Afrika ist kein Land

Reisegeschichten von Angola bis Madagaskar

Mit Minibus und Mototaxi durch elf Länder Zentral- und Ostafrikas: Jennifer McCann feiert Weihnachten an der Grenze von Uganda und Kenia und flüchtet an einem Strand in Gabun vor Elefanten.

19,50 €
(9 Kundenrezensionen)
Umfang
256 Seiten
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Beschreibung

Afrika ist kein Land: Reisegeschichten von Angola bis Madagaskar

Mit Minibus und Mototaxi durch Afrika: In „Afrika ist kein Land“ nimmt Jennifer McCann die Leser:innen mit auf eine außer­ge­wöhn­liche Reise durch elf Länder Zentral- und Ostafrikas. Sie feiert Weihnachten an der Grenze von Uganda und Kenia, flüchtet vor Elefanten an einem abgele­genen Strand in Gabun und taucht in den Alltag der Drogencamps von Daressalam ein.

Seit Jahren zieht es sie immer wieder dorthin – auf der Suche nach einem tieferen Verständnis für den Kontinent und seine Vielfalt. In diesem Afrika Buch berichtet sie darüber.

Jennifer McCann schil­dert persön­liche Begegnungen, kultu­relle Unterschiede und überra­schende Gemeinsamkeiten. Sie reflek­tiert, welche Spuren die Kolonialzeit bis heute hinter­lassen hat – vor Ort und in unseren Köpfen.

Erlebnisse aus Angola, Tansania, Uganda, Kenia, Sambia, Simbabwe, Ruanda, Gabun, Malawi, Mosambik und Madagaskar.

*Auf der Shortlist der »Schönsten Deutschen Bücher 2022« der Stiftung Buchkunst*

Die Autorin

Jennifer McCann

Jennifer McCann lebt und arbeitet in ihrer Heimatstadt Hannover als Lehrerin und Autorin. Sie veröf­fent­lichte unter anderem in den Anthologien The Travel Episodes bei Malik National Geographic. Ihr erstes Buch Reisedepeschen aus Bolivien und Peru erschien 2019. Auf ihren Reisen, oft abseits ausge­tre­tener Pfade und in lokalen Verkehrsmitteln, schätzt sie beson­ders die ungeplanten Begegnungen und Erlebnisse – Momente, die ihre eigenen Vorstellungen und dadurch auch Klischees immer wieder heraus­for­dern.

Das Buch »Afrika ist kein Land« von Jennifer McCann enthält:

  1. Reiseberichte aus elf Ländern Zentral- und Ostafrikas, darunter Angola, Tansania, Uganda und Kenia, mit persön­li­chen Erlebnissen sowie Abenteuern.
  2. Kulturelle Einblicke und Begegnungen: Beschreibungen der Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den besuchten Ländern sowie das tägliche Leben vor Ort.
  3. Reflexionen über die Kolonialzeit: Analysen der fortdau­ernden Auswirkungen der Kolonialzeit auf die heutigen afrika­ni­schen Gesellschaften, sowie in unseren Köpfen.
  4. Selbstreflexion: Auseinandersetzungen mit eigenen Vorurteilen und Klischees, die durch ihre Reisen heraus­ge­for­dert werden.

Passende Musik zu »Afrika ist kein Land«

Jennifer McCann nimmt euch mit auf eine musika­li­sche Entdeckungsreise durch Afrika. Sie spiegelt die Vielfalt und dadurch auch die unter­schied­li­chen Kulturen des Kontinents wider und lässt euch durch ihre Lieder die wahre Atmosphäre Afrikas erleben. Diese Playlist ist die perfekte Begleitung, um Afrika abseits von Klischees und voller Authentizität kennen­zu­lernen. Taucht ein in die Musik und lasst euch von den einzig­ar­tigen Eindrücken auf McCanns Reise inspi­rieren.

