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Tasmaniens Wildnis

Wandern auf dem Overland Track

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Nun, ich muss dazu erwähnen, ich bin mit den Schweizer Alpen vor der Haustüre aufgewachsen. Da schienen mir Westaustraliens sogenannte „Mount“ Bezeichnungen hin und wieder etwas kurios. Ist ein Berg auch ein Berg, bei dem selbst ein Rollstuhlfahrer selten Mühen hat, sich auf den „Gipfel“ zu bewegen? Australiens eigene Interpretation der Barrierefreiheit. Wer weiss?

Um so überraschter war ich über Tasmaniens Landschaft. Hier scheint ein Berg noch ein Berg zu sein. Fast schon wie daheim. Nur nicht ganz so hoch (glücklicherweise). Durch diese einzigartige und für Australien eigentlich untypische Landschaft, zieht sich einer der angeblich schönsten und vielseitigsten Fernwanderwege der Welt – der Overland Track.
Ein Fernwanderweg stand bei mir schon seit langem auf der Wunschliste. Ich war mir sicher, dass es keine geeignetere Art und Weise gibt, um seinen Kopf frei zu bekommen, als auf einer mehrtägigen Wanderung. Weg von all den technologischen Bequemlichkeiten. Back to the roots. Nur ich, mein Taschenmesser und mein 20kg schwerer Rucksack – im Angesicht der Naturgewalten. Ich sollte recht behalten!

Ich errichte veritable Luftschlösser in Sachen Auswandern, und Tasmanien ist mein Hauptquartier geworden.
Charles Darwin

Der Overland Track ist dabei die wohl tiefgründigste Möglichkeit, die Wildnis Tasmaniens zu erkunden. Allerdings nur auf dem vorgegebenen Pfad. Eigene Erkundungstouren sind strikt verboten. Der Tasmanian Wildlife Service legt grössten Wert darauf, dass die Natur nicht durch die Wanderer zerstört wird. Deshalb werden auch pro Tag nur maximal knapp über 30 Wanderer zum Start zugelassen. Eine gute Sache. So ist der Track nie überlaufen und man hat ständig das Gefühl, die Wildnis nur für sich zu haben. Der Schutz der Wildnis geht dann sogar soweit, dass die Exkremente aus den Toiletten regelmässig mit Helikoptern aus dem Naturgebiet geflogen werden.
Rund 65 km schlängelt sich der Overland Track vorbei am Mount Ossa, durch Moorlandschaften, vorbei an unzähligen Seen und durch dichte Regenwälder. Als wäre das noch nicht abwechslungsreich genug, wechselt das Wetter regelmässig seine Stimmung. Es ist wie einst der April in Deutschland. Das Wetter scheisst auf die Jahreszeiten. Auf einen Schneesturm (ja, selbst das haben wir erlebt) folgt nicht selten warmer Sonnenschein, dann Regen und anschliessend nur noch Nebelschwarten.
Das kann den vollgepackten Wanderer schon mal in den Wahnsinn treiben. Rein in die dicken Klamotten, raus aus den Klamotten, wieder rein und wieder raus. So geht das Spiel die ganze Zeit. Aber man hat ja Zeit. Mehr als genug. Darum geht’s ja eigentlich auch auf der Wanderung durch die Natur, oder nicht?
 
 

Tag 1: Ronny Creek > Waterfall Valley (11km)

Dicke, graue Wolken hängen am Himmel. Regen begrüsst uns gleich beim Start zum Overland Track. Doch das macht uns überhaupt nichts – wir sind euphorisch und was soll das bisschen Nieselregen uns schon anhaben.
Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Beim Overland Track ist das auch wörtlich zu nehmen, denn gleich zum Start steht die schlimmste Steigung auf dem Programm. Die rund 20 Kilo auf dem Rücken und die paar Kilos zuviel auf meinen Hüften machen sich bei jedem Schritt bemerkbar. Dazu kommt, dass wir die letzten Wochen auf den Roadtrip durch Westaustralien und entlang der Great-Ocean-Road eigentlich nur im Auto gesessen sind. Meine Kondition ist also so gut wie nicht vorhanden.

