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Die schönsten Inseln im Atlantik: zehn Reiseziele von Kap Verde bis Grönland

Die schönsten Inseln im Atlantik: zehn Reiseziele von Kap Verde bis Grönland

Der Atlan­tik ist der zweit­größ­te Oze­an der Erde, und zwi­schen West­afri­ka, Euro­pa und Nord­ame­ri­ka lie­gen Hun­der­te Inseln: Vul­kan­in­seln mit Lor­beer­wäl­dern, baum­lo­se Fel­sen im Nord­meer, Inseln mit Stein­zeit­dör­fern und sol­che, auf denen der Hub­schrau­ber wie ein Lini­en­bus fährt. Die­se Aus­wahl stammt aus Rei­sen, über die unse­re Autor*innen bei Rei­se­de­pe­schen geschrie­ben haben. Wir begin­nen im Süden, vor der Küs­te Afri­kas, und arbei­ten uns nach Nor­den bis ins Eis vor.

1. Kapverden: Inseln unter und über dem Wind

Rund 570 Kilo­me­ter vor der West­küs­te Afri­kas lie­gen die Kap­ver­den, neun bewohn­te Inseln, die auf vie­len Land­kar­ten kaum auf­fal­len. Über drei Jahr­hun­der­te waren sie ein Kno­ten­punkt des trans­at­lan­ti­schen Skla­ven­han­dels, spä­ter Ver­ban­nungs­ort für poli­ti­sche Häft­lin­ge aus Por­tu­gal. Wie in der Kari­bik unter­schei­det man die süd­li­chen »Inseln unter dem Wind« und die nörd­li­chen »Inseln über dem Wind«.

Ber­na­dette Older­dis­sen ist für ihre Kap­ver­den-Tri­lo­gie von Insel zu Insel gereist. Sie beginnt in Pra­ia, der Haupt­stadt auf Sant­ia­go, deren Name über­setzt »Strand« heißt und die sie zunächst ernüch­tert. Auf San­to Antão, der zweit­größ­ten Insel, hat sie das Gefühl, ein neu­es Zuhau­se gefun­den zu haben. Nach Maio, einer der am schlech­tes­ten erreich­ba­ren Inseln, fliegt sie am Ende in acht Minu­ten und fin­det dort ein Para­dies.

Wei­ter­le­sen: Jen­seits der Zeit – Kap­ver­den-Tri­lo­gie Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Fisch ahoi!, ein Tag auf einem klei­nen Fischer­boot vor den Kap­ver­den.

2. Kanarische Inseln: Sterne über La Palma, Nebelwald auf La Gomera

Die Kana­ren ken­nen vie­le als Bade­ziel. Abseits der Strän­de loh­nen sich vor allem die klei­ne­ren Inseln.

Auf La Pal­ma, der »Isla Boni­ta«, zei­gen Weg­wei­ser die Ent­fer­nung zu Ster­nen an. Auf dem Roque de los Mucha­chos, mit 2.426 Metern der höchs­te Punkt der Insel, steht eines der größ­ten Obser­va­to­ri­en der Welt. Selbst wer mit Astro­no­mie wenig anfan­gen kann, wird dort oben neu­gie­rig. Außer­ir­disch schön – Der Roque de los Mucha­chos

Auf La Gome­ra ist Sebas­ti­an Haas mit Ruck­sack und Ein-Mann-Zelt über die Ber­ge rund um Val­le­her­mo­so gewan­dert und schließ­lich vor dem Dau­er­re­gen in den Nebel­wald geflüch­tet. Regen im Nebel­wald

Und wer Tene­rif­fa für über­lau­fen hält, fin­det in One moment in time auf Tene­rif­fa eine ande­re Sicht auf die Insel. Wie man dort sie­ben Tage über den Jah­res­wech­sel ver­bringt, steht in Ein kana­ri­sches Vul­kan­fleck­chen.