 

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,5 kg
Maße 18,5 × 12,5 × 2,7 cm
Auflage

Erste Auflage, Originalausgabe

Autorin

Jennifer McCann

ISBN

978-3-96348-014-0

Seiten

256

Verlag

Reisedepeschen Verlag

9 Rezensionen für Afrika ist kein Land

  1. Suzann –

    Ehrlicher Blick auf einen wunder­schönen Kontinent
    »Afrika ist kein Land« von Jennifer McCann ist kein Reiseführer, aber ein ganz toller Reisebericht, der dafür sorgt, dass einen das Fernweh so richtig fest packt.
    Ich habe den Kontinent Afrika leider noch nie bereist, aber da das einer meiner großen Träume ist, ist dieses Buch für mich genau das Richtige. Nacheinander bereisen wir hier ganz verschie­dene afrika­ni­sche Länder, wie Tansania, Uganda, Kenia, Sambia, Madagaskar, Ruanda, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Angola und Gabun.
    Wissen hatte ich mir über die Länder schon aus anderen Reiseberichten und Dokumentationen angeeignet, aber so wie ich das hier präsen­tiert bekomme, das ist nochmal eine ganz andere Perspektive. Sie hinter­fragt hier auch ganz kritisch ihr eigenes Verhalten als Touristin und setzt ihre gemachten Erfahrungen auch mit der politi­schen Situation in Verbindung. Sehr gut finde ich auch den Brückenschlag zur Kolonialzeit, um zu begreifen, wie stark das immer noch nachwirkt.
    Die Autorin führt uns hier aber natür­lich nicht nur die teilweise gravie­rende Armut vor Augen, sondern auch die atembe­rau­bende Schönheit der Natur, die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen und auch die Gefahren, in die sie geraten ist.
    Der Schreibstil ist sehr flüssig und lebendig, ich kann mir alles gut vorstellen und mir ein Bild machen.
    Das Buch selber ist ein wunder­schön gestal­tetes Hardcover mit Lesebändchen und schönen Illustrationen. Jedem Afrikainteressierten ist es ans Herz zu legen.

  2. nil_​liest –

    Anders eintau­chen in den vielfäl­tigen Kontinent Afrika

    Mit Klischees im Kopf reiste die Autorin Jennifer McCann zunächst nach Tansania und hat sich peu á peu 11 Jahre lang Ost und Zentralafrika erschlossen. Natürlich nicht am Stück, sondern auf verschie­denste Arten und Weisen auf Reisen und in Tansania auch ein Jahr lang mit Weltwärts (ähnlich einem freiwil­ligen sozialen Jahr).
    Aus diesen Erfahrungen hat sie nun dieses tolle Buch gemacht: ‚Afrika ist kein Land‘. Alleine der Titel ist großartig, denn es gibt noch so viele die unreflek­tiert „Afrika“ wie eine Landesbezeichnung in Referenzen einbauen – unfassbar. Und daher so gut gewählt, weil es das auf den Punkt gebracht ausdrückt was es zu überwinden gilt!
    Jennifer McCann schreibt hochre­flek­tiert und bereiste die Länder nicht nur, sondern überdenkt ihr Erlebtes und setzt sie in Perspektive zum ehemals beherr­schenden Kolonialismus und den heutigen westli­chen Blick auf den Kontinent. Außerdem finde ich es hervor­ra­gend mit diesem Buch ein Gegengewicht zu den vielen negativen Nachrichten aus Afrika zu bekommen um Eindrücke berei­chert und das Gesamtbild etwas zu diffe­ren­zieren.
    Übrigens schreibt sie über 11 ost- und zentral­afri­ka­ni­sche Länder und wer es genau wissen will, die folgenden: Tansania, Uganda, Kenia, Sambia, Madagaskar, Ruanda, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Angola und Gabun.
    Beispielsweise kannte ich vor der Lektüre ‚Great Zimbabwe‘ nicht! Jeder kennt das asiati­sche Angkor Wat oder die südame­ri­ka­ni­schen Aztekentempel, aber von dieser Ruinenstadt Simbabwe, die auch noch namens­ge­bend für das Land war, hatte ich noch nie gehört. Das gibt zu denken! Beeindruckend wie sie mit ihren Texten den Blick auf die Länder verän­dern kann. Abseits von Medienberichten gibt es hier eine sehr respekt­volle Darstellung.
    Der Verlag Reisedepeschen hat die Texte wieder einmal großartig in Szene gesetzt mit diesem schmu­cken Buch. Das Cover hat als Relief die Landesgrenzen Afrikas. Sehr gelungen!
    Jennifer McCann, die in ihrem Alltagsjob mittler­weile Lehrerin an einem Gymnasium ist, hat bereits mit ‚Afrika ist kein Land‘ ihr zweites Buch vorge­legt. Das erste war ‚Reisedepeschen aus Bolivien und Peru‘. Dürfen wir alle auf eine Fortsetzung hoffen? Eventuell nicht über Westafrika, die Maghrebstaaten, oder der südliche Teil des Kontinents? Ich würde mich sehr freuen!