Nach knapp einer Stunde bergauf erreichen wir den Crater Lake. Eingekesselt in steilen Felswänden, die bis in tief hängende Wolken ragen, hat der See seinen Namen nicht umsonst erhalten. Mit jedem erreichten Höhenmeter wird der Regen zunehmend stärker und zu allem Übel zieht auch noch ein Sturm auf. Murphys Law!
Vom Crater Lake bis zu Marions Lookout steht uns noch die steilste Steigung des gesamten Tracks bevor. Sie führt über einen unbewachsenen, felsigen Grad, der entlang eines Klettersteig bestiegen werden muss. Durch den Sturm und das schwere Gepäck, fällt es uns schwer, uns an der Eisenkette über die kargen Felsen hoch zu hangeln. Nach knapp 45 Minuten erreichen wir das Ende der Steigung. Belohnt werden wir mit einem grandiosem Panorama-Blick vom Marion Lookout ins Tal und auf den Dove Lake. Wäre das Wetter nicht so fies gelaunt, es wäre ein perfekter Ort zum Verweilen.

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Der weitere Weg führt uns über eine Hochebene, deren Landschaft mich an die Tundra erinnert. Graue kalte Felsbrocken überziehen die Gegend. Der Grund ist überwachsen mit beige farbigem Moos und dazwischen ragen braune und olivgrüne Grasbüschel empor. Es wirkt so lebensfeindlich, dennoch fühle ich mich hier wohl.
Wir laufen vorbei am Cradle Mountain, dessen steile Felsspitzen wie Zähne eines überdimensionalen Raubtiers aus dem Boden ragen. Mittlerweile ist es nicht mehr nur nass und stürmisch, sondern auch zunehmend kühler. Die vorhandene Vegetation schützt uns kaum vor dem Sturm. Jeder Windstoss prescht uns die Regentropfen wie Peitschenhiebe ins Gesicht.
Das Wetter spielt uns am ersten Tag unangenehm mit und an Pausen, um die sensationelle Landschaft zu geniessen, ist nicht zu denken. Deshalb beeilen wir uns, um schnellstmöglich die erste Schutzhütte am Waterfall Valley zu erreichen.

Als wir die erste Hüte erreichen, sind uns bis dahin nur wenig Wanderer begegnet. Doch überraschender Weise ist diese voll gestopft mit Gleichgesinnten. Knapp über zwanzig Wanderer haben in der gemütlichen Hütte die Möglichkeit, einen Schlafplatz im Trockenen zu finden. Da wir nicht die Ersten an der Hütte sind, ist diese bereits schön gemütlich aufgewärmt. Dafür müffelt es etwas. Was wohl bei einer solchen Tour mit dazu gehört. Mir schiessen sofort die Worte meiner ehemaligen und ungeliebten Englischlehrerin in den Sinn „Erfroren sind schon viele, erstunken ist noch niemand.“

Nachdem wir uns von den nassen Klamotten befreiet haben, bauen wir gleich unsere transportable Küche auf und verputzen erst mal ein halbes Kilo Spagetti. Gut so! Erleichtert es den Rucksack doch ein wenig.
Es fällt ungemein leicht, mit den Wandersleuten ins Gespräch zu kommen. Rund die Hälfte der Weggefährten werden Freunde – zumindest für die nächsten vier Tage.

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Tag 2: Waterfall Valley > Pelion (25km)

In unserer Hütte übernachtet auch ein Ranger. Er prognostiziert uns für die kommenden Tag nichts Gutes: Nicht nur Dauerregen, auch ein Schneesturm soll über den Overland Track herziehen.
Kurz darauf beginnt er eine Diskussion mit ein paar europäischen Studenten aus Sydney, deren Ausrüstung er für ungeeignet hält. Kein Wunder, wie ich finde, sie wandern in Turnschuhen, mit Sommerschlafsäcken und ohne jegliche Nässeschutz für ihre Wechselkleidung. Eine Geschichte, die der Ranger vom Tod eines Wanderers aus dem letzten Jahr, der ebenfalls wegen schlechter Ausrüstung das Zeitliche segnete, erzählt, soll sie vom weiterlaufen abhalten. Später erfahren wir, dass sie den Track tatsächlich nach der ersten Etappe abgebrochen haben.
Mit nur 8 km fällt die nächste und zweite Etappe ziemlich knapp aus. Etappe drei hingegen wäre dafür mit 17 km, und damit eine der längsten Strecken auf dem Overland Track, schon ein ganz anderes Kaliber. Wie es der Zufall so will, wurde uns genau für diese lange Etappe der Schneesturm vorhergesagt. Wir machen uns deshalb gleich früh morgens auf, um eventuell Etappe zwei und drei zu kombinieren.
Die morgendliche Wanderung beginnt so, wie sie am Abend zuvor endete – mit Regen. Allerdings nicht mehr ganz so stark wie am Tag zuvor. Hin und wieder traut sich sogar die Sonne zwischen den Wolken durch und wir geniessen die Landschaft, weit mehr als am Tag zuvor.

