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Bolivien

Evo, der Beste.

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Bolivien, August 2011.

Eine kleine Stadt im Südwesten Boliviens. Untertags tummeln sich fast ausschließlich Touristen dort, die sich auf die Fahrt in den nahegelegenen Salzsee vorbereiten. Einwohner lassen sich selten blicken, nur jene, die im Tourismus arbeiten und die Touren in das glitzernde Weiß organisieren. Am Nachmittag, wenn die Touristen alle unterwegs sind, wirkt die Stadt sowieso wie ausgestorben.An einem Nachmittag sitzt aber ein Mann auf einer der Bänke mitten am Hauptplatz. Er sieht etwas gelangweilt aus, vielleicht auch deshalb beginnt er ein Gespräch mit mir. Er erzählt mir, dass er momentan arbeitslos ist. Normalerweise würde er irgendwo am Bau arbeiten, wo er halt gerade gebraucht wird, aber während der Wintermonate wäre Arbeit ein rares Gut. Ich frage ihn, was er vom Lithium-Abbau halte, der in naher Zukunft im Salzsee in großem Ausmaß betrieben werden sollte. “Das ist das mit den Batterien, oder?”, fragt mich der Mann. Er hat davon gehört, dass im Salzsee ein heiß begehrter Rohstoff liegen soll. “Ja, das mit den Batterien”, erkläre ich. Die Armut beherrscht die Region rund um den See, darum hegen viele Menschen in den umliegenden Dörfern und Städten die Hoffnung, dass sie dort eine Anstellung finden und so regelmäßig Geld nach Hause bringen werden.

Ich bin am Tag zuvor bei den neuen Abbau-Stellen gewesen. Auch das große Labor, in dem die Qualitäten des Lithiums geprüft werden sollten, habe ich besucht. Es ist eines der großen Vorzeigeprojekte des indigenen Präsidenten Evo Morales. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob es dort auch Arbeit für den Mann auf der Bank geben wird. Für den Abbau und die Weiterverarbeitung des Lithiums wird man wohl eher Leute brauchen, die sich mit der Materie gut auskennen. Ich frage den Mann, was er über den Präsidenten denkt. In diesem Moment beginnen seine Augen plötzlich zu leuchten. “Evo ist der Beste, er wird uns aus der Armut holen”, sagt er freudig. Da ist sie wieder, die große Hoffnung, die – das ist meine Hoffnung für den Mann auf der Bank – hoffentlich nicht enttäuscht wird.

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