www-free-blog-in-cari

Weltreise-Vorbereitung

Originelle Themen, Teil 1: Meine geile Ausrüstung

16

DER Dauerbrenner unter den Reisebloggern: Ich packe meinen Koffer und nehme mit. Packliste! Bullets! Juhuu! Nicht nur ein beliebtes Mittel, um auf der Website echten Mehrwert zu bieten, und mit einem Navigationspunkt mehr zu glänzen. Nein, das dank unzähligen Minuten fiebriger Recherche kummulierte Wissen beweist eindeutig: hier ist ein Pro am packen. Die schlussendlich zusammengesuchte Ausrüstung wird gerne mit missionarischem Eifer gegen minderwertige Packvorschläge verteidigt.

Ha! Ein Deuter-Rucksack? Nichts gegen meine von den All Blacks als Tanzmatte getestete neuseeländische MacPac-Wundertüte! Ein 80+10-Liter-Rucksack-Monster? Anfänger!

Bei der Ausrüstung zeigt sich wieder, dass man sich nicht automatisch verändert, nur weil man kross-krass in der Welt herumreist. Der unbedingte Wunsch, sich zu positionieren und die Menschen, denen man begegnet, einzuordnen ist überall der Gleiche. Die Verpackung macht’s: Der leicht wanzige Langzeitreisende in Dreads schaut herab auf die North-Face-geschützten Flashpacker (mit Laptop und teurem Krams unterwegs), die wiederum auf die Voluntariats-Tourismus-Mädels. Die auf die Reisegruppen, „die garnix ECHTES vom Land sehen“.

Und alle gemeinsam auf die gemeinen Touristen, womöglich sogar „Pauschaltouristen“. Ein Schimpfwort.

Schön wär’s, wenn ich hier nur über die anderen haten könnte.
Ihr wusstet es längst, aber ich gebe es nichtsdestotrotz zu: Ich bin auch so.

Deswegen jetzt was Positives. Natürlich macht es Sinn, sich ein paar Gedanken zu machen, was man in die paar Quadratzentimeter auf dem Rücken hineintut, wenn dies der einzige Besitz für Wochen, Monate oder Jahre ist. Allerdings bringt uns eine Mixtur an Ursachen dazu, es meist zu übertreiben:

1. Angst. Was passiert wenn, brauche ich dann nicht, und ohne das kann ich doch nicht, und wenn die das mitnehmen, das bekomme ich da nicht.

2. Manipulation. Outdoorladen: Nimm dies, sonst bist du scheisse und wirst die Wanderung im Odenwald ziemlich sicher nicht überleben.

3. Spaß. Vorfreude ist manchmal besser als die Realität. Und shoppen ist die ultimative Vorfreudebeschäftigung vor der Reise.

Ich bin sehr schlimm darin: jedes Detail meiner Ausrüstung ist (dank viiiel Zeit) ausführlichst verglichen und dreifach abgecheckt. Da es nicht viele Dinge sind (siehe oben, „Pro“), kann ich jedes Teil argumentativ potent verteidigen.

Braucht jemand eine Packliste von mir?  ;-)

Kommentieren? Sehr sehr gerne!

  • (will not be published)

16 Kommentare

  1. Lule, am

    Ach komm schon Joe! Ich will das jetzt trotz und wegen Deinem Vortrag lesen. Als oller Outdoorer und so. Bin schon gespannt wieviele Netzteile jetzt doch Ihren Weg in Deinen Ranzen finden!

    Antworten
  2. Obskuria, am

    Kaum zu glauben, dieses famose Gedicht von Julius Sturm konnte unser Klys schon im Alter von vier Jahren auswendig. Er kann es noch heute – fragt ihn einfach.

    Der Wanderer

    Ein Wanderer schreitet durch die Nacht,
    Sein Auge sucht die Sterne;
    Der Heimat hat er still gedacht
    In weiter, weiter Ferne;
    Das Herz schlägt ihm so sehnsuchtsbang,
    Er lauscht, ein fernes Glöcklein klang,
    Das mahnet ernst zum Beten.

    Und vorwärts eilt er, näher schon
    Hört er die Glocke schlagen,
    Ihm klingt so heimatlich der Ton
    Wie in den gold’nen Tagen,
    Wo er, ein Kind an Mutterhand,
    Zum Dom gewallt im Festgewand,
    Zu singen und zu beten.

    Und schmerzlich ist sein Herz entbrannt,
    Er fühlt, was er verloren,
    Seit er von Gott sich abgewandt
    Und sich die Welt erkoren.
    Und wie er seufzt: „Erbarme dich!“
    Ist ihm, als hört‘ er neben sich
    Die Mutter leise beten.

    Julius Sturm

    Antworten
  3. Klys, am

    Alright, Catch-Me-Lule, wenn alles da ist mach ich dir eine Premium-Netzteil-Packliste – selbstverständlich mit grammgenauen Gewichtsangaben… :-)
    Habt ihr das neue GPS schon getestet?