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Nach rund zweieinhalb Stunden erreichen wir bereits den Lake Windermere. Endlich verzieht sich auch dieser ständige Regen. Also entscheiden wir uns kurzerhand weiterzulaufen und auch noch die restlichen 17 km zur Pelion Hut durchzuziehen.

Leider verfolgt uns, wenige hundert Meter nachdem wir die Pelion Hut hinter uns gelassen haben, auch schon wieder Petrus Fluch. Je länger der Regen andauert, desto mehr ist der Weg übersät von schlammigen Pfützen. Ständig müssen wir diese umgehen und durch das strohige Gestrüpp wandern um uns nicht vollkommen nasse Füsse zu holen. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Es wird noch schlimmer werden und nasse Füsse sind für uns unausweichlich.

Wir laufen durch die Hochebenen, von einem Moor zum nächsten, mal vorbei an einem idyllischen See, mal durch einen kleinen Wald – ständig verändert sich die Szenerie. Immer wieder eröffnet sich uns dabei ein Blick in die Weiten der tasmanischen Wildnis. Gänzlich ohne menschlichen Einfluss. Wäre da nicht der vorgegebene Weg vor uns, ich würde mich in dieser Einsamkeit fast verloren fühlen. Es ist ein befreiendes Gefühl.

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Irgendwann stellt sich ein Automatismus ein. Wir laufen und laufen und laufen. Dann schwinden unsere Kräfte. Es ist bereits Abend und die Dämmerung bricht langsam an. Womöglich haben wir uns gleich am zweiten Tag zuviel zugemutet?

Nach jedem Aufstieg, folgt ein Abstieg, darauf wieder ein Aufstieg und ein weiterer Abstieg. Es ist zermürbend. Bei jedem Schritt auf dem rutschigen Untergrund wird es für uns zunehmend mühsamer die Balance zu halten. Unsere Schultern schmerzen fürchterlich. Unsere Beine werden von Meter zu Meter schwerer. Die Stimmung ist kurz davor zu kippen. Inzwischen ist auch der Regen wieder stärker geworden und unsere Kleiner sind, trotz Regenschutz, komplett durchnässt. Wir machen nur wenige, kurze Pausen, da wir wegen der Nässe ziemlich schnell auskühlen.

Getrübter Ausblick auf dem Overland Track

Wie weit es noch bis zum Ziel dieser Etappe ist, wir wissen es nicht. Diese Ungewissheit macht uns das Leben nicht einfacher. Der verfluchte Regen gibt sein restliches dazu. Einzig ein Wombat, ein fettes überdimensionales Meerschwein, das sich am Wegesrand den Wamst voll haut, lässt uns mal wieder lächeln.

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Wir Laufen nicht mehr, sondern stolpern nur noch über den überschwemmten Weg und quälen uns voran. In der unebenen und felsigen Umgebung ist ein Zelten kaum möglich. Deswegen müssen wir an diesem Abend noch zwingend die Schutzhütte erreichen – egal wie.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ist es dann endlich soweit. Vollkommen erschöpft, kommen wir bei der New Pelion Hut an. Als Belohnung gibt’s an diesem Abend eine doppelte Portion Fertig-Pasta. Mir hat das Instant-Zeug noch nie zuvor so gut geschmeckt, wie an diesem Abend.
 
 

Tag 3: Ruhetag

Der Ranger sollte mit seiner Schnee-Prognose recht behalten. Am morgen des dritten Tages schauen wir erstaunt aus dem Fenster. Die Landschaft ist überzogen von weissem, kalten, ungemütlichen Schneematsch. Im schneebedeckten Gras hüpfen einige kleine Wallabys umher. Als Begleitung dazu tanzen ein paar Australier, vollkommen erfreut über den Schnee. Offensichtlich sehen sie diesen nicht sonderlich häufig. Es ist ein seltsam bizarres Bild. Mir wäre jetzt warmer Sonnenschein bei weitem lieber, als der immer noch anhaltende Schneeregen. Immerhin blieb der Schneesturm aus, denke ich mir.

