter nach Ron­ces­val­les wur­den dann aller­dings für mich müh­se­lig. An mei­ner Fit­ness lag es nicht, auch wenn acht Kilo auf dem Rücken ganz schön anstren­gend sein kön­nen. Jedoch weit­aus Schlim­me­res stand mir bevor: Meine Fuß­soh­len brann­ten. Aus Gewichts­grün­den hatte ich auf meine zuver­läs­si­gen, aber schwe­ren Wan­der­stie­fel ver­zich­tet und mich für leich­tere Hiking­schuhe ent­schie­den. Einige Tou­ren hat­ten diese gut über­stan­den, aller­dings nur in käl­te­ren Kli­ma­zo­nen. Und in der spa­ni­schen Hitze schie­nen meine Füße sich auf das Dop­pelte aus­ge­dehnt zu haben. Ich bekam Mons­ter­lat­schen. Mehr­ma­li­ges Socken­wech­seln half nicht. Die ers­ten Bla­sen zwick­ten. Dum­mer­weise an bei­den klei­nen Zehen außen. Bei jedem Schritt stie­ßen sie ans Leder und ein Blitz zuckte durch mei­nen Körper.

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Gegen Abend kamen wir end­lich in Ron­ces­val­les am Fuße des Iba­ñeta-Pas­ses an. Der Weg führte zum Augus­ti­ner­klos­ter. In einem Saal aus dem 12. Jahr­hun­dert soll­ten wir die Nacht ver­brin­gen. Mehr als hun­dert Eta­gen­dop­pel­bet­ten war­te­ten auf müde Pil­ger. Wäh­rend Henry sei­nen Ruck­sack aus­mis­tete und einen Trink­schlauch, einen alten Wan­der­stock, den wohl noch Luis Tren­ker benutzt hatte, und zwei dicke, gebun­dene Bücher ent­sorgte, saß ich auf dem klam­men Laken und stach mir mit einer Nadel die Bla­sen an den Zehen auf. Bis­her ein bewähr­tes Mit­tel. Hof­fent­lich auch die­ses Mal.

Neben mir im Dop­pel­bett lag Matt, ein gebräun­ter Kana­dier mit blauen Augen und einem Lächeln, das alle Stra­pa­zen ver­ges­sen ließ. Roman­ti­sche Stim­mung kam trotz­dem nicht auf, denn sobald um Punkt 22 Uhr das Licht von den Mön­chen gelöscht wurde, begann der Hor­ror. Rund fünf­zig laut schnar­chende Män­ner! Das Klos­ter war der Vor­hof zur Hölle. Die Akus­tik in dem gro­ßen Saal pimpte jeden ein­zel­nen Schnar­cher zum Düsen­jet auf. Ohren­stöp­sel hal­fen nicht.

Einige die­ser ver­stö­ren­den Geräu­sche werde ich mein Leben lang nicht ver­ges­sen und auch Henry tat in die­ser Nacht kein Auge zu. Die klamme Kälte kroch unter meine Fleece­ja­cke. Ver­zweif­lung über­kam mich. Gegen 4 Uhr nachts erwach­ten die ers­ten Pil­ger und pack­ten im Schein ihrer Taschen­lam­pen die Hab­se­lig­kei­ten zusam­men. Das Ren­nen um die weni­gen freien Bet­ten im nächs­ten Ort war eröff­net. Um 6 Uhr ging das Licht wie­der an, unter­malt mit gre­go­ria­ni­schem Mönchs­ge­sang, abge­spielt auf der klei­nen klös­ter­li­chen Stereoanlage.

Hus­tend schlepp­ten Henry und ich uns hin­aus in die Mor­gen­däm­me­rung. Es reg­nete, ich hum­pelte, meine Füße pass­ten nicht mehr in die Schuhe und jeg­li­che Moti­va­tion war abge­reist. Auch Henry klagte über Rücken­schmer­zen. Und so ent­schlos­sen wir uns, den Bus nach Pam­plona zu neh­men. Wir muss­ten nie­man­dem etwas bewei­sen und waren doch selbst unsere schärfs­ten Richter.