    Fazit: Afrika ist ein Kontinent und es gilt ihn in all seinen Facetten zu entde­cken – dieses Buch könnte der erste Schritt sein!

  3. Svenja –

    Fazit:
    Mir hat das Buch gefallen und mir tatsäch­lich für einiges die Augen geöffnet. Ich habe einiges von Ländern erfahren, über die ich nicht wirklich vieles wusste und war von dem Mut der Autorin beein­druckt.

    Cover/​Aufmachung:
    Sowohl das Cover als auch die Aufmachung insge­samt gefallen mir richtig gut! Vor allem die kleine Afrika-Karte ist sehr hilfreich, wenn man bei einem Land wie z.B. Gabun erstmal gar nicht so ganz genau weiß, wo das eigent­lich liegt. Vor jedem Kapitel sind passende Zeichnungen und Lesebändchen finde ich ja immer richtig gut. Nur ein Mankow: Hätte sehr gerne noch Fotos im Buch gehabt…

    Meine Meinung:
    Das Buch ist aufge­teilt in viele Kapitel, die ganz unter­schied­liche Erlebnisse der Autorin auf ihren Reisen schil­dern. Dabei hält sie sich an keine Chronologie, was prinzi­piell kein Problem ist, aber doch teilweise ziemlich verwir­rend. Ich persön­lich hätte es schöner gefunden, zumin­dest eine zeitliche Einordnung zu haben. Zumindest was ihr Alter und die eventuell allein schon dadurch noch bestehende Naivität wäre dadurch vielleicht etwas fassbarer gewesen. Den Schreibstil selbst mochte ich wahnsinnig gerne.

    Richtig gut fand ich, wie sehr die Autorin ihre eigenen Handlungen im Nachhinein hinter­fragte. Also den touris­ti­schen Hintergrund ihrer Reisen und vor allem die dadurch entstan­dene Ausbeutung einiger Bürger. Bereits in ihrer ersten Geschichte, die Besteigung des Kilimandscharo, wurde dies dadurch deutlich, dass auf die Gesundheit und den Schutz der Träger kein großer Wert gelegt wurde.

    Durch Erläuterungen, wie die politi­sche Lage des Landes und vor allem auch die Hintergründe, wie es dazu kam, waren sehr inter­es­sant. Aber auch wichtig, weil sehr vieles davon noch immer auf die Kolonialzeit zurück­zu­führen ist. Wie stark der Einfluss der »Weißen« tatsäch­lich war und wie sehr sich das noch immer auswirkt… Einige Bürgerkriege waren die Folge.

    Einige Schilderungen waren wirklich schreck­lich, zum Beispiel wie mit Dieben umgegangen wird. Auch das ist die bittere Realität; die Autorin hat keine Scheu, uns Lesern auch hier genau vor Augen zu führen, wie gut wir es eigent­lich haben. Denn genau das ist es, was Reisen in ärmere Länder einen wirklich lehrt: Demut.

    Aber nicht nur negatives wird in diesem Buch bespro­chen. Auch vor allem die Freundlichkeit der Menschen, natür­lich die Schönheit des Landes und die vielen Abenteuer, die Jennifer auf ihren Reisen erlebt hat. Einige, aber insbe­son­dere das letzte Kapitel haben mich noch mal ein wenig mit dem Buch »versöhnt«, weil die Schilderungen für mich teilweise schon ziemlich hart waren. Da kam die Liebe zum Land für mein Empfinden kurzweilig nicht bei mir an.

  4. SiWel –

    Ich mag die Bücher von Reisedepeschen, von denen bereits einige mein Bücherregal schmü­cken. Sie sind immer etwas beson­deres. So auch dieses hier von Jennifer McCann, von der ich bereits ein anderes Buch gelesen habe. Bereits das mattgrüne Cover mit dem puzzle­ar­tigen Tiefdruck von Afrika verleitet dazu es ständig in die Hand zu nehmen und drüber zu strei­cheln. Natürlich fehlt das Lesebändchen auch nicht, welches ich dieses Mal häufiger genutzt habe, weil es kein Buch ist, dass man in einem zu Ende liest.