Nach Maio, eine der am schlechtesten erreichbaren Inseln

3. Azoren: Wale zwischen Pico und Faial

Die Azo­ren gehö­ren zu Por­tu­gal, lie­gen aber mit­ten im Atlan­tik, rund 1.400 Kilo­me­ter west­lich des Fest­lands. Lu Mor­gen­stern ist vom Hafen von Mada­le­na auf Pico zum Wha­le Wat­ching auf­ge­bro­chen, vor­bei an der Nach­bar­insel Fai­al. Unter­wegs glei­ten Gelb­schna­bel-Sturm­tau­cher knapp über die Wel­len, und Por­tu­gie­si­sche Galee­ren trei­ben wie klei­ne Plas­tik­schif­fe vor­bei. Anfas­sen soll­te man sie nicht, ihre Ten­ta­kel sind gif­tig.

Wei­ter­le­sen: Wha­le Wat­ching auf den Azo­ren

4. Irland: die wilde Westküste

Irlands West­küs­te liegt dem offe­nen Atlan­tik zuge­wandt, hier öff­net sich der Atlan­tik weit nach Wes­ten. In Gal­way soll es rund 80 Pubs geben, vie­le mit täg­li­cher Live-Musik. Mat­thi­as Kutz­scher hat dort unter ande­rem im 130 Jah­re alten »Tigh Neach­tain« erfah­ren, war­um Rei­se­ma­ga­zi­ne die Stadt zu den lie­bens­wer­tes­ten Orten der Welt zäh­len. Wei­ter im Nor­den liegt Done­gal, im Süd­wes­ten haben auf der Beara-Halb­in­sel und im Kil­lar­ney-Natio­nal­park Res­te eines uralten Regen­walds über­lebt.

Wei­ter­le­sen: Gal­way: Die char­man­te Stadt am wil­den Atlan­tik, Zum nörd­li­chen Ende Irlands, Ver­zau­bert von Irlands Regen­wäl­dern

5. Schottlands Inseln: Wale vor Mull, Steinzeit auf Orkney

Vor der West­küs­te Schott­lands tref­fen der Golf­strom und kal­tes Was­ser aus dem Nord­at­lan­tik zusam­men. Das lockt Plank­ton und Fische an, und mit ihnen Wale, Del­fi­ne, See­hun­de und Rie­sen­haie. Auf der Hebri­den­in­sel Isle of Mull las­sen sie sich sogar von einem Wal-Pfad an Land beob­ach­ten. Mull erreichst du vom Hafen Oban aus in knapp einer Stun­de mit dem Schiff, Coll in zwei und Tiree in drei Stun­den. Isle of Mull: zwi­schen Walen und Hoch­land­rin­dern

Ganz im Nor­den liegt der Ork­ney-Archi­pel. Im Stein­zeit­dorf Ska­ra Brae ste­hen Bet­ten, Rega­le und Feu­er­stel­len aus Stein, so als hät­ten die Bewohner*innen sie gera­de erst ver­las­sen, dabei sind sie rund 5.000 Jah­re alt. Im Neo­li­thi­kum leb­ten auf den Inseln ver­mut­lich über 10.000 Men­schen. Ork­ney: wo Meer und Stei­ne spre­chen und Die »Lady of Hoy«: Schott­lands ein­sams­tes Grab



6. Färöer: das Land des Vielleicht

Die Färö­er ragen mit­ten im Nord­at­lan­tik wie grü­ne Hai­fisch­flos­sen aus dem Meer. Wind und Wet­ter bestim­men hier den Tag, des­halb wer­den die Inseln auch »The Land of May­be« genannt. Mar­tin Hül­le und Nina Wilms sind mit ihrer drei­jäh­ri­gen Toch­ter nach 30 Stun­den auf der Fäh­re im Nebel ange­kom­men, mit­ten im Olavs­fest, dem Natio­nal­fei­er­tag. Danach ging es auf Schafs­pfa­den zu den ent­le­gens­ten Zip­feln der Inseln. Eine Rei­se auf die Schafs­in­seln

Robert Streh­ler hat die Färö­er aus der Luft gese­hen: Ein öffent­li­cher Hub­schrau­ber fliegt zwi­schen den Inseln, qua­si als Stra­ßen­bahn, in rund 300 Metern Höhe durch Sun­de und Fjor­de nach Klaks­vík. Das Schö­ne am Nichts

Ein­mal im Jahr wird es laut: Beim G! Fes­ti­val am Strand von Syðru­gø­ta spie­len drei Tage lang Bands. Von lau­ten Beats und lei­sen Tönen