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Muskeln von denen ich bis dahin nicht mal wusste, dass ich sie habe, schmerzen mir bei jeder Bewegung. Es ist ein Muskelkater nicht von dieser Welt. Tag drei bleibt deshalb ein Ruhetag für uns, den wir gemütlich in der Hütte verbringen. Zeit zum Wunden lecken und neue Motivation tanken.
Eine Handvoll derer Leute, die wir am ersten Abend kennenlernen durften, gesellt sich zu uns. Wir verbringen den Tag mit Karten spielen. Anschliessend mit nichts tun. Und dann wieder mit Karten spielen. Ach ja, ein paar Fertig-Pasta verputzen wir auch mal zwischendurch.

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Tag 4: Pelion Hut > Kia Ora (9 km)

Am nächsten morgen ziehen wir bei Sonnenschein los. Ein helles, warmes Blau schimmert durch die Wolken. Die groben Steilwände des Bergmassivs vor der Pelion Hut wirken im ersten Sonnenlicht viel sanfter, als noch am Tag zuvor.
Auf meinen Schultern ist der Rucksack kaum noch spürbar. Scheinbar hat mein Körper aufgegeben dagegen zu rebellieren und nimmt sein Schicksal schweigend an.
Einige Kilometer vor uns liegt der Mount Ossa, den wir heute besteigen wollen. Durch die Sonnenstrahlen schmilzt der restliche Schnee und verwandelt den Overland Track in einen rutschigen kalten Schlammweg. Wir versuchen über die Pfützen zu hüpfen. Uns Umwege durch das Unterholz zu suchen. Über grosse Steine in den Pfützen zu balancieren. Jede Steigung und jeder Abhang wird zur Rutschpartie. Es ist wie ein Hindernis-Parkur. Ein Boot Camp der amerikanischen Marines könnte es nicht besser machen.
Wir führen einen ständigen Krieg gegen die Nässe. Doch jeglicher Widerstand ist zwecklos. Nach nur wenigen hundert Metern steht bereits das Wasser in unseren Schuhen und nun ist auch noch unsere gesamte Wechselkleidung durchnässt.

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Wieder einmal ändert das Wetter blitzschnell seine Laune. Von einem Moment auf den anderen, beginnt der vermeintlich ausgebliebene Schneesturm um uns herum zu wüten. Innerhalb weniger Minuten ist die gesamte Landschaft mit Schnee bedeckt. Wir kämpfen uns gegen den Sturm über eine Ebene hindurch bis zum nächsten Wald. Dann drehen wir uns noch einmal um, um uns das Schneespektakel anzusehen. Es sieht faszinierend aus. Allerdings sind dadurch Pausen wieder einmal nicht drinnen, dafür ist es viel zu kalt. Selbst in Bewegung, beginnen wir zu frieren.
Ich frage mich, was zum Teufel ich mir mit dem Overland Track gedacht habe? Was tun wir uns hier eigentlich nur an?
Wegen des anhaltenden Schneesturms, lassen wir den Abstecher zum Mount Ossa, mit rund 1600 Metern dem höchsten Berg Tasmaniens, ausfallen.

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Glücklicherweise ist die Etappe an diesem Tage nicht allzu lang. Bereits am frühen Mittag erreichen wir, komplett durchnässt und -gefroren, die Kia Ora Hut. Ein heisser Kaffe und ein Stück Schokolade rettet meine die Stimmung für den restlichen Tag.

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Tag 5: Kia Ora > Windy Ridge (10 km)

Da die Hütten nur sehr dürftig beheizt werden können, trocknet unsere Kleidung über Nacht nicht richtig. Trockene Wechselkleidung haben wir ja nun auch keine mehr. Mühselig zwängen wir uns in die kalten, nassen Klamotten und machen uns auf zum vorletzten Streckenabschnitt. Bis zur Winde Ridge Hut haben wir heute 10 km zu laufen.

Die kargen Tundra-Landschaften, wie sie ständig auf dem Hochland der ersten Etappen zu sehen waren, haben wir hinter uns gelassen. Dafür wird die Vegetation Dichter. Unser Weg führt nun vermehrt durch dichte, dunkle Regenwälder. Moosbewachsene Steine und umgestürzte Bäume zieren den Weg entlang des Tracks. Es wirkt wie ein düsterer verzauberter Märchenwald aus einer Geschichte der Gebrüder Grimm – nur die böse Hexe fehlt.

An diesem Tage bleibt es glücklicherweise Trocken. Meine Motivation ist dennoch im Keller. Die nassen Kleider lassen mich selbst bei der körperlichen Anstrengung frieren. Ich möchte eigentlich nur noch so schnell wie möglich unter eine heisse Dusche und in ein warmes bequemes Bett. Ich bin der Meinung, dass wir bis zur Fährtenstation weiterlaufen sollten. Das hiesse nochmals zwei Streckenabschnitte und damit wieder 20km über Stock und Stein laufen. Ich bin dafür – Chrissy dagegen. Also verzichten wir auf den zweiten Marathon Marsch.