    Afrika, ein riesiger Kontinent, facet­ten­reich, exotisch, traum­haft, voll mit Tierarten, die man hier, wenn überhaupt, nur im Zoo sieht, Abenteuer pur. Gedanken, die bestimmt jedem durch den Kopf gehen, wenn man das Wort Afrika hört. Jennifer McCann hat in diesem Buch einige ihrer gesam­melten Reiseeindrücke aus Afrika festge­halten, in dem man einiges von diesen Gedanken auch findet. Sie war bereits viele Mal dort und lässt uns an ihren Erinnerungen von Angola bis Madagaskar teilhaben. Sie berichtet offen, ehrlich und selbst­kri­tisch, es gibt roman­ti­sche Szenen, abenteu­er­hafte und gefähr­liche. Ebenso ungeschönt berichtet sie von Armut, Ausbeutung, religiösem Fanatismus und Drogencamps. Man spürt aus jedem Bericht ihre Faszination für Afrika, seine Kultur und Geschichte. Private Fotos sucht man in dem Buch verge­bens, aller­dings gibt es anfangs eines jeden Berichtes eine wunder­schöne farbig gestal­tete Illustration von Johannes Klaus. Für mich hat das die Reiseberichte zusätz­lich berei­chert und diese deutlich vonein­ander getrennt.

    Afrika ist kein Land ist ein Buch bei dem man sich zum Lesen Zeit nehmen sollte, denn es lässt viel Raum für eigene Gedanken.

  5. Poesiesoso –

    Reisegeschichten und Erinnerungen an Momente, Gefühle und Begegnungen fernab der vertrauten Heimat hält Jennifer McCann in ihrem überaus schön gestal­teten Buch mit dem etwas provo­zie­renden, aber so passenden Titel „Afrika ist kein Land“ fest.

    Seit 2010 bereist die Autorin den afrika­ni­schen Kontinent immer wieder, mal allein, meist in Begleitung. Im Buch sind 17 kurze Geschichten versam­melt, in denen sie von ihrer Zeit in dem jewei­ligen Land erzählt. Manche Länder bereist sie aufgrund ihrer Gegensätze und Vielfalt auch mehrmals, sodass sie zwei Geschichten bekommen haben. In Tansania beispiels­weise verbringt sie bei ihrem zweiten Besuch im Rahmen eines Freiwilligendienstes ein komplettes Jahr, ihre Naivität bezüg­lich der existenz­be­dro­henden Situation vor Ort und der katastro­phalen gesund­heit­li­chen Versorgung ändert sich in der Zeit allmäh­lich in Entsetzen und dem dringenden Bedürfnis helfen zu wollen. Der Umstand, dass dort nicht das Rechtssystem entscheidet, sondern die Menschenmasse selbst, macht die Situation natür­lich nicht besser. Oft ist sie aber auch sehr touris­tisch unter­wegs, wenn sie mit lokalen Guides durch den Dschungeln wandert oder den Kilimandscharo besteigt. Was alle Länder eint, sind die unsicht­baren Regeln, die Jennifer erst wahrnehmen kann, wenn ihr jemand Zugang gewährt. Oft stößt sie auf Unverständnis oder Ablehnung, aber genauso oft auf Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Beides stellt die Autorin im Buch sehr offen und selbst­kri­tisch dar, gibt ihre eigene Unsicherheit zu oder Momente der Schwäche und Überforderung, was die Erzählungen für mich sehr nahbar macht.

    Auch beginnt sie sich, mit ihrer Hautfarbe ausein­an­der­zu­setzen. Mal entfacht sie damit bei den Einheimischen freund­liche Neugier, dann wieder Abneigung oder das expli­zite Gefühl von Fremdheit. Kinder haben Angst vor ihr, laufen weg, andere sind faszi­niert und buhlen um ihre Aufmerksamkeit. Aber nicht nur die Einwohner sind in ihrem Wesen so divers, sondern auch die Natur. Es gibt lebens­be­droh­liche Situationen, wenn sie von Elefanten verfolgt werden, mit Gifttieren auf Wanderung sind oder verun­rei­nigtes Flusswasser trinken. Doch in der rauen Erhabenheit Tansanias und Allmächtigkeit der Natur kann sie in einem „stillen Staunen“ (S. 103) tatsäch­lich ihren inneren Frieden finden. Ihr kitschiger Traum wird zur Realität und sie wird wieder­kommen!