In Pam­plona bezo­gen wir eine kleine Her­berge und hoff­ten in einem Acht-Bett-Zim­mer auf mehr Ruhe. Die Stadt, die haupt­säch­lich wegen ihrer unsäg­li­chen Stier­läufe bekannt ist, hat durch­aus hüb­sche Ecken und Gas­sen. Aller­dings fehlte mir die Muße für eine Besich­ti­gung. Mein Weg führte ledig­lich ins Kran­ken­haus, um mir die pochen­den Bla­sen erneut auf­ste­chen und ver­bin­den zu lassen.

Hätte mir jemand ver­ra­ten, dass die nun fol­gende Nacht die vor­he­rige an Grau­sam­keit noch über­bie­ten sollte, so hätte ich laut gelacht. Gegen 1 Uhr war mir nur noch zum Heu­len zumute. Ich lag im obe­ren Eta­gen­bett, Henry im unte­ren. Neben ihm eine alte Fran­zö­sin und dar­über ein mit­tel­al­ter Australier.

Seit die­ser Nacht bin ich trau­ma­ti­siert. Der Aus­tra­lier grunzte, schmatzte und klang wie ein LKW mit Motor­scha­den. Zudem stank er aus allen Löchern. Das Fens­ter war voll­stän­dig beschla­gen. Was­ser­trop­fen perl­ten an der Scheibe herab. Der Mann ent­puppte sich als Unge­tüm, das mei­ner Ansicht nach das aus­tra­li­sche Out­back nie­mals hätte ver­las­sen dür­fen. In jede Atem­pause die­ser Krea­tur schnarchte sogleich die alte Fran­zö­sin wie ein Laub­blä­ser hin­ein. Die bei­den waren ein Team. Es gab kein Ent­kom­men. Die Her­berge ver­fügte über keine Aus­weich­mög­lich­kei­ten, kein Flur, kein Hof, wo man sich hätte im Schlaf­sack ver­krü­meln kön­nen. Hoff­nungs­lo­sig­keit. Wir waren gefangen.

Henry litt ebenso wie ich. Irgend­wann warf er einen Flip­flop dem Aus­tra­lier an den Kopf und schimpfte im feins­ten Oxford-Eng­lisch: “You bloody sno­ring bas­tard! Shut up! Bloody hell!” Eine kurze Pause für zwan­zig Sekun­den, dann ging alles von vorne los. Ich starb.

Der nächste Mor­gen. Nach Fas­sungs­lo­sig­keit und einem Kaf­fee trenn­ten sich Hen­rys und meine Wege. Wir hoff­ten, uns bald wie­der­zu­se­hen und ver­ab­schie­de­ten uns herz­lich. “Buen Camino”- einen guten Weg – rie­fen wir uns zu. Und dann war Henry auch schon abge­bo­gen. Der wackere Eng­län­der hatte beschlos­sen, trotz eini­ger Bles­su­ren doch wei­ter zu Fuß zu gehen. Ich ent­schied mich erneut für eine Bus­fahrt. Die miss­mu­ti­gen Äuße­run­gen man­cher Stre­ber-Pil­ger, man solle doch durch den Schmerz hin­durch gehen, über­hörte ich. Bin ich Jesus?

Gese­hen habe ich trotz­dem viele schöne Orte. Die klei­nen Dör­fer auf dem Jakobs­weg luden zum Ver­wei­len ein. Ein­fach und ent­zü­ckend. Pil­ger und Dörf­ler saßen in den Stra­ßen­ca­fés, tran­ken Wein und aßen Tapas. Ich hätte gern mehr Zeit dort verbracht.

