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Ein Projekt in Somalia

Was ich mit den Zeugen Jehovas und anderen schrägen Randgruppen gemein habe

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Die Zeugen Jehovas. Man trifft sie hier und da, diese etwas seltsamen, linkisch lächelnden Personen, die herrlich deplatziert an der Straßenecke stehen um ihre Aufklärungsschriften an Sinnsuchende kostenlos (!) abzugeben. Oder an der Haustür klingeln, und freundlich aber bestimmt den kleinen und mittelkleinen Themen des Lebens nachforschen: „Glauben Sie an Wunder?“

Nein, keine Angst. Ich frage euch demnächst nicht zur Begrüßung wie gestern eure übersinnlichen Begegnungen so waren. Ich gründe noch nicht mal eine neue Religion! Was mich dann mit diesen Menschen verbindet?

Sie ziehen offensichtlich eine große Genugtuung daraus, für den großen Zweck zu leiden. Ihre kleine Existenz der allmächtigen Idee unterzuordnen. Sogar als Märtyrer würden sie lächelnd den gerechten Tod sterben, um im Jenseits den ewigen Lohn dafür zu ernten.

Und anders lässt es sich wohl nicht erklären, warum ich gerade hier bin. In einer Region, die nie mit guten Schlagzeilen glänzen kann. Wo die Straße bei jedem Schritt staubt, oder sich, wie jetzt in der Regenzeit, in ein schmutzig-gelbes Schlammloch verwandelt. Wo es nicht weiter erwähnenswert ist, dass ich die Nacht auf der Toilette verbracht habe, weil das Abendessen noch schlechter war als erwartet. Tagelange Fahrten in merkwürdigen Vehikeln. Hupen kreischen, Menschen schreien. Dreck. Ein Ort, den ich sogar schon kenne – und wusste, was mich erwartet!

Und ich bin nicht der einzige Verrückte. Mein Lieblingsschwede leidet mit. Wir sind ein eingespieltes Team: Alex Magen wirft unbequemes Essen noch schneller aus als meiner, so dass wir uns auf dem Klo nicht in die Quere kommen.

Das ist eigentlich alles nicht zu erklären.

Höchstens durch eins: Die große Idee.

 

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18 Kommentare

  1. Susie Wise, am

    Ihr Liebsten ! Ich weiß und sehe es auf dem Photo, dass ihr euch von einer durchzechten Nacht auf dem Lokus durchaus nicht die Laune verderben lasst. Das beruhigt mich. Lasst mich trotzdem GUTE BESSERUNG wünschen, den Kram braucht man ja nicht wirklich auf der Reise ….
    Kisses, Susie

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  2. Philipp, am

    Haha! Endlich wieder News! Ihr feiert also den Ritus der Kotzenden, so ist’s recht. Immer rein da in die Schüssel!
    Deshalb warst Du gestern im Chat also plötzlich verschwunden…? :-)
    Greetz vom Rechtsverdreher

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  3. Suse, am

    Tja, manch einer findet den Sinn des Lebens eben rein zufällig auf dem Grund einer Klosschüssel… wobei ich bezweifle das man diesen in der Gegend in der ihr seid sehen kann. Tapfer bleiben!!

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  4. Kristijan, am

    Hallo Süddeutsche…
    Bin gerade züruck aus Indien(leider mit meiner Frau). Und hab gerade mit Neda geredet und hab gedacht: Hab seit lange nicht mit Johannes geredet. Und? Liebe, Kinder. Hab vor 2 monaten eine Wohnung in der Nähe von Bremen gekauft. Wann kommst du zu Besuch…?
    Kristijan

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    • klys, am

      Es ist wirklich höchste Zeit, lieber Kristijan!! Tatsächlich war ich noch keinmal oben im Norden, seit dem ich wieder da bin… mannomann

  5. Tantchen, am

    Ach du liebe Zeit, ihr Armen!!!
    Ich will lieber nicht mit blöden Ratschlägen dienen und verabschiede mich ganz schnell wieder — gute Besserung!!!

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  6. Till, am

    Hey Johannes, viele Grüße aus Papua Neuguinea, ich war die letzten 8 Wochen im Busch ohne Kontakt zur Außenwelt und (natürlich) ohne Internet, Radio, TV etc..schön zu sehen, dass du deine Seite immer noch betreibst.

    Lukim yu

    Till

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