    Auch optisch ist dieses Buch, wie vom Reisedepeschen Verlag gewohnt, wieder toll gestaltet. Auf dem Cover sind die Landesgrenzen tiefge­prägt und jedem neuen Kapitel ist eine farbige Illustration voran­ge­stellt. Insgesamt ein gelun­genes Buch, um Afrika zu entde­cken. In manchen Passagen hätte ich mir etwas mehr reflek­tie­rende Tiefe gewünscht, vor allem in der ersten Hälfte, auch waren die Zeitsprünge teilweise irritie­rend, eine kurze Notiz zu Jahr und Monat der Reise wäre hilfreich gewesen.

  6. Samantha Bolden –

    Die vielen Antlitze eines Kontinents

    Jennifer McCann aus Hannover ist Lehrerin und Autorin.

    Sie besitzt einen scharfen Blick und kann hervor­ra­gend reflek­tieren. Sie scheut auch nicht davor zurück, sich selbst einer kriti­schen Innenrevision zu unter­ziehen, im Spannungsverhältnis der Europäerin versus Afrikanern, was Klischees und Vorurteile angeht. Aber ebenso dem Reisen gegen­über und deren Folgen für die Umwelt.

    Sie besuchte elf Länder Zentral- und Ostafrikas. Tansania, Uganda, Kenia, Sambia, Simbabwe, Ruanda, Gabun, Malawi, Mosambik, Angola und Madagaskar.

    Sie schil­dert ihre Erlebnisse und Abenteuer sowie durchaus vorhan­dene Gefahren. Man erfährt Sozialkritisches und über die Historie, die exzel­lent einge­bunden worden sind.

    Sie betreibt ebenso­wenig Ethnokitsch, indem sie Bräuche der Einheimischen verklären würde. Aberglauben. Albinos müssen immer noch extrem leiden. Das schlimme Kapitel, die Hutus und Tutsis betref­fend, findet ebenso Erwähnung.

    Rassismus, Armut, Exploitation, Fanatismus, Verbrechen. Sie beschö­nigt nicht die Schattenseiten und spart sie auch nicht aus. Das ist sehr wichtig.

    Aber die Schönheit und das Grandiose bekommt ebenso seinen berech­tigten Platz.

    Sie schreibt in einem sehr leben­digen Stil, sodaß es sehr angenehm ist, das Buch zu lesen.

    Über Afrika kursieren noch immer viele Mythen, Ressentiments, Klischees, Fehlurteile, Über- wie Unterschätzung. Solch ein Buch wie das hier kann dazu beitragen, das inter­kul­tu­relle Verhältnis zu entzerren. Denn nur, wenn man sich realis­tisch mit dem vermeint­lich Fremden ausein­an­der­setzt, kann besser verstehen.

    Gegenseitiges Verständnis kann einen Status Quo beför­dern. Und dieser kann der Meilenstein sein, um endlich als gesamte, verei­nigte Menschheit die drängenden, brennenden Probleme unserer waidwunden Erde zu lösen. Längst überfällig, als separat in seiner eigenen Muschel zu mauscheln.

    Das Hardcover ist sehr edel. Mit Lesebändchen, haptisch zu fühlendem Titelbild sowie gelun­genen Illustrationen von Johannes Klaus. Danke, Jennifer McCann und Reisedepeschen!!!!!

