Ich bin Jonas, UX-Designer aus Köln, und dachte vor meiner Shanghai-Reise vor allem an Wolkenkratzer, gutes Essen und lange Spaziergänge. Tatsächlich beschäftigte mich direkt nach der Ankunft erst einmal mein Smartphone. Auf dem chinesischen Festland sind einige Dienste, die ich zu Hause selbstverständlich nutze, nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Deshalb hatte ich mich schon vor der Reise informiert, Apps vorbereitet und wichtige Adressen offline gespeichert. Wer für eine China-Reise nach der beste VPN-Lösung sucht, sollte das ebenfalls vor der Abreise tun und sich zusätzlich über die aktuelle technische und rechtliche Situation informieren.
1. The Bund: Shanghai wie aus dem Bilderbuch
Mein erster Weg führte zum Bund. Auf der einen Seite stehen historische Fassaden, auf der anderen leuchtet Pudong mit einer Skyline, die aussieht, als hätte jemand sämtliche Zukunftsvisionen gleichzeitig gebaut. Ich machte zu viele fast identische Fotos und merkte erst später, dass der spannendste Teil gar nicht die Aussicht allein ist, sondern der Kontrast zwischen altem und modernem Shanghai.
2. Yu Garden: Geschichte und sehr heiße Xiaolongbao
Am nächsten Morgen besuchte ich den Yu Garden, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Zwischen Pavillons, Teichen, Felsen und schmalen Wegen wirkt Shanghai plötzlich deutlich ruhiger. Danach bestellte ich Xiaolongbao und lernte auf die schmerzhafte Art, dass „heiße Brühe“ wirklich heiße Brühe bedeutet. Beim zweiten Versuch biss ich vorsichtiger hinein. Reiseerfahrung kann manchmal erstaunlich schnell entstehen.
3. Französische Konzession: Einfach loslaufen
Mein liebster Tag führte mich durch die ehemalige Französische Konzession. Baumbestandene Straßen, ältere Häuser, kleine Geschäfte und Cafés machten die Gegend zum perfekten Ort, um ohne Plan herumzulaufen. Genau hier fiel mir auf, wie sehr ich mich sonst auf digitale Karten verlasse. Weil meine gewohnte Routine nicht immer funktionierte, merkte ich mir Straßennamen und markante Gebäude wieder bewusster. Überraschenderweise war das ziemlich angenehm.
4. Pudong: Wolkenkratzer und Nackenstarre
In Lujiazui steht man mitten zwischen einigen der bekanntesten Hochhäuser Shanghais. Der Shanghai Tower ist von unten kaum vollständig zu erfassen, was mich nicht davon abhielt, rückwärtsgehend ein Foto zu versuchen und dabei beinahe in einen abgesperrten Bereich zu laufen. Spannender als ein einzelnes Gebäude fand ich die Dimension: Nur wenige Tage zuvor war ich durch einen historischen Garten gelaufen, jetzt stand ich zwischen Architektur, die eher nach 2050 aussieht.
5. Zhujiajiao: Ein Gang runter
Nach mehreren Tagen Großstadt machte ich einen Ausflug nach Zhujiajiao. Kanäle, Steinbrücken und niedrigere historische Gebäude sorgen dort für einen deutlichen Kontrast zum Zentrum Shanghais. Ich lief ohne festen Plan am Wasser entlang, aß mich durch verschiedene Snacks und verbrachte überraschend viel Zeit auf einer Bank am Kanal. Nach mehreren Tagen mit über 20.000 Schritten fühlte sich diese Bank fast so bedeutend an wie jeder Aussichtspunkt.
Was ich vor der nächsten Shanghai-Reise anders machen würde
Die wichtigste Lektion war simpel: Für China lohnt sich digitale Vorbereitung. Wichtige Apps würde ich vor der Abreise installieren, Hoteladressen zusätzlich auf Chinesisch speichern, Offline-Karten vorbereiten und mich kurz vor dem Flug noch einmal über die aktuelle Internet-Situation informieren. Gleichzeitig würde ich weniger durchplanen. Shanghai funktioniert besonders gut, wenn man sich Zeit lässt und auch mal ohne festes Ziel losläuft.
Shanghai war für mich weit mehr als eine Skyline. Der Bund, der Yu Garden, die ehemalige Französische Konzession, Pudong und Zhujiajiao zeigten fünf sehr unterschiedliche Seiten derselben Stadt. Dazu kamen heißere Xiaolongbao als erwartet und die Erkenntnis, dass ein funktionierender digitaler Reiseplan fast genauso wichtig sein kann wie der eigentliche Reiseplan.
Sich in Shanghai absichtlich zu verlaufen, kann großartig sein. Sich zu verlaufen, weil die gewohnte Karten-App nicht funktioniert, deutlich weniger.