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Grau

Verschnupft in Belgrad

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Aschgrau. Schlammgrau. Grüngrau. Asphaltgrau.  Braungrau. Dunstgrau. Gelbgrau. Mausgrau. Manchmal ein wunderbar düsteres Anthrazit. Um die Ecke strahlt ein warmer Beigeton. Eine ungeahnte Vielfalt in den Nuancen, die ich nicht ansatzweise in Worte kleiden kann!

Der Himmel übrigens ziemlich grau. Und ich fett verschnupft. Man könnte sagen, mein Besuch der Hauptstadt Serbiens stand unter keinem guten Stern (konnte es zumindest nicht sehen, waren ja immer graue Wolken am Himmel…). Ich muss also mal Schwadronieren.

Um kurz mein heutiges Lieblingsthema „Grau“ aufzugreifen: Den ESDHS (Europa sucht die häßlichste Stadt)-Contest würde Belgrad nur ganz knapp an Ludwigshafen verlieren. Allerdings geht man auch nicht nach Belgrad, um die liebliche Architektur zu bewundern. Sondern um beispielsweise das energische Nachtleben mitzunehmen. Da die Serben in ihrer Vergangenheit gelernt haben, dass morgen nichts mehr so sein muss wie es heute noch war, genießen sie einfach ihr Leben, ohne an den nächsten Tag zu denken. Oft in der Belgrader Partymeile, im Volksmund Silicon Valley genannt.

So sagte man mir zumindest. Durch meine in Budapest eingefangene Erkältung war ich so platt, dass Feiern nicht in Frage kam. Und ich diese Stadt nicht wirklich wertschätzen konnte.

Deswegen geht’s am Sonntag weiter nach Sarajewo, die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Währung ist die KM (Konvertible Mark, 1 KM = 100 Feninga), fest im Deutsche Mark-Kurs an den Euro gebunden. Autoritäre Macht hat der Hohe Repräsentant als Vertreter der internationalen Gemeinschaft inne, damit die Bosnier, Serben und Kroaten sich nicht gleich wieder an die Gurgel gehen.

Die Zugfahrt für die 250 Kilometer Luftlinie zwischen Belgrad und Sarajewo beträgt circa 10 Stunden, die Strecke wurde im Frühjahr eröffnet und führt auch über ein Eck Kroatiens. Freue mich schon auf die freundlichen Grenzer… ich liebe Zugfahren!

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5 Kommentare

  1. Mitchy, am

    in der tat ist belgrad nicht die bunteste stadt, aber dennoch eine stadt mit besonderem charme! ich persönlich finde es unschlagbar an nem lauen sommernachmittag am unteren kalemegdan zu schlendern, bzw. bier in der altstadt zu trinken. zwar gibts nicht viele davon, aber wenn man auf manche ecken trifft, hat man das gefühl in einer mediterranen kleinstadt zu sein.

    BG ist aber nicht jedermanns sache

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