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Bloß die Pil­ger­her­ber­gen blie­ben mir ein Graus. Auch in der nächs­ten Nacht brach ein Schnarch­ge­wit­ter über mich her­ein. Neben mir, vor mir, hin­ter mir, über mir – alles schnarchte und grunzte. Nur kurz fiel ich in einen Däm­mer­zu­stand, um sogleich wie­der wach in den düs­te­ren Schlaf­saal zu starren.

Das war ein­fach zuviel Homo sapi­ens. Ich wollte all das Mensch­li­che nicht mehr hören und rie­chen. Es war mir schlicht zu krea­tür­lich. In mir bro­delte eine unbän­dige Wut auf die Pil­ger, die Her­ber­gen und letzt­end­lich auch auf mich. Hotels konnte ich mir nicht leis­ten und die Bla­sen ver­wuch­sen zu einem blu­ti­gen Klum­pen. Mein Kör­per ver­wehrte mir sei­nen Dienst und schloss sich mit mei­ner Psy­che zu einem Sitz­streik zusam­men. Ich schaffte es noch bis ins nächste Dorf, doch dann war es vor­bei. Ich wollte wan­dern, nicht hum­peln. Und so ent­schied ich, nach Madrid auf­zu­bre­chen, ein paar Tage dort zu ver­wei­len und dann nach Deutsch­land zurückzukehren.

Zurück daheim blieb ich erst­mal inko­gnito und wütend mit mir. Meine Füße heil­ten, doch mein Stolz war ver­sehrt. Ent­täuscht und resi­gniert zog ich mich in ein Klos­ter zurück. Ich ver­brachte eine Weile in Maria Laach und wan­derte durch die Wäl­der. Nun aller­dings auf dem deut­schen Abschnitt des Jakobs­we­ges. Trotz Nie­der­lage blieb ich auf dem berühm­ten Pfad, wenn auch in der Eifel.

Und nicht nur ein­mal fragte ich mich, was aus all den Pil­gern wurde, denen ich unter­wegs begeg­net war. Liebte sich das slo­we­ni­sche Pär­chen noch, das ich im Augus­ti­ner­klos­ter beim Abend­essen ken­nen­ge­lernt hatte? Die Frau hatte Schmer­zen und wollte den Bus neh­men. Ihr Ehe­mann drängte sie am nächs­ten Tag mit reich­lich Nach­druck und bösen Bli­cken zum Wei­ter­ge­hen. Hat die Ehe das über­lebt? Oder was ist aus dem Japa­ner gewor­den, der in Puente la Reina ganz beschei­den daher­kam und doch ein unglaub­li­ches Tempo vor­legte, als hinge sein Leben davon ab? Hat er es bis ans Ziel geschafft? Und was war über­haupt das Ziel? Sant­iago de Com­pos­tela? Die eigene Grenze? Oder die Über­win­dung dieser?

Mitt­ler­weile betrachte ich mein Schei­tern als fol­ge­rich­tige Kon­se­quenz. Ich war zwar kör­per­lich trai­niert genug, doch mein Geist war nicht frei, nicht bereit, sich ein­zu­las­sen. Ich musste abbre­chen. Wie ein Berg­stei­ger, der vor einer Wand steht und erkennt, dass die Zeit noch nicht reif ist. Aber ich komme wie­der. Ganz sicher.

Henry hat es übri­gens geschafft. Auf einem Foto sah ich ihn vor der Kathe­drale in Sant­iago de Com­pos­tela ste­hen. Erschöpft, aber er lächelte.