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Tag 6: Windy Ridge > Narcissus (9 km)

Das erste Mal auf unserer Wanderung über den Overland Track gibt es bereits morgens angenehme 20°C. Das erste Mal im T-Shirt laufen. Selbst ein Blick auf die Berge ist uns an diesem Tag nicht vergönnt. Yeah!

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Bei strahlendem Sonnenschein laufen wir nun auch durch Eukalyptuswälder, die nur in den tieferen Regionen wachsen. Die letzte Steigung haben wir bereits am gestrigen Tage hinter uns gelassen und fortan geht es nur noch flach weiter. Kein Auf und Ab mehr. Angekommen im Tal wandelt sich auch der Overland Track wieder in einen normalen Weg. Nasse Füsse gibt’s zwar immer noch beim Durchwaten von kleineren Bächen, dass macht uns zu diesem Zeitpunkt und bei solch einem grandiosen Wetter überhaupt nichts mehr aus. Es ist fast schon zu schön um wahr zu sein.

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Die letzten Kilometer fallen uns unglaublich leicht. Bis wir das letzte Moor des Overland Tracks erreichen. Direkt dahinter liegt auch schon die Narcissus Hut und damit der Lake St. Claire. Von hier aus legt regelmässig eine Fähre ab, die die Wanderer bis zum Lake St. Claire Visitor Center schippert.

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Unsere kleine Wander-Gruppe der ersten Tage hat sich bis hier hin auf nur noch neun Leute reduziert. Einige haben wir hinter uns gelassen, einige sind bereits einen Tag zuvor am Ziel angekommen. Ein letztes Mal essen wir zusammen eine Portion Instant-Nudeln – dann trennen sich auch unsere Wege.
Kurz bevor wir auf die Fähre steigen, sehe ich noch einmal wehmütig in die Berge zurück und lasse den Overland Track hinter mir.

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4 Kommentare

  1. Chris, am

    Sehr schön, danke für diesen Artikel! Ich liebe Tasmanien für dessen Natur und muss unbedingt zurückkehren. „Leider“ habe ich die Insel „nur“ per Fahrrad umrundet bisher. Mit dem Wetter habt ihr Pech gehabt, es hört sich aber so an als wäre es trotzdem eine gute Erfahrung gewesen.

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  2. Christin Fechner via Facebook, am