7. Island: Feuer, Eis und Buckelwale

Island braucht kaum eine Ein­füh­rung. Bei Rei­se­de­pe­schen gibt es so vie­le Island-Geschich­ten, dass sie für einen eige­nen Über­blick rei­chen wür­den. Marc Herb­rech­ter ist in Husa­vik im Nor­den mit einem alten Segel­schiff zu den Buckel­wa­len hin­aus­ge­fah­ren. Wha­le wat­ching in Husa­vik

Wie die Insel aus­sieht, wenn die meis­ten Tou­ris­ten feh­len, zei­gen Island im Win­ter und Von wil­den Fäl­len und lei­sen Was­sern. Am Det­ti­foss steht man vor einem der was­ser­reichs­ten Was­ser­fäl­le Euro­pas: Das ers­te Mal Island ver­gisst man nie. Und wer vor der Rei­se noch etwas über Lite­ra­tur, Musik und Trol­le ler­nen möch­te, fin­det es in 22 Fak­ten über Island.

8. Lofoten: Berge aus dem Meer

Die Lofo­ten lie­gen im Euro­päi­schen Nord­meer vor der Küs­te Nord­nor­we­gens, nörd­lich des Polar­krei­ses. Ihre Ber­ge sind bis zu 1.200 Meter hoch und stei­gen direkt aus dem Was­ser auf. Nur eine Stra­ße führt über die Insel­ket­te, die E10, rund 180 Kilo­me­ter bis in das Dorf Å. Andrea Dubla­ski war im Win­ter dort, zur Zeit des Skrei, des Win­ter­ka­bel­jaus, und hat Fischer­dör­fer und Nord­lich­ter gese­hen. Die Inseln der Fisch­zun­gen



9. Grönland: die größte Insel der Welt

Grön­land liegt zwi­schen Atlan­tik und Ark­tis, und die meis­ten Rei­sen­den sehen es vom Was­ser aus. Der Bei­trag Der Wal­ruf der Inu­it führt auf die Dis­ko-Insel, einen der bekann­tes­ten Orte Grön­lands, um Wale zu sich­ten. Ande­re sind mit dem Kajak die Küs­te ent­lang­ge­pad­delt oder an Bord eines Expe­di­ti­ons­schiffs an der West­küs­te unter­wegs gewe­sen: Grön­land, vom Kajak aus, We take the Maxi­mum!

10. Neufundland und Fogo Island: am anderen Ufer

Auf der ande­ren Sei­te des Atlan­tiks liegt Neu­fund­land, Teil der kana­di­schen Pro­vinz Neu­fund­land und Labra­dor. Ber­na­dette Older­dis­sen fand dort Eis­ber­ge, Wale, Papa­gei­en­tau­cher, Leucht­tür­me und Men­schen, die ihre Türen nicht abschlie­ßen. Die Neufundländer*innen sagen, auf ihrer Insel habe man »a wha­le of a time«. Ihre Rei­se beginnt in St. John’s, der Haupt­stadt der Pro­vinz. Neu­fund­land, das 8. Welt­wun­der?

Vor der Nord­ost­küs­te liegt Fogo Island, für Katha­ri­na und Hen­ryk ein Ort am Ende der Welt und ein ech­ter Sehn­suchts­ort. Lost and Found – auf Fogo Island

Welche Inseln im Atlantik erreicht man ohne Flugzeug?

Eini­ge Inseln im Nord­at­lan­tik erreichst du ganz ohne Flug:

  • Isle of Mull: mit dem Zug bis Oban, dann mit der Fäh­re in knapp einer Stun­de
  • Ork­ney: mit dem Zug bis Thur­so, mit der Fäh­re ab Scr­abs­ter
  • Färö­er und Island: mit der Fäh­re ab Hirts­hals in Däne­mark, nach Island über die Färö­er
  • Lofo­ten: mit dem Zug bis Bodø, dann mit der Fäh­re nach Mos­ken­es

Wie du mit dem Zug zu den Häfen kommst, steht im Rei­se­hand­buch Euro­pa mit dem Zug, mit Stre­cken­net­zen und Ver­bin­dun­gen in 43 Län­der Euro­pas.


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