  7. Andrea –

    Die Autorin Jennifer McCann erzählt in ihrem Buch von 11 Begegnungen mit Ländern auf dem afrika­ni­schen Kontinent. Sie erzählt von inter­es­santen Begegnungen mit Menschen und Kulturen und bewegt sich abseits der touris­ti­schen Sehenswürdigkeiten und dem Konsumieren von fremden Ländern und Kulturen. Sie ist immer selbst­kri­tisch und beschäf­tigt sich auf ihren Reisen mit den versteckten Vorurteilen, die wir oft unbewusst mit uns herum­tragen. Sie versucht Afrika von seiner echten Seite kennen­zu­lernen. Wer denkt nicht an Safaris, wenn man Tanzania hört? Wer kennt jedoch an das riesige Drogenproblem, mit dem die Menschen dort kämpfen? Für mich ist das die Stärke des Buchs. Ich habe unheim­lich viel gelernt, die Dinge anders gesehen und mich trotzdem unter­halten gefühlt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig. Natürlich hat auch sie keine Lösung für die Probleme parat, aber der Leser wird zum Nachdenken und zur Reflexion des eigenen Reisens angeregt. Trotzdem ist dies ein positives Buch, das dem Leser sehr viel gibt.
    Historische Ereignisse werden kurz und verständ­lich erklärt, so dass man auch die politi­schen und mensch­li­chen Tragödien einordnen kann.
    Das Buch ist vom Reisedepeschen-Verlag sehr liebe­voll gestaltet. Ergänzt wird der Text durch moderne Illustrationen zu Beginn jeden neuen Kapitels. Das Cover zeigt Afrika und die Ländergrenzen sind einge­stanzt. Die Bindung ist hochwertig, es gibt ein Lesebändchen und der Einband ist sehr stabil. Ich finde die Bücher des Reisedepeschen Verlags stechen aus der Masse der Reiseliteratur heraus und dieses Buch ist keine Ausnahme. Ich kann „Afrika ist kein Land“ von ganzem Herzen empfehlen.

  8. Aischa –

    Dies ist – nach »Reisedepeschen aus Bolivien und Peru« das zweite Buch der Hannoveraner Biologie-Lehrerin Jennifer MacCann.

    Hier erzählt sie von ihren Reisen durch elf zentral- und ostafri­ka­ni­sche Länder, inklu­sive der beiden Inseln Magadaskar und Sansibar. McCann schreibt kurzweilig und unter­haltsam und räumt mit vielen Klischees auf. Sie entlarvt schonungslos ehrlich, wie ihr Wissen über den zweit­größten Kontinent durch postko­lo­niale Sichtweisen geprägt wurde. Die Autorin hinter­fragt ihr egois­ti­sches Verhalten als Afrikatouristin, etwa wenn sie sich beim Aufstieg auf den Kilimandscharo erst im Nachhinein um die äußerst mangel­hafte Ausrüstung ihrer Träger Gedanken macht. Diese ungeschönten Reflexionen sind einer­seits eine Stärke dieses Buchs. Andererseits geht mir McCann hier nicht weit genug, sie bleibt quasi auf halber Strecke stehen: Zwar hält sie sich (und letzt­lich auch vielen Leser*innen) den Spiegel vor und benennt klar einige Probleme, die Tourismus verur­sa­chen kann, etwa wenn es um Naturschutz versus Armutsbekämpfung geht. Doch leider bleibt es beim Benennen des Status quo, Lösungsvorschläge sucht man vergeb­lich, hier bleibt die Autorin vage oder Antworten fehlen völlig.

    Hingegen gelingt es ihr hervor­ra­gend, histo­ri­sche und kultu­relle Hintergrundinfos kurz und prägnant zusam­men­zu­fassen.

    Auch optisch punktet das liebe­voll gestal­tete und klima­neu­tral produ­zierte Hardcover. Zuvorderst mit dem ungewöhn­lich gestal­teten Cover; die Ländergrenzen sind einge­prägt, so dass der Buchdeckel an ein Puzzle erinnert. Innen geben eine geogra­fi­sche Übersichtskarte mit den bereisten Ländern und ein Lesebändchen Orientierung, und die modernen Farbillustrationen von Johannes Klaus sind eine Augenweide. Auf Fotos hat McCann diesmal leider verzichtet.

    Dennoch eine empfeh­lens­werte Lektüre für alle Afrika-Touristen und solche, die es noch werden wollen. Oder auch einfach für dieje­nigen, die ihr Bild von Afrika auf den Prüfstand stellen wollen.

  9. Nicole –

    Auf dem Kilimandscharo und in der Serengeti ! Und dennoch kommt das Buch ganz ohne Abenteuerpathos aus. Es ist eine einfühl­same, achtsame Annährung an die Menschen, die die Autorin auf ihrem Weg getroffen hat. Wunderschön geschrieben und toll gemacht!

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