    Ich möchte euch mein Erlebnis mitteilen:Ich war mal wieder unterwegs,diesmal in der City.Weil ich gerne Strecken fahre,die ich noch nicht kenne,oder selten fahre,dachte ich mir einfach den nächsten Bus zu nehmen,der mich vom Rathaus abholt.Es war der achte Januar 2012,also gerade nach den heiligen drei Königen und alles war noch schön weihnachtlich geschmückt in der schönsten Stadt der Welt.Ich genieße es sehr,wenn ich solche Bummelfahrten mache und lerne so auch das Verkehrsnetz gut kennen.Ich wollte also einfach nur zu einem der nächsten Bahnhöfe gelangen,an dem ich Anschluss hätte demnächst dann Richtung WG zu düsen.Ich kam aber nicht weit,denn schon bald hieß die Busstation Michaeliskirche und ich wurde hellhörig,im wahrsten Sinne des Wortes.Ein älteres Ehepaar tuschelte gerade darüber,dass sie gleich raus müssten und dann geht ja auch schon gleich der Gottesdienst los und da war mir klar,ich muss hinter her.Ich fragte mich,ob es nicht toll wäre,jetzt mal ganz spontan in die Kirche zu gehen.Ich war schließlich erst ein einziges Mal im Michel und das war ein paar Jahre her.So trottete ich den beiden Turteltäubchen nach und landete schließlich im vollgestopftem Michel.Ich fragte mich,was hier wohl los sei,an einem ganz gewöhnlichem Tag und ob es irgendwas umsonst gebe.Ich fragte auch eine Dame,die mir das Programmblättchen in die Hand drückte ganz neugierig,ob es einen wichtigen Anlass zur Feier geben würde.Sie sagte mir,es sei das Lichterfest und dass zweitausend Kerzen brennen für das Christuskind.Ich war baff und drängelte mich durch die Menschenmenge,vorbei an gefährlich parkenden Krückstöcken,um einen Platz zu bekommen.Es war natürlich vergebens und alles war besetzt.Ich blieb also hinter einer Rollstuhlfahrerin stehen und wünschte mir in dem Moment auch so einen Rolli unter meinem Hintern.Ich kam mir etwas lächerlich vor,weil alles um mich herum saß und nur ich da stand wie ein Depp.An den Rand stellen wollte ich mich aber auch nicht,denn die Sicht war hier ganz gut.Gespannt lauschte ich der Ruhe und da war es dann.Ich hörte eine Stimme,wusste aber sofort,dass es keiner war,der neben mir saß,sondern diese Stimme sollte ich nur alleine hören in meinem Geist und außerdem war in meiner Nähe kein Mensch anwesend,zudem diese Stimme gepasst hätte,das prüfte ich sofort mit einem Blick.Ich war sofort sicher bei den Worten,dass es sich um das Christuskind selbst handeln musste.Er begrüßte mich mit den Worten:“Hallo mein Kind,schön dass du da bist!“
    Donnerwetter dachte ich und blieb die nächsten zwei Stunden wie angewurzelt stehen.Angefühlt hatte es sich wie ein ganzer Tag und ich war froh,als ich endlich draussen war.Ich brauchte dringend frische Luft.Das war wirklich ein Erlebnis,was mich wahnsinnig stolz macht.Mir war so,als wäre ich eingeladen gewesen zur Feier,als wäre ich genau dorthin geführt worden.Absolut megagalaktisch!
    Dieser Tag hat mir viel bedeutet und ich gehe immer öfter in den Michel und fühle mich so sehr glücklich an diesem Ort.Ich bin so fasziniert von dieser Schönheit und dann auch noch die Aussicht,die man vom Turm hat.Ich verliebte mich in meine eigene Heimatstadt.Das Erlebnis bleibt für mich ewig unvergessen und immer etwas ganz besonderes.Ich bin so dankbar,dass ich dieses erfahren durfte und das so völlig unerwartet.Obwohl ich schon immer gläubig war,hatte ich hier und da einige Zweifel,aber die sind nun vorbei.Ich weiß nun,dass es dieses Christuskind wirklich gibt und ich wünschte manchmal,dass alle Menschen genau das erleben,was mir passierte.Würde es die Welt nicht um einiges schöner machen? Ich denke schon,aber es kommt immer alles so wie es sein soll.Wenn ich mir überlege,dass Menschen so vieles tun,um Gott zu finden,dann kann ich nur sagen,es ist egal,ob man weit entfernt in fremde Länder reist,oder um die Ecke spazieren geht.Es kann überall ein Wunder geschehen.Es wäre schön,wenn die Menschen sich klar darüber werden,was die Geschichte von Gottes Sohn uns Menschen eigentlich sagen will.Ich finde,dass die Menschen,die angeblich so gläubig sind,am wenigsten verstehen,was Gott wirklich ist.Bitte hört nicht auf zu helfen,denn die Leute brauchen uns,egal woran sie glauben.Ich bin sicher Christus ist stolz auf alle Helfer und vielleicht wird er sich mehr Menschen zeigen in Zukunft!

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  3. DieReiseEule, am

    Tasmanien ist einfach wunderbar. Ich bin nur bis zum Marions Lookout gelaufen und die vielen kleinen Wege um den Crater Lake, aber die Landschaft ist einfach gigantisch.
    Ich war letztes Jahr im Dezember dort und eine Woche zuvor muss es auch 10 cm Neuschnee gegeben haben. Als ich kam waren 4 Tage Sonnenschein und 26°C – so ist Tassie halt :-)

    Es grüßt
    DieReiseEule

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  4. Emma, am

    Hallo,
    nasse Füße, Wassertropfen, die unter der Kleidung am Rücken herunterlaufen, nachdem sie sich in den Haaren gefangen haben und den Wind im Gesicht, sind wunderbare Erlebnisse, wenn die nächste Unterkunft in Sicht ist. Ich habe meine Ausrüstung nun endlich Angepasst und umgehe diese ersten Erfahrungen, nur der Wanderrucksack fehlt noch. Der, den ich bisher mit mir trug, war nur für ein Tages Touren geeignet und zeigte bei einem Regenschauer Ermüdungserscheinungen, was die Kamera zum Glück überlebt hat, aber Trekking durch Tasmanien würde ich auch noch einmal gern machen, wenn der neue Wanderrucksack online gekauft wurde und die Kamera trocken ist.
    Vielen Dank für die schönen Eindrücke.
    Liebe Grüße

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