Das Com­pu­ter­spiel GTA V hat am ers­ten Tag 800 Mil­lio­nen Dol­lar erlöst und damit das Hol­ly­wood-Block­bus­ter Ava­tar in den Schat­ten gestellt. Hart­ge­sot­tene Gamer wuss­ten es schon lange: Com­pu­ter­spiele sind ein ver­damm­tes busi­ness geworden.

Eine ein­fa­che Spiel­fi­gur aus Plas­tik kann viel­leicht Rake­ten aus dem Arm schie­ßen oder einen Kinn­ha­ken schwin­gen, sie ist vor allem ein Stück Mate­rie, um das herum eine weite, große, imma­te­ri­elle Welt in Gedan­ken ent­steht. Ein Spiel wie GTA V bringt diese Welt gleich mit, weil der Daten­raum zuneh­mend seine Gren­zen ver­liert. Es simu­liert eine zweite Wirk­lich­keit, stellt sie tech­nisch aus­ge­reift zur Ver­fü­gung und schafft damit das, was Pro­to­ty­pen wie Second Life nie gelang.

Wo das Spiel keine räum­li­chen Gren­zen mehr kennt, weil man ein­fach in Echt­zeit durch Los Ange­les fah­ren kann, hin­auf in die Hills, an der Küste ent­lang und ins ein­tö­nige Hin­ter­land der gro­ßen Stadt, da wird es schwie­rig, irgend­wann wie­der in der Rea­li­tät anzu­kom­men. Viel­leicht war es diese Art von Über­for­de­rung, die eine Autorin in der WELT am Sonn­tag zu der Fest­stel­lung ver­an­lasste: „Ich trete drei­mal gegen eine Wand und boxe fünf­mal auf eine Palme ein, ein­fach weil es eben geht.“ In GTA V kann man fast alles tun oder nichts, das Pro­gramm hat das vorgesehen.

Wie son­der­bar anti­quiert klingt da nun das schöne Wort Spiel­zeug. Etwas, das man in die Hand nimmt, und mit dem man erst ein­mal schreck­lich wenig anstel­len kann. Ziem­lich tra­di­tio­nel­les Spiel­zeug kann man sich im Toy Museum auf der klei­nen Insel Suo­men­linna vor Hel­sinki anschauen: Pup­pen, Bären, Autos, Affen.

Die Samm­lung ent­hält Ori­gi­nal­spiel­zeuge, mit denen fin­ni­sche Kin­der seit Anfang des 19. Jahr­hun­derts gespielt haben. Wenn man durch den klei­nen Aus­stel­lungs­raum läuft, weiß man nicht, was cree­pier ist: die psy­cho­pa­thi­schen Augen der Holz­pup­pen oder als Max Payne auf Val­kyre durch einen dunk­len New Yor­ker U‑Bahn-Schacht zu laufen.

Rose Marie, 1928Bilder aneinanderreihendShirley Temple Doll, Ideal Toy Corporation, 1934, USAMotorcycles, 1950s, 1960sMikko and HeikkiLauri Juova, Suomenlinna, 20skeine Informationen (15)keine Informationenkeine Informationen (6)keine Informationen (14)keine Informationen (3)keine Informationen (13)keine Informationen (12)keine Informationen (9)keine Informationen (11)keine Informationen (10)Bilder aneinanderreihenkeine Informationen (2)Evi, sailor dollBonzokeine Informationen (7)

Suo­men­linna Toy Museum, Suo­men­linna C 66, 00190 Hel­sinki, Finn­land, +358 40 500 6607, Ein­tritt 6 Euro.

Cate­go­riesFinn­land

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Für Entdecker