    Antworten
  4. Klys, am

    Liebe Obskuria, ja, das waren noch Zeiten, damals in den 80ern… Aber ohne dich hätte ich den fünfhebigen Jambus nie so sauber intoniert… Danke nochmal.
    Erinnerst du dich noch? Als ich ein Jahr später meinen ersten Shakespeare im original gelesen habe (ich glaube es war „As You Like It“) und es mich zu dem Gedicht an dich, liebe Obskuria, inspiriert hat…

    „Ode to Obskuria.
    Roses are red, pickles are green.
    I love your legs and whats between.“

    Ich hatte damals das Gefühl, dass es dich berührt hat. Aber dann warst du weg. Warum???

    Antworten
  5. Lule, am

    Freu mich schon. Jupp das garmin wurde schon umfangreich getestet und ist zumindest im freien Feld auf den halben Meter genau.
    Belastungstests in schwererem Gebiet wie Wald, Strommasten etc. folgen über Ostern oder so.

    Antworten
  6. Obskuria, am

    Mein Liebster Klys, sind wir nicht immer wieder gefangen in unserer eigenen Geschichte? Was war das damals für eine Freude, Dich nach langer Entsagung wieder in die Arme zu schließen und ein „mon cher“ in Deine zartsüßen Ohren zu flüstern. Immer wieder muss ich daran denken, wie wir gemeinsam durch den Wald gestreift sind, um im Herbst die größten sattbraunen Kastanien zu suchen. Weißt Du noch als wir dem Wildschwein über den Weg liefen? Was damals zwischen uns passiert ist im Hexenturm bei Edenkoben, hat tiefe Spuren und Risse auf meiner Haut hinterlassen. Bittersüß war unser Glück, aber ich musste fort, weiter, immer weiter. Verzeihe mir, dass ich keine Nachricht hinterließ! Die Eile trieb mich fort von Dir. Deine Dichterkunst konnte ich in all den Jahren nie vergessen, sie war bitterer Trost in dunklen Stunden. Deine „Ode an Obskuria“ lässt erneut aufflackern, was einst zwischen uns gewesen ist. Klys, ich habe große Sehnsucht nach Dir!

    Deine Obskuria, die dich immer geliebt hat!!

    Melde Dich!!

    Antworten
  7. Annika, am

    Keinen Plan, keine Waage. 100? Zum Glück bin ich heute ca. 10l Altlasten an Wein losgeworden, sonst wären es 110. Mein Ziel sind 13, deswegen esse ich morgens keine Kohlenhydrate mehr, außer Nutellabrötchen. Herr, hilf tragen!

    Antworten
  8. Klys, am

    Um 18:30 schon 10 Liter Wein vernichtet zu haben – reife Leistung, meine Hochachtung.
    Ich bin leider auch waagenlos, äußerst schade. Aber egal wieviel mein Päckchen wiegen wird, es ist immer ein zu schweres für meine schmalen Schultern. Deswegen lege ich noch ein paar Kohlenhydrate ganz oben auf meine Arnie-Diät drauf.
    Und eines ist klar: Auch wenn du den Himmel noch so oft anbettelst, ich werde deinen Krempel nicht schleppen. Dafür ist eindeutig dein Schatz zuständig.

    Antworten
  9. Klys, am

    Hey Jens,
    meinen Rucksack kann ich dir jetzt schon nennen: einen Macpac Traverse 35, knapp 40 Liter… Alles andere werde ich – wenn ich dafür Zeit finde – kurz vor Aufbruch zusammenstellen, wenn es komplett ist (und ich weiss was reinpasst ;-) )
    Schöne Reisen, Joe

    Antworten
  10. 映画 えいが, am

    Klys, Du Ziegenhirte, bedenke auf Deinem Pfad zum Sonnengeflecht: Der Mensch ist voll schrotzendem Geschwätz!
    Aber ich sage Dir:
    „Es gibt Momente, in denen man durch Worte in Menschen eine weitreichende Wirkung hervorruft. Es gibt aber auch Momente, in denen man eine ebenso bedeutende Wirkung durch Schweigen schafft.“

    Das Schweigen ist eine philosophische Stille, die einen leeren Raum mit Demut zu erleuchten vermag.

    Dein
    映画 えいが

    Antworten
  11. klys, am

    映画 えいが, oder auch Kwai Chang Caine, wie du dich ruhig hier nennen darfst,
    bestimmt kennst du das Wort des weisen Konfuzius:
    „Der Meister stand an einem Fluss und sprach: So schrotzt alles dahin, wie dieser Fluss, ohne Aufhalten, Tag und Nacht.“
    Erfreue Dich der Meditation und der Einsamkeit, fern der Familie und des Tand. Sammle Dich, sei glücklich. Du bist ein Sucher der Wahrheit, lieber Kwai. Finde.

    Antworten