Cate­go­riesFrank­reich Spa­nien
  1. Peter says:

    Liebe Nadine,
    auch wenn dein Bei­trag schon älter gewor­den ist hat er nichts an Aktua­li­tät ein­ge­büßt. Die schnar­chen­den Pil­ger wird es immer geben und auch die ein­fa­chen Her­ber­gen- so hoffe ich zumin­dest. Denn im Moment sind alle Her­ber­gen auf den Cami­nos in Spa­nien geschlos­sen. – Und so lese ich abends Pil­ger­be­richte um im Jakobs­weg-Fee­ling zu blei­ben. Jeder wird auf seine Art und Weise den Weg gehen. Auch wenn es wie du beschreibst zu früh für dich war, so hat der Weg trotz­dem etwas in dir aus­ge­löst. Viel­leicht wirst du dei­nen Jakobs­weg eines Tages wei­ter gehen- falls das nicht schon gesche­hen ist.

    Buen Camio
    Peter

  2. Sandro says:

    Hi Nadine,

    Ich bin gerade in Bur­gos und habe mich eben­falls dazu ent­schie­den den Camino abzu­bre­chen. Ich bin von Saint-Jean aus gelau­fen. Meine Füße sind OK und ich habe keine Pro­bleme damit, aber die Alber­guen sind auch mir nach Tag 10 ein­fach zu viel.

    Einen Tag von die­sen 10 könnte ich durch­lau­fen, weil ich mit zwei mit­pil­gern, die ich ken­nen­ge­lernt hatte, ein Drei­er­zim­mer in einer Pen­sion gebucht habe. Alles andere war der abso­lute Hor­ror für mich, und ich habe ein­fach nicht das Geld mir jede Nacht ein Ein­zel­zim­mer zu suchen.

    Mit so viel Schlaf­man­gel kön­nen sich aber auch die Füße nicht 100% erho­len, und auch geis­tig kann ich mich nicht mehr auf die schöne Land­schaft fokus­sie­ren. Und auch tue ich mich schwe­rer andere mit­pil­ger ken­nen zu ler­nen, ein­fach weil ich zu KO bin.

    Ich werde den Camino noch Mal ange­hen, dann aber mit mehr Ein­zel­zim­mern dazwi­schen die mir dann auch die Ener­gie geben alles an die­sem wun­der­schö­nen Weg bis ins kleinste Detail zu geniessen. :)

  3. Claire says:

    Krass. Von Dei­nen Her­bergs­schil­de­run­gen ist mir irgend­wie gerade ganz schlecht. oO Ich war bei mei­nen bei­den Jakobs­weg-Tou­ren (Por­tu­gues und del Norte) nur in Hotels unter­wegs … Ich finde jeden­falls super, dass Du ent­schie­den hast, es noch­mal zu ver­su­chen. Ich emp­fehle den Camino del Norte. Ein abso­lu­ter Traum! Zumin­dest der Teil, den ich gelau­fen bin (Riba­deo bis Bil­bao). Ab Bil­bao Rich­tung Frank­reich soll’s noch schö­ner sein. : )

    Gruß, Claire

    1. Nadine Pungs says:

      Liebe Claire, ha, ja, ich fand die Her­ber­gen anstren­gend. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich auch manch­mal eine Mimose bin, haha. :)
      Was die Land­schaft betrifft, ist es wirk­lich traum­haft. Des­halb glaube ich dir deine Erfah­run­gen sofort! Und ja, ich möchte es noch mal ver­su­chen. Denn schön ist es so oder so.

      Liebe Grüße
      Nadine

  4. Karola says:

    Was für ein schö­ner Bericht.
    Ich möchte auch ein­mal den Jakobs­weg gehen. Das ist ein Wunsch, ganz tief in mir drin. Aber ich denke, die Zeit dafür muss auch reif sein. Meine ist es noch nicht. Noch habe ich hier wich­tige Auf­ga­ben, die ich nicht meh­rere Wochen alleine las­sen kann. Aber irgend­wann ist es soweit.
    Vie­len vie­len Dank für die­sen schö­nen Bericht!

    1. Nadine Pungs says:

      Liebe Karola, ich danke dir für die schö­nen Zei­len. Ja, mach das, nicht zu lange auf­schie­ben. Und begehe nicht den glei­chen Feh­ler wie ich und schleppe dei­nen See­len­müll mit.
      Hoffe, du fin­dest irgend­wann die Zeit für die­sen herr­li­chen Weg.

  5. Eine tolle Geschichte!
    Wir sind seit 2013 mit unse­rer Segel­yacht ANIMA MEA unter­wegs und haben wäh­rend unse­rer Reise 2014 per Bahn auch Sant­iago de Com­pos­tela besucht. Ein Sehn­suchts­ort, der lei­der nicht ganz so inspi­rie­rend war, wie wir es uns erhofft hatten.
    Als wir danach jedoch das Cap Finis­tere (hier endet ja der Jakobs­weg für die Pil­ger) umse­gel­ten, war dies ein ergrei­fen­der Augen­blick. Wenn es dich inter­es­siert, kannst du es in unse­rem Blog http://www.sy-animamea.de nachlesen.
    Wir wün­schen dir wei­ter­hin viele schöne, schnarch­freie Rei­se­er­leb­nisse! Heinz und Christine

  6. Pingback:Jakobsweg: Mit zitternden Knien nach Santiago de Compostela

  7. Ines Meyrose says:

    Bin gerade über die Coo­len Blog­bei­träge von Frau Sabi­nes zu Dir gekommen.

    Ein beein­dru­cken­der Bericht. So gerne ich diese Pil­ger­tour – ebenso ohne reli­giö­sen Hin­ter­grund – mal machen würde, so sehr wür­den mich diese Nächte umbrin­gen. So viel laute und kleb­rige Nähe halte ich auch nicht gut aus (vom Dreck reden wir gar nicht erst). Doof, sich selbst im Weg zu ste­hen, aber gut, sich gut genug zu ken­nen. Immer­hin weißt du jetzt, was zu viel für Dich ist. 

    Danke für den ehr­li­chen und offe­nen Bericht. 

    Liebe Grüße
    Ines

  8. Hi Nadine,
    ganz klas­sich würde man sagen: DAS ist doch das wirk­li­che Ziel einer sol­chen Reise. Das Leben erle­ben, Men­schen tref­fen (und schnar­chen hören :-)).
    Wir haben in die­sem Jahr eine ‑stück­weise- alter­na­tive Route des Camino genom­men. Den Camino dos faros. Der ist land­schaft­lich zau­ber­haft und weni­ger besucht. Am Ende waren wir natür­lich auch in Sant­iago, haben Pil­ger­ku­chen geges­sen usw. Aber das war für mich nicht der wirk­li­che Höhe­punkt des Reise. Eigent­lich gab es nicht den Einen. Viel­mehr habe ich jeden ein­zel­nen Moment genie­ßen dür­fen und kön­nen, war mit tol­len Leu­ten unter­wegs, habe lan­des­ty­pi­sche Spe­zia­li­tä­ten geschlemmt, habe mir Bla­sen gelau­fen, habe Dinge kaput und Füße nass wer­den gese­hen und…ja…war gefühlt wirk­lich am Leben.
    Die bes­ten Rei­sen sind doch die, die völ­lig anders lau­fen als erwar­tet UND natür­lich hat man von die­sen Rei­sen auch viel mehr zu erzäh­len und erin­nert sich in 100 Jah­ren noch daran.
    Also…Du hast dann wohl alles rich­tig gemacht!?
    Viele Grüße und Danke für den schö­nen Artikel.
    Fro­hes Fernweh!

    1. Nadine Pungs says:

      Danke für dei­nen Kommentar!
      Du hast abso­lut recht. Das ist Leben und ich bereue keine Sekunde der Reise.
      Und wenn etwas nicht klappt, dann klappt es nicht. Aber auch das ist Leben. So soll es sein.
      Ich wün­sche dir alles Feine und viele berei­chernde Reisen.

  9. Christian says:

    Hi Nadine, tut mir leid, dass du eine sol­che Erfah­rung machen muss­test. ich bin den Jakobs­weg vor 3 Jah­ren gelau­fen, musste mich am Anfang sehr daran gewöh­nen, zwi­schen­durch sogar 1 Woche pau­sie­ren aber danach hatte ich die schönste zeit die ich bis­her auf Rei­sen hatte. Ich denke bei dir waren ein­fach geballt zu viele Dinge auf dich ein­ge­pras­selt, das ist natür­lich schade. Ich hoffe du traust dich trotz­dem irgend­wann noch ein­mal die­sen tol­len Weg zu gehen. LG

    1. Nadine says:

      Lie­ber Christian,
      ja genau, das denke ich auch. Ich hatte ein­fach ein bis­sel Pech. Aber der Weg ist toll und ich werde es defi­ni­tiv wie­der ver­su­chen. :) Liebe Grüße

  10. Shinichi says:

    Hallo Nadine, ich bin das letzte und die­ses Jahr den Jakon­sweg gelau­fen. Ich möchte mal mit dir gern spre­chen, wenn du noch ein­mal diese Wan­de­rung ver­su­chen möch­test. Viel­leicht einige Tips von mir,

  11. Mel says:

    Ein tol­ler Bericht – auf­ge­ben wenn es nicht mehr geht ist die wahre Stärke.
    Sich sel­ber ein­ge­ste­hen dass es nicht wei­ter geht – das kön­nen nur wenige.
    Ich habe das sel­ber auch schon 2x machen müssen.
    1x wollte ich eigent­lich nur 2 Tage hin­ter­ein­an­der auf dem Rhein-Bur­gen-Weg lau­fen und bekam aber direkt am ers­ten Tag eine dicke Grippe. Kopf­schmer­zen, Hus­ten, Hals­schmer­zen, Schnup­fen … ich lief die Tages­etappe zu Ende, setze mich in einen Zug zurück zum Aus­gangs­punkt und fuhr nach Hause… ich habe natür­li­cha uch „geschmollt“ aber letzt­end­lich war es die ein­zige rich­tige Entscheidung.
    In Neu­see­land habe ich mal eine 5‑Ta­ges-Wan­de­rung am vor­letz­ten TAg abge­bro­chen, weil mir nach einem lan­gen, stei­len Stück bergab die Knie so weh taten dass ich kaum mehr gra­de­aus gehen konnte, selbst sit­zen oder lie­gen ging nicht mehr… ich habe noch „eine nacht drü­ber geschla­fen“… am nächs­ten Tag war es nicht bes­ser und ich gab schwe­ren her­zens auf…

    LG Mel

    1. Nadine says:

      Lie­ben Dank.
      Ja, man ärgert sich fürch­ter­lich. Dass Auf­ge­ben dann letzt­end­lich die rich­tige Ent­schei­dung war, sickert erst viel spä­ter ins Bewusst­sein. Damals war ich sehr ent­täuscht, aber heute weiß ich, dass es nicht schlimm ist. Nur menschlich.

  12. Giorgios says:

    Ein traum­haf­ter Arti­kel… Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass ich selbst dabei gewe­sen bin. Dei­nen Mut zum Schei­tern bewun­dere ich. Nicht jeder kann sich ein­ge­ste­hen, dass es mal nicht geht bzw. die Zeit noch nicht gekom­men ist. Ich bin mir sicher, dass du dei­nen zwei­ten Anlauf bes­ser hin­be­kom­men und dann auch in Sant­iago ankom­men wirst.

    1. Nadine Pungs says:

      Ich danke dir sehr.
      Ja, sich das Schei­tern ein­zu­ge­ste­hen, war auch für mich nicht leicht. Aber manch­mal ist es so. Große Erwar­tun­gen kön­nen zu gro­ßer Ent­täu­schung füh­ren. Doch nächs­tes Mal mache ich es besser. ;)

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